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Lohrhaupten (Gemeinde
Flörsbachtal, Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Lohrhaupten
bestand eine jüdische Gemeinde bis 1936. Ihre Entstehung geht in die
Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Zwischen 1693 und 1717, als
Lohrhaupten unter der Herrschaft der Grafen von Hanau stand, werden die ersten
Juden am Ort genannt: es handelte sich um die Familien des Abraham, Vastel,
Josias Mahnes und Gerson Meyer.
1754 werden fünf jüdische Einwohner/Familien genannt.
An jüdischen Familiennamen erscheinen im 19. Jahrhundert u.a. Ehrlich,
Maier, Rosenthal, Stern, Strauß.
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich im 19. Jahrhundert wie
folgt: 1835 47 jüdische Einwohner, 1861 59 (7,1 % von insgesamt 834),
1871 32 (3,9 % von 827), 1882: elf Familien, 1885 55 (6,3 % von 868), 1887 50,
1893 53 (in 13 Familien), 1895 49
(5,7 % von 859), 1905 46 (5,5 % von 831). Die jüdischen Familien lebten in
einfachen Verhältnissen. Sie betrieben Viehhandel oder waren Inhaber kleinerer
Handels-/Ladengeschäfte. Die meisten hatten auch ein wenig Landwirtschaft. In
der Gemeindevertretung der bürgerlichen Gemeinde war längere Zeit Liebmann
Rosenthal, später Israel Maier.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine
Religionsschule beziehungsweise zeitweise eine jüdische Elementarschule
sowie ein rituelles Bad (bis 1748 im gemeindlichen Hirtenhaus, danach ein neues
Bad in der Dünkelbachstraße). In den Ausschreibungen der Lehrerstelle von 1872 und
1876 wird noch ein jüdischer Elementarlehrer für die Gemeinde gesucht,
in den Ausschreibungen seit 1884 nur noch ein Religionslehrer (Anzeigen
siehe unten), allerdings reden die Ausgaben des "Statistischen Jahrbuches des
Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" von 1892, 1893 und 1894 von der
(israelitischen) "Volksschule" in Lohrhaupten. Von den Lehrern werden
genannt: um 1869/71 L. Ehrlich (vor Ausschreibung 1872), Lehrer
Neumann (ca. vor 1880), Abraham Ottenheimer (vor
Ausschreibung 1884), um 1885 Lehrer Fulder (zwischen
Ausschreibungen 1884 und 1886), um 1887/88 S. Katz (nach
Ausschreibung 1886), um 1892/94 K. Rotschild (maximal bis
Ausschreibung 1897, keine Nennung in "Statistisches Jahrbuch" 1895;
unterrichtete 1892 sechs Kinder, 1895 vier Kinder); um 1897 M.
Heinemann (vor Ausschreibung 1897, da in "Statistischen Jahrbüchern" 1898
und 1899 kein Lehrer in Lohrhaupten genannt; unterrichtete 1897 fünf Kinder).
Die jüdische Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Hanau.
Die
Toten der Gemeinde wurden im jüdischen Friedhof in Altengronau
beigesetzt.
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1868 David Ehrlich, um 1887
L. Rosenthal, um 1892/94 Löb Rosenthal und J. Schafheimer.
An jüdischen Vereinen gab es einen "Wohltätigkeitsverein" (um 1888/92 genannt
unter Leitung von Binas Löb Strauß
Um 1924 gehörten noch 20 bis 25 Personen zur jüdischen Gemeinde
gehörten (2,4 - 2,7 % von etwa 825). Ein eigener Lehrer und Vorbeter war damals
nicht mehr angestellt. Als "aushilfsweiser Kantor" wird Samuel Strauß
genannt. An jüdischen Vereinen gab es weiterhin den "Wohltätigkeitsverein"
tätig (Chewra, Ziel: Bestattungswesen und Wohltätigkeit, 1924 acht
Mitglieder). 1932 war Vorsteher der Gemeinde I. Rosenthal, Schriftführer
Samuel Strauß.
1933 lebten noch 21 jüdische Personen in sechs Familien am Ort (2,5
% von 833). In den folgenden Jahren ist der größere Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert, sodass am 1. Oktober 1937
nur noch neun jüdische Einwohner gezählt wurden. Ende Juni 1934 war das Haus
der Familie Halle von Nationalsozialisten gestürmt und die Fenster
eingeschlagen worden, weil sich Julius Halle bei der Polizei darüber beschwert
hatte, dass kurz zuvor ein HJ-Angehöriger ihm ins Gesicht geschlagen hatte. Der Kaufmann Bernhard
Rosenthal war mit seiner Familie 1935 nach Palästina ausgewandert, die Familie
Samuel Strauß emigrierte nach Brasilien. Letzter Gemeindevorsteher soll Michael
Strauss gewesen sein.
Von den in Lohrhaupten geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", aktualisiert am 9.8.2024
nach den Recherchen von Wolf-Dieter Gutsch): Julie Alexander geb.
Hess (1899), Jenny Freudenreich geb. Schafheimer (1894), Ida Goldschmidt (1890), Debora (Dora) Hess
(1894), Regina Künstler geb. Oppenheimer (1875), Julius Schafheimer (1902),
Karoline Schafheimer (1870), Mina (Minna) Schafheimer (1863), Sara Schafheimer
(1865), Arnold Strauss (1891), Cilli (Zilly) Strauss (1905), Josef Strauss (1878), Leo Strauss (1892),
Max Strauss (1890),
Siegmund
(Sigmund) Strauss (1868), Diana (Anna) Voss geb. Schafheimer (1903).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Lehrer- und Vorbeterstelle 1872 / 1876 / 1884 /
1886 / 1894 / 1897 / 1901
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. August 1872: "Die
Elementar-, Religionslehrer- und Vorbeterstelle in hiesiger Gemeinde ist
vakant und soll alsbald besetzt werden. Fixer Gehalt 120 Taler nebst
freier Wohnung. Qualifizierte Bewerber wollen ihre Zeugnisse über
bestandene Elementarlehrerprüfung an den unterzeichneten Vorstand franko
einsenden.
