Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Malsch JuedGem 05.jpg (104851 Byte)Links: Stempel der Israelitischen Gemeinde Malsch (Quelle: Stude s. Lit. S. 363) 


  
    
Malsch (Landkreis Karlsruhe) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge   

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer, Vorbeter und Schäter sowie der Schule    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
    
In dem von 1622 bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Markgrafschaft Baden-Baden gehörenden Malsch bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück, als zunächst – vermutlich während des Dreißigjährigen Krieges – drei jüdische Familien im Ort aufgenommen wurden. 1684 wird ein Aaron von Malsch genannt. 1715 waren sechs Familien am Ort, 1721 fünf, 1783 vier, 1797 vierzehn.  
  
Eine selbständige jüdische Gemeinde dürfte sich zwischen 1810 und 1822 gebildet haben. Erstmals ist in einem Kaufvertrag vom 3. Mai 1822 von der "hiesigen Israelitischen Gemeinde" die Rede. An diese verkaufte damals die Witwe des Liebmann Simon eine zweistöckige Behausung. In einem Vertrag vom Mai 1810 war noch die Rede von "sämtlicher Judenschaft", an die der "Schutzjud" Max Bär seine Stallung samt dem Grundstück verkauft hat.  
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 108 jüdische Einwohner (4,6 % von insgesamt 2.330 Einwohnern), 1832 113, 1836 152, 1839 160, 1864 243, 1871 254, 1875 Höchstzahl von 320 Personen (9,0 % von insgesamt 3.544 Einwohnern), 1880 303, 1885 293, 1890 247, 1895 224 (6,0 % von 3.771), 1900 203 (5,2 % von 3.906), 1905 180, 1910 146 (3,3 % von 4.407).    
   
Bis zur 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es unter den jüdischen Gewerbetreibenden fast ausschließlich Viehhändler, Metzger und Krämer. 
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (von 1873 bis 1876 als jüdische Konfessionsschule), ein rituelles Bad (am Ortsbach, Gebäude 1962 abgebrochen). Die jüdische Schule war in einem Unterrichtsraum in einem gemeindeeigenen Haus neben der Kirche eingerichtet. Nach der Auflösung der Konfessionsschulen in Baden 1876 wurde im Schulraum noch der Religionsunterricht erteilt; für den allgemeinen Unterricht besuchten die jüdischen Kinder die Ortsschule. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Unter den Lehrern werden genannt: Lehrer Hirsch Rothschild (1851 bis 1868), Lehrer Kahn (1873 bis 1876 bis zur Auflösung der Konfessionsschule; 1869/70 gab es 51 jüdische Schulkinder, 1870/71 53, 1871/72 63), Hauptlehrer Nathan Bergmann (von mindestens 1889 bis 1920). In den 1920er-Jahren wurden die Kinder der Gemeinde zeitweise durch Lehrer aus Nachbargemeinden unterrichtet. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Kuppenheim beigesetzt; die Anlage eines jüdischen Friedhofes in Malsch neben dem allgemeinen Ortsfriedhof wurde 1868 von der Gemeindeverwaltung abgelehnt. 1827 wurde die jüdische Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Karlsruhe, 1885 dem Rabbinatsbezirk Bühl zugeteilt. 
 
Im deutsch-französischen Krieg 1870/71 nahmen auch jüdische Soldaten aus der Gemeinde teil: auf der Gedenktafel der "Germania" auf dem Kirchplatz finden sich die Namen der jüdischen Kriegsteilnehmer: Nathan Maier und Salomon Kaufmann. Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Wilhelm Dreifuß (geb. 15.4.1893 in Malsch, gef. 26.5.1915) und Sally Maier (geb. 26.9.1899 in Malsch, gef. 17.11.1918). Der Name von Sally Maier steht auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde. Beide Namen waren auf einer Gedenktafel in der Synagoge zu lesen (siehe Abbildung unten). Außerdem sind gefallen: Berthold Falk (geb. 6.5.1899 in Malsch, vor 1914 in Durlach wohnhaft, gef. 21.7.1918), David Falk (geb. 18.1.1895 in Malsch, vor 1914 in Ettlingen wohnhaft, gef. 24.3.1918), Jakob Maier (geb. 5.8.1871 in Malsch, vor 1914 in Hitdorf wohnhaft, gef. 7.11.1917). 
  
