Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Vacha (Wartburgkreis) 
Jüdischer Friedhof
   
      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde               
      
Siehe Seite zur Synagoge in Vacha (interner Link)     
     
     
Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes              
     
In einer Urkunde vom 23. Juni 1425 wird ein "Judenhauck" als Grundstück genannt. Dabei könnte es sich um das Grundstück eines mittelalterlichen Friedhofes gehandelt haben. Auch 1647 wird ein Feld am "Judenhauck" genannt, das im Bereich des späteren jüdischen Friedhof lag. Dennoch gibt es sichere Hinweise auf die Existenz eines jüdischen Friedhofes erst aus dem 18. Jahrhundert. Der älteste erhaltene Grabstein ist von 1718 für Isaak, Sohn des Jehuda Abraham. 1732 wird der Friedhof erstmals in einer Urkunde genannt. 1771 wird ein Feldweg am "Judenkirchhof" instandgesetzt. 1778 kaufte die jüdische Gemeinde zur Vergrößerung des Friedhofes von der Stadt ein angrenzendes Grundstück. Um 1830 war der Friedhof wiederum zu klein und wurde wiederum um ein angrenzendes Wiesenstück erweitert. Der Friedhof wurde auch von den in Völkershausen und Heringen (Werra) lebenden jüdischen Familien genutzt, die sich an der Finanzierung beteiligten. Letztmals wurde im Juni 1882 der Friedhof vergrößert. 
    
Zu schweren Schändungen des Friedhofes kam es im Dezember 1929 und im Mai 1932. 1929 wurden durch Steinwürfe die Schriftplatten der Grabsteine zerstört, 1932 wurde auf einem Grab ein totes Schwein gefunden. 
    
Der Friedhof ging in der NS-Zeit in den Besitz der Stadt über. Unmittelbar nach Kriegsende wurde der Friedhof wieder hergerichtet, doch wurde er in den folgenden Jahren erneut mehrmals geschändet.  
    
    
Aus der Geschichte des jüdischen Friedhofes  
Schändung des Friedhofes (1929)  

Vacha Israelit 05121929f.jpg (46447 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Dezember 1929: "Fulda. In dem kleinen Rhönstädtchen Vacha wurde auf dem Sammelfriedhof der umliegenden jüdischen Gemeinden eine Anzahl von Grabsteinen durch Steinwürfe von außen stark beschädigt. Die Schriftplatten wurden völlig zertrümmert, sodass der Friedhof einen traurigen Anblick bietet."   
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 29. November 1929: "Eine neue Friedhofsschändung. In dem Rhönstädtchen Vacha befindet sich ein Sammelfriedhof der umliegenden jüdischen Gemeinden. Dieser Tage nun musste man die Wahrnehmung machen, dass eine Anzahl von Grabsteinen durch Steinwürfe von außen stark beschädigt wurden. Die Schriftplatten wurden völlig zertrümmert, sodass der Friedhof einen traurigen Anblick bietet. Die Polizeibehörde fahndet nach den Tätern. Man geht wohl nicht fehl., wenn man diese neueste 'Heldentat' mit der in letzter Zeit heir stark auftretenden nationalsozialistischen Hetze in Verbindung bringt."     

  
Schändung des Friedhofes (1932)    

Vacha Israelit 02061932f.jpg (39977 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. Juni 1932: "Weimar. Auf dem jüdischen Friedhof in Vacha (Thüringen), der abseits der Stadt auf einer Anhöhe liegt und der seit Jahrhundert außer von der Gemeinde Vacha auch noch von den Gemeinden Völkershausen und Heringen benutzt wird, wurden jüdische Gräber in unerhörter Weise geschändet."

     
     
Die Lage des Friedhofes                  
    
Der Friedhof liegt am südöstlichen Ortsausgang in Richtung Völkershausen, links der Völkershäuser Straße auf einer kleinen Anhöhe. Der Friedhof ist von einem Holzzaun umgeben. Er umfasst etwa 50 ar. Auf dem Friedhof stehen noch 64, zum größten Teil stark verwitterte Grabsteine. Die letzte Beisetzung fand 1934 statt (Meier Baumgardt, 1855-1934).    
    
   
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 7.4.2009)   

Vacha Friedhof 192.jpg (87252 Byte) Vacha Friedhof 182.jpg (116700 Byte) Vacha Friedhof 171.jpg (106030 Byte)Vacha Friedhof 172.jpg (68846 Byte)
Blick auf Vacha von der Anhöhe, 
auf dem der Friedhof liegt  
Das Eingangstor   Gedenkstein mit Inschrift: "Zur Erinnerung 
an die ehemalige jüdische Gemeinde der 
Stadt Vacha und ihrer Opfer in der Zeit der
 Verfolgung in Deutschland" mit hebräischem
 Bibelzitat aus Jesaja 57,2: "Er gehet ein zum
 Frieden, (wo) sie ruhen auf ihren Lagern, der 
in seiner Geradheit wandelt"
mit
 Widmungsinschrift: "Herr und Frau Louis B. Schien
 und Emilie, Nachkommen der Vachaer Familien
 Schön, Gans und Bachrach"   
  
    
     
Vacha Friedhof 173.jpg (124807 Byte) Vacha Friedhof 175.jpg (127958 Byte)
Teilansichten des Friedhofes (Blickrichtung Eingangstor)    
  
        
Vacha Friedhof 174.jpg (122032 Byte) Vacha Friedhof 177.jpg (116389 Byte) Vacha Friedhof 176.jpg (139488 Byte)
   Grabstein links der Mitte für 
stud.med. Gustav Nußbaum (1891-1911) 
 
     
Vacha Friedhof 178.jpg (126455 Byte) Vacha Friedhof 179.jpg (127176 Byte) Vacha Friedhof 184.jpg (119972 Byte)
 Teilansichten des Friedhofes  
      
Vacha Friedhof 187.jpg (113048 Byte) Vacha Friedhof 188.jpg (96050 Byte)   
Teilansicht  Grabstein rechts für Ferdinand Dörnberg
 (1853-1927), links dahinter für 
Malchen Katz geb. Selig (1847-1927) 
  
 
      
Vacha Friedhof 180.jpg (111790 Byte) Vacha Friedhof 183.jpg (104917 Byte)   
Nebeneinander: zwei 
verschiedene Herren mit Namen 
"Salomon Katz" 
Grabstein für Kaufmann Jakob Nussbaum,
 Kultusvorsteher und Mitglied des
 Gemeinderats und der 
Handelskammer (gest. 1915)  
  
   
       
        

      
      

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Vacha   

Literatur:  

Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992. S. 289-290. 

Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland. Reihe: Veröffentlichungen aus dem Institut Kirche und Judentum Bd. 22 Berlin 1994 S. 648-649. 

Hans Nothnagel (Hg.): Juden in Südthüringen - geschützt und gejagt. Bd. 5: Jüdische Gemeinden in der Vorderröhn. Suhl 1999 S. 206-242.

Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link).    

   
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 20. Oktober 2014