Lohrhaupten (bei Gelnhausen), im August 1872. Der Synagogen-Vorstand: D.
Ehrlich". |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1876:
"Bekanntmachung.
In der Synagogengemeinde Lohrhaupten ist die
Elementar- und Religionslehrerstelle, mit welcher die Versehung des
Vorsängerdienstes verbunden ist, mit einem jährlichen Einkommen von 700
Mark nebst freier Wohnung und Heizung, erledigt. Bewerber um dieselbe
wollen ihre Meldungsgesuche, mit den erforderlichen Zeugnissen versehen,
innerhalb 3 Wochen bei der unterzeichneten Stelle einreichen.
Hanau, den 3. November 1876. Königliches israelitisches Vorsteher-Amt. Hamburger." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Februar 1884:
"Durch die Versetzung des seitherigen Herrn Lehrers wird die hiesige
israelitische Religionslehrer-, Vorbeter- und Schochet-Stelle bis zum 15.
März dieses Jahres vakant und soll sofort wieder besetzt werden. Gehalt
600 Mark, freie Wohnung und Heizung, Akzidenzien ca. 100 Mark. Bewerber
wollen unter Vorlage der Zeugnisse bei dem Unterzeichneten sich
melden.
Lohrhaupten, Kreis Gelnhausen, den 15. Februar 1884. Der
Synagogen-Älteste. Rosenthal." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Oktober 1884:
"Bekanntmachung.
Die Stelle eines Religionslehrers und Vorbeters in
der israelitischen Gemeinde Lohrhaupten mit einem jährlichen fixen Gehalt
von 600 Mark freier Wohnung und Heizung ist erledigt. Geeignete
unverheiratete Bewerber wollen ihre Gesuche unter Beifügung ihrer
Zeugnisse innerhalb 4 Wochen anher einsenden.
Hanau, 10. Oktober 1894. Königliches israelitisches Vorsteheramt. Hamburger." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1886:
"Bekanntmachung.
Für die Synagogengemeinde Lohrhaupten soll ein
Religionslehrer, Vorsänger und Schächter gegen den Bezug eines
jährlichen Gehaltes von 600 Mark, freie Wohnung und Heizung bestellt
werden. Bewerber wollen ihre Gesuche mit Abschriften der erforderlichen
Zeugnisse innerhalb 4 Wochen anher einreichen.
Kandidaten, welche ein Preußisches Lehrerseminar nicht besucht haben,
haben sich einer Prüfung vor der Prüfungskommission für israelitische Religionslehrer
zu Hanau zu unterziehen.
Hanau, den 6. August 1886. Das Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Koref." |
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Weitere Ausschreibung in der Zeitschrift
"Der Israelit" vom 7. Mai 1894: "In der Synagogengemeinde
Lohrhaupten ist die Stelle eines Religionslehrers, Vorsängers und
Schächters gegen den Bezug eines jährlichen Gehaltes von 500 M., freie
Wohnung und Heizung, sowie ungefähr 100 Mark Nebeneinkommen zu besetzen.
Bewerber wollen ihre Gesuche mit Abschriften der erforderlichen Zeugnisse
bis zum 10. Juni einreichen.
Hanau, 4. Mai 1894. Das Vorsteheramt d. Israeliten. Dr. Koref."
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Anzeige
in der Zeitung "Der Israelit" vom 8. Oktober 1897: "In der
Synagogen-Gemeinde Lohrhaupten ist die Stelle eines Religionslehrers,
Vorsängers und Schächters gegen den Bezug eines jährlichen Gehaltes
von Mark 600, nebst freier Wohnung, Heizung und ca. Mark 100
Nebeneinkommen zu besetzen.
Unverheiratete Bewerber wollen ihre Gesuche mit Zeugnisabschriften alsbald
hier einreichen.
Hanau, 7. Oktober 1897.
Das Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Koref." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. November 1901:
"In der Synagogengemeinde zu Lohrhaupten ist die Stelle eines Religionslehrers,
Vorsängers und Schächters gegen den Bezug eines jährlichen Gehaltes
von Mark 600 nebst freier Wohnung, Heizung und einem Nebeneinkommen von
Mark 150-200 alsbald zu besetzen. Unverheiratete Bewerber wollen ihre
Gesuche nebst Zeugnissen bis zum 6. Dezember 1901 anher einreichen.
Hanau, 11. November 1901.
Das Vorsteheramt der Israeliten: Dr. Bamberger." |
Zum Tod von Lehrer Neumann (zeitweise - vor 1880? -
Lehrer in Lohrhaupten) (1920)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. März 1920: "Friedberg in
Hessen, 7. März (1920). Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust
erlitten. Am Heiligen Schabbat mit
der Toralesung Teruma starb in Frankfurt am Main infolge einer
Operation Herr Lehrer Neumann, der mehr als zwanzig Jahre die Funktionen
eines Lehrers, Kantors und Schochets hier ausgeübt hat. Schüler der Präparandenanstalt
zu Burgpreppach und des Seminars zu Köln war er nacheinander in
Lohrhaupten, Herborn, an der Israelitischen Religionsgesellschaft in Gießen,
in Reinheim, Groß-Gerau
und schließlich dahier tätig. Überall wusste
er sich durch große Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit die Zufriedenheit
der Gemeinden zu erwerben. An seinem Grabe sprachen Herr Rabbiner Dr.
