Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Voehl Synagoge 491.jpg (115153 Byte)
   

Vöhl / Edersee (Kreis Waldeck-Frankenberg)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
 
Zur jüdischen Geschichte in Vöhl
und der dortigen Synagoge siehe die Seiten des "Fördervereins Synagoge Vöhl e.V." unter  
www.synagoge-voehl.de 
   

           
   
Auf dieser Seite von "Alemannia Judaica" finden sich:  

bullet Berichte über Auszeichnungen des "Fördervereins Synagoge Vöhl e.V." 2008 bis 2010 sowie einzelne weitere Berichte aus den folgenden Jahren (aktuell bis 2024) 
Weitere aktuelle Berichte siehe www.synagoge-voehl.de 
bulletErgänzend: Artikel, gefunden in jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts    
bulletFotos des Synagogengebäudes  

Auf einer weiteren Seite finden sich Informationen und Fotos zum jüdischen Friedhof in Vöhl 
   
   
Berichte über Auszeichnungen des "Fördervereins Synagoge Vöhl e.V." 2008 bis 2010 sowie einzelne weitere Berichte 

Juni 2008: Der "Förderverein Synagoge Vöhl e.V." erhält den Denkmalschutzpreis des Landkreises Waldeck-Frankenberg.  
Artikel in der Waldeckischen Landeszeitung - Frankenberger Zeitung vom 5. Juni 2008 (Artikel)   
Landkreis verleiht in der Vöhler Synagoge erstmals den Denkmalschutzpreis.  
Vöhl (tsp). Es war der passende Ort für die Premiere: Im eindrucksvollen Ambiente der sanierten Vöhler Synagoge hat der Landkreis Waldeck-Frankenberg erstmals seinen Denkmalschutzpreis verliehen.

Die Wahl auf den Ort fiel nicht ohne Grund, denn der "Förderkreis Synagoge Vöhl" gehörte selber zu den Preisträgern. "Es ist eine besondere Anerkennung, dass die Verleihung gerade bei uns stattfindet", freute sich deren Vorsitzender Kurt Willi Julius. "Wir erfahren mit unserem Projekt so Würdigung auf höchster lokaler Ebene."  Neben den Vöhlern bedachte die Jury des Landkreises auch die "Freunde des Arolser Alten Friedhofs" sowie den Förderkreis "Pickhardshammer" aus Orpethal (Diemelstadt). Beide Vereine bekommen für ihre Arbeit jeweils 1500 Euro, die Vöhler 2000 Euro. Geld, das alle drei Vereine gut gebrauchen können, um weitere Vorhaben zu finanzieren. Edith Hüttig, Vorsitzende der "Freunde des Arolser Alten Friedhofs", kündigte beispielsweise an, mit dem Preisgeld einen weiteren Grabstein auf dem Gelände restaurieren zu wollen. Es sind gerade diese privaten Initiativen, deren Arbeit Landrat Helmut Eichenlaub in seiner Rede besonders hervorhob. Ohne sie wäre "vieles an einmaliger historischer Bausubstanz unwiederbringlich verloren gegangen", machte der Landrat, der selber der Jury angehört hat, deutlich. Die Preise würden an Menschen gehen, "die sich mit großem physischen und finanziellen Einsatz für den Erhalt denkmalwürdiger Gebäude oder Ensembles stark gemacht haben".  
  
Juni 2009: Der "Förderverein Synagoge Vöhl e.V." erhält den Hessischen Denkmalschutzpreis 2009  
Voehl 200906.jpg (46542 Byte)Foto (pr) links aus der Waldeckischen Landeszeitung vom 29.6.2009 (Online-Artikel) mit Text: "Die Freude war groß bei der Preisverleihung in Darmstadt: Dr. Gerd Weiß (Denkmalpflege Hessen), Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann, Kurt-Willi Julius, Künstlerin E.R. Nele, Heinz-Georg Sundermann (Lotterie-Treuhandgessellschaft) und Architekt Klaus Hömberg (von rechts).  
Nachfolgender Text aus der Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 29. Juni 2009 (Pressemitteilung): "Vorbildlicher Einsatz für den Erhalt unseres kulturellen Erbes" 
- Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann übergibt Denkmalschutzpreis 2009
   
Wiesbaden /Darmstadt - "Sie haben mit großartigem ehrenamtlichen Engagement, mit ideellem und finanziellem Einsatz Denkmälern in Hessen ihren früheren Glanz zurückgegeben. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Erhalt unseres historischen Erbes und unserer kulturellen Identität." Das hat Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann bei der Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 2009 im Jugendstilbad Darmstadt hervorgehoben. Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann, und dem Präsidenten des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, Prof. Dr. Gerd Weiß, zeichnete sie die Gewinner aus. Die Jury hatte aus 49 Vorschlägen neun Preisträger ausgewählt - darunter Privatpersonen, bürgerschaftliche Initiativen und die Stadt Darmstadt. Verliehen werden vier Geldpreise und fünf Urkunden für vorbildliche Sanierungen. 
Der Denkmalschutzpreis wird von der Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen gestiftet und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er würdigt denkmalpflegerische Leistungen, die über das denkmalrechtlich Gebotene hinausgehen und überregionale Bedeutung beanspruchen können. Die Auszeichnung wurde zum 24. Mal vergeben. 
Den ersten und mit 5.000 Euro dotierten Preis erhielt der Förderkreis "Synagoge in Vöhl" e.V. (Landkreis Waldeck-Frankenberg). Die Jury würdigte, dass mit hohem ehrenamtlichem Engagement eine außerordentliche Sanierungsleistung gelungen sei, die zur Instandsetzung der Synagoge und damit zu deren Erhaltung geführt habe. Durch das Angebot von kulturellen Veranstaltungen des Förderkreises sei die Synagoge mittlerweile auch zu einem kulturellen Leuchtturm weit über die Kreis- und Landesgrenzen hinaus geworden.
...
Staatsministerin Kühne-Hörmann lobte das Engagement der Preisträger: "Sie haben es ermöglicht, dass diese Denkmäler ihren ehrwürdigen Charakter vollständig wieder gewonnen haben und zugleich für moderne Zwecke genutzt werden können. Denkmalschutz und Erinnerungskultur können nicht ausschließliche Aufgaben des Staates sein. Das würde zum einen kaum ausreichen, die Vielfalt der Denkmäler zu sichern, noch würde es der gesellschaftlichen Bedeutung insgesamt gerecht werden. Das Engagement der Bürger spielt hierbei eine herausragende Rolle. Mit dem, was wir erhalten und wie wir es erhalten, bieten wir den Reisenden und Besuchern aus aller Welt beste Gründe, unser schönes Bundesland Hessen mit seinen reichen Kulturschätzen zu besuchen. Darüber hinaus bieten wir unseren Bürgern, unseren Kindern und insbesondere den künftigen Generationen die Chance, sich Ihrer Wurzeln und Geschichte zu erinnern. Auch dafür haben die Preisträger Wichtiges geleistet."
  