Um 1924, als zur Gemeinde 101 Personen gehörten (2,1 % von insgesamt 5.004 Einwohnern, waren die Gemeindevorsteher Julius Maier, Samuel Maier und Lippmann Maier. Die damals neun schulpflichtigen jüdischen Kinder erhielten ihren Religionsunterricht durch Lehrer Lazarus Aberbach aus Ettlingen. 1932 waren die Gemeindevorsteher Albert Stern (1. Vors.), David Maier (2. Vors.) und Gustav Maier (3. Vors.). Als Lehrer, Kantor und Schochet kam regelmäßig Lehrer H. Translateur aus Rastatt nach Malsch; im Schuljahr 1931/32 hatte er fünf Kinder aus der Gemeinde in Religion zu unterrichten. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere den Wohltätigkeitsverein Gemilus Chesed (1932 unter Leitung von David Maier; Zweck und Arbeitsgebiete: Krankenpflege und Bestattungswesen) sowie den Frauenverein (1932 unter Leitung von Lina Löb). Nachdem 1932 Leo Gabel das Amt des Kantors und Religionslehrers übernommen hatte, wurde auch ein "Jüdischer Jugendbund" gegründet.      
  
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Personen beziehungsweise Familien sind bekannt: Händler Julius Dreyfuß (Hauptstraße 125, abgebrochen, nach 1945 neu erstellt), Warenhandlung Ludwig Dreyfuß (Adlerstraße 50, abgebrochen), Viehhandlung Alfred Löb (Kreuzstraße 14, abgebrochen), Zigarrenfabrikant Artur Löb (Kronenstraße 2), Viehhandlung Isidor Löb (Kreuzstraße 8), Viehhandlung Leopold Löb (Kreuzstraße 10), Viehhandlung Gustav Maier (Adlerstraße 38, abgebrochen), Viehhandlung Isidor Maier (Adlerstraße 8), Fellhandlung Jakob Maier (Adlerstraße 4 und 6), Viehhandlung Lippmann Maier (Hauptstraße 33), Textilgeschäft Siegmund Maier (Beethovenstraße 1 und Neuwiesenstraße 6), Fellhandlung Maier Maier (Neudorfstraße 1) Schuhmacher Max Maier I (Adlerstraße 8), Kaufmann Max Maier II (Waldprechtsstraße 1, abgebrochen), Tankstelle Richard Maier (Hauptstraße 13), Handelsmann Samuel Maier (Adlerstraße 52, abgebrochen), Metzger und Viehhandlung Stern (Sézanner Straße 54).  
     
1933 lebten in Malsch noch 89 jüdische Personen. Durch die Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung sind alsbald mehrere der jüdischen Gemeindeglieder von Malsch in andere Orte verzogen oder ausgewandert. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge zerstört (s.u.), die Schaufenster jüdischer Geschäfte und das Mobiliar jüdischer Wohnungen wurden zerschlagen. Es kam auch zu Misshandlungen und Plünderungen: Lippmann Maier wurden 3.800 RM aus dem Kassenschrank gestohlen. Mindestens 10 Männer der Gemeinde wurden in das KZ Dachau verschleppt. Am 31. Dezember 1939 wurden noch 28 jüdische Einwohner gezählt. Am 22. Oktober 1940 wurden die letzten 19 jüdischen Einwohner aus Malsch nach Gurs deportiert.   
   
