Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zu den Friedhöfen im Rhein-Pfalz-Kreis und im Stadtkreis Ludwigshafen
  

Heuchelheim bei Frankenthal (VG Heßheim, Rhein-Pfalz-Kreis) 
Jüdische Geschichte / die jüdischen Friedhöfe 
      

Zur jüdischen Geschichte in Heuchelheim  
  
In Heuchelheim werden jüdische Einwohner erstmals 1548 genannt: Jacob Mosse und Isaac hatten die für sie vorgeschriebenen Schutzgelder zu bezahlen. Am Ort entwickelte sich jedoch in der Folgezeit keine eigene jüdische Gemeinde. Dafür war die Zahl der jüdischen Familien immer zu gering. 1731 werden zwei jüdische Familien genannt, die von Lößer und Hertz. Lößer hatte einen kleinen Krämerladen. Er verzog wohl alsbald vom Ort, da 1733 nur noch Hertz mit seiner Familie genannt wird. 1751 waren drei jüdische Familien am Ort: Isaac und Anschell sowie die Witwe von Salomon. Weitere Familien werden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts genannt. 1808 hatte die jüdischen Familien feste Familiennamen anzunehmen (u.a. Kuhn, Blum, Hirsch, Marx, Lorg). Die wirtschaftliche Lage der jüdischen Familien am Ort war schlecht. 
   
Die Heuchelheimer Juden waren wie diejenigen aus Beindesheim der Synagogengemeinde in Heßheim angeschlossen, wie man 1815 erfährt. Zuständiger Rabbiner war derjenige aus Grünstadt. Die jüdischen Kinder besuchten die protestantische Schule am Ort. 1836 wurden die Heuchelheimer Juden der Kultusgemeinde Frankenthal zugewiesen, 1839 zur Kultusgemeinde Dirmstein. Die Zahl der jüdischen Einwohner blieb gering: 1835 12, 1848 20 in drei Familien. 1861 lebten noch 14 jüdische Personen am Ort. 1873 war nur noch der Makler Martin Blumenstiel mit seiner Familie am Ort. Spätestens 1875 lebten keine Juden mehr in Heuchelheim.      
  
  
  
Zur Geschichte und Lage der Friedhöfe         
    
In Heuchelheim besteht ein älterer jüdischer Friedhof unmittelbar beim Friedhof an der protestantischen Kirche (Kirchenstraße). Der Friedhof wurde 1731 angelegt, 1783 erweitert. Die Friedhofsfläche beträgt 16,23 ar. Von diesem Friedhof sind (seit 1940?) keine Grabsteine mehr erhalten. Sie wurden (zumindest teilweise) nach der Abräumung des Friedhofes durch die Nationalsozialisten 1939 auf den jüdischen Friedhof in Fußgönheim gebracht.
   
Ein neuerer Friedhof liegt nördlich des Orts. Er wurde von 1825 bis nach 1933 belegt. Die Friedhofsfläche beträgt 23,90 ar.
  
In Heuchelheim wurden die Verstorbenen der in Heuchelheim und den umgebenden Orten lebenden jüdischen Familien beigesetzt. Unter anderen wurden auf den Friedhöfen Personen aus Heuchelheim, Beindersheim, Dirmstein, Frankenthal (bis zur Anlage eines eigenen Friedhofes), Gerolsheim, Großkarlbach, Heßheim, Laumersheim, Obersülzen und Weisenheim am Sand (später Beisetzungen in Lambsheim) beigesetzt.  
  
  
  
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.6.2008)  

Der ältere jüdische Friedhof   Heuchelheim Friedhof a157.jpg (104747 Byte) Heuchelheim Friedhof a154.jpg (114034 Byte)
    Eingangstor zum Friedhofsbereich 
um die Kirche  
Blick über den Friedhof - im östlichen 
Teil (Blickrichtung) lag der 
ältere jüdische Friedhof  
 
      
Heuchelheim Friedhof a150.jpg (99560 Byte) Heuchelheim Friedhof a151.jpg (65170 Byte) Heuchelheim Friedhof a156.jpg (117088 Byte)
Hinweistafel mit Text: "Diese Anlagen rings um die Kirche waren früher Friedhof. Gegen Osten war ein Judenfriedhof. 
Gelegentlich der 1200-Jahrfeier der Gemeinde im Jahre 1967 wurde der vorbeifließende Dorfbach 
und früherer Festungsgraben in Röhren verlegt und der nördliche Friedhofteil eingeebnet. Bürger von Heuchelheim! 
Hier ruhen unsere Vorfahren. Haltet diese Anlagen in Ehren! 
 Brunnen auf dem Friedhofsgelände 
  
 
          
Der neuere jüdische Friedhof      
Rechts: zwei Fotos in hoher Auflösung 
(ca. 4 / 2 mb) 
(Fotos: Werner Schäfer, Mai 2014)
Heuchelheim Friedhof p010.jpg (4101262 Byte) Heuchelfheim Friedhof DSC04441.jpg (1803937 Byte)
   Panoramaaufnahme des Friedhofes  Teilansicht 
        