Voehl Laudatio 010.jpg (152669 Byte)Text der Laudatio: "Landesamt für Denkmalpflege Hessen - Verleihung des Hessischen Denkmalschutzpreises 
am 29. Juni 2009 um 11:00 Uhr im Jugendstilbad Darmstadt, Mercksplatz 1, 64287 Darmstadt.  
Urkunde und Geldpreis 5000 € für die vorbildliche Sanierung der Synagoge in Vöhl.  
Preisträger: Förderkreis "Synagoge in Vöhl" e.V.   Dorfringstraße 4   34516 Vöhl.  
Die Synagoge in Vöhl wurde 1827 fertiggestellt, die Einweihung als Synagoge erfolgte 1829. Ungefähr 140 Männer, Frauen und Kinder bildeten damals die Jüdische Gemeinde. Bereits vor der Reichspogromnacht war das Gebäude in Privatbesitz gelangt und entging so der Zerstörung. Mehrmaliger Besitzerwechsel und unterschiedlichste Nutzung des Betsaals beispielsweise als Baustofflager und Wäschetrockenraum hatten zwar große Schäden und hohen Sanierungsbedarf zur Folge, trotzdem blieb die Originalsubstanz weitgehend erhalten.   
1999 wurde der "Förderkreis Synagoge Föhl" gegründet und die Synagoge von diesem erworben. Es begann mit hohem ehrenamtlichem Engagement eine außerordentliche Sanierungsleistung, die zur Instandsetzung der Synagoge und damit zu deren Erhaltung geführt hat. Der Betsaal wurde in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege unter weitgehender Erhaltung historischer Substanz wiederhergestellt. So wurden die vorhandenen historischen Fenster restauriert, am hölzernen Gewölbe mit dem aufgemalten blauen Sternenhimmel wurden nur wenige morsche Bretter ausgetauscht, die noch erhaltenen Sandsteinfußbodenplatten wurden wieder verlegt. Der Putz mit dem vorhandenen Schatten des verloren gegangenen Thora-Schreins an der Stirnseite des Saals wurde belassen, lose Stellen gesichert und Fehlstellen ergänzt. 
Durch das Angebot von kulturellen Veranstaltungen des Förderkreises ist die Synagoge mittlerweile auch zu einem kulturellen Leuchtturm weit über die Kreis und Landesgrenzen hinaus geworden. 
Für die herausragende Sanierung der Vöhler Synagoge wird der Förderkreis "Synagoge in Vöhl" e.V. mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis 2009 ausgezeichnet."    
    
November 2009: Ausstellung der Sternenbretter aus der Vöhler Synagoge 
Artikel in der "Hessischen Allgemeinen" vom 22.11.2009 (Artikel): 
"Korbach/Waldeck. 
Vöhler Sternenbretter wieder in Ausstellung zu sehen - Berleburger Museum zeigt Kunst aus der Synagoge. 
Vöhl/Bad Berleburg.
Die Sternenbretter aus der Vöhler Synagoge werden derzeit wieder ausgestellt. Noch bis zum 6. Dezember ist die vielbeachtete Ausstellung im Bad Berleburger Museum am Goetheplatz zu sehen, berichtet der Förderkreis Synagoge. Der Berleburger Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage hatte die "Sternenbretter" organisiert. Kurt-Willi Julius (Kirchlotheim) führte in die Ausstellung ein. 
Der Förderkreis hatte die defekten Bretter aus dem Sternenhimmel der Synagoge während der Renovierung entfernen müssen. Julius hatte die Idee, diese Bretter an Künstler zu verschicken, damit sie daraus Kunstwerke machten. Alle schickten ihre Bilder zurück - unter anderem Wolfgang Niedecken von BAP. Die Ausstellung kann dienstags, freitags, samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr besucht werden. (ber)."  
 
Juni 2010: Die Förderkreis der Vöhler Synagoge wird mit dem Kreis-Kulturpreis ausgezeichnet   
Artikel in der "Hessischen Allgemeinen" vom 29. Juni 2010 (Artikel): "Kreis-Kulturpreis geht an den Förderkreis der Vöhler Synagoge
Vöhl.
Der Förderkreis der Synagoge in Vöhl erhält den Kulturpreis des Landkreises Waldeck-Frankenberg. Wie Vöhls Bürgermeister Harald Plünnecke am Montagabend in der Gemeindevertretersitzung mitteilte, findet die Preisverleihung nach den Sommerferien in der Kulturhalle in Frankenberg statt.
Bereits in den Jahren 2006 und 2008 hatte die Gemeinde den Förderkreis der ehemaligen Synagoge für den Kulturpreis vorgeschlagen. Der Kreis vergibt jährlich einen Kulturpreis und einen Jugend-Kulturpreis. Meist gibt es auf Grund der vieler gleichwertiger Bewertungen mehrere Preisträger. Der Förderkreis Synagoge Vöhl ist nun einer von ihnen. (may)" 
  