Sander, Gießen, der besonders das Lehrgeschick des Verstorbenen
hervorhob, Herr Lehrer Ehrmann, dahier, für den 'Unabhängigen Verein
israelitischer Lehrer Hessens' und für den 'Bund gesetzestreuer jüdischer
Lehrer Deutschlands', denen der Verewigte angehört hatte, Herr Rektor
Philipps von der hiesigen Volksschule, das Vorstandsmitglied Herr
Ferdinand Krämer für die Gemeinde und Herr Studienassessor Ehrmann,
Frankfurt am Main, im Namen der Schüler. Möge sein Andenken ein
gesegnetes sein! Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens." |
Zu Lehrer Fulder (zwischen
Ausschreibungen 1884 und 1886 genannt als Lehrer in Lohrhaupten)
Es handelt sich sehr wahrscheinlich um Bernhard Fulder
(1866-1940), der von 1886 bis 1893 Lehrer in
Nordheim, danach in
Diespeck (von 1893 bis 1911) und in
Treuchtlingen (1911 bis 1933, dann im
Ruhestand hier bis 1937/38) war. Dieser hatte die
Würzburger Israelitische Lehrerbildungsanstalt 1884 verlassen und hat sehr
wahrscheinlich seine erste (unständige) Stelle in Lohrhaupten angetreten.
Bernhard Fulder ist 1866 in Thüngen geboren
(weitere Informationen dort). Er war verheiratet mit Ida geb. Oberdorfer, mit
der er vier Kinder hatte (siehe Seite zu Thüngen). 1911 ist er - in Diespeck - zum Hauptlehrer ernannt worden
("Frankfurter Israelitisches Familienblatt" vom 24.3.1911 S. 9). Er wohnte zuletzt
(ab 1938) im Altersheim in
Gailingen, von
wo aus er im Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich
deportiert wurde. Hier ist er bereits im November 1940 umgekommen.
40-jähriges Ortsjubiläum in Mainz von Kantor und Lehrer Abraham
Oppenheimer (1926, war vor 1886 in Lohrhaupten und
Ottensoos)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juli
1926: "Mainz, 19. Juli. Am Schabbos beging Herr Kantor und
Lehrer Abraham Oppenheimer sein 40jähriges Ortsjubiläum im Dienste der
hiesigen Israelitischen Religionsgesellschaft, nachdem er vorher kurze Zeit
in Lohrhaupten und Ottensoos
gewirkt hatte. Die Wertschätzung seiner Tätigkeit zeigte sich in der nach
beendigtem Morgengottesdienst in seiner Wohnung stattgehabten Feier. Nach
einem vom Synagogenchor ausgeführten Ständchen ergriff Herr Rabbiner Dr.
Bondi das Wort, zu größeren Ausführungen, um die großen Verdienste des
Jubilars in Schule und Gotteshaus eingehend zu würdigen, worauf der
Gefeierte kurz erwiderte, dass er für alle dargebrachten Ehren bestens danke
– die Gemeinde ließ ein größeres Geschenk überreichen – aber doch nur
eigentlich seine selbstverständliche Pflicht erfüllt habe. Wir aber rufen
Herrn Oppenheimer zu: 'Brich auf, fahr einher bis 100 Jahre' (nach
Psalm 45,5)"
Anmerkungen: - Schabbos Jiddisch für Schabbat,
https://de.wikipedia.org/wiki/Schabbat
- Rabbiner Dr. Bondi:
vgl. Artikel zu Rabbiner Dr. Bondi von 1890 |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Lohrhaupten - das "hessische Eldorado der Hundertjährigen" - Artikel
von 1882
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" von 26. Juli 1882:
"Hanau, 10. Juli (1882). Lohrhaupten scheint das hessische Eldorado
der Hundertjährigen zu sein, zum mindesten aber einen Beleg zu der
verbreiteten Ansicht zu liefern, dass unter den Juden die längstlebenden Menschen
zu finden sind. In der nur 11 Familien bestehenden israelitischen Gemeinde
zu Lohrhaupten befinden sich vier Personen, welche zusammen nicht weniger
als 371 Lebensjahre zählen. Der Jüngste dieses Vierblattes ist ein
82jähriger Mann, ihm voransteht ein 84jähriger, der aber von einem
100jährigen, dessen Auge allerdings fast ganz umnachtet ist, an
Rüstigkeit und leichter Beweglichkeit noch übertroffen wird. Die
älteste Person ist eine 105jährige Frau." |
Ergebnisse von Spendensammlungen in
der Gemeinde
Anmerkung: in jüdischen Gemeinden wurden regelmäßig für unterschiedliche Zwecke
Spenden gesammelt; die Ergebnisse der Sammlungen wurden immer wieder in
jüdischen Periodika veröffentlicht. Nachstehend finden sich nur einige der aus
Lohrhaupten vorliegenden Spendenergebnisse.
| - 1868: Spendensammlung für "die Armen des
heiligen Landes": "...Durch E. M. Grünstein, Vorsteher in
Romsthal: aus Lohrhaupten Sal.
Heß 1 fl. 7 kr., A. Schufmann 1 fl., V. Stern 1 fl. 12 kr., F. Schafheimer
36 kr., Sal. Heß 1 fl., E. Strauß 1 fl. 30 kr., B.L. Strauß 1 fl., Vorsteher
David Ehrlich 6 fl. 35 kr., zusammen 14. fl." (in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 25. November 1868 S. 902).
Link |
| - 1869: Spendensammlung "für unsere
dürftigen Glaubensbrüder an der russischen Grenze...": "...
Lohrhaupten: Durch David Ehrlich: Israel Strauß 1 fl. 45 kr., Victor
Stern 36 kr., B. L. Strauß 1 fl., David Ehrlich 5 fl. 39 kr. Summa 9 fl."
(in der Zeitschrift "Der Zeitschrift" vom 28. April 1869 Extra-Beilage).
