Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Fegersheim (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Jüdische Geschichte  /  Synagogue / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte des Rabbinates in Fegersheim   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur  

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  (english version)   
   
In Fegersheim bestand eine jüdische Gemeinde, deren Entstehung in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurückgeht. 1784 wurden bereits 175 Juden am Ort gezählt. 
  
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der jüdischen Einwohner von 262 (1807) bis zur Höchstzahl von 475 (1844) zu, um danach durch Aus- und Abwanderung zurückzugehen. 
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben in der Gemeinde war (neben dem für den Bezirk zuständigen Rabbiner) ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. unten den 1898 genannten Lehrer Wolf).  
     
Fegersheim war Sitz eines Rabbinats, das später nach Erstein übertragen wurde. Rabbiner in Fegersheim waren: 1834 bis 1874 Rabbiner Alexander (Alexandre) Aron, 1875 bis 1886 Rabbiner Félix Blum, 1887 Rabbiner Dr. Salomon Singer, 1889 bis 1891 Rabbiner Dr. Isaak (Isidore) Dreyfuss, 1892 bis 1897 Rabbiner Dr. Ernst (Ernest) Weil (Weill), 1899 bis 1905 Rabbiner Dr. Lucian Uhry, um 1906 Rabbiner Dr. Edmund Weill, später Rabbiner in Erstein.  
    
1885 wurden noch 337 jüdische Einwohner gezählt, 1926 noch 129, 1931 83. 1936 45. 
    
Unter der deutschen Besatzung wurden 1940 die noch am Ort verbliebenen jüdischen Personen nach Südfrankreich deportiert. 
   
Von den in Fegersheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem): Marcel Bloch (1892), Gaston Bloch (1898), Emma Blum geb. Ledermann (1904), Fernand Dreyfus (1884), Robert Dreyfus (1925), Odette Dreyfus (1923), Marguerite Dreyfus geb. Weyl (1890), Sylvain Gross (1895), Leonce Kahn (1878), Armano Ledermann (1897), Ivan Metzger (1920), Nathan Metzger (1879), Jerome Meyer (1867), Louis Meyer (1899), Alphonse Meyer (1893), Gaston Neumann (1878), Suzanne Reins (1900), Jeanne Rosenstiehl (1880), Minette Rosenstiehl (1879), Laura Roth (1887), Adolphe Ruff (1881), Marcel Weil (1882), Madeleine Weill (1905), Jacques Werdenschlag (1877), Georges Wildenstein (1907), Paul Wildenstein (1876), Robert Wildenstein (1885).    
    
Nach 1945 ist keine neue Gemeinde am Ort entstanden. 1965 wurden acht jüdische Einwohner in Fegersheim gezählt.  
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
   
Aus der Geschichte des Rabbinates in Fegersheim  

Beisetzung von Rabbiner Alexander Aron (1874)   
Anmerkung: Rabbiner Alexander (Alexandre) Aron (geb. 1797 in Soultz sous-Forêts, gest. 1874 in Fegersheim): amtierte von 1834 bis 1874 als Rabbiner in Fegersheim. Nach seinem Tod am 1. August 1874 wurde er am folgenden Tag im jüdischen Friedhof in Fegersheim beigesetzt.    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. August 1874: "Fegersheim (Elsass), 3. August (1874). 'Den 2. dieses Monats geleitete ein großer Trauerzug die sterbliche Hülle des Herrn Alexander Aaron, Rabbiners der israelitischen Gemeinde zu Fegersheim, nach seiner letzten Ruhestätte. Dieser Greis von 78 Jahren, Stiefsohn des berühmten Rabbiners Lob von Metz, Schwiegersohn des Rabbiners Ascher Löb von Karlsruhe, Bruder des Herrn Arnaud Aaron, des würdigen Rabbiners des Straßburger Konsistoriums, hatte von seiner Familie alle Tugenden und die rabbinische Wissenschaft ererbt. 
Während vierzig Jahren hatte er der israelitischen Gemeinde in Fegersheim vorgestanden und mit seltener Hingebung seine Amtsfunktionen vollzogen. Dem Leichenzuge folgten alle seine Kollegen aus der Provinz, sowie auch die Staatsbehörden".              

  
Rabbiner Dr. Ernst Weil (Ernest Weill) wurde als Rabbiner in Fegersheim gewählt (1892)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 3. Juni 1892: "In Fegersheim (Elsass) ist Herr Dr. E. Weil zum Rabbiner gewählt worden".      