Juli 2010: Beitrag über die ehemalige Synagoge  
Artikel von Sarah Rogge-Richter in der "Hessischen Allgemeinen" vom 29. Juli 2010 (Artikel): 
"Neuer Glanz für alte Synagoge. 
Dass sich hinter seiner schlichten Fassade eine Synagoge verbirgt, fällt beim ersten Blick auf das jahrhundertealte Gebäude in der Mittelgasse 9 in Vöhl nicht auf. Mit seinen grünen Balken sieht das ehemalige jüdische Gotteshaus aus wie eines der Fachwerkhäuser, die sich in der Gemeinde Vöhl zuhauf aneinander reihen.
Besondere Bedeutung. Man muss schon einen Schritt um das Haus gehen und den Kopf recken, um den Davidstern in dem runden Fenster an der Firstwand und somit die besondere Bedeutung des Hauses zu entdecken. Dass das Fenster mit dem Davidstern, das 1938 zerstört und zugemauert worden war, im Jahr 2001 wiederhergestellt wurde, ist dem Engagement des Förderkreises Synagoge in Vöhl zu verdanken.
Der am 9. November 1999 mit zunächst 74 Mitgliedern gegründete Verein hat in den vergangenen Jahren viel Zeit, Geld und Arbeit investiert, um die Landsynagoge zu renovieren und sie in eine Kultur- und Begegnungsstätte zu verwandeln. 'Wir wollten die Synagoge nicht nur als wichtiges Zeugnis der Geschichte und Ort der Erinnerung erhalten, sondern sie auch als Ort zur Integration von Minderheiten zu neuem Leben erwecken', sagt Kurt-Willi Julius, Vorsitzender des Förderkreises, aus Vöhl.
Dort, im Sakralraum, wo heute - auch im Rahmen des Kultursommers Nordhessen - Konzerte, Theatervorstellungen, Vorträge, Ausstellungen und zum Beispiel Filmvorführungen stattfinden, feierten nach Informationen von Karl-Heinz Stadler, Vorstands- und Gründungsmitglied des Förderkreises, bis 1936 die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Vöhl, Marienhagen und Basdorf ihre Gottesdienste. Das 1827 erbaute Gebäude wurde auch als jüdische Schule genutzt.
Mit Beginn des Nationalsozialismus schrumpfte die Zahl der jüdischen Mitglieder in den 1930er-Jahren auf knapp 50. Wer nicht rechtzeitig emigrieren konnte, wurde in Konzentrationslagern ermordet oder gilt seit der Zwangsdeportation als vermisst. Einer Zerstörung durch die Nationalsozialisten ist die Synagoge wohl deshalb entgangen, weil sie sich bereits vor der Pogromnacht 1938 in Privatbesitz befand.
Die folgenden Jahrzehnte überstand das Fachwerkhaus nahezu unbeschadet, weshalb es als eine der wenigen gut erhaltenen Synagogen in Hessen gilt. Bis 1999 wurde es als Wohnhaus genutzt - so diente der Sakralraum unter anderem als Abstellraum und Baustofflager.
Gründungsmitglieder. 1999 stand das Haus zum Verkauf. Die Gemeinde wollte es zwar nicht erwerben, stellte aber einem noch zu gründenden Verein 40 000 DM und somit fast die gesamte Kaufssumme zur Verfügung. Vorangetrieben von Kurt-Willi Julius, Karl-Heinz Stadtler und weiteren engagierten Gründungsmitgliedern wurde der Förderkreis ins Leben gerufen, der kurze Zeit später den Kaufvertrag unterzeichnete und mit den Renovierungsarbeiten begann.
Eigenleistung. Und diese waren umfangreich: Mit großer Eigenleistung, aber auch externer Unterstützung wurden nach und nach das Dach saniert, die Fassade erneuert, die Fenster aufgearbeitet und die Kuppel samt Sternendecke ausgebessert. Zudem bekam der Sakralraum einen neuen Deckenleuchter, und auch der Sandsteinboden wurde renoviert.
Als Anerkennung für das gelungene Gemeinschaftsprojekt erhielt der heute über 200 Mitglieder starke Verein nicht nur im vergangenen Jahr den hessischen Denkmalpreis, sondern auch finanzielle Unterstützung durch den World Monuments Fund in New York, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und das Hessische Landesamt für Denkmalpflege."  
 
September 2011: Auf den Spuren der jüdischen Vorfahren - die Familie von Michael Dimor besucht Vöhl   
Artikel in der "Korbacher Zeitung" vom 14. September 2011: "Der Ort gehört zu unserer Geschichte. 
Vöhl
(resa). Mehr als 80 Jahre nachdem seine Mutter Vöhl verlassen hat, kehrt Michael Dimor mit seiner großen Familie zurück. Zwei tage lang suchen sie die Spuren ihrer jüdischen Vorfahren - mit Unterstützung von Zeitzeugen und Geschichtsfreunden..."   
Link zum Artikel.  

  

März 2014: Zum Tod von Kurt-Willi Julius, Vorsitzender des Fördervereins Synagoge Vöhl e.V.   
awardees2006.jpg (73123 Byte)Wir sind tief betroffen über den viel zu frühen Tod von Kurt-Willi Julius, 
Vorsitzender des Fördervereins Synagoge Vöhl e.V.   
Foto links: Kurt-Willi Julius - 4. von links - bei der Verleihung des "Obermayer German Jewish History Award", 2006 in Berlin. 
Würdigung der Arbeit von Kurt-Willi Julius in der Website www.obermayer.us
Dazu Artikel in HNA.de vom 15. März 2014: "Große Trauer im Kreis. Kurt-Willi Julius, Vorsitzender des Förderkreises Synagoge, ist gestorben
Kirchlottheim. Mit großer Trauer ist die Nachricht vom plötzlichen Tod des erst 60-jährigen Lehrers Kurt-Willi Julius aus Kirchlotheim in der gesamten Region aufgenommen worden..." 
Link zum Artikel       
 