Link |
| - 1869: weitere Spendensammlung "für unsere
dürftigen Glaubensbrüder an der russischen Grenze..." "...Lohrhaupten:
Durch Lehrer Ehrlich: M. Strauß 1 fl. 45 kr., Seligmann Heß 30 kr., Frau Bes
Strauß 30 kr., Frau Merla Stern 30 kr., Lehrer Ehrlich 1 fl. 45 kr., Theres
Straus 1 fl. Summa 6 fl." (in in der Zeitschrift "Der Zeitschrift" vom
12. Mai 1869).
Link |
| - 1869: weitere Spendensammlung "für unsere
dürftigen Glaubensbrüder an der russischen Grenze..." "...Lohrhaupten:
Durch Lehrer Ehrlich: B.L. Strauß 1 fl, Frau Betti Strauß 1 fl. David
Ehrlich 3 fl. 30 kr. Summa 6 f.." (in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 3. November 1869) |
| - 1870: Spendensammlung "zur Unterstützung
unserer durch Hungersnot bedrängten Glaubensbrüder im heiligen Lande": "...Lohrhaupten.
Durch Lehrer L. Ehrlich: Israel Strauß 1 fl., Binas Löb 1 fl., Victor Stern
1 fl. 10 kr., Michael Strauß 1 fl. 45 kr., Abraham Schafheimer 1 fl. 30 kr.,
David Ehrlich 3 fl., Lehrer Ehrlich 1 fl. 35 kr. Summa 11 fl." (in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Juni 1870 S. 3). |
- 1870: Weitere Spendensammlung "zur
Unterstützung unserer durch Hungersnot bedrängten Glaubensbrüder im heiligen
Lande": "...Lohrhaupten. Durch Lehrer L. Ehrlich:
Viktor Stern 36 kr., Israel Strauß 1 fl., Michael Strauß 1 fl. 45 kr., Binas
Löb 1 fl., Ungenannt 7 fl., Lehrer Ehrlich 1 fl. 4 kr., zusammen 12 fl. 25
kr. Durch den Synagogen-Ältesten David Ehrlich: Viktor Stern 1 fl. 12 kr.,
Seligman Heß 1 fl., Israel Strauß 1 fl. 30 kr., Michael Strauß 1 fl., Binas
Löb 1 fl. 12 kr., Salomon Heß 30 kr., Abraham Schafheimer 1 fl. 10 kr.,
Jonas Schafheimer 24 kr., David Ehrlich 6 fl. Aus der Kupas Erez Israel 37
kr., zusammen 14 fl. 35 kr. Summa 27 fl." (in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 13. Juli 1870).
Link |
| - 1885: Spendensammlung "zur Unterstützung
unserer Glaubensbrüder im heiligen Land": "...Lohrhaupten. Durch
Synagogen-Ältesten L. Rosenthal: Michael Straus 5, B.L. Strauß 5, Salomon
Heß 3, Lehrer Fulder 3, Israel Strauß 3, L. Rosenthal 5, Synagogenbüchse
9,02, Abraham Schafheimer 2,70, Israel Meier 0,30, Feist Meier 0,50. Summa
36,52 M." (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Oktober 1885 S. 4).
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| - 1920: Spendensammlung "zur Unterstützung
unserer Glaubensbrüder in heiligen Land": "...Lohrhaupten. Chewra
10.-, Strauß, J. Rosenthal, S. Rosenthal und L. Rosenthal je 5.-, S. Strauß
3.-, J. Schafheimer 1.-" (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Mai
1920 S. 4). |
| - 1921: Spendensammlung zum "Erez-Jisroel-Fonds":
"Lohrhaupten: L. Rosenthal 41,60, gesammelt von: H. Strauß 5, L.
Rosenthal, Jac. Rosenthal 10, aus Chewra 10, aus den Synagogenbüchsen
11,60." (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Mai 1921 - zusammen
mit "Blätter, hrsg. vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der
Jugend-Organisation der Agudas Jisroel für Deutschland"). |
Berichte
über einzelne Personen aus der jüdischen Gemeinde
Der 1875 in Schweinfurt verstorbene fromme David Ehrlich aus Lohrhaupten möchte
nicht in Schweinfurt beigesetzt werden (gest. 1875 in Schweinfurt)
Anmerkung: David Ehrlich war langjähriger jüdischer Gemeindevorsteher in
Lohrhaupten.
Hinweis:
der gesamte Artikel aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1875
wird zitiert in der Textseite zur jüdischen
Geschichte in Schweinfurt: "...Freilich
hat die israelitische Gemeinde in Schweinfurt in sozialer Beziehung
manchen Fortschritt gemacht. So hat sie es durchgesetzt, eine Piece des
allgemeinen Friedhofes für sich zu erhalten. Allein, keine Mauer, kein
Zaun scheidet zwischen jüdischen und christlichen Gräbern, und in einer
Reihe von Jahren können die jüdischen Gräber von Symbolen nichtjüdischer
Religionsgebräuche umgeben sein und den Besuchern der jüdischen Gräbern
das Beten auf den Gräbern ihrer Angehörigen unmöglich machen. Bis jetzt
birgt dieser jüdische Friedhof nur erst einige Kinder. Denn bei einigen
erwachsenen Personen kam es vor, dass sie ausdrücklich testierten, nicht
in Schweinfurt zur Erde bestattet sein zu wollen. So geschah dies
namentlich von Seiten eines auch in diesen Blättern unter den jüdischen
Wohltätern oft genannten Mannes, namens David Ehrlich. Derselbe, durch
Todesfälle in seiner Familie allein stehend, zog von Lohrhaupten hinweg
zu seinen Kindern nach Schweinfurt, woselbst er aber schon nach einigen
Monaten verstarb. Dieser biedere Mann, zu seiner Ehre sei's gesagt, hat
die Orgelsynagoge nicht betreten und stets lieber sein Gebet im
Verborgenen verrichtet. Darum aber hatte seine irdische Hülle beim
Verbringen in einen auswärtigen Friedhof, sich nicht der Ehre einer großen
Begleitung zu erfreuen!* Ja, solch' ein wahrhaft frommer Jehudi hätte
in Schweinfurt noch viel des Guten stiften können, und namentlich hätte
derselbe sicherlich seinen Vorsatz, sich ein Privat-Minjan, wo nach Gesetz
und Tradition gebetet worden wäre, noch zur Ausführung gebracht, wenn
der himmlische Wille ihn nicht so rasch abberufen hätte. – Möchten
doch die übrigen konservativen Elemente in dieser und anderer Beziehung
erstarken, damit es auch dem wahren Jehudi möglich werde, seinen Wohnsitz
nach der handelsreichen und wahrhaft liberalen Stadt Schweinfurt zu
verlegen...".