  
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 

Lehrer Wolf wird ausgezeichnet (1898)
    

Mutzig AZJ 02091898.jpg (47570 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. September 1898: "Das Konsistorium des Unter-Elsaß hat den Preis der Fanny-Weill-Stiftung, welcher im Betrage von je 200 Francs denjenigen Lehrern, die sich um die Hebung des Religionsunterrichtes in ihrer Gemeinde besonders verdient gemacht haben, bewilligt wird, den Lehrern Bloch - Mutzig und Wolf - Fegersheim zuerkannt."     

    
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben    

Hilferuf des Fegersheimer Rabbinen Alexander Aron im Kriegsjahr 1871 

Fegersheim Israelit 01031871.jpg (49553 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. März 1871: "Von Fegersheim im Elsass geht uns vom dortigen Herrn Rabbinen Alexander Aron, einem der gelehrtesten, frömmsten und bedeutendsten Rabbinen des ehemaligen Frankreich, eine herzzerreißende Schilderung der Verarmung und des Notstandes in seiner Gemeinde zu. Bisher wohlhabende Familien sind durch den Krieg und namentlich durch die Belagerung von Straßburg vollständig verarmt. Wir glauben im Sinne unserer Leser zu handeln, wenn wir uns erbieten, die uns etwa zugehenden Spenden dem Herrn Rabbiner Alexander Aron zu Fegersheim zu übermitteln". 
   
Fegersheim Israelit 26041871.jpg (34600 Byte) Fegersheim israelit 29031871.jpg (31204 Byte)   
Oben: Die für Fegersheim auf Grund des Hilferufes des Rabbinen Alexander Aron eingegangenen Spenden wurden in den folgenden Wochen in Anzeigen wie oben in der Zeitschrift "Der Israelit" bekannt gegeben (oben Anzeigen  Anzeigen in den Ausgaben vom 29.3. und 26.4.1871).

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zum Tod von Isaak Wurmser (1910) 

Fegersheim FrfIsrFambl 25111910.jpg (26960 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 25. November 1910: "Straßburg. In Fegersheim verschied - 74 Jahre alt - Isaak Wurmser. Wurmser war zuerst Lehrer und dann Eichmeister; in den 1870er-Jahren gab er die Wochenschrift 'Das israelitische Elsass-Lothringen' heraus."  

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge       
    
1809 wurde eine Synagoge erbaut, die 1850 vergrößert und wiederum 1894 durch ein neues Gebäude ersetzt wurde.
  
Staatlicher Zuschuss zum Nau einer Synagoge (1890)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. April 1890: "Die Reichsregierung in Elsass-Lothringen hat der jüdischen Gemeinde Fegersheim zum Bau einer Synagoge 5.000 Mark bewilligt."        

In der NS-Zeit wurde die Synagoge nach 1940 geplündert. Sie ist später an eine Privatperson verkauft und um 1974/75 abgebrochen worden. Zwei Portalsteine der ehemaligen Synagoge werden in der "Fondation Elisa" in Geispolsheim aufbewahrt.  
   
   
Adresse/Standort der Synagoge:            
   
   
Fotos  

Historische Ansichtskarten
von Fegersheim
Fegersheim Synagoge 025.jpg (51055 Byte) Fegersheim Synagoge 01.jpg (68371 Byte)
    Ausschnittvergrößerung: die Synagoge
     
  Fegersheim Synagoge 026.jpg (149913 Byte) Fegersheim Synagogue 033.jpg (23704 Byte)
    Ausschnittvergrößerung: die Synagoge
     
Fegersheim Synagoge 027.jpg (66058 Byte) Fegersheim Synagoge 029.jpg (55279 Byte) Fegersheim Synagoge 028.jpg (60237 Byte)
Ausschnittvergrößerung: die Judengasse     Ausschnittvergrößerung: die Synagoge 
     

   
     

Links und Literatur

Links:

Französische Informationsseite zur Synagoge in Fegersheim  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof Fegersheim (interner Link)  
Informationen zur Synagoge im Verzeichnis des Ministère de la culture    

Literatur:  

Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992.  S.39.77.  

          
           


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Fegersheim Bas-Rhin. In 1784, the Jewish community comprised 175 members. By 1807, it increased to 262 and in 1844 to 475 members. Afterwards the community dwindled. The local synagogue was inaugurated in 1850. In 1885, the community numbered 337 members. In 1926, the Jewish population was 126 and in 1931 it was 83. During worldwar II, the Germans expelled all to the south of France. In 1965, eight Jews were living in Fegersheim. 
   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 09. Dezember 2014