November 2014: Feier zum 15-jährigen Bestehen des Fördervereins Synagoge Vöhl e.V.   
Dazu Artikel in HNA.de vom 22. Oktober 2014: "Seit 15 Jahren ist der Förderkreis aktiv. 
Vöhl.
Sie erinnern an das christlich-jüdische Zusammenleben in Vöhl, an frühere jüdische Bürger und deren Kultur, sie erhalten die ehemalige Synagoge und bieten seit Jahren hochklassige Konzerte an: Im November feiert der Verein zur Förderung der alten Synagoge Vöhl sein 15-jähriges Bestehen..."  
Link zum Artikel   
 
Januar 2017: Im Dachgeschoss des Synagogengebäudes wird eine Judaica-Bibliothek eingerichtet 
Artikel in der "Waldeckischen Landeszeitung" vom 29. Januar 2017: " Mitglieder des Förderkreises richten Judaica-Bibliothek im Dachgeschoss der Vöhler Synagoge ein
Erinnern an Schicksal der Juden

Vöhl. Auf dem sanierten Dachboden der ehemaligen Vöhler Synagoge ist am Mittwochabend das Archiv, die Judaica-Bibliothek, von den Mitgliedern des Förderkreises 'Synagoge in Vöhl' ihrer Bestimmung übergeben worden. 'Nichts war verkleidet, nichts isoliert', erinnerte sich Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler an den alten Zustand der Räumlichkeiten. Es seien interessante Dinge gefunden worden, darunter das Firmenbrett von Herrmann Mildenberg, Judaica und uralte Bücher. 'Eine der ersten Maßnahmen war, dass die Kuppel wärmegedämmt wurde. Peter Göbel und Walter Schauderna haben die Leitungen für Strom und Heizung nach oben verlegt', erklärte der Vorsitzende. Dann seien die Hülle gebaut sowie die Wände und der Fußboden hergerichtet worden. Alte Holzbalken wurden übernommen."
Link zum Artikel   
 
