Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bischwiller (Bischweiler, Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Jüdische Geschichte  /  Synagogue / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte des Rabbinates   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
    
In dem in früheren Jahrhunderten zum Bistum Straßburg gehörenden (und dem Pfalzgrafen verpfändeten) Ort Bischwiller lebten Juden bereits in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts. 1322 setzte Ludwig der Bayer die Brüder Joseph und Säkinlin von Bischweiler sowie Joseph von Neuweiler um 100 Pfund Haller zum Pfand. Bei der Verfolgung in der Pestzeit 1348/49 wurden auch die Bischweiler Juden ermordet. Erst 1499 wird wieder ein Jude als in Bischweiler wohnhaft genannt.  
    
Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten sich Juden wieder am Ort niederlassen (die ersten Familien 1825). 1866 wurden bereits 246 jüdische Einwohner gezählt (etwa 2,50 % der Gesamteinwohnerschaft). Aus Schirrhoffen, Offendorf, Wittersheim und anderen Dörfern zogen zahlreiche Familien zu.  
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war.  
    
Bischwiller wurde (in Nachfolge von Schirrhoffen) ab 1910 Sitz eines Rabbinates. 1910 wurde zum Rabbiner am Ort Dr. Sylvain Lehmann ernannt. Er blieb am Ort bis zu seinem Tod 1938.  
    
1936
gehörten 193 Personen der jüdischen Gemeinde an. 
     
Während des 2. Weltkrieges wurden die bis dahin nicht emigrierten und am Ort verbliebenen Juden nach Südfrankreich deportiert. 
     
Von den in Bischwiller geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem): Gabriel Bloch (1875), Gaston Block (1908), Paulette Bloch (1895), Karoline Bohr (1923), Maurice Cahnmann (1877), Andre Hermann (1905), Rose Israel (1892), Irene Kahn geb. Weil (1905), Lucien Kahn (1885), Simon Kaufmann (1878), Caroline Koch (1881), Louise Lehmann (1882), Henriette Lemmel (1878), Eliane Metz (1933), Marie Nathan (1904), Paul Picard (1909), Haguette Weil (1928), Lily Weill geb. Hirsch (1910).       
    
Nach 1945 konnte eine neue Gemeinde begründet werden, der 1965 etwa 50 Personen angehörten.
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
   
Aus der Geschichte des Rabbinates 
Besetzung des Rabbinates Bischweiler mit Rabbiner Dr. Sylvain Lehmann (1902) 
Anmerkung: Dr. Sylvain Lehmann (geb. 1875 in Guebwiller, gest. 5. Mai 1938 in Bischweiler): studierte am Rabbinerseminar in Colmar und 1895 bis 1901 am Rabbinerseminar und an der Universität Berlin; seit 1902 Rabbiner in Schirrhofen-Bischweiler; der Rabbinatssitz wurde 1910 nach Bischweiler verlegt. Dr. Lehmann erteilte weiterhin den Religionsunterricht in Schirrhofen. 1936 wurde er mit dem Titel 'Officier d'académie' geehrt. 1938 war er vertretungsweise Rabbiner in Haguenau. Er starb bei einem Verkehrsunfall mit dem Mofa.  

Quatzenheim Israelit 24021902.jpg (50143 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1902: "Straßburg, 18. Februar (1902). Es wird vielleicht nicht uninteressant sein, zu erfahren, dass unter den sechs Kandidaten, die dieses Jahr vom Rabbinerseminar in Berlin das Rabbinerdiplom erhielten, vier Elsässer sind. Diesen hat jetzt das unterelsässische Konsistorium die seit längerer Zeit unbesetzten Stellen übertragen und zwar sind ernannt die Herren Dr. Josef Bloch nach Barr, Camille Bloch nach Sulz unterm Wald, Max Guggenheim nach Quatzenheim und Dr. Sylvain Lehmann nach Schirrhofen-Bischweiler."     

    
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   

Schlechtes und gutes Beispiel für christlich-jüdisches Miteinander 
Missionseifer einer christlichen "Schwester"  
Bischweiler Israelit 01051872.jpg (38691 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. Mai 1872: "Bischweiler. In dem Kanton Bischweiler wollte eine 'Schwester' ein neunjähriges israelitisches Mädchen, welches die katholische Schule besucht, zwingen, dem katholischen Religionsunterricht mitanzuwohnen, indem sie hinzufügte: 'Wenn Heinrich V. König werden wird, wird er Euch alle katholisch machen oder Euch zwingen, mit Euren Eltern das Land zu verlassen."
   