Von den in Malsch geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Wilhelm Bär (1890), Clara Bermann geb. Maier (1895), Berthold Dreyfuss (1870), Gustav Dreyfuss (1866), Joseph Dreyfuss (1878), Karoline Dreyfuss (1874), Ludwig Dreyfuss (1894), Simon Dreyfuss (1875), Wilhelm Dreyfuss (1871), Wilhelm Dreyfuss (1898), Bertha Falk geb. Bär (1872), Josef Falk (1892), Max Falk (1897), Charlotte Gabel geb. Weisberg (1907), Leo Gabel (1901), Betty Geismar geb. Löb (1884), Sara Herz geb. Maier (1866), Klara Kahn (1900), Betty Kaufherr geb. Weil (1896), Hannelore Kaufherr (1926), Josef Kaufherr (1889), Mathilde Kaufmann geb. Maier (1855), Salomon Lehmann (1868), Alfred Löb (1887), Isidor Löb (1866), Jenny Löb geb. Neustädter (1879), Karolina Löb geb. Maier (1872), Babette Maier (1895), David Maier (1878), Ella Maier geb. Israel (1879), Frieda Maier geb. Löb (1894), Hilda Maier (1891), Jacob Maier (1886), Klara Maier (1875), Klara Maier geb. Weil (1890), Lina Maier (1883), Löb Maier (1877), Max Maier (1867), Max Maier (1872), Mina Maier (1873), Nanette Maier (1871), Klara Maier geb. Weil (1890), Löb Maier (1877), Salomon Maier (1893), Samuel Maier (1861), Samuel Maier (1864), Sigmund Maier (1888), Simon Maier (1857), Simon Maier (1881), Sophie Maier (1863), Wanda Nussbaum geb. Maier (1898), Babette Oppenheimer geb. Maier (1877), Selma Ruthenberg geb. Maier (1890), Babette Schmalz geb. Stern (1867), Fanni Slingeneyer geb. Maier (1879), Lina Sohn geb. Dreifuss (1881), Josef Stein (1871), Anna Stern geb. Neustädter (1875), Friederike Stern (1869), Josef Stern (1873), Julius Stern (1886), Leopold Stern (1872), Salomon Stern (1864), Elise Vollweiler geb. Maier (1889).           
      
Unklar ist noch die Zuordnung der in der NS-Zeit Umgekommenen zu Malsch HD oder Malsch KA bei den folgenden in "Malsch" geborenen Personen: Max David (1877), Nathan David (1877),  Hermann Hirsch (1883),  Josef Jost (1885), Jenny Samson geb. David (1882).   
  
Am 11. Oktober 2010 wurden in Malsch 15 "Stolpersteine" zur Erinnerung an Personen verlegt, die aus Malsch nach der Deportation umgekommen sind. Die "Stolpersteine" liegen vor folgenden Gebäuden: Hauptstraße 26 (Josef, Betty und Hannelore Kaufherr), Waldprechtsstraße 1 (Ella und Max Maier), Waldprechtsstraße 5 (Leo und Charlotte Gabel; die Steine wurden auf Wunsch der Familie Gabel inzwischen wieder entfernt und befinden sich im Archiv der Heimatfreunde), Hauptstraße 27 (Nanette Maier), Hauptstraße 29 (Samuel und Frieda Maier), Kreuzstraße 10 (Isidor und Karoline Löb, Salomon und Mina Lehmann, Amalie Herz). Bericht über die Verlegung (Video) bei R.TV.  Eine zweite Verlegungsaktion war am 13. September 2012: dabei wurden vor den folgenden Gebäuden "Stolpersteine" verlegt: Sézanner Straße 54 (Anna Stern geb. Neustädter), Neuwiesenstraße 6 (Sigmund Maier und Clara Maier geb. Weil), Adlerstraße 5 (Salomon Stern), Adlerstraße 8 (Max Maier und Sophie Maier), Adlerstraße 50 (Leopold Stern und Ludwig Dreifuss), Adlerstraße 72 (Löb Maier), Friedrichstraße 59 (Josef Stein). Dazu wurden "Stolpersteine" für Opfer der "Euthanasie" verlegt. Weitere Informationen und Fotos in der Website www.heimatfreunde-malsch.de.       
      
      
     
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer, Vorbeter und Schächter sowie der Schule 
        
Ausschreibung der Stelle eines Lehrers und Vorsängers (1837 / 1846) sowie der eines Kantors und Schächters in Malsch (1903)      

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1837 S. 754 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Erledigte Stelle. 
Bei der israelitischen Gemeinde Malsch ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 60 Gulden nebst freier Kost und Wohnung, sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. 
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage der Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge Karlsruhe zu melden. 
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden.
Karlsruhe, den 23. August 1837. Großherzogliche Bezirks-Synagoge."      
  
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 12. August 1846 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): " Bei der israelitischen Gemeinde Malsch ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 1 50 fl., sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.   Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Karlsruhe zu melden.  Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden."    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1903: "Zu besetzen 
per 1. August dieses Jahres die Kantor- und Schächterstelle in Malsch bei Karlsruhe (Baden). Fixum 800 Mark Nebeneinkommen 600-700 Mark. Freie Wohnung für Ledige. Meldungen nebst nur beglaubigten Zeugnisabschriften sind sofort anher zu richten. 
Bezirkssynagoge Bühl: Dr. B. Mayer."       

