Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bad Kissingen (Kreisstadt)
Texte/Berichte zur Geschichte des Rabbinates / Bezirksrabbinates in Bad Kissingen

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Bad Kissingen wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt.
    
    
Übersicht:    

Aus der Geschichte des Rabbinates / Distriktrabbinates in Bad Kissingen  
bullet Kissingen wird Sitz eines Distriktrabbinates     
bullet Rabbiner Dr. Lazarus (Elieser) Adler (1840-1852)  
Rabbiner Dr. Lazarus Adler wird Distriktsrabbiner in Kissingen (1840)  
-  Einführung von Rabbiner Dr. Lazarus Adler in sein Amt als Distriktsrabbiner (1840)   
Rabbiner Dr. Adler verfasst Streitschriften im Blick auf die Emanzipationsfrage (1850)  
Rabbiner Dr. Lazarus Adler plant die Herausgabe der Birke Abot ("Sprüche der Väter") (1850)   
Rabbiner Dr. Lazarus Adler wurde als Landrabbiner in Kurhessen (Kassel) ernannt (1852)     
-  Über Rabbiner Dr. Lazarus Adler nach seinem Dienstantritt in Kassel (1852)  
-  Zum Tod von Bezirksrabbiner Dr. Lazarus Adler (Rabbiner in Kissingen bis 1852, gestorben 1886)  
bulletRabbiner Dr. Naftali (Gabriel Hirsch) Lippmann (1853-1864)    
-  Kritik an der Besetzung der Rabbinerstelle von liberaler Seite (1852)   
-  Bestätigung der Wahl von Rabbiner Dr. Lippmann (1853)  
-  Rabbiner Dr. Lippmann kommt nach Bad Kissingen - die Stelle in Aurich ist neu zu besetzen (1853)  
-  Kritik an Rabbiner Dr. Lippmann von liberaler Seite und Lob seines Vorgängers Dr. Adler (1853)  
-  Zum Tod von Rabbiner Dr. Lippmann (1864)   
bullet Rabbiner (zunächst Rabbinatsverweser) Moses Löb Bamberger (1865/67-1899)  
Zur Rabbinerwahl in Bad Kissingen - Kritisches aus liberaler Sicht zur Besetzungspolitik von Distriktsrabbiner Bamberger in Würzburg (1865)   
K
ritisches zur Besetzung der Rabbinates Kissingen - aus liberaler Sicht - weiterer Beitrag (1865) 
Kritik an der Kritik an Rabbiner Moses Löw Bamberger (1865)  
Kritik an der Wahl von Rabbiner Moses Löb Bamberger von liberaler Seite (1867) 
D
ankschreiben von Reichskanzler Graf Bismarck  an Distriktsrabbiner Bamberger (1874)   
Bitte von Bezirksrabbiner Moses Löb Bamberger für eine kleine Gemeinde seines Bezirks (1884) 
Neujahrswünsche von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1890)  
25-jähriges Dienstjubiläum von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1892) 
Feier des 25-jährigen Amtsjubiläums von Bezirksrabbiner Moses Löb Bamberger (1892)  
Nachtrag zur Feier des 25-jährigen Amtsjubiläums von Rabbiner Bamberger (1892)  
Zum Tod von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1899) 
Weiterer Bericht zum Tod von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1899)  
Die Neubesetzung der Rabbinerstelle gestaltet sich schwierig (Januar 1900)  
Publikation der Trauerrede für Rabbiner Moses Löb Bamberger (1900)  
Stand der Besetzung der Rabbinerstelle (Februar 1900) 
Vor der Entscheidung der Besetzung des Rabbinates (Mai 1900)  
Zur Wahl eines Nachfolgers für Rabbiner Moses Löb Bamberger (Juni 1900)  
Rabbinerwahl in Bad Kissingen - der Wahltermin steht fest (August 1900) 
Zum Tod von Esther Bamberger, Witwe von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1923)  
Gedenken zum 100. Geburtstag von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1938)   
bulletRabbiner Dr. Nathan Bamberger (1899-1902)    
bulletRabbiner Dr. Seckel Bamberger (1902-1932)
-  Rabbiner Dr. Seckel Bamberger wird zum Bezirksrabbiner gewählt (1900)  
-  Das vakante Distriktsrabbinat wird durch Rabbiner Nathan Bamberger aus Würzburg vertreten (1902)  
Die Wahl von Rabbiner Dr. Bamberger in Kissingen wurde behördlicherseits bestätigt (1902)  
-  25-jähriges Dienstjubiläum von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1927) 
Veröffentlichung zum 50. Todestag von Rabbiner Seligmann Bamberger durch seinen Enkel Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (Bad Kissingen, 1928)    
-  Zur "zwangsweisen" Pensionierung von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1932)  
Zum Tod von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1934)    
Weiterer Artikel zum Tod von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger und Dankanzeige (1934)  
Trauer- und Gedächtnisgottesdienst der Israelitischen Religionsgesellschaft Stuttgart zum Tod von Rabbiner Dr. S. Bamberger (1934)    
-  Jahrzeitstag und Grabsteinsetzung für Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1935)  
bulletRabbiner Dr. Max Ephraim (1932-1938)    

   
   
Kissingen wird Sitz eines Distriktrabbinates (1840)   