Juni 2019: Ferienjobs für Jugendliche als "Landkulturboten" in der ehemaligen Synagoge 
Artikel von Julia Renner in der "Waldeckischen Landeszeitung" vom 19. Juni 2019: "Projekt in ehemaliger Vöhler Synagoge läuft bereits zum zweiten Mal
Besonderer Ferienjob: Sechs Schüler sind Landkulturboten
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Vöhl – Sechs Schüler von Ederseeschule und Alter Landesschule (ALS) werden in den Ferien in der Vöhler Synagoge arbeiten. Die 15- und 16-Jährigen werden so zu Landkulturboten.
Im vergangenen Jahr gab es das Projekt erstmals in dem jüdischen Gotteshaus, auch damals waren sechs Schüler dabei. Nun die Neuauflage und das auch gleich in größerem Rahmen: Dieses Mal ist auch die Grimmheimat Nordhessen eingebunden, in insgesamt drei Einrichtungen werden junge Menschen als Kulturboten arbeiten. Neben der Synagoge wird es noch Ferienjobber auf der Krukenburg in Bad Karlshafen-Helmarshausen geben und im Generationenhaus Bahnhof Hümme. 'Der Förderkreis der Synagoge war der Pionier im vergangenen Jahr', sagte Daniel Teppe von der Grimmheimat bei der Vorstellung des Projekts in der Synagoge. 'Und es lief hier sehr erfolgreich.' Mit dem Projekt solle nicht nur der Tourismus, sondern auch die Kultur in der Region gestärkt werden.
Zudem sei ein Ziel, junge Menschen für ihre Heimat zu begeistern. Im kommenden Jahr werden, kündigte er an, drei weitere Einrichtungen hinzu kommen, dann würden 36 Schüler als Kulturbotschafter arbeiten. In diesem Jahr sind es 18.
Je zwei Wochen im Dienst. Die Ferienjobber von der Ederseeschule in Herzhausen sind Josephine Kowalczyk (16), Celina Henkler (15) und Laura Evers (15), von der Alten Landesschule Emily Henkler (15), Kira Gräbe (16) und Leo Wilden (15). Die Beweggründe für die Schüler, den Ferienjob anzutreten, sind unterschiedlich. 'Ich möchte der Gemeinde mehr über die Juden der Gemeinde erzählen', sagte Celina Henkler. Kira Gräbe will ihre Heimat selbst genauer kennenlernen und Leo Wilden interessiert sich für die Geschichte(n) und Ereignisse, die sich in der Synagoge zugetragen haben. Für je zwei Wochen sind die Schüler von Montag bis Freitag im Dienst. 'Das ist ein Ferienjob der besonderen Art, den nicht jeder machen will und nicht jeder machen kann', sagte Bürgermeister Matthias Stappert. Die sechs Schüler würden dafür das nötige Verantwortungsbewusstsein mitbringen. Die ehemalige Synagoge sei nicht nur für die Gemeinde wichtig, sondern für die gesamte Region.
Finanziert vom Bund. 'Das Leben auf dem Land ist lebenswert, auch hier gibt es Kultur. Und das sollen die Boten erleben und nach außen zeigen', sagte Karl-Heinz Stadtler, Vorsitzender des Förderkreises. Zugleich sollen Toleranz und Demokratie vermittelt werden. Auch in den kommenden Jahren solle das Projekt Landkulturboten fortgesetzt werden. Finanziert wird das Projekt der Kulturboten in diesem Jahr vollständig vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Im vergangenen Jahr wurde es in Vöhl durch Sponsoren getragen. Für die je zwei Wochen, die die Schüler im Job sind, bekommen sie zehn Euro pro Stunde. Die Grimmheimat Nordhessen stellt für diese Zeit zudem Tablets zur Verfügung, mit denen sie arbeiten können. Vor allem Social-Media-Kanäle wie Facebook sollen auf diesem Weg von den Schülern betreut werden."  
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September/Dezember 2019: Vielfältiges Veranstaltungsprogramm in der ehemaligen Synagoge 
Artikel von Julia Renner in der "Waldeckischen Landeszeitung" vom 30. August 2019: "Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Filme und Musik bis Dezember in Vöhler Synagoge. Auftakt für große Reihe "Facetten des Rassismus"
Vöhl –
'Facetten des Rassismus' heißt die größte Veranstaltungsreihe, die der Förderkreis der Synagoge Vöhl je gestemmt hat. Ausstellungen, Lesungen, Filme, Vorträge, ein Konzert und einen 'Markt der Möglichkeiten' gibt es. Auftakt ist am Sonntag. Eine der Besonderheiten der Reihe: Der Eintritt ist – abgesehen vom Konzert – bei allen Angeboten frei. Die Veranstaltungen im Überblick:
Sonntag, 1. September, 10 Uhr: Ausstellung 'Ihr Tod reißt nicht die geringste Lücke...'. Dr. Wilhelm Völcker-Janssen führt ein, Dr. Georg Lilienthal referiert zu 'Krankenmord im Nationalsozialismus'. Die Theatergruppe des Lebenshilfe-Werks wirkt mit.
Samstag, 7. September, 17 Uhr: Eröffnung der Ausstellungen 'Bäume, Schienen, Zäune. Ein Versuch, das Gesehene auf dem Gelände der Gedenkstätte Buchenwald künstlerischen Mitteln zu verarbeiten' vom Lebenshilfe-Werk Weimar-Apolda sowie 'Die Gedenkstätte in der früheren Tötungsanstalt Hadamar' mit Dr. Wolfgang Werner.
Sonntag, 8. September
, 14 bis 17 Uhr: Offene Synagoge.
Dienstag, 10. September, 19 Uhr: Kino mit Spielfilm zum Thema;
Donnerstag, 12. September,
19 Uhr: Lesung mit Autor Robert Domes aus 'Nebel im August' (Kooperation mit Alter Landesschule und Thalia in Korbach).
Donnerstag, 19. September
, 19 Uhr: Vortrag mit Dr. Georg Lilienthal 'Lebensborn-Kinder. Die letzten Opfer der SS'; zudem Gespräch mit Lebensborn-Kind Adolf Kopp aus Asel, der seine Eltern nicht kennt.
Donnerstag, 26. September,
19 Uhr: Katharina Oehl referiert unter dem Titel 'Auf der Suche nach der eigenen Identität. Die gewaltsame Eindeutschung polnisch-deutscher Kinder.'
2. Staffel. Freitag, 4. Oktober, 19 Uhr: Vortrag mit Ruth Piro-Klein 'Krankenpflege im Nationalsozialismus'.
Sonntag, 6. Oktober, 10 Uhr: Eröffnung der Ausstellungen 'Zeichnungen von Enric Rabasseda über Faschismus, Krieg und die Hintergründe', Einführung von Dr. Hartmut Wecker sowie 'Ehemaliges Firmengelände J.A. Topf & Söhne Erfurt' mit der Einführung von Alexis Werner.
Montag, 7. Oktober, 19 Uhr: Rebekka Schubert 'J.A. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz', Vortrag.
Sonntag, 13. Oktober, 14 bis 17 Uhr: Offene Synagoge.
Donnerstag, 17. Oktober,
19 Uhr: Vortrag von Dr. Udo Engbring-Romang 'Die Diskriminierung und Verfolgung von Sinti und Roma im 20. Jahrhundert' (in Zusammenarbeit mit der VHS).
Sonntag, 20. Oktober
, 19 Uhr: Karl-Heinz Stadtler, 'Belzec, Sobibor, Treblinka – Die vergessenen Mordlager im Holocaust. Ein Reisebericht'.
Donnerstag, 24. Oktober,
19 Uhr: Dr. Christoph Franke über medizinische Experimente und die Rolle der Behringwerke bei Menschenversuchen im KZ Buchenwald.
3. Staffel- Freitag, 1. November, 18 Uhr: Ausstellung von Pro Asyl 'Menschen und Rechte sind unteilbar'; um 20 Uhr Konzert 'Migrantig' mit Andrea Pancur, Hansjörg Gehring und Ian Chapman (Karten 15 Euro, beides in der Henkelhalle).
