Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Westerburg mit Pottum, Stahlhofen am Wiesensee, Weltersburg und Willmenrod 
(VG Westerburg, Westerwaldkreis) sowie Neunkirchen (Westerwald) (VG Rennerod)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Sonstiges  
bulletZur Geschichte des Betsaals / der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen 
bulletErinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
bulletLinks und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)           
    
In Westerburg lebten jüdische Personen bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. 1328 wird Symon von Westerburg als Judenbürger in Frankfurt genannt. 1340 ließen Sannel (Samuel) und Gutheil von Westerburg Darlehensgeschäfte in die Frankfurter Gerichtsbücher eintragen. 
  
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in das 17. Jahrhundert zurück (1616 erste Nennung). Mitte des 18. Jahrhunderts (1760) werden 60 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt. Einige der zugezogenen jüdischen Personen / Familien sollen aus Österreich stammen (Familie Neuhaus), von wo sie zur Zeit der Kaiserin Maria Theresia vertrieben wurden.
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1807 95 (in 16 Familien), 1808 77, 1825 100, 1843 112, 1871 135 (etwa 9 % der Gesamtbevölkerung), 1895 86, 1901 82 (in 21 Haushaltungen, von insgesamt 1235 Einwohnern), 1905 86 (von 1285 Einwohnern), 1909 91. Auch die im Nachbarort Willmenrod lebenden jüdischen Personen gehörten zur Gemeinde Westerburg (1843 21, 1899 17 Personen mit 3 Kindern in 4 Haushaltungen, 1905 18 Personen (von 475 Einwohnern)). In der Folgezeit gehörten auch die zeitweise in Neunkirchen, Pottum, Stahlhofen, Weltersburg und nach Auflösung der dortigen Gemeinde die in Rennerod lebenden jüdischen Personen zur Gemeinde in Westerburg. Seitdem sich jüdische Familien feste Familiennamen zulegen mussten (um 1840), nannten sich vier Familien Ullmann, andere u.a. Fuld, Goldschmidt, Neuhaus. 
 
Bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts leben die meisten Familien vom Viehhandel, vom Handel mit Ellenwaren oder waren Makler. Sie lebten damals in durchweg armseligen Verhältnissen Seit Mitte des 19. Jahrhunderts besserten sich die wirtschaftlichen Verhältnisse. Mehrere Läden und Gewerbebetriebe konnten am Ort eröffnet werden, die für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt von Bedeutung waren. Von den Gebrüdern Fuld wurde zeitweise eine Zigarrenfabrik betrieben. Familie Neuhaus betrieb seit 1832 über 100 Jahre lang ein Sattlergeschäft. Aus der Familien Ullmann entstammten zwei Ärzte: Dr. Adolf Ullmann (geb. 1850, später Arzt in Frankfurt), und Dr. Siegfried Ullmann (später Arzt in Berlin). Im Stadtrat saß über mehrere Jahrzehnte ein jüdischer Vertreter (zuletzt Leopold Neuhaus). 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule (um 1847/48 insgesamt 24 schulpflichtige Kinder, davon je ein Kind aus Willmenrod, Weltersburg, Rennerod und Gemünden), ein rituelles Bad und einen Friedhof (beziehungsweise drei Friedhöfe aus unterschiedlichen Zeiten).  Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten; an Namen jüdischer Lehrer aus dem 19. Jahrhundert sind bekannt: J. Gabriel in den 1850er-Jahren, Lehrer Aschenbrand um 1864 ("Der israelitische Lehrer" vom 11.2.1864 S. 24), Lehrer Goldschmidt um 1866 (genannt bei Spendensammlung 1866 s.u.), D. Kaufmann um 1880, Marcus Isenberg um 1884/89, W. Frank um 1890/97 [genannt in "Der Israelit" 8.10.1890 S. 1441, im Mitgliederverzeichnis des Lehrervereins "Achawa" 1890/91 S. 31, in Statistisches Handbuch" 1892 sowie auf Lehrerkonferenzen in Limburg (s.u.) und in Diez 1894, noch in "Achawa" 1897; im August 1898 ist in "Israelitischer Lehrer und Kantor" zu lesen: "Frank, früher in Westerburg"] bekannt), Siegmund Jäckel (bis 1899, unterrichtete 1899 24 Kinder), 1901/04 Lehrer Stein (unterrichtete 1901 16 Kinder); 1905 Lehrer Bergen (18 Kinder, davon 11 Jungen, 8 Mädchen), um 1921 Lehrer Willy Gabbe (in "Blätter, hrsg. vom Gruppenverband, der Palästina-Zentrale und der Jugend-Organisation der Agudas Jisroel für Deutschland" vom 11. August 1921 S.4).
  
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Weilburg (beziehungsweise nach Zusammenlegung der Rabbinate Ems und Weilburg: Rabbinat Ems-Weilburg).
 
Von den Gemeindevorstehern werden genannt: um 1864/1879 Isaac Fuld, um 1882/86 Gerson Ullmann, 1889 A. Ullmann, J. Sternberg, S. Straus; 1892/94 A. Ullmann III, J. Sternberg, S. Ullmann I; 1896 S. Ullmann, J. Sternberg, S. Ullmann I.; 1898 S. Ullmann, J. Sternberg, Abraham Fuld II; 1899/1901 Simon Ullmann, Alb. Ullmann, Abraham Fuld II; 1905 Simon Ullmann.
 
Von den Vereinen werden genannt: 1898 eine Armenkasse (1898 Vorsteher W. Frank und Abraham Fuld I), 1899/1905 ein Wohltätigkeitsverein gegen Wanderbettelei (1899/1901 Vorsteher J. Rosenthal, Leopold Neuhaus und S. Ullmann, 1905 Vors. Fr. Fuld), 1905 ein Synagogen-Gesangverein (1905 unter Leitung von Lehrer Stein), 1905 ein Israelitischer Frauenverein (Zweck: Wohltätigkeit; 1905 Leitung A. Fuld II).
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Jacob Fuld (geb. 30.7.1871 in Westerburg, Kaufmann, eingezogen 11.1.1917, gef. 23.2.1917, vgl. https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_82AA7192D8F84B408757CF92B69AEC8F.htm), Friedrich Ullmann (geb. 24.8.1884 in Westerburg, Bäcker, eingezogen 3.8.1914, gef. 7.8.1916), Gustav Ullmann (geb. 29.7.1888 als Sohn von Siegmund Ullmann I, Kaufmann, eingezogen 5.8.1914, Fahrer einer Fernsprechabteilung, ausgezeichnet mit dem Eisernen Kreuz II nach "Israelitischen Familienblatt" vom 4. Januar 1917 S. 4, gef. 20.12.1918) und Isidor Ullmann (geb. 30. oder 31.10.1890 in Westerburg, Kaufmann, eingezogen 2.8.1914, gef. 22.8.1914). Aus Neunkirchen (Westerwald) ist gefallen: Max Wolf (geb. 3.12.1893 in Reichenborn, gef. 4.10.1915). Für seinen Kriegseinsatz wurde der Kriegsinvalide Moritz Schaumburger mit dem Eisernen Kreuz II ausgezeichnet (Sohn der Witwe S. Schaumburger; Neue jüdische Presse vom 7. Januar 1916, Dr. Blochs israelitische Wochenschrift vom 21. Januar 1916 S.60). Auch der Feldunterarzt Siegfried Ullmann (Sohn der Witwe Bina Ullmann) wurde ausgezeichnet: zunächst mit dem Hessischen Sanitätskreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille, dann mit dem Eisernen Kreuz II (Dr. Blochs österreichische Wochenschrift vom 30. Juli 1915 S. 574; "Neue jüdische Presse" vom 23. Juli 1915 S. 4).
     
Um 1924, als noch 92 Gemeindeglieder gezählt wurden, waren die Gemeindevorsteher Josef Fuld, Simon Ullmann und Leopold Neuhaus. Als Lehrer und Kantor war Willi Gabbe angestellt. Er unterrichtete damals 8 Kinder in Religion. An jüdischen Vereinen bestanden vor allem eine Männerchewra (Wohltätigkeits- und Bestattungsverein) sowie der Israelitische Frauenverein (1924 unter Leitung von Bina Ullmann und Jettchen Fuld). Auch gab es (genannt 1927) den Jüdischen Jugendbund Westerburg (Westerwald) mit der Vorsitzenden Flora Ullmann, Westerburg, Lange Gasse 31.
Zur jüdischen Gemeinde gehörten (inzwischen) auch die in Gemünden und Willmenrod lebenden jüdischen Einwohner (1924 4 beziehungsweise 6 Personen, 1932 werden nur noch die in Willmenrod lebenden 4 Personen genannt). 1932 waren die Gemeindevorsteher weiterhin Joseph Fuld (1. Vors.), Simon Ullmann (2. Vors.) und Leopold Neuhaus (3. Vors.) Inzwischen war Lehrer, Kantor und Schochet Leo Fischer; er war auch für Gemeinden in der Umgebung (u.a. Meudt) als Lehrer zuständig. Im Schuljahr 1931/32 erteilte er den Religionsunterricht 9 Kindern aus der Gemeinde. 
   
Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: über 100 Personen, dazu 4 in Willmenrod) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1936 wurden noch 90 jüdische Einwohner gezählt, 1940 24. In den Jahren 1941 und 1942 wurden die letzten jüdischen Einwohner aus der Stadt deportiert.  
     
Von den in Westerburg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Sofie (Sabine) Abraham geb. Fuld (1899), Bertha Adler geb. Kallheim (1880), Irma Jenny Baer geb. Ullmann (1894), Jeanette Blumenthal geb. Fuld (1852), Josefine Buxbaum geb. Kallheim (1884), Gerda Dua geb. Kaiser (1903), Hannchen Fleischmann (1887), Alwin Fuld (1916), Jettchen Fuld geb. Levi (1874), Rosalia (Rosa) Fuld geb. Gottlob (1881), Alice I. Gottschalk geb. Ullmann (1903), Ernst Gottschalk (1908), Jochanan Gottschalk (1940), Emanuel Heilberg (1873), Josef Heilberg (1907), Selma Heilberg (1911), Florentine (Flora) Herz geb. Ullmann (1901), Irma Herz geb. Fuld (1903), Josef Herz (1894), Alfred Hirschfeld (1903), Heinrich Hirschfeld (1872), Martha Hirschfeld (1906), Moritz Isenberg (1888), Bertha Kahn geb. Stiefel (1878), Elise Kaiser geb. Sternberg (1866), Hedwig Kallheim (1886), Berta Levy geb. Fuld (1901), Bertha Loeb geb. Rosenthal (1894), Hilde Loeb geb. Ullmann (1890), Amalie Marx geb. Sternberg (1869), Billa Neuhaus (1908), Hilde Neuhaus (1906), Sybilla (Billa) Neuhaus (1898), Berta Neumann geb. Hahn (1884), David Neumann (1873), Salomon Neumann (1877), Selma Neumann geb. Fleischmann (1885), Cäcilie Oppenheimer geb. Frank (1887), Gisela Ingeborg Oster (1926), Rosa Oster geb. Ullmann (1891), Emmi Rosa Saretzki geb. Ullmann (1890), Nathan Saretzki (1887), Berta Schaumburger geb. Rosenthal (1866), Frieda Schaumburger geb. Lilienthal (1903), Isidor Schaumburger (), Juliana Schaumburger geb. Loeb (1858), Moritz Schaumburger (1890), Rolf Simon Schaumburger (1936), Siegmund Schaumburger (1888), Brunhilde Strauss (1928), Johanna Strauss geb. Michel (1888), Kurt Strauss (1923), Salomon Strauss (1885), Fanny Ullmann geb. Kahn (1863), Ferdinand Ullmann (1857), Rosa Ullmann geb. Schaumburger (1859), Simon Ullmann (1858), Tony Ullmann (1896), Berta Weinsberger (1875), Sidonie (Toni) Weissbart geb. Fuld (1908), Franziska (Fanny) Zirker geb. Ullmann (1866), . 
Achtung: bei den unter "Westerburg" bei Yad Vashem aufgeführten Namen handelt es derzeit (November 2007) sich bei ungefähr der Hälfte um fehlerhafte Angaben auf Grund einer Verwechslung mit dem nationalsozialistischen Durchgangslager Westerbork/Niederlande. 
Hinweis: Nach Rolf Simon Schaumburger, der bei der Deportation erst 6 Jahre alt war, ist seit dem 9. November 2007 die Hauptschule in Westerburg benannt. 
  