Artikel in "Israelitische Annalen" vom 31. Januar 1840: "Königreich Baiern. - Verordnung über Bildung und Besetzung der Rabbinate in Unterfranken und Aschaffenburg.   -   Würzburg, den 31. Dez. 1839.
Im Namen Sr. Majestät des Königs.
Im Vollzuge der §§ 24 mit 27 des Ediktes vom 10. Juni 1813 über die Verhältnisse der jüdischen Glaubensgenossen im Königreiche, sodann des Ausschreibens vom 28. November 1828 (Intell. Less. S. 2349 et seq.) und in Berücksichtigung der von dem im Jahre 1836 dahier versammelt gewesenen israelitischen Kreis-Comité gestellten Anträge, sieht sich die Unterzeichnete Stelle zu verfügen veranlasst, und verfügt was folgt:
1) Der Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg ist von 1840 anfangend in sechs Distrikts-Rabbinate eingetheilt.
2) Die Distrikts-Rabbinate bilden
I. a. die Stadt Aschaffenburg;
b. die k. Landgerichte Alzenau, Aschaffenburg, Klingenberg, Lohr, Oberburg, Orb und Rottenburg;
c. die Herrschaftsgerichte Amorbach, Kleinheubach, Kreuzwertheim, Miltenberg, endlich der mainseitige Teil des Herrschaftsgerichts Rothenfels. — Der Sitz dieses Distrikts-Rabbinats ist zu Aschaffenburg. Dasselbe zählt 1915 Seelen in 408 Familien.
II. Die königlichen Landgerichte: Ebern, Gleusdorf, Hofheim, Königshofen, und vom königlichen Landgerichte Haßfurt die israelitische Kultusgemeinde Kleinsteinach, mit 2458 Seelen in 562 Familien. Der Sitz dieses Rabbinats ist zu Burgpreppach, königliches Landgericht Hofheim.
III. Die königlichen Landgerichte: Neustadt, Münnerstadt, Kissingen, Euerdorf, Gemünden, Hammelburg; 2467 Seelen in 537 Familien. Der Rabbinatssitz ist zu Kissingen, königlichen Landgerichts gleichen Namens.
IV. a. Die königlichen Landgerichte Röttingen, Ochsenfurt, Marktsteft, Kitzingen, Volkach;
b. die Herrschaftsgerichte: Marktbreit, Rüdenhausen, Sommerhausen, Wiesenfeld; mit 2136 Seelen in 511 Familien. Der Rabbinatssitz ist zu Marktsteft, königlichen Landgerichts gleichen Namens.
V. a. Die königlichen Landgerichte: Arnstein, Werneck, Schweinfurt, Gerolzhofen, Haßfurt (mit Ausnahme von Kleinsteinach) Eltmann;
b. das Herrschaftsgericht: Sulzheim.
c. die Stadt Schweinfurt; mit 2767 S. in 584 Familien; mit dem Rabbinatssitz zu Obbach, königliches Landgericht Werneck.
VI. a. Die k. Landgerichte: Würzburg rechts des Mains, Würzburg links des Mains, Dettelbach, Homburg, Karlstadt;
b. die Herrschaftsgerichte: Remlingen, und   
von Rothenfels der linksmainseitige Teil ehemaliges Amt Steinfeld,
c. die Stadt Würzburg; mit 3193 Seelen in 692 Familien und mit dem Rabbinatssitz zu Würzburg.
3) Das Oberrabbinat Würzburg ist aufgelöst, und dem bisherigen Oberrabbiner Bing der Rücktritt von seinen Funktionen hiermit gestattet. Bis zur vollendeten Wahl und Bestätigung der neuen Distrikts-Rabbiner ist zur Besorgung der vorkommenden Rabbinats-Angelegenheiten in den bisherigen Oberrabbinat-Sprengel der Rabbinats-Candidat Gabriel Hirsch Friedmann dahier gegen herkömmliche Gebühren aufgestellt.
4) Der von der ehemaligen altwürzburgischen Landjudenschaft und von der ehemals ritterschaftlichen Judenschaft an den Oberrabbiner Bing entrichtete Gehalt von 163 fl. jährlich fällt vom 13. Januar 1849 an hinweg. Dagegen ist dem Oberrabbiner Bing auf Lebensdauer eine Alimentation von jährlich 300 fl. in vierteljährigen Raten zugesichert, und durch Abzug an dem Gehalte der Rabbiner von den aus dem Oberrabbinatssprengel neugebildeten vier Distrikten (oben III. IV. V. VI.) aufzubringen.
5) Der Gehalt der aufzustellenden Distrikts-Rabbiner zu Kissingen, Marktsteft und Obbach hat in Minimo fünfhundert, jener des Distrikts-Rabbiners zu Würzburg siebenhundert Gulden zu betragen. Nebstdem hat die Kultusgemeinde Würzburg dem Rabbiner auf ihre Kosten freie Wohnung zu stellen. — Bezüglich der bereits bestätigten Distrikts-Rabbiner zu Aschaffenburg und Burgpreppach hat es bei den bisherigen Gehaltsverhältnissen vor der Hand zu verbleiben.
6) Zu obiger Alimentation des Oberrabbiners Bing ist also von den Gehalten der Distrikts-Rabbiner zu Kissingen, Marktsteft und Obbach von jedem 68 fl. — von jenen des Distrikts-Rabbiners zu Würzburg aber 96 fl. — jährlich beizutragen.
Die königlichen Distrikts-Polizei-Behörden, in deren Amtsbezirk der Sitz eines der sogenannten Distrikts-Rabbinate sich befinden, haben die Aufstellung eines Einnehmers zu veranstalten, die obigen Beiträge pünktlich von viertel zu viertel Jahr portofrei an den dahier aufgestellten, und von dem Stadtmagistrate obiger Behörden benennenden Einnehmer einzuliefern hat.
7) Binnen acht Wochen haben die Mitglieder der Kirchengemeinde des betreffenden Sprengels ein vorschriftsmäßiges qualifiziertes Individuum als Rabbiner in Vorschlag zu bringen, widrigenfalls das Weitere von Amtswegen verfügt werden wird.
8) Mit der vorzunehmenden Wahl wird für das Distrikts-Rabbinat zu Kissingen, das königliche Landgericht Kissingen, für das Distrikts-Rabbinat Marktsteft, das k. Landgericht Marktsteft, für das Distrikts-Rabbinat zu Obbach, das k. Landgericht Werneck, für das Distrikts-Rabbinat zu Würzburg der Stadtmagistrat zu Würzburg beauftragt; und werden hiezu folgende Vorschriften erteilt:
a) Zur Eröffnung freier Konkurrenz ist die Wahl unter Festsetzung eines angemessenen Termins zur Überreichung der Gesuche auszuschreiben.
d) Die einkommenden Gesuche sind zu sammeln, und einige Tage vor und sodann während der Wahl zu jedermanns Einsicht offen zu legen. Auch ist das Verzeichnis der Bewerber wenigstens zwei Tage vor, und dann während der Wahl zu affigiren.
c) Den Gesuchen müssen die entsprechenden Zeugnisse über die Erfüllung der gesetzlichen Vorbedingungen beiliegen. In dieser Beziehung wird bemerkt: dass nach Entschließung königlichen Ministeriums des Innern vom 23. Okt. vorigen Jahres Seine Majestät der König nur gründlich gebildete und zugleich den echten mosaischen Glaubenslehren und Zeremonial-Satzungen treu anhängende, nicht verderblicher Neologie huldigende Kandidaten als Rabbiner fortan bestellt und resp. bestätigt wissen wollen.
Auf diese allerhöchste Willensmeinung ist daher in dem Ausschreiben der Wahl ausdrücklich aufmerksam zu machen, damit sich die Bewerber mit genügenden Ausweisen versehen können.
Auch sind vor der Wahl die versammelten Wähler von obiger Bestimmung zur Nachachtung in Kenntnis zu setzen.
4) Zur Wahl sind sämtliche Stimmberechtigte unter dem Rechtsnachtheile des Ausschlusses zum persönlichen Erscheinen vorzuladen. Stimmberechtigt aber sind alle einmatrikulierte Kirchengenossen (§. 26 des Ediktes, und Ministerial-Entschließung vom 16. Sept. 1835 in Dollingers Verordnung-Sammlung. Band VI. S. 159.)
e) Die relative Stimmenmehrheit der Erscheiner entscheidet für die Wahl des vorzuschlagenden Kandidaten, was in der Vorladung zu bemerken ist.
k) Die Befugnis der Kirchengenossen im Ver-
hinderungsfalle persönlichen Erscheinens durch Bevollmächtigung ihre Stimmen abzugeben, ist gesetzlich nicht beschränkt; — (Dollingers Veordnung-Sammlung Band VI. S. 189) daher besonders in sehr ausgedehnten Distrikten das Erforderliche bei Anordnung der Wahl sogleich zur Nachachtung der Beteiligten zu bemerken ist.
g) Zur Wahlhandlung sind drei Beisitzer aus den Stimmberechtigten beizuziehen, die Stimmen sind nach Formular VI. und VII. zur Gemeinde-Wahlordnung zu registrieren, über die ganze Handlung ist ein Protokoll zu führen und dieses so wie die Verzeichnisse von den Beisitzern unterzeichnen zu lassen.
h) Das Resultat ist mit dem Insinuat aus Nachweisen zu den Ladungen vorzulegen.
9) Mit den Wahlakten ist zugleich die Erklärung des Gewählten über die Annahme der Wahl ein­zusenden, und
10) zugleich anzuzeigen, was zum Vollzüge des Abschnittes VI. geschehen ist.
11) Von vorstehender Entschließung sind die beteiligten jüdischen Kultusgemeinden ungesäumt in Kenntnis zu setzen.
Königliche Regierung von Unterfranken und Aschaffenburg. Kammer des Innern.
Gr. Lerchenfeld, Präsident.            coll. Hübner."  