Samstag, 2. November, 14 bis 19 Uhr: Markt der Möglichkeiten in der Henkelhalle mit Musik, Lesungen, Kurzfilmen. Sonntag, 3. November, 14 bis 18 Uhr: Migranten berichten in der Henkelhalle über Flucht und Heimat.
Samstag, 9. November, 19.30 Uhr: Gedenken zum Pogrom in der Martinskirche, 20 Uhr Gedenkfeier in der Synagoge.
Sonntag, 17. November, 14 bis 17 Uhr: Offene Synagoge.
Donnerstag, 21. November, 19 Uhr: Vortrag mit Jana Bonn 'Antisemitismus – Struktur und aktuelle Ausformungen'.
Sonntag, 1. Dezember, 15 Uhr: Eva-Kathrein Hack über 'Mischlingskinder' im Nachkriegs-Asel.
Sonntag, 8. Dezember, 14 bis 17 Uhr: Offene Synagoge.
Dienstag, 10. Dezember, 19 Uhr: Multimedialer Abend über den Buchenwald-Überlebenden Stéphane Hessel (mit Arolsen Archives)."
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Juli 2020: Neue Pläne für die Synagoge und die Erinnerungsarbeit am Ort 
Artikel von Julia Janzen in der hna.de vom 30. Juli 2020: "Große Pläne für altes jüdisches Gotteshaus - Hoffen auf Unterstützung vom Land. Vöhl: Synagoge bekommt Notausgänge, Hof wird neu gestaltet
Der Hof wird neu gestaltet, das Gebäude bekommt zwei Notausgänge, Hinweistafeln an Häusern sollen die Geschichte Vöhler Juden erzählen und ein neues Buch wird auch veröffentlicht: Der Förderkreis der Synagoge Vöhl hat mehrere Projekte in Angriff genommen, die Vorstand und Mitglieder in den nächsten Jahren begleiten werden. Vöhl - 'Es hat uns schon immer bewegt, dass wir nur eine Tür als Ein- und Ausgang haben', sagt Günter Maier, Mitglied im Vorstand des Förderkreises. Bisher sei nie etwas passiert, Gedanken mache man sich dennoch, wie im Notfall alle sicher nach draußen kommen. Der Anschlag auf eine Synagoge in Halle im vergangenen Jahr habe den Wunsch nach Notausgänge noch bestärkt. Sowohl der Denkmalschutz als auch die weiteren Behörden hätten das Anliegen positiv aufgenommen, sagt Vorsitzender Karl-Heinz Stadtler. Deshalb hat Architektin Silvia Steiner zwei Notausgänge geplant: Vom Erdgeschoss würde einer, über zwei oder drei Treppenstufen, in die angrenzende Gasse führen, ein zweiter würde Besucher über eine Treppe vom ersten Stock aus auf den Hof bringen. Stadtler rechnet damit, dass der Umbau Kosten im unteren fünfstelligen Bereich verursachen wird. Der Verein könne das nicht allein stemmen, deshalb bemühe man sich um Unterstützung vom Land Hessen. Möglichst noch in diesem Jahr sollen die beiden Ausgänge entstehen, so der Wunsch. Bauliche Veränderungen soll es auch hinterm Haus, im Hof der alten Synagoge geben. Dort ist eine Umgestaltung geplant, um das Areal künftig besser für Veranstaltungen, beispielsweise für Sommerkonzerte, nutzen zu können. Mehr als 100 Leute würden dort Platz finden, sagt Stadtler. Zum kleinen Bach hinunter sollen künftig einige Treppenstufen führen, erklärt Walter Schauderna. Dort sollen Besucher auch sitzen können. Auch weitere Sitzgelegenheiten sollen entstehen. Der Hang, an dem es neben dem Haus zum Hof hinunter geht, wird ebenfalls umgestaltet. Der Farn ist bereits weg. In der Mitte der Anhöhe wird ein kleiner Weg angelegt und jeweils auf dem oberen und dem unteren Teilstück sollen drei Stelen stehen. Gestaltet werden sollen diese von Künstlern, dazu wird es eigens eine Ausschreibung geben. Form, Farbe, Material und Gestaltung der Stelen sollen die Künstler dann selbst übernehmen, die Finanzierung übernimmt der Förderkreis. Die Voraussetzung für die Gestaltung: Das Ergebnis muss etwas mit der Synagoge bzw. der Arbeit des Förderkreises zu tun haben. Ob Texte oder Symbole, sagt Stadtler, möglich sei auch, etwas für Offenheit und gegen Rassismus umzusetzen. Ende diesen oder Anfang nächsten Jahres wird zudem ein Buch unter dem Titel 'Facetten des Rassismus' veröffentlicht. Darin finden sich alle Vorträge und Geschichten der großen gleichnamigen Veranstaltungsreihe aus dem vergangenen Jahr.
Hinweistafeln an Häusern geplant. In vielen heute noch erhaltenen Vöhler Häusern haben früher Juden gelebt. Der Förderkreis will Interessierten die Möglichkeit geben, sich über diese jüdischen Familien zu informieren und plant, entsprechende Hinweistafeln anzubringen. Die Idee hatte der Vorstand schon länger, nun machen die Landkulturboten Benjamin Grön und Silas Schwehn den Anfang. Sie arbeiten an der Umsetzung für die erste Betontafel, die später an der Synagoge selbst angebracht werden soll. 'Geschichte der Vöhler Juden' soll jede Tafel überschrieben sein, darunter folgen Infos über die Familie, die in dem Haus lebte, deren Auswanderung oder Ermordung, oder auch die frühere Nutzung des Gebäudes. Ein QR-Code soll bei Interesse auf die Internetseite des Förderkreises weiterleiten, erklären die beiden Landkulturboten. Dort gibt es ausführlicheren Infos und eine Karte mit einer Übersicht, an welchen Häusern noch weitere Tafeln angebracht sind. 43 Zentimeter breit und gut 80 Zentimeter hoch wird das Hinweisschild sein, das – so der Plan – im September an der Synagoge enthüllt werden soll. Doch nicht überall sei die Höhe die selbe, sagt Karl-Heinz Stadtler. Das hänge immer von der Geschichte des Hauses und seiner Bewohner ab. Etwa 25 Häuser sind es in dem Ort, an denen am Ende eine Tafel hängen und einen Teil der Vöhler Geschichte erzählen könnte. Über mehrere Jahre werde sich das Vorhaben hinziehen. Umgesetzt werden soll das Projekt in jedem Fall immer nur gemeinsam mit den aktuellen Hauseigentümern, betont der Vorsitzende des Förderkreises. Stadtler und die anderen Vorstandsmitglieder hoffen, dass dabei aber alle mitmachen und Ja sagen zu der Idee, bezahlen müssen sie für die Umsetzung natürlich nichts, die Kosten trägt der Verein. Und wenn jemand keine Tafel an seinem Haus oder am Zaun haben möchte, sei das natürlich auch in Ordnung. Wie berichtet, ist die Finanzierung des Projekts Landkulturboten im kommenden Jahr noch ungewiss. Doch der Vorstand will das Projekt fortsetzen. Rund 5000 Euro kostet die jährliche Umsetzung, 'das sollte machbar sein'. Möglich sei eine Finanzierung durch Sponsoren, sagt Karl-Heinz Stadtler, oder auch durch das hessische Kultusministerium. Auch Kooperationen mit Einrichtungen wie der Jugendherberge Hohe Fahrt und dem Camp der Landessportjugend seien möglich. Weitere Infos zur Arbeit des Förderkreises gibt es auf der Internetseite des Vereins."   
Link zum Artikel    
 
