Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zur Übersicht "Synagogen im Elsass"
      

Niederbronn-les-Bains (Bad Niederbrunnen) (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Synagogue / Synagoge
    

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Schule      
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
   
In Niederbronn-les-Bains bestand eine jüdische Gemeinde bis ins 20. Jahrhundert. Ihre Entstehung geht in das 18. Jahrhundert zurück. 1766 wurden 26 jüdische Familien am Ort gezählt, 1789 waren es 29 Familien mit zusammen 135 Personen.
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl jüdischer Einwohner wie folgt: 1807 174 jüdische Einwohner, 1846 336 (Höchstzahl jüdischer Einwohner), 1861 296, 1870 269. In den folgenden Jahrzehnten ging ihre Zahl stark zurück: 1910 wurden nur noch 131, 1936 82 jüdische Personen in der Stadt gezählt. 
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (jüdische Volksschule bis 1909) und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Oberbrunnen (Oberbronn) beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war.     
  
Die 1940 in der Stadt noch lebenden Juden wurden nach Südfrankreich deportiert. 19 Personen wurden ermordet. 
   
Nach 1945 kehrte ein Teil der Überlebenden zurück und begründete die Gemeinde neu. 1965 hatte die klein gewordene Gemeinde 35 Mitglieder.
   
   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Aus der Geschichte der jüdischen Schule 
Vom Ende der Israelitischen Volksschule (1909)    

Niederbronn Israelit 08071909.jpg (30120 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1909: "Niederbronn, 2. Juli (1909). Die hiesige israelitische Volksschule wird, entgegen dem Beschlusse des Gemeinderats, nun doch nicht aufgehoben werden, da sich der Ortsschulvorstand für deren weiteren Bestand ausgesprochen und sich die Schulbehörde dieser Entscheidung angeschlossen hat."
   
Niederbronn Israelit 29071909.jpg (32807 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juli 1909: "Niederbronn, 19. Juli (1909): Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, die hiesige israelitische Schule aufzuheben. Der Grund dürfte in der ungenügenden Kinderzahl zu suchen sein. Der jüdischen Gemeinde kam dieser Beschluss nicht unerwartet, da man schön längst das Eingehen der Schule kommen sah."   

   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    
  
Großzügige Spenden eines Herrn Bloqué aus Paris - darunter eine Bibliothek für Niederbronn (1869)
    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1869: "Der 'Courier du Bas-Rhin' vom 28. Juli enthält folgenden Artikel datiert von Mertzviller
Herr Bloqué aus Paris , welcher schon seit mehreren Jahren viel Gutes zur Hebung des öffentlichen Unterrichts in einigen Gemeinden unseres Kantons getan, hat jüngst weitere Beweise seiner Generosität geliefert. 
Nachdem er im verflossenen Jahre den Gemeinden Niederbronn, Reichshoffen und Mertzviller populäre Bibliotheken geschenkt, hat er nunmehr auch eine solche in Gundershoffen, durch eine einmalige Sendung von 200 Bänden gestiftet. 
Außerdem hat er für die hiesige Schule (sc. Mertzviller) zwei jährliche Preise für die besten Schüler der drei Konfessionen gestiftet. Den vergangenen Sonntag hat er Darlehen von ja 100 Fr.an 25 junge Mädchen der Gemeinde verteilt. 
Ehre dem edelmütigen Manne, welcher von seinem Vermögen eine so nützliche Anwendung zu machen versteht."      