  
   
Rabbiner Dr. Lazarus (Elieser) Adler (1840-1852)     
    
Zur Person: vgl. Artikel in der Jewish Encyclopedia über Rabbiner Dr. Lazarus (Elieser) Adler und Wikipedia-Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Lazarus_Adler
Lazarus Adler ist am 10. November 1810 in Unsleben als Sohn des Lehrers Naftali Hirsch Adler ha-Kohen, einem emeritierter kurhessischer Landrabbiner geboren; Studium an der Jeschiwa von Rabbi Hirsch Kunreuter in Gelnhausen und bei Oberrabbiner Abraham Bing in Würzburg; Studium an der Universität Würzburg und Erlangen (1833 Dr. der Philosophie). 1840 wurde Adler Rabbiner in Bad Kissingen, seit 1852 in Kassel, gest. 5. Januar 1886 in Wiesbaden.  
Das Grab von Dr. Lazarus Adler befindet sich im jüdischen Friedhof (Schöne Aussicht) in Wiesbaden (Reihe 18 Nr. 6; Angabe von Dorothee Lottmann-Kaeseler)     
    
Rabbiner Dr. Lazarus Adler wird Distriktsrabbiner in Kissingen (1840) 

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. März 1840: "Aus Bayern, 8. März. (Privatmitteilung.) Über die Würzburger Rabbinenwahl liegen der Redaktion drei verschiedene Berichte vor, aus denen, unserm Grundsätze gemäß, dass eine geschehene Wahl weder mehr zu bekämpfen, noch vor wirklichen, tatsächlichen Schritten zu beloben steht, wir nur Faktisches ziehen. Für die fünf Rabbinatsdistrikte sind gewählt: in Würzburg Herr Seligman Bamberger, gegen welche Wahl noch einige Reklamationen stattfinden sollen; H. Dr. Lazarus Adler in Kissingen, H. J. Thalheimer in Marktsteft, H. M. Lebrecht in Obbach, Herr S. Wormser in Gersfeld (statt Hersfeld). Außer Herrn Bamberger trafen alle Wahlen Männer, welche Studien auf den Universitäten gemacht."  

   
Einführung von Rabbiner Dr. Lazarus Adler in sein Amt als Distriktsrabbiner (1840)  

Bad Kissingen AZJ 25041840.jpg (244332 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 25. April 1840: "Kissingen, 8. April (1840). Am 26. dieses Monats hatten wir die Freude, unsern neuen, von 6 Landgerichts-Bezirken gewählten und von Königlicher Regierung im Namen Seiner Majestät des Königs bestätigten, sehr würdigen Distrikts-Rabbinen, Herrn Dr. Adler aus Unsleben, welcher als Herausgeber der Zeitschrift; die Synagoge, der gelehrten Welt bekannt ist, amtlich und feierlich installieren zu sehen. Vierzehn Tage vor der Installation wurden alle israelitischen Vorsteher der zum Rabbinate gehörigen Kultus-Gemeinden von unserem hoch verehrten Landgerichtsvorstand Herrn Freiherrn von Rotenhan zu dieser Feierlichkeit eingeladen, und ein von demselben erlassenes Programm ordnete diese Feierlichkeit auf folgende Weise: 1) 'Sämtliche hiesige, sowie die zum Installationsakte hierher kommende fremde Israeliten versammeln sich um 8 3/4 Uhr im hiesigen Rathaussaale, und erwählen daselbst unter sich eine zum Abholen des Distrikts-Rabbinen bestimmte Deputation von 6-8 Männern. 2) Diese Deputation begibt sich um 9 Uhr in die Wohnung des Distrikts-Rabbinen, und führt denselben von da nach dem Rathaussaale. 3) Wenn dieselbe dortselbst eingetroffen, und wenn sich auch die Gemeindeverwaltung der hiesigen Stadt im Saale eingefunden und auf eigens hierfür aufgestellten Stühlen Platz genommen hat, wird sich auf vorhergegangene Benachrichtigung die Installations-Kommission des Königlichen Landgerichts dahin begeben. 4) Folgt nunmehr der Installationsakt von Seite des Königlichen Landrichters. 5) Hierauf begibt sich die Installations-Kommission mit dem Distrikts-Rabbinen, der Gemeindeverwaltung und sämtlichen anwesenden Israeliten in einem Zuge nach der Synagoge. 6) Die jüdische Schuljugend, der Lehrer an der Spitze, kommt von der Synagoge aus dem Zuge bis zum Markte entgegen, tritt sodann an die Spitze des Zuges, und kehrt mit ihm in die Synagoge zurück. 7) Der Gottesdienst in der Synagoge beginnt mit dem Absingen eines passenden Liedes durch die Schuljugend. Hierauf folgt die Antrittspredigt des Distrikts-Rabbinen, welche mit dem Gebet für Seine Majestät den König und das allerhöchst Königliche Haus endiget, worauf zum Schluss ein zweites passendes Lied durch die Schuljugend abgesungen wird.' 
Eine große Menge Volkes verschiedener Konfession wohnte dem Zuge und dem Gottesdienste in der hiesigen Synagoge bei, und hörte die, nächstens im Drucke erscheinende, inhaltsreiche Antrittspredigt des Neuen Herrn Rabbinen mit gespannter Aufmerksamkeit und mit inniger Teilnahme zu. Die ganze Handlung währte von früh 9 bis Mittag nach 12 Uhr. Die ersten Schritte unseres würdigen Herrn Rabbinen deuten schon auf mancherlei zweckmäßige, dem religiösen Sinne fördernde Schritte. Der Rabbinatsbezirk darf sich so zu seiner Wahl Glück wünschen, und die Zukunft vieles Ersprießliche von dessen regem Eifer, von seinen hohen Einsichten und von seiner gewandten Geschäftskenntnis erwarten."    