*) Ob die mir gewordene Mitteilung, wonach eine gewisse Persönlichkeit in
Schweinfurt bei dem Tode Ehrlichs geäußert haben soll: 'Hat doch
sterben müssen, wenn er die Orgelsynagoge auch nicht besucht hat', wahr
oder nicht, soll hier nicht untersucht werden." |
Zum Tod des jungen, aus Lohrhaupten stammenden Lehrers Wolf Schafheimer (1901)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. August 1901: "Groß-Gerau,
1. August (1901). Soeben wurde mir die tieftraurige Nachricht, dass
mein lieber Freunde und Studiengenosse, Herr Lehrer Wolf Schafheimer,
nach schwerem Leiden das Zeitliche gesegnet hat. Wer ihn gekannt, wird ihn
nur als wahren, echten Jehudi betrauern müssen. Zuletzt als Lehrer in der
israelitischen Gemeinde zu Gräfenhausen
bei Darmstadt tätig, war er stets bemüht, das religiöse
Leben dieser Gemeinde zu fördern und zu verbessern. Seinen lieben Eltern
und Geschwistern war er ein steter Wohltäter. Leider sollte ihm nur ein
kurzes Leben beschieden sein. So wurde er im letzten Vierteljahr von einer
tückischen Krankheit befallen, die ihn nötigte, seinem Berufe zu
entsagen. Bei seinen Eltern in Lohrhaupten bei Gelnhausen fand er
leider die erhoffte Genesung nicht, denn am 5. Aw (= 21. Juli 1901)
hauchte er seine reine Seele aus in dem noch so jugendlichen Alter von
kaum 24 Jahren. In seiner Berufstätigkeit galt er als ein gewissenhafter,
berufsfreudiger Lehrer, und erfreute sich derselbe auch stets der
Anerkennung seiner Vorgesetzten und seiner Gemeinde. S. Hofmann,
Lehrer." |
Hochzeit von Sophie Meier aus
Lohrhaupten und Wolf Lebrecht aus Schöllkrippen in Wächtersbach mit fürstlichen
Hochzeitsgästen (1903)
Anmerkung: seit dem 5. Mai 1903 war Anna Gräfin Dobrženský von Dobrženitz
(1852–1913) Fürstin zu Ysenburg-Wächtersbach. Sie war seit 1879 mit Fürst
Friedrich Wilhelm zu Ysenburg und Büdingen verheiratet. vgl.
https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Wilhelm_zu_Ysenburg_und_Büdingen.
Artikel
im "Israelitischen Familienblatt" vom 3. September 1903: "Lohrhaupten.
Am 13. d. M. feierten Frl. Sophie Meier von Lohrhaupten und Herr Wolf
Lebrecht - Schöllkrippen ihre
Hochzeit in Wächtersbach. Vor der
Trauung avisierte Ihre Durchlaucht Fürstin Isenburg, Wächtersbach
ihre Ankunft. Präzise 11 3/4 Uhr erschien auch Ihre Durchlaucht Hoheit mit
sämtlichen Prinzessinnen und Hofdamen. Am Schlusse des Trauaktes
gratulierten Ihre Durchlaucht Hoheit herzlichst und verabschiedeten sich
dann." |
Mitteilungen zu einzelnen Personen
der jüdischen Gemeinde
| - 1867: Spendensammlung bei der
Hochzeit von Herz Friedenheim in Theilheim
mit Adelheit Ehrlich aus Lohrhaupten (in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 24. Juli 1867 S. 524).
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| - 1897: Spendensammlung bei der
Hochzeit von Sally Strauß aus Braunfels
mit Bertha Rosenthal aus Lohrhaupten (in der Zeitschrift "Der
Israelit" vom 17. Januar 1898 S. 5) |
- 1909: Verlobung von Ricke
Rosenthal aus Lohrhaupten mit Joseph Lehmann aus Würzburg (in
"Frankfurter Israelitisches Familienblatt - Neue jüdische Presse" vom 19.
November 1909 S. 5)
Nach Strätz Biographisches Handbuch I S. 336 war Josef (Joseph) Lehmann ein
am 12. Juli 1879 in Wiesenbronn
geborener und um 1910 mit seinem Bruder Samuel nach Würzburg gezogener
Weinhändler (Wü, zunächst Röntgenring 6). Er war Kriegsteilnehmer von 1915
bis 1918 und führte mit seinem Bruder in Würzburg die Weinhandlung Fa. S.
Lehmann & Co. (zuletzt Wolframstr. 3). Joseph war verheiratet mit Ricke/Ricka geb. Rosenthal, die am 19.
Dezember 1881 in Lohrhaupten geboren ist. Die beiden hatten eine Tochter
Lilli (geb. 10. Februar 1911). Joseph starb am 10. Februar 1931 in Würzburg.
Seine Witwe Ricka emigrierte im Oktober 1941 nach Kuba, später nach New
York, wo bereits die Tochter lebte, die seit 1936 mit Victor Gibbs
(1910-1995)
verheiratet war. Ricka verstarb 1947 und wurde im Cedar Park Cemetery in
Paramus, Bergen, New Jersey/USA beigesetzt. Tochter Lilli (Lilly) Gibbs
verstarb am 9. Januar 1995.