     
Bezirkslehrerkonferenz in Malsch (1892) 

Malsch KA Israelit 29091892.jpg (132726 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. September 1892: "Aus Baden. Die diesjährige Religionskonferenz der israelitischen Lehrer des Konferenzbezirkes Bühl wurde am 11. September unter Vorsitz des Bezirksrabbiners Herrn Dr. Meyer aus Bühl in dem Orte Malsch abgehalten. Nach Begrüßung der Versammlung durch den Lehrer des Versammlungsortes, Herrn Hauptlehrer Bergmann und besonderer Danksagung an die Herren Bürgermeister Rastätter und Ratschreiber Deutel, die auf an die Ortsschulbehörde ergangene Einladung die Konferenz mit ihrer Anwesenheit beehrten, erwiderte Herr Bürgermeister Rastätter in warmen, zu Herzen gehenden Worten, indem er auf das schone, friedliche Einvernehmen zwischen den verschiedenen Konfessionen der Gemeinde Malsch hinwies, woran dessen Wünsche gipfelten, es möchten die guten Beziehungen auch fortan in der Gemeinde sich fortpflanzen. Ehre diesem Manne, der in solch' humaner Weise die konfessionelle Eintracht zu pflegen und zu erhalten bestrebt ist. - 
Mit sichtlichem Interesse folgten auch die erwähnten Herren den darauf folgenden Probelektionen mit den Schülern der oberen Schuljahre des Konferenzortes aus Exodus 33,17 bis Ende und Psalm 19, die durch Herrn Hauptlehrer Bergmann zur Zufriedenheit der Anwesenden geistvoll und unter Erzielung des richtigen Verständnisses behandelt wurden.. 

  
Lehrer Jacob Schloß von Talheim kommt nach Malsch (1905)
  

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Dezember 1905: "Karlsruhe: "Das neueste Verordnungsblatt des Großherzoglichen Oberrates der Israeliten meldet folgende Veränderungen in der Besetzung der Religionsschullehrerstellen: Jakob Lewin seither in Lorsch nach Randegg, Sally Rosenfelder in Eubigheim nach Buchen, Nathan Adler von Külsheim nach Eubigheim, Kantor Simon Metzger von Sulzburg nach Bretten, Samuel Strauß von Berlichingen nach Sulzburg, Jakob Schloß von Talheim nach Malsch bei Ettlingen. Auf Ansuchen wurden von ihren Stellen enthoben: Kantor Weiß in Gailingen und Religionslehrer Jakob Lorch in Untergrombach, letzterer behufs Übernahme der Verwalterstelle der M.A. d. Rothschild'schen Lungenheilstätte in Nordrach."   

  
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Spendenaufruf für eine in schwere Not geratene Familie (1889) 

Malsch KA Israelit 25031889.jpg (72677 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1889: "Dringende Bitte! Eine arme Witwe mit 7 noch kleinen Kindern befindet sich hier in größter Not und Hilflosigkeit. Der Mann derselben, der erst vor Kurzem verstarb, hinterließ, da ihm das Glückabhold war, eine bedeutende Schuldenlast und würde besagte Witwe, wenn nicht schnelle Hilfe zur Hand, ihr Haus und ihr Heim verlieren. Unsere Gemeinde ist aber leider durch Heimsuchungen solcher Art derart in Anspruch genommen, dass fremde Hilfe Not tut. Deswegen, teure Glaubensbrüder, höret unser Flehen und betätigt auch hier jüdische Mildtätigkeit. Freundliche Gaben bitte zu senden an 
Hauptlehrer Bergmann. Malsch, Amt Ettlingen, 20. März 1889. 
Auch die Expedition dieses Blattes ist bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiterzubefördern." 

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Einzelpersonen 
Torarolle gesucht (1891)  

Malsch KA Israelit 20051891b.jpg (36465 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. Mai 1891: "Es wird von einer Gesellschaft eine gebrauchte, kleine Torarolle zu kaufen gesucht. 
Offerten mit Preisangabe und Größe nimmt entgegen 
David Löb Maier, Malsch, Amt Ettlingen (Baden).  

   
Anzeige des Gasthofes zum Schwanen von Isidor Löb (1904)       

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Mai 1904:  
"Reines Gänsefett, 
streng koscher, das Pfund zu 1,80 Mark, stets zu haben bei 
Isidor Löb, Gasthof zum Schwanen in Malsch, Amt Ettlingen (Baden)."       