   
Bitte um Unterstützung für eine in Not geratene Familie durch Lehrer Picard (1898)  

Niederbronn Israelit 18051898.jpg (92902 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Mai 1898: "Dringende Bitte! Heil denen, die Einsicht haben mit dem Armen! Eine zahlreiche, israelitische, arme Familie ist durch mehrfache Krankheitsfälle aller Mittel entblößt. Die einzige Stütze, ein braver Sohn, der seit einigen Jahren Kinder- und Bruderpflicht in vollem Maße erfüllt, ist nunmehr selbst schön längere Zeit von einer furchtbaren Krankheit heimgesucht; nur noch einem Skelett sieht er ähnlich. Dennoch gibt der Arzt Hoffnung, durch stärkende Nahrung und Getränke, sowie baldigen Aufenthalt in einem Luftkurort ihn zu retten. Leider fehlt aber beinahe das tägliche Brot. Die Hilfsmittel der kleinen Gemeinde sind bereits bis aufs Äußerste erschöpft. Edle Glaubensbrüder, öffnet Eure Hand, denn dringende Hilfe tut Not!
Gaben wolle man gefälligst an den Unterzeichneten einsenden. Niederbronn (Elsass), den 10. Mai 1898. B. Picard, Lehrer.
Auch die Geschäftsstelle des Israelit ist gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und an Herrn Lehrer Picard abzuführen." 

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Zum Tod von Salomon Ury, langjähriger Präsident der Kultusgemeinde (1905)   

Niederbronn FrfIsrFambl 08121905.jpg (43811 Byte) Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 8. Dezember 1905: "Niederbronn im Elsass. Hier starb plötzlich der Rentner Salomon Ury, Bruder des Oberrabbiners in Straßburg. Der Verstorbene gehörte früher dem Gemeinderate an, war lange Jahre Präsident der israelitischen Kultusgemeinde und bis zuletzt Mitglied des Vorstandes der Sparkasse. Er war ein streng rechtlicher, allseits geachteter Mann."   

     
Kaufmann Josef Loeb wurde in den Gemeinderat gewählt (1908)      

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Juli 1908: "Niederbronn. Kaufmann Josef Loeb wurde in den Gemeinderat gewählt."         

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige des Hotels / der Pension Meyer Plato (1933)  

Niederbronn Israelit 14091833.jpg (39429 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1933: "Niederbronn les Bains (Vogesen). Hotel-Pension Meyer-Plato. Streng Koscher, unter Aufsicht Seiner Ehrwürdigen Rabbiner Brunschwig, Strasbourg. Bestbekannte Küche, fließendes Wasser in sämtlichen Zimmern. Auch über Feiertag geöffnet. Grosse Synagoge am Platze. Nachsaisonpreise - Voranmeldung erwünscht."   

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge       
    
Eine Synagoge wurde 1833 erbaut. Sie erwies sich jedoch wenige Jahrzehnte später als zu klein für die damals stark gewachsene Gemeinde. Auch war sie Anfang der 1860er-Jahre in einem baufälligen Zustand. Im Januar 1862 wurde die Synagoge geschlossen. Seit 1863 wurde eine neue Synagoge in maurischem Stil erbaut, die am 22. September 1869 eingeweiht werden konnte. 
  
Während des 2. Weltkrieges wurde die Synagoge unter der deutschen Besatzung von Nationalsozialisten verwüstet und ausgeplündert. Nach 1945 wurde sie wieder als Synagoge eingerichtet. Nachdem sie jedoch immer weniger benutzt wurde, ist sie 1989 verkauft worden. Eine Abschiedszeremonie fand am 21. April 1991 statt. Die katholische Kirchengemeinde baute das Gebäude zu einem Gemeindezentrum um (foyer paroissial catholique).   
     
     
   
  
Adresse/Standort der Synagoge
Rue de Elisabeth Eppinger, 67110 Niederbronn-les-Bains.
(Stadtmitte unmittelbar gegenüber der katholischen Kirche)      Link zu den Google-Maps 
  
 

Fotos  
 

Historische Ansichten    
Niederbronn Synagoge 103.jpg (51894 Byte) Niederbronn Synagoge 104.jpg (76080 Byte) Niederbronn Synagoge 105.jpg (87763 Byte) BadNiederbronn2.jpg (60218 Byte)
Historische Ansichtskarten von Niederbronn vom Anfang des 20. Jahrhunderts mit der Synagoge; Ausschnitt rechts 
mit freundlicher Genehmigung aus der Website von Frantisek Bányai: www.judaica.cz)  
     