  
Rabbiner Dr. Adler verfasst Streitschriften im Blick auf die Emanzipationsfrage (1850)  
Anmerkung: Dr. Adler setzt sich engagiert mit dem Antijudaismus der Kirche auseinander, der damals immer noch - in Gestalt kirchlicher Vertreter in der Politik - der Gleichberechtigung der Juden mit Christen im Weg stand. Dr. Adler nennt explizit Prof. Dr. Joseph Franz von Allioli (1793-1873), Dompropst in Augsburg und 1849 bis 1855 bayerischer Landtagsabgeordneter https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Franz_von_Allioli sowie zwei andere Abgeordnete des Bayerischen Landtages: Pfarrer Dr. Anton Ruland (1809-1874) https://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Ruland und der Historiker, Volkskundler und Kirchenhistoriker Prof. Dr. Johann Nepomuk Sepp https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Nepomuk_Sepp (1816-1909).   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 30. September 1850: "Magdeburg. 19. September. Streitschriften, jüdische Streitschriften, wie selten sind sie jetzt im Verhältnis zu der frühem Überfülle! Jedes Ereignis, das Juden betraf, ein Dutzend Streitschriften, begleitet von hundert geharnischten Zeitungsartikeln, rief es hervor. Dadurch, dass die jüdisch-politische Frage für die Gegenwart ziemlich entschieden ist — obgleich Niemand sagen kann, was noch in der Zeiten Hintergründe schlummert — noch mehr, dass überhaupt die Gegenwart den Charakter hat, nur allgemeine Fragen, die aufs Ganze eingreifen, zu behandeln, endlich am Meisten, weit jetzt mehr geschwiegen als gesprochen wird, das bedeutender ist, worüber man schweigt, als worüber man spricht — sind die Streitschriften auf jüdischem Gebiete eine Rarität geworden. Das Land, das in der Emanzipationsfrage am Meisten zurückgeblieben, Bayern, ist denn auch das einzige, das Streitschriften erwarten lässt. Da liegen uns denn auch einige treffliche, von Rabbiner Dr. Adler in Kissingen verfasst, vor. Emanzipation und Religion der Juden oder das Judentum und seine Gegner. Ein Sendschreiben an Herrn Professor Dr. Allioli, Landtagsabgeordneten und Dompropst in Augsburg. Von Dr. Adler, Rabbiner. Fürth, 1850. Offener Brief an die Herren Landtagsabgeordneten Ruland, Sepp, Allioli und Konsorten. Von Demselben. Fürth. Nachtrag zu dem offenen Briefe. Von Demselben. — Warm, aus bewegtestem Herzen, in flammendster Erregung ist der 'offene Brief' geschrieben, wo der Vers, die Heuchelei und Unwahrheiten der Gegner, die sie in ihren Reden und Anträgen bei der zweiten bayerischen Kammer dokumentiert hatten, kurz, aber einschneidend behandelt. Wir lassen eine Hauptstelle zur Charakterisierung folgen:
'Der Jude soll nicht mehr unter dem pharaonischen Matrikelgesetze schmachten, nein, er soll der Erlaubnis zur Ansässigmachung gänzlich beraubt sein, denn das ist der Sinn eines Antrages, dass über jedes Gesuch eines Israeliten die ganze Gemeinde abstimmen soll. Die ganze Gemeinde soll erst vernommen werden und ihre Zufriedenheit aussprechen, ehe ein Jude ein Fami­lienleben begründen soll. Gerechter Gott, kann man so mit den heiligsten Gefühle der Natur, mit dem Rechte, oder richtiger der heiligsten Menschenpflicht seinen Spott treiben? kann man so das Teuerste, was es für ein fühlendes Herz auf Erden gibt — das Familien-      
Bad Kissingen AZJ 30091850a.jpg (336045 Byte)leben — zum Gegenstände des Spottes und der kalten Berechnung machen? Gehen Sie, Herr Stadtpfarrer Ruland, gehen Sie zu den Wilden in Afrika, die ohne Zivilisation und von einer Pflicht der Menschenliebe noch nie eine Silbe gehört haben, gehen Sie und machen Sie dort einem Stamme gegen einen feindlichen Stamm einen solchen Vorschlag; ob er nicht mit Abscheu ihn von sich weist? Und einen solchen Vorschlag können Menschen machen im zivilisierten Deutschland, im neunzehnten Jahrhunderte. Würden Sie fühlen, was ein menschliches Herz fühlen soll, Ihre Hand wäre Ihnen erstarrt, ehe Sie solche Worte niedergeschrieben. Sie hätten sich lieber die Zunge mit den eigenen Zähnen abgebissen, als einen solchen Antrag über Ihre Lippen zu lassen. Ach, Sie begreifen es nicht, welche Grausamkeit, welche Unmenschlichkeit in Ihrem Antrage liegt, der das heiligste Gefühl verletzt, und in den Kot herabzieht. Oder denken Sie denn, dass die Juden einem solchen Gesetze sich unterwerfen würden? dass sie nicht lieber allesamt den Wanderstab ergreifen? 'Das mögen Sie tun!' höre ich Sie rufen, 'wir wünschen das ja.' Das wissen wir, und darum bemitleiden wir Sie, denn ein Herz, in dem nur ein Funke von Menschenliebe glimmt, kann nur mit Schmerz daran denken, Familien aus ihrer Heimat zu vertreiben von dem Boden, darauf ihre Wiege stand, und wo die Asche ihrer Väter ruht. Ach, wer einen solchen Wunsch hegen kann, wie wir ihn bei Ihnen voraussetzen müssen, wer für die Tränen und gebrochenen Herzen seiner Mitmenschen kein Mitgefühl hat, dessen Herz weiß Nichts von Liebe, sondern ist ein ausgebrannter Vulkan, gleicht einer von giftigen Saume ausgetrockneter Öde und — ist wahrhaftig bemitleidenswert.'
Im 'Nachtrage' stellte der Verfasser einige Stellen christlicher Autoren über den Talmud zusammen.
Ausführlicher behandelt der Verfasser seinen Gegenstand in dem Schriftchen No. I (50 S.), das er nachfolgen ließ, als die stenographischen Berichte erschienen waren. Er beginnt mit folgenden energischen Worten:
'Als ich den offenen Brief schrieb, waren mir die stenographischen Berichte noch nicht zugekommen. Ich kannte den Inhalt der Reden nur aus den Auszügen in den Zeitungen, die übrigens hinreichend waren, mein Urteil zu bestimmen, das im offenen Briefe niedergelegt, von allen Aufgeklärten, Gebildeten und Wahrheitsliebenden auch als wahr und richtig anerkannt wurde. Nun habe ich auch die stenographischen Berichte vor mir und ich muss gestehen, ich bin trotz der Auszüge überrascht.
Dass Herr Ruland eine gänzliche Unwissenheit im Gebiete der jüdischen Theologie und des Talmuds an den Tag legt wundert mich nicht — ich kenne Ruland von früher. Dass Herr Sepp unvernünftiges Zeug sprach und mit offenkundigen Unwahrheiten seine Rede anfüllte, war mir nicht überraschend: wann hat Herr Sepp denn, in Frankfurt oder in München anders gesprochen? Dass Herr Döllinger Worte sprach, die honigsüß lauteten, aber wie Dolche und zweischneidige Schwerter verwunden sollten, war mir nichts Neues, denn wer Herrn Döllinger gesehen hat, weiß woran er ist. Dass aber ein Mann, wie Herr Allioli, ein Professor der Exegese, mit einigem Rufe als Orientalist und Bibelübersetzer, so wenig von der jüdischen Theologie und Religion wisse, dass ein Mann, der durch Wissenschaftlichkeit sich auszeichnen will, so schwer gegen die Wahrheitsliebe und ehrliche Gelehrsamkeit sich verfehlen konnte: das, ich gestehe es, hat mich überrascht, und schmerzlich überrascht. Allein das ist der Fluch des Hasses, dass er auch von dem Pfade der Wahrheit ableitet (Anmerkung: Talmud-Zitat: "Der Hass verdirbt die Geradheit'), das der Fluch der Sünde, dass die Sünde immer neue Sünde gebiert. Jetzt, Herr Professor! handelt es sich für mich weniger um die Frage: sollen die Juden emanzipiert werden oder nicht? Diese Frage, ich gestehe es, ist für mich eine sekundäre geworden, die Frage prima loco ist für mich: ist das Judentum würdig und sind die Juden wert emanzipiert zu werden oder nicht? Die Emanzipation selbst hat für das Individuum zwar einen außerordentlichen, aber doch nur einen zeitlichen Wert, die Würdigkeit aber ist von weit höherer Wichtigkeit und von noch höherer die Würdigkeit der Religion. Ich gehöre mit ganzer Seele meiner Religion an, nicht weil es meine Religion ist, sondern weil es eine Religion ist, in der ich die höchsten und wichtigsten Fragen des forschenden Geistes vernünftig wahr und sittlich rein beantwortet finde, weil sie meinem Herzen jene Beruhigung gewährt, die der Mensch in der Religion sucht, weil in der, wohl etwas rauen und unansehnlichen, aber auch veränderlichen Schale, der Kern der hohen ewigen Wahrheit und heiligsten Sittengebote, deren Befolgung himmlischen Frieden und himmlische Glückseligkeit für alle Welt zur Folge haben würden, eingeschlossen ist. Ich würde, wenn Ihre Vorwürfe wahr und gegründet wären, in der vordersten Reihe deren stehen, die das Judentum bekäm-   
Bad Kissingen AZJ 30091850b.jpg (456192 Byte)pfen. Sie können mir es also nicht verargen, wenn ich mich bei der Überzeugung von deren Unwahrheit gedrungen und verpflichtet fühle, für dasselbe aufzutreten und jeden Angreifer desselben aufs entschiedenste zu bekämpfen. Doch werde ich mit Ruhe und mit dem heiligen Ernste ungeteilter Wahrheitsliebe den Gegenstand behandeln. Sie sprechen die Beschädigung aus, und Ihre Gesinnungsgenossen sprechen es Ihnen nach, im mosaischen Gesetze, also in der jüdischen Religion sei nur der Jude der Nächste, den zu lieben geboten sei. Das sprechen sie so kalt, so gleichgültig aus, als ob es um Erklärung einer Stelle in Horazens Oden sich handelte, bedenken aber nicht, dass diese Beschuldigung ein Dolch sei, gezückt nach Millionen Herzen. Was sage ich, Herzen? nach Millionen Seelen, ein Schwert, die Ehre von Millionen Lebender und Verstorbener zu morden. Ein solches Wort, und zumal im Munde eines Mannes, der für eine Autorität gehalten wird, ist mehr als Wort, ist eine Tat und eine folgenreiche schwer verantwortliche Tat. Ein solches Wort muss bewiesen werden können, und nur bewiesen darf es ausgesprochen werden. Taten Sie das? Können Sie das? -  Doch ich werde das Gegenteil beweisen."
Hierauf folgt nun eine so schlagende, oft witzige Entgegnung, dass kein Leser die Broschüre ohne Befriedigung aus den Händen legen wird. Insonders ist der Vers, geschickt, den Kampfplatz auf das Gebiet des Gegners hinüberzuspielen, und ihm da so treffend entgegenzutreten, dass er seinen eigenen Boden aufgeben müsste, wollte er den Kampf fortsetzen. Wir können es uns nicht versagen, die Schlussworte, welche dieser Polemik das Ende geben, hierher zu stellen. 'Es meint mancher*) christliche Theologe dem Christentume zu nützen, wenn er das Judentum schmäht und in den Augen des christlichen Publikums herabwürdigt, bedenkt aber nicht, dass er hierdurch am Ende jenem mehr Schaden zufügt, als diesem. Das Judentum ist und bleibt Grundlage (Basis) des Christentums.
*) Ich sage mancher, denn es gibt viele ehrenvolle Ausnahmen, katholische und protestantische. Ich selbst kenne deren und will hier nur eines Mannes gedenken, der als Dekan und Landtagsabgeordnete sich auszusprechen Gelegenheit hatte, des seligen Weinmann in Ullstadt. Sein Andenken lebt ewig in meinen, Herzen, und wenn ich das Christentum von einer besser Seite kennen lernte, als es mir sonst erschienen war: dir danke ich es, mein edler Freund! dir, der du dem Judentume Gerechtigkeit widerfahren ließest!
Wie man das auch verdecken und verschweigen mag, der unwissendste Christ ahnt es aus seinem Religionsunterrichte heraus. Meint ihr nun, ihr könnt jenes verächtlich machen, ohne diesem die Achtung zu entziehen, ihr könnt jenes in seinen Grundprinzipien erschüttern, ohne dieses schwankend zu machen? Wenn die Grundsaulen für morsch erklärt werden, glaubt ihr, es halte noch jemand das darauf ruhende Gebäude für fest und dauerhaft, oder, wie Mendelssohn sich ausdrückte, wenn das untere Stockwerk wirklich so baufällig ist, wer mag wohl in dem obern sich sicher fühlen? O lasset endlich einmal von diesem, eines guten, ehrlichen Menschen unwürdigen, eines Gelehrten aber doppelt unwürdigen Schmähen ab! Lasset uns jeder als redlicher und fleißiger Arbeiter in seinem Weinberge das Unkraut des Irrtums und Aberglaubens aufsuchen, ausreißen und — nicht in den des Nachbars, sondern in den Strom der Vergänglichkeit werfen, der es hinabtrage in das Grab der Vergessenheit, von wo es niemals wiederkehre! lasset uns jeder in seinem Weinberge die Steine des Hasses, der Unduldsamkeit und Verfolgung, die das Wachstum der edeln Pflanze hindern, sorgsam auflösen und hinausschleudern, aber nicht in den Weinberg des Nachbars, sondern wir wollen aus diesen Steinen eine Schutzmauer aufführen, gegen das heranströmende Gewässer der Entsittlichung, des reißenden Stromes wollüstigen Genusses, auf dass diese Fluten die Weinberge nicht überströmen und alle verwüsten. O würdet ihr mich hören, ihr solltet sehen, wie jeder Weinberg bald in voller Blüte stehen, aus jedem Weinberge mehr und schönere Früchte der Sittlichkeit hervorsprossen und wenn auch die Arbeiter ver­schieden, die Frucht wird dieselbe sein: Wahrheit, Liebe, Glückseligkeit!
Und Sie, Herr Professor, ich scheide von Ihnen ohne Hass und Groll, möchten auch Sie keiner Feindseligkeit Raum geben, ich meine nicht gegen mich, denn was liegt an mir! sondern gegen das Judentum und seine Bekenner. Sie mögen immerhin Manches in den alten Büchern gesunden haben, was Sie, was aber auch ich nicht billige, was aber nimmermehr dem Judentume zugeschrieben werden kann, wie Sie sich überzeugt haben werden. Vergesset, dass in alten bestaubten Büchern, die, wie Sie selbst sagen, von den wenigsten Juden verstanden und von noch wenigeren gelesen werden, 'einige unzarte und gehässige Redensarten sich befinden', dagegen wollen auch wir vergessen was die unparteiische Geschichte von grauenhaften Misshandlungen erzählt, die Scheiterhaufen und Blutbäder, wie man uns verkauft und ver-.  