Von den in Willmenrod geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945": Lilly Selma Sydonie Hony geb. Rosenthal (1903), Sofie Mayer geb. Strauss (1881), Berta Rosenthal (1899), Felix Rosenthal (1898), Ferdinand Rosenthal (1888), Frieda Rosenthal geb. Strauss (1890), Siegmund Rosenthal (1867), Berta Stern geb. Rosenthal (1900), Salomon Strauss (1885), Siegmund Strauss (1881). 
Zu den Mitgliedern der Familie Rosenthal siehe Literatur unten in der Literaturliste.    
   
   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1872 / 1877 / 1879 / 1882 / 1889 / 1898 / 1900 / 1905 / 1907 / 1909 / 1919 / 1926  

Westerburg Israelit 25091872.jpg (32287 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. September 1872: "Die hiesige israelitische Religionslehrer-Stelle nebst Vorbeteramt ist vakant und soll mit dem 1. März kommenden Jahres besetzt werden. 
Bewerber wollen sich gefälligst bei den Unterzeichneten melden. 
Westerburg, 20. September 1872. Isaac Fuld, Vorsteher." 
    
Westerburg Israelit 24011877.jpg (41655 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Januar 1877: "Die hiesige israelitische Kantor- und Lehramtsstelle steht zum 15. April 1877 zum Besetzen offen. Bewerber wollen sich gefälligst bei dem Unterzeichneten anmelden. Unter Umständen kann auch sofortiger Eintritt erfolgen. 
Westerburg (Regierungsbezirk, Wiesbaden), 15. Januar 1877. Der Kultus-Vorsteher Isaac Fuld.
 
Westerburg Israelit 13061877.jpg (57995 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1877: "Die hiesige israelitische Lehr- und Kantor-Amtsstelle steht zum sofortigen Besetzen offen, verbunden mit einem Fixum von 900 Mark, einschließlich freier Wohnung und Garten nebst teilweiser Vergütung von Brennmaterial. Tüchtige, geprüfte Bewerber wollen sich unter Einsendung ihrer Qualifikations-Befähigung und Aufführungszeugnisse bei dem Unterzeichneten anmelden. 
Westerburg (Provinz Nassau), 1. Juni 1877. Isaac Fuld, Vorsteher." 
 
Westerburg Israelit 09071879.jpg (81227 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Juli 1879: "Annonce. Die hiesige Kantor- und Lehramtsstelle steht mit dem 1. Oktober laufenden Jahres zum Besetzen offen. 
Das fixierte Einkommen besteht in 900 Mark, sowie freie Wohnung und Garten neben der Synagoge, verbunden mit gutem Nebenverdienste, der sich auf die Hälfte des fixierten Gehaltes beziffern dürfte. 
Bewerber, welche seminaristisch ausgebildet, hauptsächlich musikalisch gut geübt und mit guter Stimme begabt sind, wollen sich gefälligst bei dem Unterzeichneten anmelden, wobei man erwartet, dass Bewerber sich mit hinreichend genügenden Zeugnissen über Betragen und Qualifikation auszuweisen imstande sind.
Westerburg, Regierungsbezirk Wiesbaden, 3. Juli 1879. Isaac Fuld, Vorsteher." 
 
Westerburg Israelit 22021882.jpg (71650 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Februar 1882: "Annonce. Die hiesige, zum 1. April laufenden Jahres erledigte Religionslehrer- und Kantorstelle soll alsdann wieder besetzt werden. 
Die Stelle ist mit einem jährlichen fixen Gehalte von 800 Mark, freier Wohnung und Garten, auch mit ca. 150 Mark Nebeneinkommen verbunden. 
Bewerber müssen seminaristische und auch musikalische Bildung besitzen, und wollen sich mit entsprechenden Zeugnissen bei dem Unterzeichneten melden. Russen und Polen werden nicht berücksichtigt. 
Westerburg, den 29. Januar 1882. Der israelitische Kultusvorsteher Gerson Ullmann." 
 
Westerburg Israelit 02081882.jpg (67433 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1882: "Die hiesige vakante israelitische Religionslehrer- und Kantorstelle soll sofort wieder besetzt werden. 
Die Stelle ist mit einem jährlichen fixen Gehalte von Mark 900, freier Wohnung und einem Garten, sowie ca. mit 100 Mark Nebeneinkommen verbunden. 
Bewerber müssen seminaristische Bildung besitzen und wollen sich mit entsprechenden Zeugnissen bei dem Unterzeichneten melden. Westerburg, 26. Juli 1882. Der israelitische Kultusvorsteher Gerson Ullmann."
Hinweis: um 1884/89 wird im Heiratsregister Marburg (1884) und danach (bis 1889) in den "Statistischen Jahrbüchern des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" als Lehrer in Westerburg genannt: Marcus Isenberg (geb. 19. Februar 1854 in Buchenau), war seit 1884 (Marburg) verheiratet mit Ernestine geb. Haas (geb. 28. November 1854 in Hofgeismar). Er war noch 1888 Lehrer in Westerburg, da am 11. Januar 1888 sein Sohn Moritz Isenberg hier geboren ist. https://www.online-ofb.de/famreport.php?ofb=juden_nw&ID=I476351&lang=de 1889 wurde die Lehrerstelle in Westerburg neu ausgeschrieben. Der andere Sohn Arnold ist 1891 in Regenwalde geboren; wohin Marcus Isenberg als Lehrer wechselte, später nach Allendorf a.d. Lumda (weitere Angaben). Moritz und Arnold Isenberg wurden - mit weiteren Angehörigen - in der NS-Zeit nach Deportation ermordet (vgl. Gedenkbuch Bundesarchiv).  
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Oktober 1889: "Die hiesige Kantor- und Religionslehrerstelle, für welche ein fixer Gehalt von 900 Mk., sowie freie Wohnung und ein Nebeneinkommen ausgesetzt sind, ist baldigst zu besetzen.
Nur qualifizierte Bewerber wollen sich unter Einsendung von Zeugnisabschriften an den Unterfertigten melden.
Westerburg
(Reg.-Bez. Wiesbaden). Aron Ullmann III."  
Auf diese Ausschreibung hat sich erfolgreich Lehrer W. Frank beworben haben, der in den darauf folgenden Jahren als Lehrer in Westerburg genannt wird (erstmals in "Achawa" 1890/91 S. 31).
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1898: "Die in hiesiger Gemeinde frei werdende Stelle als Religionslehrer und Vorbeter ist per 1.Juli zu besetzen. Gehalt 900 Mk, annehmbaren Nebenverdienst, sowie freie Wohnung. Geeignete Bewerber wollen ihre Gesuche nebst Zeugnisabschriften an den Vorstand gelangen lassen.
Westerburg 20. März 1898.
Der Vorstand."    
Auf diese Ausschreibung wird sich Siegmund Jäckel beworben haben, der bis Ende 1899 in der Gemeinde geblieben ist (siehe unten) 
 
Westerburg Israelit 22021900.jpg (46093 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Februar 1900: "Die Religionslehrer- und Kantorstelle in Westerburg, Nassau, ist möglichst bald zu besetzen. Das Gehalt beträgt bei freier Wohnung 900 Mark, sowie etwas Nebenverdienst. Schochet bevorzug. 
Der Kultus-Vorstand: Simon Ullmann."
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom Januar 1905: "In hiesiger Gemeinde ist die
Lehrer- und Kantorstelle

zum 1. April dieses Jahres zu besetzen. Fixes Gehalt 1000 Mk. anfangs und 2malige Zulage von je 100 Mk. nach je 2 Jahren. Nebeneinnahmen ca. 250 Mk. Schauchet erwünscht Die Stelle ist unkündbar.
Seminaristisch gebildete Bewerber wollen ihre Offerten mit Zeugnisabschriften an den unterzeichneten Kultusvorsteher senden.
Westerburg (Bez. Wiesbaden), den 22. Januar 1905
Simon Ullmann."     
 
Westerburg Israelit 05121907.jpg (55231 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. Dezember 1907: "Die Kantor- und Religionsschulstelle in hiesiger Gemeinde ist sofort zu besetzen. Fixum Gehalt 1.100 Mark, 100 Mark Nebeneinkommen. Unverheiratete Bewerber wollen sich an den unterzeichneten Kultusvorstand melden. 
Westerburg
(Westerwald), den 22. November 1907. 
Abraham Fuld. 2. Kultusvorstand
."
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 19. Juni 1909: "Die Kantor- und Religionsschulstelle
i
n hiesiger Gemeinde ist sofort zu besetzen. Fixum Gehalt 1.100 Mark, 100 Mark Nebeneinkommen per Jahr. Bewerber wollen sich an den unterzeichneten Kultusvorstand wenden. 
Westerburg
(Westerwald), den 25. Mai 1909. 
Jacob Fuld, Kultusvorsteher
."    
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 11. September 1919: "Die israelitische Kultusgemeinde Westerburg sucht per sofort einen
Lehrer, Schochet und Kantor.

Gehalt 3000 Mark sowie Nebeneinkünfte. Bewerbungen sind zu richten an den
Kultusvorsteher Simon Ullmann."   
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 16. Dezember 1926: "Die israelitische Kultusgemeinde Westerburg (Westerwald) sucht zum baldigen Eintritt einen
Religionslehrer, Kantor und Schochet.

Gehalt nach der Besoldungsgruppe 7. Die Stelle ist der Pensions-, Witwen- und Waisenkasse des Reg.-Bez. Wiesbaden angeschlossen. Bewerbungen seminaristisch gebildeter, lediger Herren deutscher Staatsangehörigkeit sind mit Anlage von Bild und Zeugnissen zu richten an den
Vorsteher der israelitischen Kultusgemeinde
Joseph Fuld, Westerburg (Westerwald)."     