Weitere Fotos vom Juni 2008 (Hahn)     
Heuchelheim Friedhof 154.jpg (118716 Byte) Heuchelheim Friedhof 159.jpg (114508 Byte) Heuchelheim Friedhof 170.jpg (130050 Byte)
Teilansichten des Friedhofes
 
Heuchelheim Friedhof 162.jpg (115755 Byte) Heuchelheim Friedhof 174.jpg (118910 Byte) Heuchelheim Friedhof 151.jpg (114734 Byte)
Teilansichten des Friedhofes 
 
Heuchelheim Friedhof 152.jpg (110810 Byte) Heuchelheim Friedhof 153.jpg (115396 Byte)     
Im Vordergrund Gräber für Moses Liebmann
 (aus Dirmstein, 1808-1886) und Frau
 (Grabplatte zerstört, nicht mehr lesbar), rechts
 Babette Dornberger aus Heßheim (gest. 1887)
Grabstein links für Sara Moos 
geb. Eisemann,
39 Jahre alt, 
gest. am 6.12.1888
     
 
     
Heuchelheim Friedhof 158.jpg (109102 Byte) Heuchelheim Friedhof 156.jpg (110021 Byte) Heuchelheim Friedhof 160.jpg (107380 Byte)
Grabstein mit ungewöhnlicher Form 
für Merle, Frau des Mosche HaKohen 
von Dirmstein
Grabstein für Baruch, Sohn des Mosche
 HaLevi
mit Levitenkanne
   
 
     
Heuchelheim Friedhof 155.jpg (95247 Byte) Heuchelheim Friedhof 171.jpg (94133 Byte) Heuchelheim Friedhof 161.jpg (104948 Byte)
Grabstein für Elias Lorch 
aus Heuchelheim  
Grabstein für Ester Hirschler 
geb. Scharff
(1813-1902)  
  
     
Heuchelheim Friedhof 172.jpg (115532 Byte) Heuchelheim Friedhof 173.jpg (129774 Byte) Heuchelheim Friedhof 175.jpg (122010 Byte)
Grabstein für Jakob Mayer 
(1862-1912, gest. in Hessheim
Grabstein für Simon Loeb aus 
(Bad) Dürkheim (1828-1900)  
Zerbrochene Platte des Grabsteines 
von Wilhelmine Bär (?) geb. Lep-- (1876-) 
     
     
Einige Herkunftsorte der Beigesetzten
außer den oben bereits genannten Orten Dirmstein, Hessheim, Heuchelheim
Heuchelheim Friedhof 163.jpg (76006 Byte) Heuchelheim Friedhof 164.jpg (53439 Byte) Heuchelheim Friedhof 165.jpg (61712 Byte)
Grabstein für Anselm Kuhn 
von Beindersheim (1814-1846)
Leinel geb. Blum 
aus Laumersheim
Franny Loeb, Witwe von Aron Loeb 
aus Gerolsheim
     
Heuchelheim Friedhof 167.jpg (66376 Byte) Heuchelheim Friedhof 166.jpg (58056 Byte)  
Johanna Leinel aus Obersülzen Wolf aus Großkarlbach (gest. 1872)  
     

    
     
Dokumentation des Friedhofes von Michael Ohmsen auf youtube.com:     
   
Teil 1:   

  
    
Teil 2:  
    
  
   

Links und Literatur

Links:   

Website der Gemeinde Heuchelheim bei Frankenthal (integriert in die Website der Verbandsgemeinde): www.lambsheim-hessheim.de   
Wikipedia-Artikel https://de.wikipedia.org/wiki/Heuchelheim_bei_Frankenthal      

Literatur:  

Bernhard Kukatzki: Die jüdischen Friedhöfe in Heuchelheim. In: Ludwigshafen <Landkreis>: Heimatjahrbuch. 19 (2003) '02, S. 23-28 (Alter Friedhof an der Protestantischen Kirche).  
ders./Mario Jacoby: Die jüdischen Friedhöfe in Heuchelheim bei Frankenthal: Begräbnisstätte für Beindersheim, Dirmstein, Frankenthal, Gerolsheim, Großkarlbach, Heßheim, Heuchelheim, Laumersheim, Obersülzen und Weisenheim am Sand. Schifferstadt [u.a.], 2002. - 50 S. 
Heuchelheim Chronik 2017.jpg (36491 Byte) Erika Eck: 1250 Jahre Heuchelheim. Chroniken, Geschichte, Ahnenforschung. 2017.  35,00 €.  
Darin: Die Heuchelheimer Juden - Geburten - Heiraten - Sterberegister S. 746-753.  
1548 werden erstmals Juden in Heuchelheim erwähnt (von Bernhard Kukatzki) S. 754-757. 
Die jüdischen Friedhöfe in Heuchelheim (von Bernhard Kukatzki) S. 758-772.    

      
       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 05. Mai 2017