     
Rabbiner Dr. Lazarus Adler plant die Herausgabe der Birke Abot ("Sprüche der Väter") (1850)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Juli 1850: "Von literarischen Novitäten ist wenig zu berichten. Herr Dr. Adler in Kissingen, dessen Name durch seine neuesten Streitschriften einen guten Klang in Israel gewonnen hat, will die Pirke Abot mit Erläuterungen, Biographien etc. herausgeben. Lehrer Krämer (in Altenmuhr), Verfasser mehrerer israelitischer Volksschriften, gedenkt 'Jüdische Erzählungen' in seiner frühern Weise und mit Vermeidung dessen, was in manchen Kreisen böses Blut gemacht hat, in die Öffentlichkeit treten zu lassen. Zu diesen wenigen Erscheinungen findet sich aber leider nur ein kleines kauflustiges Publikum vor, und die Herren Buchhändler gehen nicht tiefer, als sie festen Grund sehen. K."      

    
Rabbiner Dr. Lazarus Adler wurde zum Landrabbiner in Kurhessen (Kassel) ernannt (1852)    
Anmerkung: die nachfolgende Kritik an Rabbiner Dr. Adler wurde von orthodox-konservativer Seite aus geäußert.   

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 21. Mai 1852: "Kurfürstentum Hessen. Kassel. Dr. Adler, früher Rabbiner zu Kissingen, später als Prediger nach Mainz erwählt, ist endlich zum Landrabbiner vorgeschlagen und genehmigt worden. Derselbe gehört der bekannten saft- und kraftlosen Mittelpartei an, wie denn auch überhaupt der Charakter des Mittleren vorzüglich in ihm vertreten sich darstellt. Unsern tüchtigen Provinzial- und Kreisrabbinern gegenüber, möchte demselben kein sonderlich behaglicher Zustand zu prophezeien sein."    