   
Einige Familien in Westerburg suchen einen Lehrer für Fremdsprachen und Realwissenschaften (1864) 

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Februar 1864: "Bei einigen (israelitischen) Familien in Westerburg (Nassau) die Stelle eines Lehrers, der außer dem Hebräischen die neueren Sprachen und die Realwissenschaften unterrichten kann, zum sofortigen Eintritt vakant. Nähere Erkundigungen sind bei Herrn Marcus Rosenthal in Westerburg oder auch bei Herrn Isaak Mayer hinter der schönen Aussicht 4 in Frankfurt a/M. einzuziehen."  

   
Anzeige von Lehrer W. Frank - Stellensuche für einen Jungen der Gemeinde (1890)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. März 1890: "Für einen sehr begabten, braven, 14jährigen Knaben ehrenhafter Eltern wird eine Lehrlingsstelle in einem Warengeschäfte gesucht, welches freie Kost und Logis gewährt, wie gute Behandlung zusichert. Nähere Auskunft erteilt
W. Frank, Lehrer in Westerburg."   

   
Lehrer W. Frank (Westerburg) bringt sich in Lehrerversammlungen des Bezirks Nassau ein (1893)

Anm.: auch in der Lehrerversammlung 1894 in Diez wird über das Engagement von Lehrer Frank berichtet. 

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. Januar 1894: "Weilburg a. d. Lahn, 10. Oktober (1893). (Bericht über die 4. Konferenz der israelitischen Lehrer Nassaus zu Limburg an der Lahn am 8. Oktober 1893). Die Versammlung, der eine von Herrn Lehrer Frank - Westerburg gehaltene Lehrprobe in der hebräischen Grammatik vorausging, wurde vom 1. Vorsitzenden, Herrn Lomnitz in Diez, mit einigen herzlichen Begrüßungsworten und dem Hoch auf Seine Majestät, den deutschen Kaiser eröffnet.
Punkt 1 der Tagesordnung sollte der Vortrag des Herrn Dr. Weingarten, Bezirksrabbiner zu Bad Ems, über das Thema: 'Wichtigkeit des Pentateuch-Unterrichtes' in der jüdischen Religionsschule sein. Da der Referent nicht erschienen war, so trat an Stelle des ausgefallenen Referates eine zwanglose Unterhaltung über die Fragen: 'Sollen auch die Mädchen in Pentateuch unterrichtet werden und soll der Unterricht nach einem übersetzten Exemplare oder nach einem Vokabularium gegeben werden Schließlich gelangten folgende 2 Lehrsätze zur allgemeinen Annahme: 'Den Mädchen soll nur da, wo es die Zeit und die Begabung der Klasse ermöglicht, Pentateuch-Unterricht gegeben werden, und ein Vokabularium in der Hand der Schüler ist einem Pentateuch mit Übersetzung vorzuziehen.
Der 2. Punkt der Tagesordnung war die Besprechung der durch Herrn Lehrer Frank - Westerburg gehaltenen Probelektion. Herr Frank hatte in der letzten Versammlung über das Thema: 'Der Unterricht in der hebräischen Grammatik in der israelitischen Religionsschule' gesprochen und dabei drei Thesen aufgestellt, welche für zu weitgehend befunden wurden und deshalb in folgender Fassung zur Annahme gelangten.
1) Der Unterricht in der hebräischen Grammatik ist unerlässliche Bedingung des Religions-Unterrichtes.
2) Korrektes Lesen — Leselehre — soll mit der 1. Unterrichtsstufe beginnen..."  
Der Text wird nicht weiter ausgeschrieben; im Folgenden wird Lehrer Frank nicht mehr genannt. Bei Interesse bitte Textabbildung anklicken. 

   
Buchbesprechung von Lehrer W. Frank (1894) 

  Buchbesprechung in der Zeitschrift "Jeschurun" vom 16. Februar 1894 der Publikation von H. Brugsch "Aus dem Morgenlande", das als Doppelheft in der Reclamschen Universal-Bibliothek erschien.
Anmerkung: Die Publikation von Prof. Dr. Heinrich Karl Brugsch-Pascha (1827-1894): Aus dem Morgenlande. Altes und Neues. Mit einer Lebensbeschreibung des Verfassers von Ludwig Pietsch erschien im Reclam-Verlag Leipzig in mehreren Auflagen und ist antiquarisch immer noch im Angebot. Zum Autor: https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Brugsch
Text wird nicht abgeschrieben - bei Interesse bitte Textabbildungen anklicken

   
Publikationen von Lehrer W. Frank (1894/96; um 1894/97 Lehrer in Westerburg) 

Anzeige in der Zeitschrift "Jeschurun" vom 30. März 1894: "Im Verlage von J. Kauffmann, Frankfurt am Main, sind nachstehende von W. Frank verfasste Romane erschienen und durch jede Buchhandlung, auch direkt vom Verfasser (in Westerburg, Nassau) zu beziehen:
1. Der Narr,
Mk. 2  
2. Zwei Erzählungen: I. Eine Standhafte.
II. Nemesis   2,25 Mk. 
3. Der Zweifler
  Mk. 2,60.
Alle drei Werke zählen zu den gediegensten in ihrem Genre."    
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. April 1896: "Vorläufige Anzeige!
In den nächsten Tagen erscheint im Verlage von J. Kauffmann, Frankfurt a. Main, abermals eine Erzählung:
'Die Macht der Liebe,'
von W. Frank,
welche den schmachvollen Antisemitismus mit schneidiger Waffe bekämpft und außerdem gegen den Sozialismus energisch Front macht. Allen Freunden einer gediegenen, wissenschaftlichen und objektiv gehaltenen Lektüre sei dieses Werkchen hiermit bestens empfohlen. Zu beziehen durch jede Buchhandlung, auch direkt vom Verfasser in Westerburg."  

   
Über Lehrer Siegmund Jäckel (Lehrer in Westerburg bis 1898/1899)  
Anmerkung: Siegmund Jäckel ist am 5. September 1877 in Neudorf bei Wronke/Samter/Posen geboren; er ließ sich am Berliner Lehrerseminar ausbilden. Als Lehrer und Kantor war er zunächst in Westerburg und seit 1900 in Lüdenscheid tätig, bis er zum 1. August 1909 nach Kassel als Lehrer und Kantor kam. Hier unterrichtete er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1937. Siegmund Jäckel wurde am 7. September 1942 von Kassel über Chemnitz in das Ghetto Theresienstadt deportiert, wo er am 24. Februar 1943 umgekommen ist. Weitere Informationen auf Seite zu Kassel.  

Aus einem Bericht über die Jahresversammlung des Vereins der israelitischen Lehrer des ehemaligen Herzogtums Nassau in Wiesbaden im Herbst 1899; bei dieser Versammlung wird Siegmund Jäckel noch als Lehrer in Westerburg und Referent bei der Tagung genannt: "...Damit wird Punkt 3 der Tagesordnung verlassen. Es erhält zu Punkt 4 der Tagesordnung Kollege Jäckel-Westerburg das Wort zu seinem Referat:
'Die Vorbildung des Lehrers (Verbandsthema). Auch dieser Referent hat es an Fleiß nicht mangeln lassen, seiner Aufgabe vollständig gerecht zu werden. Der Vortragende will insbesondere den Schächterdienst getrennt wissen mit der Motivierung 'das Schächten wirke verrohend auf den Lehrer.' Der Vortragende steht mit seiner Ansicht wohl isoliert da, insbesondere wird von den Herren Dr.Dr.Landau und Silberstein, sowie Herrn Vorsteher Heß geltend gemacht, dass das Schächten ein religiöses Gebot sei und ein solches durchaus den guten Sitten nicht widersprechen kann und darf, umsomehr da nur Männer von makellosem Rufe, streng religiös-sittlich-moralischem Charakter und Lebenswandel als Schächter autorisiert werden können und dürfen. Im Übrigen muss, wie bereits oben erwähnt, konstatiert werden, dass College Jäckel mit Fleiß und großer Sachkenntnis sich seiner Aufgabe entledigte. Reichen Beifall lohnte den Redner für seinen Vortrag. In dem Vortrag 'Vorbildung des Lehrers' wird ver­langt.
1) Geeignete Persönlichkeit zum Lehrerberufe.
2) Gründliche Vorbereitung und Vorbildung.
3) Nach dem Austritte ans dem Seminar weitere Fortbildung.
4) Die Seminarlehrer sollen aus dem Volksschullehrerstand hervorgehen.
Lehmann, Schriftführer, Weilburg." 
 
Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 9. August 1934: "Kassel. Am 1. August beging Siegmund Jäckel, früher in Westerburg und Lüdenscheid, das Jubiläum seiner 25-jährigen Tätigkeit als Kantor und Religionslehrer der hiesigen Gemeinde. Der Jubilar wurde von vielen Seiten durch Aufmerksamkeiten geehrt."  
 
"Todesfallanzeige" im Ghetto Theresienstadt, wo Siegmund Jäckel am 24. Februar 1943 umgekommen ist. Quelle  


Über Lehrer Nathan Saretzki und seine Emmi Rosa geb. Ullmann 

Westerburg Saretzki 100.jpg (22221 Byte)Nathan Saretzki ist 1887 als Sohn des Kantors Elias Saretzki in Hohensalza/Posen (heute Inowroclaw in Polen) geboren. Nach dem Studium von Pädagogik und Musik in Berlin und Frankfurt bekam er (vor 1914) die Religionslehrerstelle in Westerburg, wurde jedoch wenig später als Unteroffizier in den Ersten Weltkrieg eingezogen, wo er bei der Marneschlacht 1914 schwer verwundet wurde und bis 1918 Kriegsgefangener in Frankreich war. 1920 heiratete er Emmy Rosa geb. Ullmann aus Westerburg (ihr Bruder Gustav Ullmann starb 1918 als Soldat und wurde im Friedhof Westerburg beigesetzt). Saretzki war nach dem Ersten Weltkrieg Kantor in Gleiwitz, seit 1922 Oberkantor an der Haupt- und Westendsynagoge in Frankfurt und unterrichtete bis 1937 an verschiedenen Schule, zuletzt am Philanthropin Frankfurt. Am 18. August 1942 wurden Nathan und Emmy Rosa Saretzki sowie ihre Mutter Rosa Ullmann von Frankfurt nach Theresienstadt deportiert, 1944 nach Auschwitz. Das Todesdatum des Ehepaares unbekannt; Rosa Ullmann ist am 16. September 1943 in Theresienstadt gestorben. "Stolpersteine" in Frankfurt: Lersnerstraße 34.  
Quelle für das Foto und weitere Informationen

Literatur: Edgar Sarton-Saretzki: "Auf Sie haben wir gewartet". Hanau (CoCon Verlag) 1997.

 
Über Lehrer Leo Fischer    

Westerburg Fischer 100.jpg (62799 Byte)Leo Fischer war von 1930 bis 1933 der letzte jüdische Religionslehrer in Westerburg. Er unterrichtete auch die Kinder in einigen umliegenden Gemeinde, u.a. in Meudt. In Westerburg rettete er im März 1933 zwei jüdischen Männern das Leben. Im September 1933 emigrierte er nach Schweden, von wo aus er zwischen 1943 und 1945 in Zusammenarbeit mit dem Schweder Raoul Wallenberg viele Menschenleben rettete. In Schweder arbeitete er als Religionslehrer, später als Rabbiner. Nach seiner Pensionierung 1973 lebte er mit seiner Frau in England (London). Er hat nach 1945 mehrfach Deutschland besucht. Das Foto links zeigt ihn bei einer Gedenkfeier am 15. November 1987 in Meudt gemeinsam mit Ludwig Falkenstein. Quelle.   



Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Bericht des Religionslehrers J. Gabriel über die Gemeinde (1857) - Gründung eines Wohltätigkeitsvereins und Bericht zum "Friedhof" der Gemeinde

Westerburg Jeschurun 091857a.jpg (188871 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Jeschurun vom September 1857: "Westerburg, im Juni (1857). Unser kleines Ländchen Nassau, dessen Juden auswärts hier und da als indifferent verschrien sein mögen, zählt dennoch auch viele Gemeinden, die es mit dem Glauben ihrer Väter treu und redlich meinen. 
Die hiesige Gemeinde, welche circa 30 Familien zählt, hat wohl hier und da ein Gemeindeglied, welches sich von Allem, wo es heißt, fürs Gute in die Schranken zu treten, zurückzuziehen sucht, aber im Allgemeinen herrscht doch hier ein echt jüdischer Geist. - Schreiber dieses ließ im Januar dieses Jahres eine Aufforderung zur Gründung eines Chewra (Verein) für Wohltätigkeit ergehen, und mit warmem Eifer unterzeichnete man die Statuten, kommt regelmäßig zu den mit der Chewra verbundenen religiösen Vorträgen und erfüllt mit Pünktlichkeit alle Verpflichtungen, die den Vereinsmitgliedern obliegen. Trotz der Hindernisse, die dem Fortbestand der Chewra von einigen Mitgliedern der Gemeinde entgegengesetzt werden, wird sich dieselbe mit Gottes Hilfe eines langjährigen Dauer erfreuen. 
Als man in diesen Tagen für eine bedrängte Familie kollektierte, war es eine Freude, derselben eine annehmbare kleine Summe, durch die Mildtätigkeit der hiesigen Gemeinde gesammelt, zustellen zu können. ebenso beteiligte man sich hier und in der Umgegend im vorigen Jahr bei der Sammlung für die notleidenden Glaubensgenossen in Jerusalem. 
Wohl könnte manches reiche Gemeindeglied für gute und edle Zwecke mehr stiften als dieses der Fall ist, wenn es bei ihnen nur nicht an gutem Willen fehlte, und sie mehr Sinn fürs Gute hätten. - 
Die hiesige Gemeinde, welche keinen eignen Begräbnisplatz besitzt, beerdigt ihre Toten vielleicht seit undenklicher Zeit in einem Wald. Der Totenacker ist weder begrenzt, noch umzäunt, noch ist er wie angegeben Eigentum der Gemeinde (man zahlt einen jährlichen Pacht). Hätte unter den vorliegenden Verhältnissen eine so zahlreiche, nicht arme Gemeinde nicht schon längst Bedacht nehmen sollen, sich einen Totenhof als Eigentum anzukaufen? Wir mögen nicht daran denken, dass vielleicht bald die dort stehenden 150 Jahre alten Bäume gefällt werden, wodurch sämtliche Gräber demoliert werden müssen. J. Gabriel, Religionslehrer."   

   
Ergebnisse von Spendensammlungen in der Gemeinde (1866 / 1886 / 1890) 

Anmerkung: in jüdischen Gemeinden wurde regelmäßig Spenden für bestimmte Zwecke gesammelt; die Ergebnisse wurden teilweise in jüdischen Periodika veröffentlicht. Drei der Ergebnisse seien mitgeteilt (vgl. noch unten von 1901)  

Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1866 - gesammelt wurde "für die Witwen und Waisen im Heiligen Land": "Synagogen-Gemeinde Westerburg: Vorsteher Isak Fuld 36 kr., Gehilfe Kasmann Ullmann 36 kr., Gehilfe Isak Frank 18 kr., Löb Ullmann 36 kr., Isak Ullmann 36 kr., Gerson Ullmann 54 kr., Nathan Fuld 18 kr., Koppel Fulds Witwe 16 kr., Marcus Rosenthal 36 kr., Mayer Kahn 9 kr., Nathan Kahn I. 12 kr., Abraham Fuld 18 kr., Lehrer Goldschmidt 6 kr., Löb Kahlheim von Weltersburg 54 kr., Salomon Rosenthal von Willmerod 9 kr., Herz Rosenthal 14 kr., Isak Rosenthal 18 kr., Löb Rosenthal 14 kr., Moses Rosenthal 14 kr., zusammen 7 fl. 36 kr., ...15 kr., verbleibt 7 fl. 21 kr."   
 
Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Oktober 1886 - gesammelt wurde "Für die aus Preußen ausgewiesenen russischen Glaubensbrüder": "Westerburg. Durch Vorstand G. Ullmann: Moses Rosenthal in Willmenrod 1, Lob Rosenthal 2, Gerson Ullmann 3, Aron Ullmann II. 3, Witwe Korsman Ullmann 3, Dr. med. Ullmann 3, Moses Ullmann I. 3, Aron Ullmann III. 1.50, Moses Ullmann II. 1.50, Isaack Sternberg I, Herz Rosenthal 1, M. Isenberg 1, zusammen abzüglich Porto 24.70 M."   
 
Mitteilung in "Die jüdische Presse" vom 2. Januar 1890 - gesammelt wurde "Für die Notleidenden in Bagdad" : "Westerburg: gesammelt durch A. Ullmann von (A. Ullmann III 25, A. Ullmann II 3, K. Ullmann 5, Alb. Ullmann 1, Sieg. Ullmann I 1,50, L. Ullmann I 2, L. Ullmann II 1, H. Rosenthal 1. A. Fuld I 1. A. Fuld II 1,50, J. Fuld 1, Frau Cohn Witwe 0,50, S. Straus 2,50, J. Sternberg 1, L. Kalheim Witwe 3, L. Kalheim 1,50, S. Neuhaus 0,75] aus. 52.25."   

   
Die Antisemitenbewegung erreicht Westerburg (1890)  
-  Über den Antisemiten Dr. Otto Böckel aus Marburg siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Otto_Böckel 
-  Über den Antisemiten Oswald Zimmermann aus Dresden  https://de.wikipedia.org/wiki/Oswald_Zimmermann   

Artikel in der Zeitschrift "Israelitische Wochenschrift" vom 23. Januar 1890: "Westerburg, 10. Januar. (Original-Korrespondenz) Das widerwärtige Treiben der Antisemiten hat auch in unserer friedlichen Gegend Einkehr gehalten. Herr Zimmermann aus Dresden und Herr Dr. Böckel aus Marburg suchten in einer 1 1/2-stündigen Rede die Zuhörer, welche sich wohl auf 180 belaufen mochten, zu überzeugen, dass alle, bis jetzt im Reichstag vertretenen Fraktionen nicht lebensfähig seien. Nur die antisemitische Partei, welche ganz sicher im nächsten Reichstage 'massenhaft' vertreten sein werde, sei die allein echte, welche unbestreitbar die Zukunft gehöre. An diese wunderlichen Ideen, an die Ideen eines Tollhäuslers, reiheten sich nun Schmähungen gemeinster Art gegen Juden und Judentum, welche in dem an die Zuhörer gerichteten Ersuchen gipfelten, um keinen Preis bei einem Juden auch nur das Geringste zu kaufen. Sorglos sahen wir Israeliten Westerburgs dem Kommen und Gehen dieser Aufwiegler entgegen, da wir wussten und wissen, dass die zwischen den verschiedenen Konfessionen herrschende Eintracht in unserer engeren Heimat keineswegs dadurch berührt, geschweige denn gestört werden wird. Die nächste Reichstagswahl wird den beiden judenfeindlichen Rednern den unwiderleglichen Beweis liefern, dass hier für derartige Wahlagitationen wenig Spielraum vorhanden ist."    
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1890: "Westerburg. Auch in unsere stille Berge hat der Antisemitismus leider seinen Einzug gehalten. Am 5. Januar diesen Jahres erschienen im Oswald Fuckert'schen Lokale die Antisemiten Zimmermann aus Dresden und Böckel aus Marburg, um ihren beklommenen Herzen in galligen Ergüssen gegen die Juden Luft zu machen. Etwa hundert und achtzig Zuhörer hatten sich im Saale niedergelassen, als Herr Zimmermann seine Rede begann. Wenn dieser Weltverbesserer es schon an Schmähungen gegen die Juden nicht fehlen ließ, so wurde Herr Dr. Böckel der Superlativ seines Vorredners, indem er in Verdächtigungen und Verleumdungen gegen die Juden sich selbst zu überbieten bestrebt war. Wir wollen seine fluchwürdigen Auseinandersetzungen hier nicht weiter verfolgen, sondern nur den Schluss seiner Rede skizzieren, welche darin gipfelt, dass die Juden aller Ehre bar, Wucherer und Blutsauger seien, mit denen in Zukunft kein wahrer Christ Geschäfte machen möge. Es war der alte, schon häufig aufgewärmte Kohl, welcher hier den meist aus Neugier erschienenen Zuhörern zum ersten Male aufgetischt wurde, der aber Wenigen gemundet hat. Wir kennen unsere biederen Westerwälder zu genau, als dass wir zu befürchten hätten, die alte Eintracht zwischen den verschiedenen Konfessionen könnte im Geringsten dadurch gestört werden. Die nächste Reichstagswahl wird zeigen, dass der Judenfeind Böckel in den Wind gesprochen."  

   
Patriotische Feier in Westerburg zum Gedenktag der Schlacht bei Sedan - die Antisemiten vor Ort werden ruhiger (1890)  
Anmerkung: - Zur Schlacht bei Sedan im deutsch-französischen Krieg 1870 siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Schlacht_von_Sedan  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. September 1890: "Westerburg. Heute, verehrter Herr Redakteur, habe ich Ihnen, Gott sei Dank, nur Erfreuliches aus unserem zwar romantisch gelegenen, aber dem Weltverkehr fast gänzlich entrückten Städtchen zu erzählen. Gestern wurde, wie wahrscheinlich in allen Gauen Deutschlands, auch hier der zwanzigjährige Gedenktag der Schlacht bei Sedan gefeiert. Die Krieger unserer Grafschaft hatten weder Kosten noch Mühe gespart, um das Fest zu einem imposanten zu gestalten. Den Glanzpunkt dieser Feier bildete das auf einem freien, inmitten der Unterstadt gelegenen Platze Nachmittags abgehaltene und bis in die Abendstunde sich erstreckende, gemütliche, vom friedlichsten Volksgeiste beseelte Fest, an welchem sich fast alle Bürger unserer Stadt, worunter auch unser allgemein verehrter Herr Landrat v. d. Goltz, sowie zahlreiche Auswärtige sich beteiligten.
Wenn wir nun bedenken, dass die vom Antisemitenführer hiesiger Stadt, Herrn Clemens Brand, gehaltene Festrede, wie wohl nicht zu erwarten war, eine Frieden und Toleranz atmende gewesen, so verdanken wir sowohl dieses, als auch den während des ganzen Festes herrschenden brüderlichen Ton lediglich dem edlen Wirken des hochverehrten, biederen, toleranten und ehrenhaften Präsidenten des Kriegervereins: Herrn Grubendirektor Fichtel. Ihm allein haben wir es zunächst zu verdanken, wenn dem Antisemiten - Apostel Dr. Böckel der Boden für seine fluchwürdigen Agitationen hier entzogen worden ist.
Schließlich kann ich die erfreuliche Bemerkung nicht unterdrücken, dass der Wirt, Herr Adolf Fuckert, welcher im verflossenen Winter Herrn Böckel seinen Saal zur Verfügung stellte, dieses, laut seines mir gegebenen Versprechens, in Zukunft nicht mehr tun wird. Gebe der Allgütige, dass die friedliche, augenblicklich in unserer Heimat zwischen allen Konfessionen herrschende Stimmung auch von Dauer sein möge."   