Anzeige des "Etagen-Geschäftes" von Julius Maier 
(Quelle: Stude s. Lit. S. 364, ohne Datierung)  

Malsch KA Anz 004.jpg (101414 Byte)Anzeige (aus einer nichtjüdischen Zeitung). 
"Beim Etagen-Geschäft Julius Maier, Hauptstraße 81 
liegt ein Posten Kopftuchkattune, Gardinenstoffe (Reichsware), Schürzenzeuge, Kittelstoffe, Bettbezugstoffe 
in nur prima Qualitäten zum Verkauf aus, die zu mäßigen Preisen abgegeben werden."  

 
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes Jacob David 
(Quelle: Stude s. Lit. S. 364, ohne Datierung)  

Malsch KA Anz 005.jpg (38579 Byte)Anzeige (aus einer nichtjüdischen Zeitung):
 "Jacob David. 
Inhaber: Kaufmann und Joseph David. 
Manufakturwaren en gros - en détail. 
Spezialität: Anzugstoffe, Futterstoffe. Fernsprecher Nr. 29. 
Bank-Konto: Vereinsbank Rastatt e.G.m.b.H.  Postscheck-Konto: Karlsruhe Nr. 14624."

       
      
      
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge      
   
Da bereits 1715 sechs jüdische Familien in Malsch lebten, dürften sie sich schon in dieser Zeit einen Betsaal eingerichtet haben (Standort unbekannt). 
  
Eine Synagoge wurde vermutlich Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut, nach einem späteren Bericht in einer Zeit, als gerade 14 jüdische Familien in Malsch lebten. Für die Zeit der Entstehung der Synagoge um beziehungsweise kurz nach 1810 sprechen zwei Quellen: 1. am 19. Mai 1810 verkaufte der "Schutzjud" Max Bär seine Stallung samt dem Platz neben Hitscherich und Liebmann Simon für 400 Gulden zur Erbauung einer Schul (= Synagoge) an "sämtliche Judenschaft". 2. Der "Schutzjude" Isak Stern heiratete am 20. Februar 1814 die Jüdin Regine Dreifuß in der Synagoge.     
    
Um 1850 war sie für die stark gewachsene jüdische Gemeinde zu klein geworden. Am 9. November 1855 wurde eine Gemeindeversammlung einberufen, die die Frage einer Vergrößerung der Synagoge zum Thema hatte. Die große Mehrheit sprach sich für eine solche Vergrößerung aus, worauf der Synagogenrat der Gemeinde diesen Wunsch dem Bezirksamt in Ettlingen mitteilte. Das Bezirksamt bat darum, einen Plan und Kostenüberschlag anfertigen zu lassen, womit Anfang 1856 Werkmeister Ulrich von Ettlingen beauftragt wurde. Dieser meinte, dass eine Vergrößerung der Synagoge etwa 2.500 Gulden kosten würde. Freilich müsste auch das danebenstehende israelitische Schulhaus abgebrochen werden, was im Blick auf einen Neubau weitere 1.500 Gulden kosten würde. Der Betrag von zusammen 4.000 Gulden konnte jedoch von der Gemeinde nicht aufgebracht werden, da bislang kein Fond für einen Synagogenbau eingerichtet worden war. So wurde im April 1856 beschlossen, einstweilen nur die Inneneinrichtung der bisherigen Synagoge so zu verändern, dass noch einige Plätze gewonnen wurden. Der Synagogenrat beschloss jedoch auch, einen Baufonds anzulegen, in den jährlich 200 bis 250 Gulden eingelegt werden sollten.
     
Bereits im Juni 1856 wurde eine neue Idee diskutiert, nachdem die Gastwirtschaft "Zum Adler“ zum Kauf stand. In dieser Gastwirtschaft oder an deren Stelle könnte man eine neue Synagoge erbauen oder einrichten. Bezirksrabbiner Benjamin Willstätter aus Karlsruhe hielt die Idee in einem Briefwechsel mit dem Bezirksamt Ettlingen grundsätzlich für gut, aber er befürchtete aus seinen Erfahrungen mit der jüdischen Gemeinde in Malsch, dass bei einer sofortigen Ausführung dieses Projektes der Frieden in der Gemeinde gefährdet sei. Die Malscher Judenschaft sei "bisher öfters der Hort der Zwietracht und gegenseitiger Gehässigkeit" gewesen. Er riet dazu, nochmals acht bis zehn Jahre zu warten. In dieser Zeit würde es sicher wieder mal Gelegenheit zum Ankauf eines geeigneten Grundstückes geben. Das Bezirksamt stimmte Willstätter zu und wies darauf hin, dass die Gemeinde derzeit auch unmöglich die Kosten für ein solches Projekt in Höhe von geschätzten 8.000 Gulden übernehmen könnte. 
  