  
Über Rabbiner Dr. Lazarus Adler nach seinem Dienstantritt in Kassel (1852)  

Kassel AZJ 08111852a.jpg (158262 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. November 1852: "Ich kam nach Kassel. Die wundervolle, im schönsten und erhabensten Stile erbaute Synagoge wird allgemein zu den Sehenswürdigkeiten der hessischen Residenz gezählt und ergötzt sich mein Auge aufs Neue jedes Mal daran, so oft ich sie sehe. Je imposanter aber der Eindruck ist, den dieses Gotteshaus auf den Beschauer macht, umso fühlbarer und den Effekt herabstimmend ist gerade die Schwäche des darin tätigen Chors. Ich vermisste durchweg einen kräftigen Grundbass und mitunter glaubte ich auch einmal keinen Sopran zu vernehmen. Am Gelungensten schienen mir die Gesänge beim Ein- und Ausheben der Tora gewesen zu sein. Zu gleich Zeit hatte ich Gelegenheit, eine treffliche Predigt über Haftarat Chason, die, wie der Redner sehr richtig bemerkte, selbst eine Predigt ist, von dem dortigen Landrabbinen Herrn Dr. Adler zu hören Es wird Ihren Lesern bekannt sein, dass derselbe, nachdem der Rabbinerstuhl viele Jahre verwaist stand und die Gemeinde während dessen die verschiedensten Gastpredigten vernommen hat, im Laufe dieses Sommers erst von Kissingen nach Kassel kam. Schon als Rabbinatskandidat hat unser Landrabbiner eine jüdische Zeitschrift, 'die Synagoge' redigiert, und als vor wenigen Jahren bei Gelegenheit der Kammerverhandlungen in München, mittelalterliche Schmähungen und Beschuldigungen auf Judentum und Talmud von einigen geistlichen Ständemitgliedern gehäuft wurden und mehrere bayerische Rabbinen gegen solche Anschuldigungen sich erhoben, da ergriff auch Herr Dr. Adler die Feder und verteidigte seinen Glauben. Diese Broschüre ward damals als die gelungenste und schlagendste allgemein anerkennt. Gegenwärtig beschäftigt sich derselbe mit Herausgabe der Pirkei Awot (Sprüche der Väter) mit einem sehr ausführlichen, deutschen Kommentar."   

     
Zum Tod von Bezirksrabbiner Dr. Lazarus Adler (Rabbiner in Bad Kissingen bis 1852, gestorben 1886)  

Bad Kissingen AZJ 19011886.jpg (101967 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 19. Januar 1886: "Wiesbaden, 5. Januar (1886). Abermals ist einer der Veteranen der gemäßigten, auf dem historischen Boden verharrenden Reform dahingeschieden. Heute verstarb Dr. Lazarus Adler, früher Rabbiner in Unzenhausen (unklar: war Rabbiner Adler kurze Zeit Rabbiner in Gunzenhausen?), dann Bezirksrabbiner in Kissingen und zuletzt Landesrabbiner in Kassel, welches Amt er vor wenigen Jahren wegen Kränklichkeit und Altersschwäche niederlegte. Nachdem er die treue Gefährtin seines Lebens verloren, ließ er sich in Wiesbaden bei einer Verwandten nieder. Seine literarische Wirksamkeit begann er durch Herausgabe einer Zeitschrift, die jährlich in 6 Heften erschien, zur Belehrung und Erbauung (München, 1839-45). Später veröffentlichte er Vorträge und Predigten, deren Hauptthema die Humanität war. Einen tätigen Anteil nahm er an den beiden Rabbinerversammlungen zu Kassel und Berlin und an den beiden Synoden. Er war ein milder, friedliebender Charakter, der wahre Menschenfreundlichkeit betätigte und von gründlicher rabbinischer Gelehrsamkeit. Wenn irgend Jemanden, so machte ihn 'das Herz zum Redner', und, wenn Anfangs seine Rede langsam und breit dahinfloss, so schwoll sie durch die Gefühlserregung, die sich seiner bemächtigte, bald zu einem Strome an, der die Zuhörer mit fortriss. Seine Ehe blieb kinderlos, und nun wird seine Leiche am 7. dieses Monats auf dem hiesigen Friedhof beerdigt."      

 
  
Rabbiner Dr. Naftali (Gabriel Hirsch) Lippmann (1853-1864)  
Rabbiner Gabriel Hirsch / Naftali Lippmann ist im Jahr 1805 in Memmelsdorf geboren. Er studierte bei Rabbiner Abraham Mayländer in Burgpreppach, danach an der Jeschiwa beziehungsweise bei Rabbinern in Fürth und in Aschaffenburg. Sein Universitätsstudium schloss er in Würzburg ab. Zunächst war er als Rabbiner und Prediger in Aurich tätig, bis er 1852/53 das Bezirksrabbinat in Bad Kissingen übernahm. Er starb bereits am 21. Mai 1864 (am Sabbat Paraschat Behar) in Bad Kissingen.  
   
Kritik an der Besetzung der Rabbinerstelle von liberaler Seite (1852)  

Bad Kissingen AZJ 13091852a.jpg (109249 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. September 1852: "Einen sonderbaren, fast komischen Eindruck macht, selbst in christlichen Kreisen, die Art, wie das königliche Landgericht Kissingen die dortige Rabbinerstelle ausschreibt. Da figurieren Bankrott, Wucher und Neologie in aller hergebrachten Herrlichkeit. Unrecht würde man jedoch gedachtem Landgerichte tun, wollte man ihm die Schule beimessen. Unsere Gesetze, Reskripte etc. schreiben einmal Solches vor. Das aber ist die Folge alles Unzeitgemäßen und Veralteten, es bleibt wirkungslos und macht sich lächerlich. Die Stelle selbst wird einem Rabbiner zuteil werden, welcher der Anforderung, 'verderblicher Neologie' nicht zu huldigen, sattsam entsprechen wird. Die streng konservativen Rabbinen gewinnen überhaupt immer mehr Terrain bei uns. Möchten jene Herren, welche sonst der Zeit jede Berechtigung auf dem kirchlich-religiösen Gebiete absprechen, nicht verkennen, wie ihre Domination selbst nur ein Erzeugnis der Zeit bildet und sie zur Belebung und Pflege der sittlichen Grundlage in Israel nützen. Gar leicht ist's, gegen den 'jetzigen Limud' (Unterricht, Studium) loszuziehen, die 'fleißigen Schulgänger' aber opferwillig für den Jugendunterricht zu machen, wäre eine schönere Aufgabe."    

  
Bestätigung der Wahl von Rabbiner Dr. Lippmann (1853)  

Bad Kissingen AZJ 10011853.jpg (15466 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Januar 1853: "Bayern, Ende Dezember (1852). Herr Dr. Lippmann ist als Rabbiner in Kissingen regierungsseits bestätigt worden."    

  
Rabbiner Dr. Lippmann kommt nach Bad Kissingen - die Stelle in Aurich ist neu zu besetzen (1853)  

Bad Kissingen AZJ 17011853.jpg (31914 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. Januar 1853: "Durch die Berufung unseres verehrten Herrn Rabbiners und Oberlehrers Dr. Lippmann als Distriktsrabbiner nach Kissingen ist die hiesige Stelle vakant. Bewerber um dieselbe wollen sich unter frankierter Einsendung ihrer Zeugnisse an den hiesigen israelitischen Gemeindevorstand wenden. Auf tüchtige Schulkenntnisse und Lehrfähigkeit wird besonders gesehen.  
Aurich
(Ostfriesland), den 8. Dezember 1852."   