Links: Grabstein für die in Lohrhaupten geborene Ricka Lehmann geb. Rosenthal
https://de.findagrave.com/memorial/208865720/ricka-lehmann
Grab von Lilly und Victor Gibbs siehe
https://de.findagrave.com/memorial/289031099/lilly-gibbs
|
| - 1932: Verlobung von Bella
Rosenthal in Lohrhaupten mit Siegfried Kugelmann aus Hamburg (in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 3. November 1932 S. 6).
|
| - 1932: Gestorben ist Jakob Rosenthal in
Lohrhaupten (in: "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt
am Main" vom Februar 1932 S. 137). |
| - 1933: Barmizwah-Feier von Walter,
Sohn von Julius Halle und Hannchen geb. Meier in Lohrhaupten am 28. Januar
1933 (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 26. Januar 1933 S. 6).
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Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Private Anzeige - Stellengesuch (1877)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Dezember 1877:
"Ein Vorbeter und nicht examinierter Lehrer, der seit mehreren Jahren
hebräischen Unterricht gründlich erteilt, wünscht sofort Anstellung.
Zu wenden an Herrn L. Goldstein in Lohrhaupten bei Bieber
(Kurhessen)." |
Sonstiges
Erinnerungen an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert:
Grabstein in New York für Caroline Oppenheimer geb. Hess aus Lohrhaupten
(1819?-1915) und Emanuel Oppenheimer aus Bad Mergentheim (1821-1922)
Anmerkung: das Grab befindet sich in einem jüdischen Friedhof in NY-Brooklyn;
nach Auskunft von Paul Theobald, Frankenthal vom 20.5.2017 war der Geburtsname
von Caroline Oppenheimer "Hess" .
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Grabstein für
"Our Beloved Mother
Caroline Oppenheimer
Born in Lohrhaupten, Germany,
December 14, 1819 (?),
Died August 21, 1915" und
"Our Beloved Father
Emanuel Oppenheimer
Born in Mergentheim,
Germany
April 3, 1821, Died Jan. 7, 1922". |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war vermutlich ein Betsaal vorhanden. 1885/86
wurde eine neue Synagoge erbaut.
Die Synagoge in Lohrhaupten war integriert in ein charakteristisches jüdisches
Gemeindezentrum mit hohen Rundbogenfenstern im Bereich des Betsaales. Im Gebäude
befand sich auch die Lehrerwohnung und der Raum für die jüdische Schule.
Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Fenster der Synagoge eingeworfen;
über weitere Zerstörungen ist nichts bekannt, vermutlich weil das Gebäude
bereits seit 1935 verkauft worden war. Nach Klärung des Restitutionsverfahrens
1951 blieb es in Privatbesitz, bis es 1974 abgebrochen wurde.
Über das Schicksal des Gebäudes berichtet Thea Altaras (1988 S. 157):
"Im Zuge der Errichtung neuer Garagen im Hof ließ der Besitzer die
ehemalige Synagoge in den 1970er-Jahren abreißen, weil das Gebäude baufällig
geworden sei. Er hätte es gerne als Kino eingerichtet, jedoch wegen der
schlechten Isolierung des Gebäudes wären die Außenwände zum Hang bei
schlechter Witterung undicht gewesen, und so ließ er diesen Gedanken fallen. Er
selbst hat jedoch die ehemalige Synagoge nie repariert". Auf dem Platz der Synagoge wurden zwei Garagen erstellt.
Im Mai 2016 wurde am Kreissparkassengebäude (Hauptstraße 2 unweit des
Synagogenstandortes) eine Gedenktafel für
die ehemalige Synagoge angebracht. Auf der Gedenktafel findet sich auch eine
Darstellung der ehemaligen Synagoge (Zeichnung von 1957; ein Foto existiert
nicht).
Adresse/Standort der Synagoge: in der
Ortsmitte / Pfaffenhäuser Straße
Fotos
(Quelle: Arnsberg: Bilder-Dokumente S. 135).
Zeichnung der Synagoge und
Zustand
nach dem Abriss in den 1970er-Jahren |
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Federzeichnung der
ehemaligen
Synagoge |
Die an Stelle der in den
1970er-Jahren
abgebrochenen Synagoge
erbauten Garagen |
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Der Kaufladen
der Familie Rosenthal in Lohrhaupten
(Quelle: Postkarte: Sammlung Hahn;
Foto rechts: Familie Rosenthal) |
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Links: Historische
Ansichtskarte von Lohrhaupten mit dem Kaufladen der Familie Rosenthal
(eingestellt in hoher Auflösung) |
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Begräbnisplatz der
Lohrhaupter Juden:
Altengronau |
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Grabstein für Sara
Rosenthal aus
Lohrhaupten (1871-1919) im
jüdischen Friedhof Altengronau
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Andernorts
entdeckt: Grabstein für
Johanna Goldschmidt geb. Stern aus Lohrhaupten
(1825-1912) im jüdischen Friedhof
Neuwied-Niederbieber |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| November 2009:
Presseartikel zur jüdischen Geschichte in
Lohrhaupten (erhalten von Fred G. Rausch) |
Artikel
von Holger Senzel im "Lohrer Echo" vom 7. November 2009 (Artikel):
18 Lohrhauptener Juden auf den Opferlisten
Reichspogromnacht: Fenster der Synagoge zerstört - Viele jüdische Einwohner ausgewandert - Gemeinschaft mit Mittelsinnern und Burgsinnern
Flörsbachtal-Lohrhaupten Große Zerstörungen waren in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 in Lohrhaupten nicht zu beklagen. Nur die Fenster der Synagoge wurden eingeworfen. Aber 18 Juden, die in Lohrhaupten wohnten, starben durch die Nationalsozialisten...".
Link
zum Artikel |
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| Herbst 2014:
Nachkommen einer jüdischen Familien Lohrhauptens
zu Besuch |
Artikel in der lokalen Zeitschrift "Die Dorfschelle" 14.