So blieb die alte Synagoge in Malsch stehen. Allerdings standen bis um 1900 einige Umbauten an. 1888 gab es zunehmende Proteste der Nachbarn bei der Synagoge, da im Synagogengebäude keine Toilette vorhanden war und diese darunter zu leiden hatten. Im Synagogengebäude ließ sich freilich keine Toilette einrichten, da für eine hierzu notwendige Grube Ochsenwirt Kunz keine Fläche seines Grundstückes abzutreten bereit war. 1890 wurde eine Einigung gefunden. Die in der Nachbarschaft lebende Witwe von Salomon David gestattete gegen eine regelmäßige kleine Vergütung, dass ihre Toilette zu den Gebets- und Gottesdienstzeiten der Synagoge zur Mitbenutzung offen stand. Die nächste bauliche Veränderung wurde seit 1894 diskutiert, als das Bezirksamt beanstandete, dass die beiden Aufgänge zur Frauenempore so schmal (75 cm) seien, dass kaum eine Person unbeengt alleine durch den Gang und über die Treppen sich bewegen könne. Dabei seien die Treppen auch noch so steil und aus Holz gebaut, was auch aus feuerpolizeilichen Gründen unzulässig war. Das Bezirksamt brachte einen Vorschlag zur Verlegung der Treppe ein, wodurch jedoch zehn Männerplätze des Betsaales verloren gegangen wären. Der Synagogenrat schlug seinerseits zunächst vor, ganz auf den Umbau zu verzichten und endlich einen Neubau der Synagoge in Angriff zu nehmen. Da dies auch damals auf Grund der Finanzierung keine schnell zu verwirklichende Lösung war, entschloss man sich, nach Plänen des Ortsbaumeisters Reichert, die vom Bezirksamt noch überarbeitet wurden, im Sommer 1897 neue Treppen zur Frauenempore herstellen zu lassen.   
    
Letztmals wurde die Synagoge 1928 renoviert. Am 23. Juni 1934 wurde noch feierlich eine neue Torarolle eingeweiht, worüber die Zeitschrift "Der Israelit" berichtete: 

Malsch KA Israelit 02081934.jpg (70480 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1934: "Malsch bei Ettlingen, 23. Juli (1934). Eine seltene Feier erlebte am Heiligen Schabbat Paraschat Chukat (Schabbat mit der Toralesung Chukat, d.i. 4. Mose 19,1 - 22,1, das war Schabbat, 23. Juni 1934) unsere Gemeinde. Durch eine größere Spende der hiesige Chewra Gemillut Chassodim (Wohltätigkeitsverein) und einen Zuschuss der 'Freien Vereinigung' war es möglich, eine Torarolle neu schreiben zu lassen. Nachdem die einzelnen Gemeindemitglieder am Vortrage den letzten Absatz zu Ende geschrieben hatten, wurde die neue Torarolle am Heiligen Schabbat Paraschat Chukat feierlich unter Vorantragung sämtlicher Torarollen in die geschmückte Synagoge eingeführt. Herr Bezirksrabbiner Dr. Ucko aus Offenburg hielt eine weihevolle Ansprache. Die Feier hinterließ bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck. - Die Torarolle wurde von dem bekannten Sofer Herr Chaim Färber, Frankfurt am Main geschrieben und fand allseitig höchstes Lob." 

Vier Jahre nach dieser Einweihung einer Torarolle ist die Synagoge beim  Novemberpogrom 1938 am Nachmittag des 10. November 1938 angezündet und zerstört worden. Mitglieder des SA-Sturms 3/111 aus Gaggenau waren mit einigen NSDAP- und SA-Führer aus dem Kreis nach der Zerstörung der Kuppenheimer Synagoge nach Malsch weitergefahren und hatten hier ihr verbrecherisches Tun fortgesetzt.  
    