   
Kritik an Rabbiner Dr. Lippmann von liberaler Seite und Lob seines Vorgängers Dr. Adler (1853) 

Bad Kissingen AZJ 05091853.jpg (96330 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. September 1853: "In dem starb besuchten Kurorte Kissingen, wo längere Jahre hindurch der sich um das Judentum verdient gemacht nunmehrige Rabbiner zu Kassel, Dr. Adler, segensreich wirkte, indem derselbe mit Aufopferung in einzelnen Orten seines Rabbinats den Weg zu zeitgemäßen Reformen angebahnt hatte, scheint es dessen Nachfolger, Dr. Lippmann, sich zur Hauptaufgabe gemacht haben, was Ersterer mühsam geschaffen, wieder zu zerstören. Derselbe sucht in seinen Deraschot, vulgo Predigten, das Sündhafte dieser sogenannten Neuerungen zu beweisen, und mit großem Geschütze zu bekämpfen. Überhaupt wäre dieser Mann, dem zwar talmudische Gelehrsamkeit nicht abzusprechen, als Lehrer an einem Bet hamidrasch eher am Platze, wie als Geistlicher an einem so frequenten Badeorte. Während sich sonst das zur Badesaison sehr stark vertretene gebildete jüdische Publikum, sowie auch viele christliche Zuhörer an den gediegenen geistreichen Vorträgen Dr. Adlers erbaute, fühlt man sich jetzt von den obskuren, der Neuzeit nicht anpassenden Reden des jetzigen Rabbinen, wenig angezogen."       

  
Zum Tod von Rabbiner Dr. Lippmann (1864)  

Bad Kissingen Israelit 22061864.jpg (159588 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1864: "Von der Saale. War der Tod von gerechten und frommen Männern in Israel zu allen Zeiten der Gegenstand höchster Trauer und Bestürzung, so muss er dies in unserer Zeit ganz besonders sein, in einer Zeit, wo derartige Lücken wie noch nie fühlbar sind. Solche tiefe Trauer und aufrichtige Bestürzung tat sich kund bei dem am Sabbat Paraschat Behar (= Sabbat mit der Toralesung Behar, d.i. 3. Mose 25,1 - 26,2, das war Sabbat, 21. Mai 1864) erfolgten Tode unseres verehrten Herrn Distritks-Rabbiners Dr. Gabriel Hirsch Lippmann. Schon längere Zeit körperlich leidend, trug auch der Sohn eines vielgeliebten Sohnes dazu bei, dass das teuere Leben dieses frommen Mannes so früh endete. Die Beerdigung desselben fand Tags darauf unter großer Beteiligung aus Nah und Fern zu Kissingen statt. Die allgemeine Trauer, welche sich um den Dahingeschiedenen kundgab, legte das beste Zeugnis ab, welche hohe Achtung der Verewigte in seinem Leben genossen. Derselbe erreichte nicht ganz das Alter von 59 Jahren!  
An seinem Grabe sprachen Worte der Trauer, außer dem Herrn Distrikts-Rabbiner Bamberger aus Würzburg, dem intimen Freunde und Gönner des Verblichenen, noch die Herren Distriktsrabbiner von Niederwerrn und Bamberg, sowie Herr Rabbinats-Kandidat und Vorsänger Berg aus Kissingen.  
Muss ich es nun gleichwohl einer geübteren Feder überlassen, eine eigentliche Biographie des Verewigten zu schreiben, so kann ich dennoch nicht unterlassen, zu erwähnen, dass der Betrauerte dem orthodoxen Judentume mit Herz und Seele angehörte. In Herrn Dr. Lippmann hat daher nicht nur unser Kreis einen tüchtigen Seelenhirten, sondern auch das orthodoxe Judentum einen würdigen Vertreter verloren.   
Herr Dr. Lippmann war namentlich in früheren Jahren auch als Schriftsteller tätig; so edierte derselbe u.a. mehrere Schriften Aben Esras und versah dieselben mit trefflichen Kommentaren.  
Der Verblichene war ein Schüler des weltberühmten Rabbi Wolff Hamburg - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - zu Fürth, und wirkte früher auch mehrere Jahre als Prediger und Lehrer zu Aurich. 
Möge das Andenken des Frommen uns immer unvergesslich bleiben, bis sich erfüllt vernichtet wird der Tod auf ewig!"   

    
    
Rabbiner (zunächst Rabbinatsverweser) Moses Löb Bamberger (1865/67 - 1899)      
Zur Rabbinerwahl in Bad Kissingen - Kritisches aus liberaler Sicht zur Besetzungspolitik von Distriktsrabbiner Bamberger in Würzburg (1865)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. April 1865:         
Bad Kissingen AZJ 18041865a.jpg (195449 Byte)  

  
Kritisches zur Besetzung des Rabbinates Kissingen - aus liberaler Sicht - weiterer Beitrag (1865)  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. August 1865: "Aus Unterfranken, im Juli (1865). Die den Lesern dieser Zeitschrift schon zum Teil bekannten Vorgänge bei der Wiederbesetzung des Rabbinats Kissingen, die wieder ein Streiflicht auf das Treiben unserer 'Frommen' werfen, haben mit der Erwählung des Dr. Schwab noch lange nicht ihren Abschluss gefunden. Bei der Zähigkeit, mit der diese Leute an ihren Plänen festhalten, war auch zu erwarten, dass sie, einmal durch den für sie unerwarteten Ausgang der Wahl aus ihrer zuversichtlichen Ruhe aufgeschreckt, alle Hebel in Bewegung setzen würden, um die Ernennung der Dr. Schwab zu hintertreiben. Es galt ja nicht allein, dem Sohne des Heiligen in Würzburg eine einträgliche Pfründe zu verschaffen, sondern auch im Bezirke Kissingen das Heiligste des Menschen, die 
Bad Kissingen AZJ 08081865a.jpg (324385 Byte)hehre Religion zu erhalten, die in demselben unter der Leitung eines wissenschaftlich gebildeten Mannes, der wie zu erwarten, auch Predigten abhalten, der Gründung tüchtiger Schulen und der Verbesserung der bestehenden seine Tätigkeit widmen, Landsleute und keine Würzburger Kameraden zu Trauungszeugen beiziehen, und dergleichen schädliche Dinge mehr tun wird, sicher untergraben werden muss.
Die bei der Rabbiner Bamberg'schen Partei, durch die den Gemeinden gestellte Alternative - den Rabbinatsgehalt um 300 Gulden aufzubessern, oder die Stelle aufzulösen und den Rabbinaten Würzburg, Schweinfurt und Gersfeld einzuverleiben - rege gewordene Hoffnung, die Gemeinden würden Letzteres einer weiteren Belastung ihres Säckels vorziehen und so dem Dr. Schwab die Ausnutzung seines Sieges entgehen, dürfte doch durch den gesunden Sinn, durch welchen sich die Leiter der meisten dortigen Gemeinden auszeichnen, enttäuscht werden.  
Mittlerweile haust Bamberger als Verweser im Rabbinatsbezirke wie ein Pascha. Er     

      
Kritik an der Kritik an Rabbiner Moses Löb Bamberger (1865)  

Bad Kissingen Israelit 06091865.jpg (241987 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. September 1865:        

    
Kritik an der Wahl von Rabbiner Moses Löb Bamberger von liberaler Seite (1867)  

Bad Kissingen Chananja 15041867.jpg (57437 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Ben Chananja" vom 15. April 1867:     

 
Dankschreiben von Reichskanzler Graf Bismarck an Distriktsrabbiner Bamberger (1874)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. September 1874:       

 
Bitte von Bezirksrabbiner Moses Löb Bamberger für eine kleine Gemeinde seines Bezirks (1884)  

Bad Kissingen Israelit 04021884bez.jpg (64740 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1884:         

   
Neujahrswünsche von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1890)   

Bad Kissingen Israelit 08091890.jpg (64458 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. September 1890:      

    
25-jähriges Dienstjubiläum von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1892)  

Bad Kissingen Israelit 24031892.jpg (89355 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. März 1892:      

   
Feier des 25-jährigen Amtsjubiläums von Bezirksrabbiner Moses Löb Bamberger (1892)  