  
Spendenaufruf für den Metzger Heinrich Schaumburger und seine Frau (Stahlhofen, 1877)
  

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. August 1877: "Hilferuf
Der Metzger Heinrich Schaumburger von Stahlhofen, Amts Rennerod, welcher sich zu Anfang dieses Jahres in Witten mit Fräulein Sara Perlstein verheiratet und dort ein Metzgergeschäft etabliert hatte, musste dies Geschäft bald nach Einrichtung desselben wieder aufgeben, da er als Rekrut seiner Militärpflicht noch nachzukommen hat und jetzt als Soldat dient. In Folge dessen verzog seine Frau zu deren Schwiegereltern in Stahlhofen, den Eheleuten Jonas Schaumburger. Da jedoch die Eheleute Heinrich Schaumburger den durch die Neueinrichtung des Geschäfts übernommenen Verbindlichkeiten im Betrag von 400 Talern nunmehr nicht nachkommen konnten, wurde die Ausstattung der Frau Heinrich Schaumburger von den Gläubigern in Pfand genommen, sodass die Frau ganz arm und von allen Mitteln entblößt bei ihren ebenfalls sehr armen Schwiegereltern ankam.   
Die jungen Eheleute sind nun völlig unvermögend, die Ausstattung der Frau wieder einzulösen und würde dieselbe ihre elterliche Mitgift preisgeben müssen, wenn nicht der wohltätige Sinn ihrer wohlhabenden Glaubensgenossen, an die zu wenden sie sich in ihrer traurigen Lage entschlossen hat, ihr seine opferbereite Hilfe zuwenden wollte, deren sie so sehr bedürftig ist und von deren günstigem Erfolg sie einen durchaus würdigen Gebrauch machen wird.
Westerburg, 2. Juni 1877. (L.S.)  K. Schmidt, Pfarrer. 
Milde Gaben beliebe man einzusenden an den israelitischen Kultusvorsteher Isaac Fuld in Westerburg.    

  
Spendenaufruf für die von einem Brandunglück betroffene Familie Moses Neuhaus (1881)

Westerburg Israelit 13071881.jpg (89945 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juli 1881: "Aufruf! Am 23. dieses Monats, des Nachmittags um 4 Uhr, brach im unteren Stadtteile in dem Hause eines hiesigen Einwohners, welches von einem armen Israeliten Moses Neuhaus mit Familie mitbewohnt wurde, im oberen Dachstuhl Feuer aus, in kaum einer halben Stunde stand fast das ganze Wohngebäude in hellen Flammen; mit der größten Gefahr wurden zwar ein Teil der unversicherten Mobilien gerettet, welche aber größtenteils so sehr beschädigt wurden, dass solche unbrauchbar geworden sind. 
Die israelitische Familie befindet sich durch den Verlust ihres unentbehrlichen Mobiliars in der größten Armut und Not. 
Das unterzeichnete Komitee ersucht alle wohltätigen Glaubensgenossen, dieser hartbedrängten armen Familie eine Unterstützung zufließen zu lassen. Alle milden Gaben werden dankbar entgegengenommen. 
Westerburg, den 26. Juni 1881. Das Komitee: Gerson Ullmann, israelitischer Kultusvorsteher. Wengenroth, Bürgermeister. D. Kaufmann, Lehrer. 
Wir sind gern bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiterzubefördern. Die Expedition des 'Israelit'."    

  
Spendenaufruf für verarmte Familie (1901)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Mai 1901: "Herzliche Bitte. 
Eine arme israelitische Familie dahier ist in Folge schwerer Erkrankung des Mannes nicht nur in große Not geraten, sondern ist auch durch Kündigung ihrer Mietswohnung wegen Verkaufs des Hauses obdachlos geworden, weil es hier an Mietswohnungen für geringe Leute fehlt. Ich habe selbst mich vergeblich um eine Wohnung für die Familie bemüht. Im Vertrauen auf die Hilfe ihrer Glaubensgenossen hat es daher die Frau gewagt, ein gerade feilstehendes Wohnhäuschen für 500 Mark zu kaufen. Aus eigenem Vermögen vermag die Familie den Kaufpreis nicht zu bezahlen,. Da hier also tatsächlich eine große Not vorhanden ist und ich den Mann von seiner Kindheit auf als einen braven und fleißigen Menschen kenne, so wende  ich mich an die Leser dieser Zeitung mit der herzlichen Bitte, sich der armen Familie anzunehmen und ihr zur Erwerbung des Häuschens durch freundliche, milde Gaben zu helfen, zu deren Empfang ich gerne bereit  bin und worüber ich in dieser Zeitung quittieren werde. 
Westerburg (Westerwald), 21. Mai 1901. K. Schmidt, Pfarrer."  


Spendenaufrufe von Pfarrer Haas für arme jüdische Familie bzw. eine jüdische Witwe (1908 / 1911)  

Westerburg Israelit 19031908.jpg (92306 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. März 1908: "Herzliche Bitte! 
Eine hiesige arme israelitische Familie ist in große unverschuldete Not geraten. Im verflossenen Herbste ist der Ernährer plötzlich gestorben mit Hinterlassung einer Witwe und 2 noch unerzogenen Kindern. Vermögen ist nicht vorhanden. Nun verlangt die Baupolizei umfangreiche, dringliche Reparaturen an dem Häuschen (neuer Schornstein, neue Wand etc.). Falls diese Reparaturen nicht baldigst ausgeführt werden, droht hohe Strafe. Wer hilft der armen Familie ihr Häuschen wieder in Stand setzen? 
Gaben nimmt entgegen 
Pfarrer Haas, Westerburg im Westerwald.  
Quittung erfolgt in diesem Blatt."  
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Februar 1911: "Eine israelitische Witwe,
welche selbst krank ist und auch noch zwei unversorgte Kinder hat, befindet sich in großer Not und bittet edeldenkende Glaubensgenossen um
gütige Unterstützung
, Gaben nimmt der Unterzeichnente entgegen.
Pfarrer Haas Westerburg.
Westerwald."   

   
Quittung über eingegangene Spenden (1901) 
 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juni 1891:   

       
       
Berichte zu einzelnen Personen der Gemeinde  
Zum Tod des durch einen Blitzschlag getöteten Corsmann Ullmann (1881)  

Vgl. die Informationen und Dokumente in der Website von Horst Jung zu Corsmann Ullmann (1822-1881) https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_E526CB4228454343A39DCC325D588FA4.htm  

Westerburg Israelit 27071881.jpg (87419 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Juli 1881: "Westerburg, 22. Juli. Geleitet von einer unabsehbaren Menschenmenge wurde heute unser Mitbürger, Herr Corsmann Ullmann, zu Grabe getragen. Von nah und fern waren sie herbeigeeilt, Glaubensgenossen und Andersgläubige, um Demjenigen die letzte Ehre zu erweisen, dessen tragisches Ende überall die größte Teilnahme erregt hat. derselbe war nämlich am verflossenen Mittwoch (= 20. Juli 1881) in dem eine Stunde von hier entfernten Oellingen, wo er in einem Hause vor dem Gewitter Schutz gesucht hatte, von einem Blitzschlag getötet worden. Unsere Gemeinde verliert an dem Dahingeschiedenen einen ihrer beliebtesten und würdigsten Vertreter. Friede seiner Asche!"  

  
Zum Tod von Röschen Kahn, Mutter des Lehrers Markus Kahn (1894 in Bernkastel, beigesetzt in Bernkastel) 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. September 1894: "Nachruf-
Westerburg
, 16. September 1894.
Tränenumflorten Blickes greife ich heute zur Feder. Unsere Gemeinde hat einen großen Verlust zu beklagen. Sie, die nämlich uns allen ein leuchtendes Vorbild war, weilt leider nicht mehr unter den Lebenden. Röschen Kahn Witwe von hier ist in verflossener Woche in ein besseres Jenseits hinübergeschlummert. Die Verblichene, welche eine mildtätige, edle, gesetzestreue Frau, eine Mutter in Israel im wahrhaftesten Sinne des Wortes war, wurde, bevor sie noch das 66. Lebensjahr erreicht, vom Tode ereilt. Bei ihrer ungeheuchelten Frömmigkeit hatte sie vielfache Leiden zu erdulden. So musste sie unter Anderem jahrelang ihren erblindeten Gatten pflegen, bis diesen der Tod erlöste. Dann sah sie mehrere ihrer Kinder auf Nimmerwiedersehen übers Meer wandern und um den Leidenskelch bis zur Neige zu leeren, verlor sie im letzten Frühjahre durch den Tod ihre jüngste, erst 25 Jahre zählende Tochter. Andererseits erblühte ihr aber in einigen ihrer Kinder, namentlich in der als hochherzig und wohltätig allgemein bekannten, in Frankfurt a. M. wohnenden Tochter, Frau Bertha Lehmann Wittwe, das schönste Glück. Ausschließlich dieser pflichtgetreuen Tochter, bei welcher sie ihren Lebensabend zu verbringen gedachte, verdankte sie schon seit Jahren eine sorgenlose Existenz. Vor einigen Monaten übersiedelte die jetzt Verblichene auf kurze Zeit zu ihrem in Bernkastel an der Mosel als Kultusbeamter funktionierenden Sohne, woselbst sie plötzlich verstarb und auch beerdigt wurde. Das Andenken dieser unvergesslichen Verstorbenen wird dem Gedächtnisse derer, welche sie näher zu kennen die Ehre hatten, niemals entschwinden. Jetzt, teuere Freundin, weilest Du an der Seite Deines Gatten und Deiner Tochter, in lichten Höhen. Hier tönt kein Weinen, hier nagt kein Schmerz! Hier bestrahlet Dich die Gnadensonne des Allmächtigen. Frieden Dir!  Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."  