1939 ist die Synagogenruine beseitigt, das Grundstück verkauft worden. Am ehemaligen Synagogenstandort in der Hauptstrasse 26 befinden sich seit 1985 eine Hinweistafel und seit 1988 ein Erinnerungsmal.     
    
    
    
Fotos 
Historische Fotos:
(Quelle: W. Widemann: Malscher Antlitz S. 176 (Foto oben links); Malscher Leben S. 251 (Fotos zweite Zeile)) 

Malsch Ka Synagoge 004.jpg (63457 Byte) Malsch Ka Synagoge 010.jpg (41000 Byte)
Die Synagoge in Malsch, 
Aufnahmedatum nicht bekannt 
Gedenktafel für die beiden aus Malsch gefallenen jüdischen Soldaten des 
Ersten Weltkrieges (Quelle: Hundsnurscher/Taddey s. Lit. Abb. 133)  
   
Malsch Ka Synagoge 190.jpg (83305 Byte) Malsch Ka Synagoge 191.jpg (82647 Byte) Malsch Ka Synagoge 192.jpg (86852 Byte)
Die Demolierung der Malscher Synagoge am 10. November 1938. Torarollen, Bücher und rituelle Gegenstände werden in den 
Hof oder in den nahen Bach geworden. Die Malscher beobachten die Ereignisse von der Hauptstrasse aus. 
Die Volksschüler erhielten schulfrei, um das Zerstörungswerk beobachten zu können.  
        
Die in Auschwitz ermordeten Sigmund 
und Klara Maier
(Foto: in Malsch 1937) sowie
 ihr Sohn und späterer Autor von Büchern
 zur jüdischen Geschichte in Malsch: 
Dr. Louis Maier  
Malsch KA Fam 05.jpg (50691 Byte) Malsch KA Fam 06.jpg (23348 Byte)
Aus dem Buch von Louis Maier: "From the
 Golden Gate to the Black Forest" s.Lit.   
Dr. Louis Maier 
(Quelle)  

    
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Malsch Ka Synagoge 008.jpg (70768 Byte) Malsch Ka Synagoge 009.jpg (72180 Byte)
   Der ehemalige Synagogenstandort, noch ohne Gedenkstein  
   
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 16.9.2003) 
 
Malsch Ka Synagoge 155.jpg (51130 Byte) Malsch Ka Synagoge 150.jpg (47137 Byte) Malsch Ka Synagoge 154.jpg (52398 Byte)
Gebäude Hauptstraße 26 (an der 
Durchfahrt befindet sich die 
nebenstehende Hinweistafel)  
Hinweistafel für die ehemalige 
Synagoge an der Durchfahrt 
Gebäude Hauptstraße 26  
Der ehemalige Synagogenstandort; 
hinter dem dunklen Auto ist der
 Gedenkstein  
     
Malsch Ka Synagoge 153.jpg (53981 Byte) Malsch Ka Synagoge 151.jpg (49291 Byte) Malsch Ka Synagoge 152.jpg (71673 Byte)
Gedenkstein für die ehemalige Synagoge 
 
Ehemaliges jüdisches Haus 
in Malsch 
Malsch KA Ort 010.jpg (13378 Byte) Malsch KA Ort 011.jpg (16348 Byte)
  Bis heute erinnern noch zahlreiche Wohnhäuser an die früheren jüdischen Familien,
 teilweise auch mit der Spur einer Mesusa am Eingang. 
Quelle: Seite aus der Website der "Heimatfreunde Malsch e.V."  

    
     

Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Malsch   
Website der "Heimatfreunde Malsch e.V." mit Seiten zur Jüdischen Geschichte 

Literatur:   

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 18-19.
Louis Maier: In Lieu of Flowers. In Memory of the Jews of Malsch, a Village in Southern Germany. Los Colinas TX/USA 1985.  
Informationen über dieses Buch: siehe englische Website.  
deutsche Ausgabe: 
Malsch Lit 06.jpg (6314 Byte)Louis Maier: Schweigen hat seine Zeit, Reden hat seine Zeit. Ein Sohn spricht vom Leben und Schicksal der Jüdischen Gemeinde in Malsch.  
Zum Andenken an die Juden in Malsch erzählt Louis Maier Geschichten über das dörfliche Leben, von Familie, Freunden und Nachbarn, vom Zusammenleben von Juden und Nichtjuden, von der Schule, dem Leben zu Hause und von der jüdischen Lebensweise. Gleichzeitig schildert er mit bemerkenswerter Einfachheit und Ehrlichkeit die Realität jener Zeit: von der sich abzeichnenden und dann eskalierenden Nazi-Brutalität bis hin zur Deportation der Juden, die damit endet, dass das Dorf im Oktober 1940 für "judenfrei" erklärt wurde.  
Hrsg. von der Gemeinde Malsch. Übersetzt aus dem Englischen von Sally Laws-Werthwein und Donald Werthwein.
192 S. mit 44 Abb.  ISBN-10: 3-89735-133-1 / ISBN-13: 978-3-89735-133-2. € 14,90. Website des Verlages Regionalkultur.  
 