Bad Kissingen Israelit 04041892.jpg (186402 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. April 1892:     
Bad Kissingen Israelit 04041892a.jpg (152735 Byte)   

  
Nachtrag zur Feier des 25-jährigen Amtsjubiläums von Rabbiner Bamberger (1892)  

Bad Kissingen Israelit 07041892.jpg (119283 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. April 1892:       
Bad Kissingen Israelit 07041892a.jpg (220903 Byte)   

  
Zum Tod von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1899)   

Bad Kissingen Israelit 02111899.jpg (259079 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1899:       
Bad Kissingen Israelit 02111899a.jpg (413838 Byte)   
Bad Kissingen Israelit 02111899b.jpg (404018 Byte)  
Bad Kissingen Israelit 02111899c.jpg (329005 Byte)   

  
Weiterer Bericht zum Tod von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1899) 

Bad Kissingen Israelit 20111899.jpg (149555 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. November 1899:     

  
Die Neubesetzung der Rabbinerstelle gestaltet sich schwierig (Januar 1900)   

Bad Kissingen Israelit 18011900.jpg (124481 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Januar 1900:       

  
Publikation der Trauerrede für Rabbiner Moses Löb Bamberger (1900)  

Bad Kissingen Israelit 29011900.jpg (131778 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  

   
Stand der Besetzung der Rabbinerstelle (Februar 1900)
 

Bad Kissingen Israelit 19021900.jpg (68808 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. Februar 1900:     

  
Vor der Entscheidung der Besetzung des Rabbinates (Mai 1900) 
  

Bad Kissingen Israelit 28051900.jpg (166048 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Mai 1900:      


Zur Wahl eines Nachfolgers für Rabbiner Moses Löb Bamberger (Juni 1900)  

Bad Kissingen Israelit 21061900.jpg (273523 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juni 1900:     

  
Rabbinerwahl in Bad Kissingen - der Wahltermin steht fest (August 1900)
  

Bad Kissingen Israelit 02081900.jpg (22233 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1900:        

    
Zum Tod von Esther Bamberger, Witwe von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1923)
   

Bad Kissingen Israelit 08031923.jpg (127519 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. März 1923:      

  
Gedenken zum 100. Geburtstag von Rabbiner Moses Löb Bamberger (1938)   

Bad Kissingen Israelit 28041938.jpg (148373 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1938:     

   
   
   
Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1902-1932)  
Vgl. Wikipedia-Artikel "Seckel Bamberger":  http://de.wikipedia.org/wiki/Seckel_Bamberger 
   
Rabbiner Dr. Seckel Bamberger wird zum Bezirksrabbiner gewählt (1900)  

Bad Kissingen Israelit 06081900.jpg (16130 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1900:     

   
Das vakante Distriktsrabbinat wird durch Rabbiner Nathan Bamberger aus Würzburg vertreten (1902)  
Anmerkung: Rabbiner Dr. Seckel Bamberger hat erst 1902 sein Amt in Bad Kissingen angetreten  

Bad Kissingen Israelit 04081902b.jpg (22902 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1902:      

       
Die Wahl von Rabbiner Dr. Bamberger in Kissingen wurde behördlicherseits bestätigt (1902)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Oktober 1902: "Die Wahl des Rabbiners Dr. Bamberger - Schrimm in Kissingen wurde endgültig bestätigt."            

   
Veröffentlichung zum 50. Todestag von Rabbiner Seligmann Bamberger durch seinen Enkel Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (Bad Kissingen, 1928)   

Artikel in der "Deutsch-Israelitischen Zeitung" (Regensburg) vom 8. November 1928: "Anlässlich des 50. Todestages des 'alten Würzburger Raw' veröffentlicht sein Enkel, Herr Rabbiner Dr. S. Bamberger - Bad Kissingen, unter dem Titel netiah schäl simchah eine Reihe interessanter Fragen und Antworten, die sich aus einem Briefwechsel Seligmann Bär Bambergers - das Gedenken an den Gerechten ist zum Segen - Bad Kissingen ergeben haben. Das Buch, das die erste geschlossene Sammlung des besonders tiefgründigen und für die halachische Praxis überaus wichtigen Antworten (Responsen) dieses Großen darstellt, wird jedem Gelehrten eine Quelle schönsten Genusses sein. Das Werk ist zu beziehen durch den Verlag J. Rawer, Frankfurt am Main, Batonnstraße 9, Preis 4 Mark."          

  
25-jähriges Dienstjubiläum von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1927)  

Bad Kissingen Israelit 24111927.jpg (131387 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. November 1927:     
   
Bad Kissingen BayrGZ 13121927.jpg (69534 Byte)Artikel in der "Bayerischen israelitischen Gemeindezeitung" vom 13. Dezember 1927:    
   
Bad Kissingen GblIsrFf Jan1928 147.jpg (19185 Byte)Artikel im "Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" vom Januar 1928 S. 147:   

     
Zur "zwangsweisen" Pensionierung von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1932)   

Bad Kissingen Israelit 21071932.jpg (203232 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juli 1932:       
      
   
Zum Tod von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger (1934)  
   
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. Oktober 1934:   
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. November 1934:     
     

  
Weiterer Artikel zum Tod von Rabbiner Dr. Seckel Bamberger und Dankanzeige (1934)       

Bad Kissingen Israelit 22111934.jpg (895446 Byte) Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1934:     
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. November 1934:         

                   
Trauer- und Gedächtnisgottesdienst der Israelitischen Religionsgesellschaft Stuttgart zum Tod von Rabbiner Dr. S. Bamberger (1934)         

Artikel in der "Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Dezember 1934:       

               
Jahrzeitstag und Grabsteinsetzung für Rabbiners Dr. Seckel Bamberger (1935)
  

Bad Kissingen Israelit 28111935.jpg (106656 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. November 1935: "Der erste Jahrzeitstag des Kissinger Raw - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - Bad Kissingen, 21. November.  
Am 15. Cheschwan jährte sich zum erstenmal der Tag, an welchem unser Raw, Dr. Seckel Bamberger - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - , von seiner irdischen Wirksamkeit abberufen wurde. Am Vorabend dieses Tages fand im Anschluss an das Maariw-Gebet im Kreise der Familienangehörigen und der hier wohnenden ehemaligen Schüler ein Sijum auf den größten Teil des Sidrei Mischna statt. Im Verlauf des Festmahles erfreute Herr Rabbiner Dr. Bamberger, Stuttgart die Anwesenden mit schönen eigenen Toraworten und solchen seines Vater - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen. Am Jahrzeitstage selbst fand in einer Vormittagsstunde die Aufrichtung des Grabsteines auf dem hiesigen Friedhofe statt. Dazu hatten sich neben der Familie ferner der Herr Rabbiner, sowie Vorstände und zahlreiche Mitglieder der hiesigen Gemeinde eingefunden. Der Stein enthält, nach dem letzten Willen des Raw - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - nur Namen, Geburts- und Sterbetag, Orte der Wirksamkeit und Dauer derselben an den einzelnen Orten, sowie die Namen der verfassten Werke. Nach Aufrichtung des Grabsteines lauschten wir voll Andacht der gedankentiefen Gedenkrede des Herrn Rabbiner Dr. Bamberger, Mainz, des jüngsten Sohnes.   
Die schlichte Feier hinterließ nachhaltigen Eindruck."     
  
Bad Kissingen Friedhof 271.jpg (102833 Byte)Der Grabstein für Rabbiner Dr. Seckel Bamberger im jüdischen Friedhof in Bad Kissingen (Foto: Jürgen Hanke, Kronach) 

  

  

  

   

  

  

 

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Stand: 31. Januar 2026