   
Zum Tod des Gemeindevorstehers Louis Ullmann (1895)  

Westerburg Israelit 28021895.jpg (158402 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Februar 1895: "Westerburg, 17. Februar (1895). Unsere Gemeinde hat abermals einen herben, fast unersetzlichen Verlust zu beklagen. Herr Louis Ullmann I., unser friedliebender, pflichttreuer und Gottesfürchtiger, erster Vorsteher ist nicht mehr. In der Nacht vom 13. auf den 14. dieses Monats ist er - leider so früh - in seinem 42. Lebensjahre, nach einer sechswöchentlichen, tückischen Krankheit vom Schauplatze seiner irdischen, segensreichen Wirksamkeit durch einen sanften Tod abgerufen worden. Der Verstorbene war ein allgemein beliebter, in hohem Grade mildtätiger Mensch, ein mustergültiger Gatte und Vater, ein pietätvoller Sohn, ein liebender Bruder und ein treuer Ratgeber und Freund seinen zahlreichen, hochachtbaren und ebenfalls wohltätigen Verwandten. Aber nicht nur diese, sondern auch Alle, welche mit ihm zu verkehren die Ehre hatten, namentlich seine vielen Freunde, beweinen sein Hinscheiden. Dass unsere Stadt anerkennt in ihm einen ihrer achtbarsten Bürger verloren zu haben, beweist die überaus rege Beteiligung bei seinem Leichenbegängnisse. Trotz des hohen Schnees, ungeachtet der Nähe des Sabbats folgten seiner Bahre über 500 Personen und zwar aus allen Konfessionen. Auch die Honoratioren unserer Stadt, der Herr Landrat, der Herr Bürgermeister, der Herr Pfarrer etc. gaben ihm das Geleite zur ewigen Ruhestätte. Einen solchen Kondukt dürfte Westerburg wohl noch niemals gesehen haben. 
Gott, der diese tiefe Wunde geschlagen, sandte aber zugleich heilenden Balsam. Denn so groß die Lücke ist, welche der Tod hier gerissen, sie wird nahezu ausgefüllt, durch die ehrenwerten Verwandten der Witwe, in Frankfurt, Wiesbaden, Worms, Schwalbach, Breslau usw., welche ihr hilfreich zur Seite stehen werden. 
Dein Andenken, treuer Freund, wir nie unserem Gedächtnisse entschwinden. Schlafe sanft, ruhe in Frieden."   

   
Zum Tod von Frau Adelheid Michel geb. Ullmann (1910) 

Artikel im "Israelitischen Familienblatt" vom 10. November 1910: "Westerburg. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust zu beklagen. In Frankfurt a. M. verstarb Frau A. Michel, eine Frau, die stets für die Gemeinde das regeste Interesse bekundete. Die Gemeinde verdankt ihr eine hochherzige Stiftung, die ihren Namen noch späteren Geschlechtern künden wird."   
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 28. Oktober 1910: "Am zweiten Tag Rosch-Haschonoh verschied nach längerem Leiden das älteste Mitglied unseres Vereins,
Frau Adelheid Michel  geb. Ullmann

im 71. Lebensjahre. 
Sie ruhe in Frieden!     Der israelitische Frauenverein Westerburg."    

  
Zum Tod von Albert Ullmann (1912) 
Anmerkung: der Familienname ist verschrieben, es muss Ullmann statt Hellmann heißen 
Vgl. die Dokumente in der Website von Horst Jung zu Albert Ullmann https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_9508F371825749BF85831F5D32FF6CAE.htm     

Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 12. Dezember 1912: "Westerburg (Westerwald). Der Vorsteher unserer Synagogengemeinde, Herr Albert Ullmann ist hier verschieden."  

  
70. Geburtstag des langjährigen Gemeindevorstehers Simon Ullmann (1928)  

Vgl. die Dokumente in der Website von Horst Jung zu Simon Ullmann: https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_33BB222A0CB54C6C8DA1736822A397AB.htm  
  

Westerburg Israelit 15031928.jpg (40736 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1928: "Westerburg im Westerwald, 10. März (1928). Am 23. März feiert der allgemein beliebte und geachtete Herr Simon Ullmann, seinen 70. Geburtstag. Herr Ullmann war jahrzehntelang erster Vorsteher der hiesigen israelitischen Gemeinde und ist heute noch zweiter Vorsteher derselben. Fast ebenso lange fungierte er als Stadtverordnete. (Alles Gute) bis 100 Jahre."  

      
70. Geburtstag des aus Westerburg stammenden Lehrers Markus Kahn (1931 in Hechtsheim
Anmerkung: Markus Kahn ist am 18. Januar 1861 in Westerburg geboren, besuchte 1874 bis 1876 die Präparandenschule in Höchberg, dann bis 1879 das israelitische Lehrerseminar in Würzburg. Nach Abschluss der Ausbildung war er von 1879 bis 1882 Lehrer in Schornsheim (mit Niedersaulheim und Udenheim), 1882 Lehrer in Flonheim, anschließend Lehrer in Rimbach, dann Külsheim; von 1899 bis 1911 Lehrer in Bernkastel, und von 1911 bis 1931 Lehrer in Hechtsheim.     

Artikel im "Mitteilungsblatt des Landesverbandes der Israelitischen Religionsgemeinden in Hessen" Nr. 1 1931: "Hechtsheim (in Rheinhessen). Am 18. Januar 1931 kann Herr Lehrer M. Kahn, der seit 20 Jahren in der hiesigen Gemeinde als Lehrer, Vorbeter und Schochet tätig ist, seinen 70. Geburtstag feiern. Herr Kahn ist am 18. Januar 1861 in Westerburg, Provinz Hessen Nassau, geboren, fand als dreizehnjähriger Jüngling Aufnahme in der israelitischen Präparandenschule zu Höchberg bei Würzburg und trat nach zweieinhalbjähriger Vorbildung in dieser Präparandie in das Israelitische Lehrerseminar in Würzburg ein. Als er im Jahre 1879 diese Lehrerbildungsanstalt verließ, fand er sofort Anstellung in der damals starken israelitischen Gemeinde Schornsheim, Rabbinatsbezirk Alzey. Von hier aus erteilte er auch den Religionsunterricht in Nieder-Saulheim und Udenheim. Nach drei Jahren siedelte er nach Flonheim bei Alzey über und fand dann eine umfangreiche Tätigkeit in Rimbach im Odenwald. Nach sechsjähriger Tätigkeit in dieser Gemeinde fand er eine Anstellung in Külsheim, Rabbinat Mosbach in Baden. Nach einer weiteren Amtstätigkeit von zwölfeinhalb Jahren in Bernkastel an der Mosel wurde Herr Kahn, wie oben erwähnt nach Hechtsheim berufen. Neben seinen Hechtsheimer Obliegenheiten versieht Herr Kahn auch die Unterrichts- und Schächter-Tätigkeit in Ebersheim-Harxheim, Hahnheim, Bodenheim, Undenheim und Schornsheim. Seit über 50 Jahren ist so Herr Lehrer Kahn im Dienste jüdische Gemeinden tätig, hat hunderte von jüdischen Kindern in den Lehren des Judentums unterwiesen, hat manche Gemeinde als Sch'liach Zibbur (Vorbeter) im Gebet vereint und als gewissenhafter Schächter der Erfüllung dieser heiligen Aufgabe gedient. Er hat sich in seinen alten Tagen auch noch unserem Landesverband der israelitischen Religionsgemeinen Hessens zur Verfügung gestellt und hat die beschwerlichsten Wege in Nachbargemeinden zwecks Ausübung seiner Berufstätigkeit nicht gescheut. Wir sprechen Herrn Kahn unsere Glückwünsche zu seinem Jubeltage aus und wünschen ihm in Gesundheit und weiterer rüstiger Schaffenskraft: ad meoh weesrimm schonoh." (= alles Gute bis 120 Jahre).    

 
60. Geburtstag von Jettchen Fuld geb. Levi, langjährige Vorsteherin des Frauenvereins (1934)  
Anmerkung: Jettchen Fuld geb. Levi ist 1894 in Fischach geboren. Sie war mit dem Zigarrenfabrikanten und zeitweisen Vorsteher der jüdischen Gemeinde Westerburg Jakob Fuld (1871 - 1917) verheiratet. 1942 wurde sie verhaftet und ins KZ Ravensbrück verbracht, wo sie ermordet wurde.
Informationen in der Website von Horst Jung: https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_2A9873FC33C04150AC84462C1477CB69.htm  und  https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_82AA7192D8F84B408757CF92B69AEC8F.htm

Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 1. November 1934: "Westerburg (Westerwald). Frau Jettchen Fuld Witwe feierte dieser Tage ihren 60. Geburtstag. Sie ist langjährige Vorsteherin des Frauenvereins. Ihr ist es zu danken, dass der Verein wieder ins Leben gerufen wurde."  

 
Leopold Neuhaus, langjähriger Schofarbläser der Gemeinde, feiert seinen 70. Geburtstag (1938) 
Anmerkung: Leopold Neuhaus ist als Sattlermeister und Mitglied des Vorstandes der Gemeinde mehrfach auf dieser Seite genannt.

Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 27. Januar 1938: "Westerburg (Westerwald). Leopold Neuhaus wurde am 10. Januar 70 Jahre alt. Er ist über 30 Jahre ehrenamtlicher Schofarbläser, und seit vielen Jahren im Vorstand der Gemeinde."     

    
Dokument der NS-Zeit: Fanny Ullmann wohnhaft am "Adolf-Hitler-Platz 7" feiert ihren 75. Geburtstag (1938) 
Anmerkung: Fanny Ullmann geb. Kahn ist am 10. Mai 1863 in Münster/Westfalen geboren. Sie heiratete am 14. Dezember 1898 in Münster Louis Ullmann aus Westerburg. Die beiden hatten drei Kinder: Rosa (geb. 6.10.1891 in Westerburg, verheiratet mit Ferdinand Oster in Boppard, Ferdinand und Rosa wurden ermordet Mai 1942 nach Deportation), Irma (geb. 13.10.1894 in Westerburg, ermordet nach Deportation Sobibor 1942; war verheiratet mit Hans Bär [1895-1939]) und Alice (verheiratet mit Ernst Gottschalk [geb. 1908 in Bauchem, ermordet KZ Majdanek 1942]; Sohn Jochanan Gottschalk [geb. Aachen 1940, ermordet Sobibor 1942]).
Die Familie Louis und Fanny Ullmann wohnte am Marktplatz 7 (in der NS-Zeit Adolf-Hitler-Platz 7) in Westerburg. Louis Ullmann war Inhaber einer Leder-, Eisen- und landwirtschaftliche Maschinenhandlung in Westerburg. Angesichts der drohenden Deportation setzte Fanny Ullmann geb. Kahn am 13. Juni 1942 in Westerburg ihrem Leben ein Ende (Suizid). Ihr Mann, die Kinder und Schwiegerkinder waren allesamt Opfer der NS-Zeit.
Dokumente und Informationen zu Louis Ullmann und Familie in der Website von Horst Jung: https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_8FAE446206944530B9091DDD99F198E0.htm 

Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 12. Mai 1938: "Westerburg (Westerwald), Adolf-Hitler-Platz 7: Frau Fanny Ullmann geb. Cahn, 75 Jahre."    

   
Der langjährige Vorbeter der Gemeinde Isaak Rosenthal wandert aus (1938)  

Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 30. Juni 1938: "Westerburg (Westerwald), Isaak Rosenthal, langjähriger Vorbeter der Gemeinde, wandert mit seinen Kindern aus." 

   
Josef Fuld ist 20 Jahre Vorsteher der Gemeinde (1938)  
Anmerkung: vgl. die Informationen und Dokumente in der Website von Horst Jung zu Josef Fuld (1877-1945): https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_34C913AEAA0B4812A28AD2FE3268EDC0.htm  

Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 20. Oktober 1938: "Westerburg (Westerwald). Kultusvorsteher Josef Fuld kann in diesen Tagen auf eine 20jährige Tätigkeit als 1. Vorsteher der Gemeinde zurückblicken."  