Jahrgang Ausgabe Nr. 4 www.dorfschelle.net:
"Familie Thal aus Israel besucht Lohrhaupten. Jakob Thal wurde
als Jakob Rosenthal im Jahr 1932 im Gelnhäuser Tal in Lohrhaupten
geboren. Er entstammt der jüdischen Kaufmannsfamilie Rosenthal, die über
Generationen ein Kaufhaus in Lohrhaupten betrieb - bis sie 1934 vor den
Nazis ins damalige Palästina floh.
Jakob Thal verbindet allerdings wesentlich mehr als nur seine Geburt mit
Deutschland. So hat er in den 1960er-Jahren hier studiert. Auch seinen
Geburtsort Lohrhaupten hat er bereits mehrfach unbemerkt von der
Öffentlichkeit besucht. Einen erneuten Deutschlandaufenthalt hat Jakob
Thal nun zum Anlass genommen, seiner Frau und seinen 5 Kindern seinen
Geburtsort zu zeigen.
Mit der Frage nach Kenntnissen und Zeugnissen des jüdischen Lebens in
Lohrhaupten wand sich Herr Thal an die Gemeinde Flörsbachtal. Dies war
Anlass für den Lohrhaupter Hobby-Historiker Udo Weiß, die Geschichte des
jüdischen Lebens in Lohrhaupten mit bereits gesammelten Unterlagen zu
dokumentieren. So konnten Bürgermeister Frank Soer und Udo Weiß die
Familie Thal im Flörsbachtaler Rathaus begrüßen und die bisher
gewonnenen Erkenntnisse erläutern und mit dem abgleichen, was Herr Thal
aus den Berichten seiner Eltern in Erinnerung hat.
Abgerundet wurde der Besuch mit einem kurzen Rundgang zu der Stelle, an
der das Geburtshaus Jakob Thals stand. Auf besonderes Interesse der
Besucher aus Israel stieß der Standort der ehemaligen jüdischen
Synagoge. Beeindruckt zeigte sich Bürgermeister Frank Soer von der
Offenheit und der positiven Grundeinstellung der gesamten Familie Thal zu
Lohrhaupten im Besonderen und zu Deutschland im Allgemeinen. 'Diese
Haltung ist angesichts des Schicksals der Familie Rosenthal und der
Ermordung von Millionen Juden im sog. Dritten Reich alles andere als
selbstverständlich.
Den Besuch der Familie Thal wird die Gemeinde Flörsbachtal zum Anlass
nehmen, um die Bemühungen der ortsansässigen Hobby-Historiker zur
Aufarbeitung der jüdischen Geschichte in Lohrhaupten verstärkt zu
unterstützen. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde sind
Gedenkveranstaltungen, Vorträge und Gedenktafeln zum jüdischen Leben in
Lohrhaupten angedacht. Wer Fotos, Dokumente oder auch Kenntnisse von
überlieferten Begebenheiten aus dieser Zeit hat, wird herzlich gebeten,
diese der Gemeinde Flörsbachtal zur Verfügung zu stellen, um ein
möglichst vollständiges und zutreffendes Bild erstellen zu können.
Dabei geht es ausdrücklich nicht um Schulzuweisungen an Einzelpersonen
oder Familien, sondern um eine Dokumentation, die weit über die Nazi-Zeit
hinaus reicht." |
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| Mai 2016:
Ausstellung "Jüdisches Leben in
Lohrhaupten" - Anbringung einer Gedenktafel für die Synagoge |
Anzeige
in "Die Dorfschelle" www.dorfschelle.net
vom Mai 2016 S. 3:: "Fotoausstellung 'Jüdisches Leben in
Lohrhaupten'.
Über Jahrhunderte besaß Lohrhaupten - im Gegensatz zu den anderen
Flörsbacher Ortsteilen und vielen Spessartdörfern - eine Jüdische
Gemeinde. Aus Dokumenten des Hessischen Staatsarchivs und mittels zur
Verfügung gestellter Bilder und Fotos konnte das Jüdische Leben in
Lohrhaupten erforscht werden.
Daraus entstanden ist u.a. eine Fotoausstellung, zu deren Präsentation
die Gemeinde Flörsbachtal in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse
Gelnhausen für Sonntag, 22. Mai 2016, 14 Uhr in den Bürgersaal in der
Kreissparkasse in Lohrhaupten einlädt.
Neben der Fotoausstellung wird eine Gedenktafel für die Synagoge am
Kreissparkassengebäude enthüllt. Umrahmt wird das Programm durch
Livemusik. Seine Teilnahme hat zugesagt der in Lohrhaupten geborene und in
Israel lebende Jacob Rosenthal (Sohn des letzten jüdischen
Kaufhausbesitzers im Gelnhäuser Tal)." |
| Dazu auch Presseartikel im "Gelnhäuser
Tageblatt" vom 7. Mai 2016: "Als man im Spessart noch Sabbat
feierte": Link
zum Artikel |
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| Mai 2016:
Die Gedenktafel für die Synagoge
wurde angebracht |
Artikel im "Gelnhäuser Tageblatt"
vom 23. Mai 2016: " Flörsbachtal. "Spannende Zeitreise"
AUSSTELLUNG Zahlreiche Besucher tauchen ein in das "Jüdische Leben in Lohrhaupten" / Gedenktafel für Synagoge eingeweiht
FLÖRSBACHTAL - (bis). Das Interesse am Thema 'Jüdisches Leben in
Lohrhaupten' ist offenbar groß. Viele Besucher waren der Einladung der Gemeinde Flörsbachtal und der Kreissparkasse Gelnhausen zur Fotoausstellung gefolgt, um sich über die jüdische Vergangenheit des Spessartorts zu informieren.