Mai 2021: Jüdisch-christlicher Dialog - mehrere Veranstaltungen in 2021  
In der Reihe "Jüdisch-christliche Dialoge" kam es Ende Mai zu einem Austausch zwischen einem evangelischen Pfarrer aus Hanau und einem Rabbiner aus Darmstadt zu den Beziehungen zwischen Schawuot und Pfingsten. 
Damit wird eine Reihe fortsetzt, weitere Veranstaltungen in dieser Reihe http://www.synagoge-voehl.de/index.php/veranstaltungen/veranstaltungen-2021.   
 
Juli 2024: 25 Jahre Förderkreis Synagoge Vöhl - Interview mit Karl-Heinz Stadtler    
Artikel von Stefanie Rösner in der hna.de vom Juli 2024:  "Neue Podcastfolge. Verantwortungsgefühl treibt ihn an: Karl-Heinz Stadtler im Interview zu 25 Jahre Förderkreis Synagoge Vöhl
„Es ist wichtig, diese Arbeit hier zu machen“: Zum 25-jährigen Bestehen des Förderkreises Synagoge Vöhl haben wir mit dem Vorsitzenden Karl-Heinz Stadtler gesprochen.
Vöhl – Der 72-Jährige engagiert sich seit langem unermüdlich für den Förderkreis, bemüht sich um eine intensive Erinnerungskultur und pflegt Kontakte zu Nachfahren von Vöhler Juden.
Herr Stadtler, zum Jubiläumswochenende 12. bis 14. Juli werden 15 Nachfahren von Juden, die einst in Vöhl lebten, erwartet. Sie stehen persönlich mit diesen Menschen in Kontakt, die vorwiegend aus den USA anreisen, aber auch aus Israel und Hamburg. Was bedeutet Ihnen das, dass sie diese weiten Reisen auf sich nehmen?
Ich bin begeistert und freue mich sehr. Ich habe alle schon vor vielen Jahren kennengelernt. Sie sind inzwischen zu Freunden geworden, zu Freunden nicht nur von meiner Frau und mir, sondern auch des Förderkreises insgesamt.
Einer ist Michael Dimor, der zum Fest erwartet wird. Welchen Bezug hat er zu Vöhl?
Michael Dimor ist der Enkelsohn des Vöhler Juden Moritz Mildenberg und seiner Frau Helene. Er kommt jetzt als 87-Jähriger nach Vöhl. Seine Großmutter war mit einer Tochter zu Beginn der NS-Herrschaft in die Niederlande emigriert. 1938 besuchte sie ihre Tochter Else, die Mutter Michaels, die nach Palästina emigriert war. Es ist kaum zu fassen. Anschließend reiste die Großmutter zurück in die Niederlande und wurde von dort mit ihrer Tochter, deren Mann und kleinem Sohn nach Auschwitz deportiert und ermordet.
Es ist sicher immer ein emotionales Erlebnis, wenn solch ein Kontakt zustandekommt?
Ja, das ist es. Ich kann mich sehr gut an den ersten Besuch von Michael Dimor und seiner Frau in Vöhl erinnern, als sie in Sachsenhausen auf dem Friedhof standen, weil Michaels Großvater dort 1945 Sachsenhausen gestorben ist. Wir hatten auch ein großes Treffen mit alten Leuten in Sachsenhausen organisiert, die sich noch an seinen Großvater erinnern konnten. Wir sind mit ihm auch zum Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen – heute Arolsen Archives – gefahren. Und er konnte dort die Dokumente von seinen Verwandten sehen, die Opfer des Holocausts geworden sind. Das war unheimlich bewegend.
Mit welcher Vertrautheit begegnen Ihnen die Menschen, die schlechte Erfahrungen mit dem Deutschen Reich gemacht haben?
Im September 2000 waren zwei Ehepaare unter den Besuchern in Vöhl. Einer der jeweiligen Partner hatte im Haus neben der Synagoge gewohnt. Sie wollten nicht nach Vöhl kommen – auf keinen Fall noch einmal zurück nach Deutschland. Aber wir hatten einen sehr regen E-Mail-Austausch, in dem ich sie davon überzeugen konnte, dass Deutschland heute anders ist, dass wir anders sind. Und schließlich sind sie gekommen. Wir haben uns am Flughafen in die Arme genommen.
Ist Deutschland heute wirklich anders?
Ja! Trotz der aktuellen Diskussion um Antisemitismus. Das, was unter dem Begriff läuft, ist oft Kritik an der gegenwärtigen Politik Israels. Da geht es zum einen um die Innenpolitik, bei der man den Eindruck hat, dass sich Israel zum Beispiel in einer Weise entwickelt, die nicht mehr unbedingt als demokratisch bezeichnet werden kann, weil zum Beispiel die Rechte der Justiz beschränkt werden sollen. Das ist ein Problem, über das auch in Israel diskutiert wird. Und wer da die israelische Regierung kritisiert, ist nicht Antisemit.
Ähnliches gilt in Bezug auf den Gazakrieg. Selbstverständlich ist es in Ordnung, wenn sich Israel gegen einen solchen Angriff wie dem furchtbaren Terroranschlag der Hamas im Oktober 2023 wehrt. Aber es muss die Frage erlaubt sein, ob die Art und Weise, wie das geschieht, gerechtfertigt und notwendig ist und ob es nicht andere Wege gegeben hätte, das Ziel – die Zerschlagung der Hamas – zu erreichen.
Die antisemitisch motivierten Gewalttaten in Deutschland sind mehr geworden.
Ich möchte Antisemitismus auch nicht relativieren, sondern deutlich machen, dass nicht alles, was Antisemitismus genannt wird, Antisemitismus ist. Wir haben in der Synagoge bereits drei Veranstaltungen über die Auseinandersetzungen zwischen Juden und Palästinensern gehabt. Damit müssen wir uns thematisch befassen.
Welchen Auftrag hat der Förderkreis aufgrund der aktuellen Entwicklungen? Welchen Stellenwert haben die Erinnerung an die Vergangenheit einerseits und Debatten über die Gegenwart andererseits?
Vor allem in Bezug auf die Gegenwart müssen wir uns fragen, warum es in Staaten mit gemischten Bevölkerungsgruppen immer wieder zu Problemen kommt. In Deutschland hat es lange Zeit ein gutes Zusammenleben zwischen Juden und Christen gegeben. Dann hat es aber auch immer wieder Rückschläge gegeben. Es gilt darüber nachzudenken, in welchen sozialen und wirtschaftlichen Situationen es zu Problemen zwischen Mehrheiten und Minderheiten kommt.
Sie persönlich investieren viel in die Arbeit als Vorsitzender des Förderkreises. Was treibt Sie an?
Das Wichtigste ist für mich das Verantwortungsgefühl in Bezug auf deutsche Geschichte und auch in Bezug auf das Dorf Vöhl. Ich glaube, es ist wichtig, diese Arbeit hier zu machen. Ich merke ja auch die unheimlich große Resonanz.
Über die Gründung des Förderkreises Synagoge Vöhl, über dessen Engagement im Bereich Jugendbildung und über weitere Pläne des Vereins spricht Stadtler im Podcast „Erzählmodus“: abrufbar auf Youtube und Spotify."
Link zum Artikel  
 