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Anzeige des Sattlermeisters Leopold Neuhaus (1910) 

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 14. April 1910: "Ein kräftiger Junge
kann in die Lehre treten bei
Leopold Neuhaus,
Sattler n. Polsterer, Westerburg
, Hessen-Nassau.
Schabbos und Jontof (Feiertag) geschlossen."   
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 31. März 1915: "Zwei Sattlergesellen
auf sofort gesucht. Schabbos und Jomtof geschlossen. 
Leopold Neuhaus
  Sattlermeister 
Westerburg
(Hessen-Nassau)." 

  
Anzeigen von Otto Rosenberg (1912 / 1913)  
Vgl. die Dokumente in der Website von Horst Jung zu Otto Rosenberg https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_7175DBFFDB474030ABA335223B6ABB88.htm    

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 29. Februar 1912: "Lehrmädchen
Eintritt 15. April od. 1. Mai, für mein Manufaktur- u. Konfektionsgeschäft gesucht. Samstag geschlossen. Familienanschluss.
Otto Rosenberg vormals N. Fuld Sohn
Westerburg
Regierungsbezirk Wiesbaden."   
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 30. Januar 1913: "Lehrmädchen
gesucht sofort oder per Ostern, aus achtbarer Familie, für mein Manufakturwaren- u. Konfektionsgeschäft. Freie Station im Hause. Samstags und Feiertage geschlossen. .
Otto Rosenberg vormals N. Fuld Sohn
Westerburg
(Bezirk Wiesbaden)"   

   
Anzeige von Jacob Fuld (1912)  

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 11. Juli 1912: "Suche für meinen 14jährigen Sohn
Lehrstelle
in einem Manufaktur- und Konfektions-Geschäft bei freier Station
Jacob Fuld
Westerburg
, Westerwald."     

  
Anzeige der Zigarrenfabrik Gebr. Fuld (1917) 

Anmerkung: zur Zigarrenfabrik Fuld vgl. in der Website von Horst Jung:  https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_82AA7192D8F84B408757CF92B69AEC8F.htm 

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 28. September 1917: "Lehrlings-Gesuch.
Wir suchen einen jungen Mann, Sohn achtbarer Eltern mit guter Handschrift in die Lehre zu nehmen. Eintritt sofort.
Bedingungen günstig. Angebote zu richten an
Gebrüder Fuld
Zigarrenfabrik.
Westerburg, Reg.-Bez. Wiesbaden-"     

    
Anzeigen des Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäftes L. Kallheim (1928 / 1929)  

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 23. Juni 1927: "Suche per 1. August einen Lehrling
mit guter Schulbildung, aus achtbarer Familie. Freie Kost im Hause. Selbstgeschriebene Offerten mit Bild und Schulzeugnis-Abschrift an 
L. Kallheim, Westerburg (Westerwald)
Manufaktur und Konfektion."
.  
 
Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 28. März 1929: "Lehrling
aus gutem Hause mit guter Schulbildung gesucht. Kost im Hause. Selbstgeschriebene Offerten mit Lebenslauf erbeten.
L. Kallheim, Westerburg (Westerwald)
Manufaktur und Konfektion." 

   
Hochzeitsanzeige von Adolf Ullmann und Else geb. Abraham (1934)  
Anmerkung: Adolf Ullmann war ein Simon Ullmann und seiner Frau Bertha geb. Gottschalk, Informationen zur Familie siehe in der Website von Horst Jung  https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_33BB222A0CB54C6C8DA1736822A397AB.htm  
Else geb. Abraham war eine Tochter von Hugo Abraham und seiner Frau Regine geb. Hermann.

 Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 15. Februar 1934: "Adolf Ullmann  -  Else Ullmann geb. Abraham  
Vermählte  
Westerburg   -   Montabaur  

Trauung: Sonntag, den 18. Februar, Bad Ems, Hotel Löwenstein."  

     
Verlobungsanzeige von Ruth Heilberg und Rudolf Grünewald (1935)   
Anmerkung: Rudolf Grünewald ist 1892 in Eisenach geboren, 1939 konnten er und seine Frau Ruth sowie der Sohn Klaus nach London, 1940 in die USA emigrieren. Rudolf Grünewald (Grunewald) starb am 10. November 1971 in New York, Vgl. Informationen in der Website von Horst Jung zur Familie https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_896E7A0F10BC405A9BD1C979EF8EF102.htm 
Zu Familie Heilberg Fotos und Informationen in der Website von Horst Jung  https://hjung.home.ktk.de/J%C3%BCdische%20Familien%20in%20Westerburg/ab_D4D5C4B938404753B1483F050E845866.htm  

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 21. März 1935:
"Ruth Heilberg - Rudolf Grünewald  
Verlobte   
Westerburg (Westerwald)   -  Eisenach (Thüringen)"

   
  
Sonstiges 
Werbung für den Luftkurort in jüdischen Zeitschriften (1893)    

Anzeige in der Zeitschrift "Jeschurun" vom 14. Juli 1893: "Westerburg (Luftkurort.)
Nervenleidenden und brustkranken, sowie allen der Erholung bedürftigen Personen sei der Aufenthalt in der ozonreichen Luft unseres 500 Meter über dem Meeresspiegel gelegenen, von herrlichen Waldungen ringsumgebenen Städtchens hiermit dringend empfohlen. Gesunde Wohnungen stehen zu mäßigen Preisen jederzeit zur Verfügung. Auch für Bequemlichkeit und gute rituelle Kost ist bestens Sorge getragen.
Der Verschönerungs-Verein."   

   
   
  
Zur Geschichte des Betsaals / der Synagoge                  
   
Eine Synagoge beziehungsweise eine Betstube in einem der jüdischen Häuser war sicher bereits seit dem 18. Jahrhundert vorhanden. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der Vorsteher Raphael Mordge in seinem Haus ein Zimmer der Gemeinde kostenlos zur Verfügung gestellt. Bis 1819 konnten in dieser - im Oberflecken gelegenen - Betstube Gottesdienste abgehalten werden. Dann wurde das Haus mit der Betstube durch einen Großbrand zerstört, bei dem damals in Westerburg 160 Gebäude vernichtet wurden. 

Eine neue Synagoge, die gleichfalls im Oberflecken (Ecke Wilhelmstraße / Schaumgasse) erbaut wurde, ist spätestens 1824 eingeweiht worden. In ihr gab es 53 Plätze für Männer, 34 für Frauen. Die Synagoge konnte mit Hilfe einer Kollekte erbaut werden, die hauptsächlich in Frankfurt am Main durchgeführt wurde. Die damals 6 jüdischen Familien in der Stadt hätten einen solchen Bau nicht finanzieren können. 1844 wurde die Synagoge renoviert. 
 
Anfang des 20. Jahrhunderts befand sich die Synagoge in baufälligem Zustand. Die Gemeinde entschloss sich zu einem Neubau an derselben Stelle wie die bisherige Synagoge. Am 8./9. Juli 1910 wurde die neue Synagoge unter großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung durch Bezirksrabbiner Dr. Landau aus Weilburg eingeweiht. Die jüdische Presse berichtete darüber:  

Artikel in der "Jüdischen Rundschau" vom 1. Juli 1910: "Westerburg. Zur Einweihung der hiesigen Synagoge hat ein 'Festausschuss' folgendes 'Fest-Programm' aufgestellt:
1. Freitag, den 8. Juli, nachmittags 4 Uhr, Festzug zur Synagoge,
daran anschließend der Einweihungsakt.
2. Abends 9 Uhr  Großes Militär-Konzert.
3. Samstag, morgens  Frühgottesdienst um 7 Uhr,
Hauptgottesdienst um 9 Uhr
4. Samstag, nachmittags von 5 Uhr ab, im Festgarten   Militär-Konzert
5. Abends 9 Uhr   Großer Festball   
Die Musik wird ausgeführt von der Infanterie-Regiments-Kapelle Kaiser Wilhelm No. 116 in Gießen unter persönlicher Leitung ihres Dirigenten Königlicher Obermusikmeister W. Löber. Wir vermissen dabei die Rummelwiese mit Würfelbuden, die Jungfrau ohne Unterleib etc. Das hätte der Sache doch erst die rechte Feststimmung gegeben."
 
Mitteilung im "Israelitischen Familienblatt" vom 14. Juli 1910: "Westerburg (Synagogenweihe). Die hiesige israelitische Gemeinde feierte am Freitag und Samstag voriger Woche das Einweihungsfest ihrer Synagoge."  
 
Westerburg FrfIsrFambl 15071910.jpg (70200 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 15. Juli 1910: "Westerburg. Die Einweihung unserer neuen Synagoge wurde getragen von dem harmonischem Einvernehmen zwischen der hiesigen christlichen und jüdischen Bevölkerung. Die gesamt christliche Bevölkerung - einschließlich der Honoratioren - nahm freudigen Anteil an dem Feste der jüdischen Gemeinde, Vereine mit ihren Fahnen waren im Festzuge, und der Landrat hielt eine Rede, die ein Ehrenzeugnis war für das Ansehen der hiesigen Juden. Die offizielle Einweihung vollzog Bezirksrabbiner Dr. Landau - Weilburg."

Nur 28 Jahre war die neue Synagoge Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Westerburg. Beim Novemberpogrom 1938 wurden Fenster und die Inneneinrichtung des Gebäudes völlig zerstört. Anfang 1939 musste die jüdische Gemeinde das Gebäude auf ihre Kosten wieder instand setzen, um dann am 25. März 1939 gezwungen zu werden, das Gebäude für 175 RM an die Stadt zu verkaufen. Nach 1945 ging das Gebäude in Privatbesitz über und wurde zu einem Wohnhaus umgebaut. Bis heute erinnern verschiedene Rundbogen und Rundfenster an die Vergangenheit des Gebäudes.  
  
Im März 2019 wurde an der ehemaligen Synagoge eine Gedenkstele aufgestellt, die an die Geschichte des Gebäudes und das Schicksal der früheren jüdischen Einwohner erinnert.
   
   
Adresse/Standort der SynagogeIn der Westerburger Oberstadt: Wilhelmstraße 4 / Ecke Schaumgasse      
    
    
Fotos      

    Historische Fotos sind nicht bekannt; über Hinweise oder Zusendungen freut sich 
der Webmaster der "Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite.
     