     
Die ehemalige Synagoge im Mai 2004 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 13.05.2004)
    
Niederbronn les Bains Synagogue 104.jpg (64389 Byte) Niederbronn les Bains Synagogue 103.jpg (46618 Byte) Niederbronn les Bains Synagogue 100.jpg (80925 Byte)
Die ehemalige Synagoge von Westen mit dem Eingangsportal  Das Gebäude von Süden. Das hier aufgestellte
 Kruzifix zeugt von christlicher Unsensibilität
   
   
Niederbronn les Bains Synagogue 106.jpg (52681 Byte) Niederbronn les Bains Synagogue 101.jpg (60821 Byte) Niederbronn les Bains Synagogue 105.jpg (85031 Byte)
Das Gebäude von Osten mit der 
Nische des Toraschreines 
Das Gebäude 
von Nordosten 
Hinweisschild 
am Eingang 
     
      Niederbronn les Bains Synagogue 102.jpg (72194 Byte)      
       Unmittelbar bei der Synagoge ist einer 
der Parkplätze des Stadtzentrums 
     
      
     
 Die ehemalige Synagoge 
im September 2009
(Fotos: Otmar Frühauf, Breitenthal, Aufnahmedatum 6.09.2009)
Niederbronn Synagogue 183.jpg (124515 Byte) Niederbronn Synagogue 184.jpg (127900 Byte)
Blick auf das ehemalige Synagogengebäude mit dem umgebenden Zaun 
     
Niederbronn Synagogue 188.jpg (119731 Byte) Niederbronn Synagogue 181.jpg (104282 Byte) Niederbronn Synagogue 182.jpg (107410 Byte)
Westfassade der ehemaligen Synagoge  Das Eingangsportal  Die Fensterrosette über dem Eingangsportal 
     
Niederbronn Synagogue 180.jpg (134742 Byte) Niederbronn Synagogue 189.jpg (84944 Byte) Niederbronn Synagogue 190.jpg (107741 Byte)
Hinweistafel     Blick von Süd/Südost 
      
Niederbronn Synagogue 186.jpg (134399 Byte) Niederbronn Synagogue 185.jpg (135172 Byte) Niederbronn Synagogue 187.jpg (136330 Byte)
Blick von Südosten Blick von Süden    
     
     
Andernorts entdeckt: 
im jüdischen Friedhof in Luxemburg 
Louxemburg Friedhof Niederbronn 12119.jpg (214622 Byte) Louxemburg Friedhof Niederbronn 12119a.jpg (117062 Byte)
  Grabstein für Sophie Gougenheim geb. Netter, 
geb. in Niederbronn-les-Bains am 16. Juni 1861, gest. in Mersch am 2. Mai 1933.
     

   
  

Links und Literatur

Links:

Allgemeine Informationen zu Niederbronn-les-Bains (Office de tourisme Niederbronn)  
Französische Informationsseite zur Synagoge in Niederbronn-les-Bains    
Weitere französische Informationsseite zur Synagoge in Niederbronn-les-Bains und zu den Spuren der jüdischen Geschichte in der Umgebung   
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Oberbronn (interner Link)  
Verzeichnis des Ministère de la culture:  hier anklicken  und hier anklicken 

Literatur:            

Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992.   

      
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Niederbronn-les-bains (German Niederbrunnen) Bas-Rhin dist.  In 1766, there were 26 Jews in Niederbronn-les-Bains. The local synagogue was inaugurated in 1869. In 1936, the community numbered 82 members. During worldwar II, they were expelled to the south of France with the rest of Alsac-Lorraine Jews. The local synagogue was damaged. Nineteen Jews were deported. In 1965, there were 35 Jews in Niederbronn-les-Bains.
       
  

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

                   

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 28. Februar 2014