       
       
Ergänzend: Artikel, gefunden in jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts 
 
Anzeige von Fr. A. Mildenberg (1902)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1902: "Suche für meine beiden Töchter, 21 und 22 Jahre, Stellung als Stütze, wo christliches Mädchen vorhanden. Haushalt, Handarbeiten erfahren. Gefällige Offerten erbeten. 
Fr. A. Mildenberg,
Vöhl (Hessen)."  

   
Zum Tod von Lehrer Laser (1906)    

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 30. November 1906: 
"Vöhl. Herr Lehrer Laser wurde in dem Augenblicke vom Tode ereilt, als er bei einer Festlichkeit einen Toast ausbrachte."     

 
Zum Tod von Emanuel Katzenstein (1927)   

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 8. April 1927: "Vöhl. Im Alter von 87 Jahren starb hier der Rentier Emanuel Katzenstein. Der Verstorbene stand sowohl bei der jüdischen als auch bei der christlichen Bevölkerung in hohem Ansehen. 49 Jahre war der Vorstand der Israelitischen Gemeinde, und über 40 Jahre nahm er als Mitglied des Gemeinderats an dem Wohlergehen seines Heimatortes regen Anteil. Ebenso beteiligte er sich lebhaft an dem Vereinsleben, u.a. gehörte er über 60 Jahre dem Gesangverein an. Ein großes Trauergefolge aus allen Teilen der Bevölkerung - voran der Gesangverein, der vor dem Sterbehause und auf dem Friedhof ergreifende Abschiedslieder sang - begleitet den Leichenzug. Am Grabe würdigte Lehrer Katzenstein (Wolfhagen) die Verdienste des Verewigten."       

  
Nach der Emigration: Hochzeitsanzeige von Marianne geb. Katz und Walter Mildenberg (Uruguay / USA 1949)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau" vom  22. April 1949: 
"Mr. and Mrs. Jacob Katz - Mr. and Mrs. Sol Mildenberg announce the engagement of their children 
Marianne and Walter. 
Passover 5709 (April 13, 1949). 
San Salvador 2122, Apt. 4  Montevideo, Uruguay (formerly Bobenhausen, Oberhessen) - 
315 Lincoln Place  Brooklyn 17, New York (formerly Voehl, Edersee).       

   
   
   
Fotos des Synagogengebäudes      

Fotos der ehemaligen Synagoge 
in höherer Auflösung  
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 8.4.2010
 bzw. 30.3.2016)  
Voehl Synagoge 493.jpg (1131037 Byte)   
   (2010)    
     
Voehl Synagoge IMG_8378o.jpg (681736 Byte) Voehl Synagoge IMG_8380o.jpg (577832 Byte) Voehl Synagoge IMG_8383o.jpg (480168 Byte)
Info-Kasten mit Veranstaltungshinweisen (2016)  (2016)  (2016) 
     
Voehl Synagoge IMG_8385o.jpg (562933 Byte) Voehl Synagoge IMG_8386o.jpg (499190 Byte) Voehl Synagoge IMG_8388o.jpg (891160 Byte)
Eingangstor (2016)  Davidstern nach Osten (2016)   Nordseite des Gebäudes (2016) 
     
     
Weitere Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 8.4.2010)  
   
Voehl Synagoge 480.jpg (77876 Byte) Voehl Synagoge 494.jpg (79937 Byte) Voehl Synagoge 472.jpg (90094 Byte)
Die ehemalige Synagoge von der Straßenseite  
     
Voehl Synagoge 471.jpg (88603 Byte) Voehl Synagoge 470.jpg (75056 Byte) Voehl Synagoge 490.jpg (76464 Byte) Voehl Synagoge IMG_8392.jpg (127066 Byte)
Info-Kasten vor dem Synagogengebäude   Seitlicher Eingang zum rituellen Bad (2010 / 2016) 
        
Voehl Synagoge 491.jpg (115153 Byte) Voehl Synagoge 492.jpg (114678 Byte) Voehl Synagoge 481.jpg (63352 Byte)
Blick auf das Synagogengebäude von dem erhöhten Bereich oberhalb der Straße 
  
Der Davidstern oberhalb des
 früheren Toraschreines
     
Voehl Synagoge 486.jpg (104755 Byte) Voehl Synagoge 487.jpg (138144 Byte) Voehl Synagoge 484.jpg (72367 Byte)
Das Synagogengebäude - von der Gartenseite aus gesehen   
        
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Das Mahnmal "Auf der Schwelle zwischen Leben und Tod" von E. R. Nele - gewidmet 
den Opfern des Holocaust aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg; siehe 
weitere Informationen auf der Website des Förderkreises "Synagoge in Vöhl" e.V.
  
Foto des Innenraumes 
(Quelle: Website des Fördervereins) 
  
     
Fotos vom Frühjahr 2016  Voehl Synagoge IMG_8391o.jpg (1053534 Byte) Voehl Synagoge IMG_8393.jpg (33985 Byte) Voehl Synagoge IMG_8395.jpg (40624 Byte)
  Mahnmal "Auf der Schwelle..." 
(Foto in höherer Auflösung)   
Straßenschilder: Mittelgasse mit Hinweis zur
ehem. Synagoge und der Günter- Sternberg-Weg 

          
             

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

              

 

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Stand: 30. Juni 2020