Malsch Lit 07.jpg (9904 Byte)Louis Maier: From the Golden Gate to the Black Forest. The Odyssey of A New American in Search of His Parents' Fate.  
Published by Schreiber Publishing. ISBN-13: 978-0-88400-330-4   ISBN-10: 0-88400-330-2   $ 24.95.  
Informationen über dieses Buch: siehe englische Website.   
 
  
Malsch Lit 045.jpg (9841 Byte)Deutsche Ausgabe des oben genannten Buches:  Louis Maier: Empfänger unbekannt verzogen. Die Odyssee eines jungen Flüchtlings auf den Spuren des Schicksals seiner Eltern. 
Nach seiner geglückten Flucht aus Nazi-Deutschland im Herbst 1940 erlebt der 16-jährige Louis Maier mit seiner Schwester Agathe aus Malsch bei Karlsruhe den Beginn eines neuen, geschenkten Lebens in den USA. Eindrucksvoll beschreibt er den Alltag in ihm fremden Lebenswelten. Gleichzeitig kontrastiert er seinen eigenen hoffnungsvollen Neubeginn mit den Briefen seiner Eltern aus dem KZ Gurs, in das die badischen Juden im Oktober 1940 deportiert worden waren. In der Korrespondenz spiegeln sich die Mühen um die Organisation der Ausreise der Eltern. Briefe als Lebensfäden, die schließlich mit der Deportation der Eltern im August 1942 tragisch enden. Louis Maiers Schreiben an seine Eltern kommen nun mit der Aufschrift 'Empfänger unbekannt verzogen' zurück. Als amerikanischer Soldat kehrt Louis Maier 1945 nach Europa zurück und erlebt die Schrecken der letzten Kriegsphase. Nach Kriegsende verfolgt er die Spuren des Schicksals seiner Eltern. Seine Suche führt ihn 1946 für kurze Zeit in seine badische Heimat Malsch. Diese Erinnerungen eines jüdischen Jugendlichen sind ein in dieser Intensität erschütterndes, einzigartiges Dokument. 
Hrsg. von der Gemeinde Malsch. Übersetzt aus dem Englischen von Sally Laws-Werthwein und Donald Werthwein. 320 S. mit 42 Abb., fester Einband. 2008.  ISBN 978-3-89735-543-9. EUR 18,90   Bestellmöglichkeit beim Verlag Regionalkultur - Zu diesem Buch      
Jürgen Stude: Geschichte der Juden im Landkreis Karlsruhe. 1990.  
Wilhelm Wildemann: Malscher Antlitz. Eine Art Bestandsaufnahme 1987. Malsch 1987. 
ders.: Malscher Leben. Malsch 1991.  
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 370-371.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007. 
Malsch Lit 2009101.jpg (89072 Byte) Jüdisches Leben in Malsch. Hrsg.: Heimatfreunde Malsch e.V.. Reihe: Malscher Historischer Bote Band 3. Malsch 2009. ISBN 3-931001-01-6.   

   
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Malsch bei Karlsruhe Baden.  Jews first settled during the Thirty Years War (1618-48). With the lifting of residence restrictions in the early 19th century, the community began to expand, reaching a peak population of 320 in 1875 (total 3,544). In the early 20th century nearly half the Jews were cattle traders. In 1933, 89 remained. On Kristallnacht (9-10 November 1938), jewish homes and stores were heavily damaged and the synagogue was burned. Fifty-seven Jews were able to emigrate; the last 20 were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. Five who sailed on the St. Louis were let off in Belgium after months at sea and died in Auschwitz. Of the survivors, seven were hidden by the French underground. 
    
     

                   
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Stand: 24. Dezember 2016