Das ehemalige Synagogengebäude 
(Quelle der 1986 und 1998 entstandenen
 Fotos: Landesamt s.Lit. S. 386)
Westerburg Synagoge 200.jpg (71594 Byte) Westerburg Synagoge 201.jpg (61823 Byte)
      
     
Das ehemalige Synagogengebäude
 im Sommer 2009
(Fotos: Hahn, 
 Aufnahmedatum: 23.08.2009) 
Westerburg Synagoge 272.jpg (73064 Byte) Westerburg Synagoge 274.jpg (91058 Byte)
   Blick auf den heutigen Eingang zu dem
 teilweise gewerblich genutzten Gebäude
Rechts an der Wilhelmstraße: 
die ehemalige Synagoge
      
Westerburg Synagoge 273.jpg (65094 Byte) Westerburg Synagoge 270.jpg (67806 Byte) Westerburg Synagoge 271.jpg (67772 Byte)
Blick von der Schaumgasse auf das Gebäude  
     
Die Gedenktafel    
Westerburg Synagoge 292.jpg (76765 Byte) Westerburg Synagoge 290a.jpg (116013 Byte) Westerburg Synagoge 290.jpg (99557 Byte)

Etwas oberhalb der Synagoge an der Mauer unterhalb des Schlosses (Standort der ehemaligen Zigarrenfabrik Fuld) die 1988 angebrachte Gedenktafel mit dem Text: 
"Vor 50 Jahren wurden die Einrichtung und die Fenster der Synagoge in Westerburg zerstört. Vor den Augen der zusammengetriebenen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger wurden die Kultgegenstände auf der Strasse verbrannt. 
Anschließend wurden die Juden in die Zigarrenfabrik Fulda geführt. Am nächsten Morgen erfolgten die ersten Verhaftungen. Ende 1942 waren alle Westerburger Juden geflohen, vertrieben, deportiert oder umgebracht. 
Die Fabrik stand früher an diesem Platz. Das Gebäude der ehemaligen Synagoge ist erhalten und befindet sich in der Wilhelmstraße 4. Nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Schlosskirche wird heute diese Gedenktafel angebracht. 
"Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung". (Bundespräsident Richard von Weizsäcker). 
Die Ereignisse am 9./10. November 1938 in Westerburg mahnen: so etwas darf sich in unserer Stadt nie mehr ereignen. 
Westerburg, den 9. November 1988."    

     

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Juli 2010: Die Synagoge wurde vor 100 Jahren eingeweiht - Veranstaltungen zu diesem Gedenken  
Artikel von Ulrike Preis im "AK-Kurier" vom 29. Juni 2010 (Artikel): "Westerburger Synagoge feiert 100-Jähriges. 
Am 8. Juli vor 100 Jahren wurde die Westerburger Synagoge eingeweiht. Das besondere Jubiläum soll nun auf den Tag genau - am Donnerstag, 8. Juli - mit einer Gedenkfeier in der Schlosskirche begangen werden. 
Westerburg.
Die Geschichtswerkstatt des Westerwald-Vereins e.V. Westerburg veranstaltet in Zusammenarbeit mit der Stadt Westerburg anlässlich der 100-jährigen Wiederkehr der Einweihung der Synagoge der ehemaligen Jüdischen Kultusgemeinde Westerburg am Donnerstag, 8. Juli, eine Gedenkstunde in der Schlosskirche Westerburg..."    
Hinweis: Die Gedenkrede zum Gedenktag hielt Burkhard Peschke, siehe Lit. unten.    
 
März 2019: Aufstellung einer Gedenkstele an der ehemaligen Synagoge 
Pressemitteilung der Stadt Westerburg vom März 2019: "An der alten Synagoge in Westerburg wurde eine Stele aufgestellt
Informationen über die Geschichte der jüdischen Mitbürger der Stadt.
An der ehemaligen Synagoge in der Westerburger Oberstadt (Ecke Wilhelmstraße / Schaumgasse) steht nun eine Stele, die an die Geschichte dieses historischen Gebäudes und das Schicksal der jüdischen Mitbürger erinnert. Zur offiziellen Vorstellung dieser Stele konnte Stadtbürgermeister Ralf Seekatz neben den beiden Stadtbeigeordneten Gabi Frenz-Ferger und Angelika Fischer-Munsch auch Westerburgs Stadtarchivar Rüdiger Klees begrüßen. Willkommen hieß er auch die ehemalige Stadtarchivarin Maria Meurer, Stadtführer Dieter Kaiser von der Geschichtswerkstatt sowie weitere Mitglieder der Geschichtswerkstatt. Sein besonderer Gruß galt den jungen Mitgliedern der Projektgruppe 'Schule ohne Rassismus' der Berufsbildenden Schule Westerburg, die zusammen mit Fachlehrer Björn Bergmann gekommen waren. 'Ich freue mich, dass nach einer gewissen Vorbereitungszeit nun die Stele aufgestellt werden konnte', äußerte sich der Stadtbürgermeister. 'Der Hauseigentümer hat auch zugestimmt, wofür ich mich herzlich bedanke', so Seekatz.
Hintergrund. Der Projektgruppe 'Schule ohne Rassismus' ist es wichtig, dass die Geschichte am Leben erhalten bleibt. Vielfältige Informationen über das Schicksal der Westerburger Juden erhielten die Schüler von der ehemaligen Stadtarchivarin Maria Meurer, die sich schon seit vielen Jahren mit diesem Thema beschäftigt und einige Bücher geschrieben hat. Am 12. Juni 2018, dem Anne-Frank-Tag, unternahmen etwa 100 Schüler der BBS Westerburg einen Spaziergang durch Westerburg. Sie wollten vor Ort sehen, wo zuletzt jüdisches Leben stattgefunden hat. Eine ihrer vielen Stationen war die ehemalige Synagoge. Ihre Idee war es, dort Stolpersteine aufzustellen. Der Bürgermeister informierte die Jugendlichen darüber, dass auf Vorschlag der Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat und in Abstimmung mit der evangelischen Kirche anstelle von Stolpersteinen eine Stele mit den Namen der jüdischen Mitbürger zur Erinnerung errichtet werden sollte. Diese Idee fanden die Schüler ebenfalls gut. 'Diese Stele ist eine sinnvolle Alternative', hob Seekatz hervor und betonte, dass mit der Gedenktafel in der Kirchgasse, einer weiteren in der Trauerhalle und nun dieser Stele eine gute Erinnerungsarbeit geleistet wurde. Den Text für die Stele erarbeiteten die Schüler, denen Seekatz für dieses Engagement seinen besonderen Dank aussprach. Dank galt auch Stadtarchivar Rüdiger Klees und Dieter Kaiser, die ebenfalls an der Textgestaltung mitwirkten und Maria Meurer, die für die Vollständigkeit der Namen gesorgt hatte. 'Bei künftigen Stadtführungen oder -rundgängen wird diese Stele dann sicherlich sehr oft Beachtung finden', so Seekatz. Weitere Stelen für Stadtführungen werden am Burgmannenhaus, vor der Freilichtbühne und am ehemaligen Stadttor in der Straße am Gemündener Tor aufgestellt.
Die ehemalige Synagoge von Westerburg. Die Stele an der ehemaligen Synagoge informiert in chronologischer Auflistung über die Hintergründe. Bis zum Jahre 1819 befanden sich die Betstuben der jüdischen Gemeinde in den Privaträumen der Gemeindemitglieder. Etwa um das Jahr 1824 fand die Einweihung der Synagoge am Ecke Wilhelmstraße/Schaumgasse statt. Finanzielle Unterstützung erhielten die sechs Westerburger jüdischen Familien durch eine Kollekte der jüdischen Gemeinde in Frankfurt. Die Synagoge bot Platz für 53 Männer und 34 Frauen. Im Jahre 1844 erfolgte eine Renovierung des Gebäudes. Am 8. Juli 1910 fand die Einweihung des Neubaus durch Bezirksrabbiner Dr. Landau aus Weilburg mit großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung statt. Bis 1938 diente die Synagoge als Mittelpunkt des jüdischen Lebens in Westerburg. Am 10. November 1938, der Reichspogromnacht, wurden Fenster und Inneneinrichtung völlig zerstört und sämtliche Kultgegenstände verbrannt. Anfang 1939 begann die Instandsetzung und Behebung der Schäden der Pogromnacht auf Kosten der jüdischen Gemeinde mit anschließendem Zwangsverkauf an die Stadt Westerburg für 175 Reichsmark. Heute befindet sich das Wohnhaus in Privatbesitz."
Link zur Pressemitteilung  
 

    
     

Links und Literatur  

Links: 

bulletWebsite der Verbandsgemeinde Westerburg   
bulletZu verschiedenen Familien aus Westerburg kann recherchiert werden auf der Website von Georg Stockschläder; hier eine Datenbank "Juden im Westerwald" 
bulletFamilienkundliche Homepage von Horst Jung aus Westerburg/Westerwald (umfangreiche Sammlung von Informationen und Dokumenten zu den jüdischen Familien) https://hjung.home.ktk.de/    

Literatur:  

bulletGermania Judaica II,2 S. 880.
bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. II S. 360-363. 
bulletKarl Greiff: Westerburg - Stadt seit 1292. Hg. von der Stadt Westerburg 1999.
bulletders.: Die jüdische Gemeinde Westerburg von 1818-1942 nach den Eintragungen im Personenstands- und Standesamtsregister. unveröffentlicht Westerburg.
bulletWesterwald Lit 100.jpg (48301 Byte)Joachim Jösch / Uli Jungbluth u.a. (Hrsg.): Juden im Westerwald. Leben, Leiden und Gedenken. Ein Wegweiser zur Spurensuche. Montabaur 1998.
bulletJuden im Westerwald - Texte und Quellen - zusammengestellt vom Arbeitskreis 'Heimatgeschichte' der Kreis - VHS Westerwald. Von Hermann-Josef Hucke, Klaus Dahlem, Dieter Schmidt. Montabaur 1988. 
bulletLandesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 69-72 (mit weiteren Literaturangaben). 
bullet Burkhard Peschke: Gedenkrede zur Einweihung der Synagoge in Westerburg vor 100 Jahren am 8. Juli 1910. Geschehen - Erinnern - Gedenken. Westerburg, 8. Juli 2010.
Eingestellt als pdf-Datei.   
bulletBeitrag zu Willmenrod:  Martina Hartmann-Menz: Die Kaufmannsfamilie Rosenthal aus Hadamar. Dokumentation 2017. Eingestellt als pdf-Datei (Beitrag wurde als Grundlage erstellt für die in 2017 zu verlegenden "Stolpersteine" für vier Mitglieder der Familie Rosenthal in Hadamar; Siegmund Rosenthal war Kultusvorsteher der jüdischen Gemeinde Hadamar; er ist 1867 in Willmenrod geboren und war seit 1895 mit der aus Villmar stammenden Johanna geb. Eisenthal verheiratet; das Ehepaar lebte zunächst in Willmenrod, wo die drei Töchter Selma Sidonie, Bertha und Lilly Selma Sydonie 1897, 1899 und 1903 geboren sind).
bulletHorst Jung: Ehemalige jüdische Familien in Westerburg (teilweise mit weiterführenden Texten und Bildern. Ausgabe 2018. Stand 8. September 2019. Eingestellt als pdf-Datei  Quelle: Familienkundliche Website von Horst Jung aus Westerburg/Westerwald.    

  
   


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel. 

Westerburg  Hesse-Nassau. The community grew from 60 in 1760 to 135 (9 % of the total) in 1871. It was affiliated with the Bad Ems rabbinate. Jews prospered in the 19th century, opening stores and a cigar factory which the Nazis later "Aryanized". On Kristallnacht (9-10 November  1938), the synagogue's interior was destroyed. By 1939 most of the 85 Jews registered there in 1933 had left, 26 perished in the Holocaust.    
      
      

                   
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Stand: 17. Dezember 2025