Manche nutzten die Gelegenheit, um bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch zu kommen, auch mit Jacob Tal, der nach einigen Besuchen mit Familie und Freunden erneut nach Lohrhaupten gekommen war.
'Angesichts der Geschichte und der dahinter stehenden Schicksale ist dies mehr als
bemerkenswert', sagte Bürgermeister Frank Soer bei seiner Begrüßung. Jacob Tal kam am 15. Juli 1932 als Sohn von Selma und Bernhard Rosenthal in Lohrhaupten zur Welt. Sein Elternhaus stand an der Ecke Gelnhäuser Tal/Pfaffenhäuser Straße, wo die Familie einen Gemischtwarenladen führte. Auf dessen Gründung 1825 in Lohrhaupten weist die Rotal Group auf ihrer Internetseite heute noch hin.
Zur Aufarbeitung der Geschichte gehöre sicher auch die Frage, warum das jüdische Leben in Lohrhaupten verloren gegangen ist. Sie stehe aber nicht im Mittelpunkt des Tages, betonte Soer. Und schon gar nicht solle mit dem Finger auf diejenigen gezeigt werden, die auch in Lohrhaupten am Schicksal der Juden mitgewirkt haben. Vielmehr gehe es darum, in welchem Zeitraum Juden im Dorf lebten, wo sie wohnten, wie sie von Nichtjuden gesehen wurden und welchen Einfluss sie auf das Leben der Bevölkerung und die umliegenden Orte hatten.
'Es ist sehr spannend, welche Erkenntnisse sich ergeben', so der Bürgermeister. In einem alten Dokument von 1657 wurde beklagt, dass ein Jude die Sonntagsruhe nicht eingehalten habe. 1693 ist die Rede von vier jüdischen Familien in Lohrhaupten. 1864 lebten 59 Juden in dem Spessartort bei insgesamt 834 Einwohnern. Im Durchschnitt soll ihr Anteil zehn Prozent der Bevölkerung betragen haben. 1894 hatte die Gemeinde Lohrhaupten Steuereinnahmen von 588 Mark, von denen alleine 390 Mark von jüdischen Einwohnern stammten. 1925 trat eine jüdische Liste zur Gemeindewahl an. Laut Überlieferungen aus Partenstein hätte es die ärmere Bevölkerung der umliegenden Spessartdörfer ohne die Juden in Lohrhaupten wesentlich schwerer gehabt. Anhand eines 3D-Dorfmodells konnte man den Standort der von 1885 bis 1974 existierenden Synagoge und anderer jüdischer Häuser nachvollziehen. Die Ausstellung sei nicht das Ende der Forschung über das jüdische Leben in Lohrhaupten, sondern ein Zwischenschritt, ließ Soer wissen. Aufgrund des Interesses insbesondere von Geschichtsvereinen aus umliegenden Kommunen, werde die Ausstellung in den Sitzungssaal des Rathauses verlegt und könne während der Öffnungszeiten besichtigt werden.
Besuch aus Israel. Die jüdische Geschichte ist nur ein Teil der Forschungsarbeiten der Lokalhistoriker Paul Reinert und Udo Weiß, von dem die Dokumente lesbar gemacht wurden. Er hat zudem eine umfangreiche Dokumentation erstellt, die er an Jacob Tal übergab. Dieser hatte als Gastgeschenk die Familiengeschichte und ein Buch über Israel mitgebracht. Bevor von den Beteiligten die Gedenktafel mit einer Zeichnung der Synagoge am Gebäude der Kreissparkasse enthüllt und kurz der Standort besichtigt wurde, berichtete Tal, dass er 1963 während seines Studiums erstmals nach Deutschland zurückkehrte. Die Vergangenheit kenne er nur aus den Erzählungen seiner Eltern, denn er war gerade erst zweieinhalb Jahre alt, als die Familie 1934 nach Palästina auswanderte.
'Die Gedenktafel ist eine noble Tat, die von uns sehr hoch anerkannt ist', betonte er in seiner bewegenden Rede. Alle Grußredner zeigten sich beeindruckt vom Charakter Jacob Tals.
'Sie müssen eine außerordentliche Persönlichkeit sein', stellte Landrat Erich Pipa fest.
'Aus ihren Worten spricht Versöhnung', sagte die Zweite Bürgermeisterin der Stadt Lohr, Christine Kohnle-Weis. Weitere Grußworte sprachen der Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Gelnhausen, Horst Wanik, sowie Paul Reinert als Vertreter des Archäologischen Spessartprojekts. Manfred Lemm und Fred Patzelt gaben der Veranstaltung mit Klezmer-Musik einen würdevollen Rahmen." |
| Link zum Artikel: "Spannende Zeitreise" (Gelnhäuser Tageblatt, 23.05.2016) |
Links und Literatur
Links:
 | Website der
Gemeinde Flörsbachtal |
 | Hinweis: In Lissabon
- Bibliothek Ohel Jakob - finden sich zwei Bücher aus der
jüdischen Gemeinde Lohrhaupten, siehe Beitrag von Annette M. Boeckler:
Os Livros de Lohrhaupten https://hehaver-oheljacob.org/?p=6699
Bei einem Buch handelt es sich um ein Gebetbuch mit den Selichot und dem
Vermerk "Gebetbuch von Samuel Strauß", beim anderen findet sich
der Vermerk "Eigenthum der Synagogen Gemeinde Lohrhaupten. Der
Synagogen Älteste Rosenthal". |
Quellen:
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 497. |
 | ders.: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bilder -
Dokumente. S. 135. |
 | Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 S. 156-157. |
 | dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. S. 136. |
 | Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995 S. 204. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 494-495. |

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Lohrhaupten
(now part of Floersbachtal) Hesse Nassau. Dating from the 18th century, the
Jewish community numbered 59 (7 % of the total) in 1861 and built a synagogue in
1889. Reduced to 21 in 1933, the community disbanded four years later and the
nine remaining Jews left.

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