Protestantischer Wohltäter - auch gegenüber Juden  
Bischweiler Israelit 29081887.jpg (73159 Byte)Aus der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. August 1887: "Bischweiler, Elsaß. 8. August. 'Herr Pfarrer Grimm veröffentliche im hiesigen Wochenblatt, dass ihm die Familie des am 11. Juli beim Baden im Rhein verunglückten Fabrikanten Ulrich Ernst, in Ausführung der eigenhändigen Aufzeichnungen des Verewigten vom 5. November 1882 3.100 Mark übersendet, wovon bestimmt sind: 1.000 Mark für die protestantischen Armen, 500 Mark für den hiesigen Versorgungsverein, 500 Mark für die katholischen Armen und 1.000 Mark für die israelitischen Armen."
Der humane Mann war Protestant, Schweizer von Geburt und 62 Jahre alt. Als geübter Schimmer pflegte er nur im offenen Rheine zu baden, wo ein Herzschlag sein Leben endete."

   
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Zum Tod des Gemeindevorstehers Herr Schweitzer (1890)        

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Juni 1890: "Zu Bischweiler (Elsass) starb jüngst der Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Herr Schweitzer. Seiner Beerdigung wohnten die sämtlichen Notabilitäten des Ortes, der Bürgermeister, die evangelische Geistlichkeit und verschiedene Andere bei."  

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige des Hotels, Wäsche und Betten-Manufaktur J. Königsberger (1898)     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1898: "Gesucht zum sofortigen Eintritt ein Lehrling, mit guter Schulbildung und schöner Handschrift, Schabbat und Feiertag geschlossen. 
Hotel Wäsche- und Betten-Manufaktur 
J. Königsberger,
Bischweiler, Elsaß."    

   
   
   
Zur Geschichte der Synagoge           
   
1856 wurde eine Synagoge in der Rue des Menuisiers gebaut. 1859 erfolgte die Einweihung. Sie wurde in der NS-Zeit zerstört (1940). Eine neue Synagoge wurde unweit des alten Synagogenstandortes 1956 an der Rue de Maréchal Foch gebaut (2 rue du Maréchal Foch; Architekten Cromback und Heller). Da die jüdische Gemeinde zahlenmäßig stark abgenommen hat, wird die Synagoge derzeit nicht benutzt. 
    
Adresse/Standort der Synagoge:    67240 Bischwiller, 2, Rue du Maréchal Foch     
   
   
Fotos
(Foto rechts: Hahn, Aufnahmedatum 16.4.2004) 

Die alte Synagoge Bischweiler Synagoge 011.jpg (32867 Byte)  Bischweiller1.jpg (60377 Byte)
  Die alte Synagoge
 von Bischweiler 
 obige Abbildung mit freundlicher Genehmigung von
 Frantisek Bányai aus der Website www.judaica.cz 
      
Die neue Synagoge Bischwiller Synagogue 100.jpg (81846 Byte)  
  Die 1956 erbaute Synagoge von Bischwiller  

Weitere Fotos der alten und der neuen Synagoge: hier anklicken

     
   

Links und Literatur

Links:  

Französische Informationsseite zur Synagoge in Bischwiller 
Informationsseite zu den bestehenden jüdischen Gemeinden im Elsass: hier anklicken 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof Bischwiller (interner Link)   

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 64; III,1 S. 129f.
Alsace JDaltroff 01.jpg (53012 Byte)Jean Daltroff: La Route du Judaisme en Alsace. Photographies Christophe Hamm. I.D. Créations. Rosheim 2006. ISBN 2-915626-02-2. S. 42 u.ö.
Link zum Verlag mit Informationen

     
  


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Bischwiller (German Bischweiler) Bas-Rhin dist. The Jews of Bischwiller were massacred during the Black Death persecutions of 1348-49. Jews only returned to settle in 1845, inaugurating a synagogue in 1859. The community numbered 193 members in 1936. During the occupation in Worldwar II, the Jews were expelled to the south of France, together with the rest of Alsace-Lorraine Jews. The synagogue was completely destroyed. There were 19 Jews deported from Bischwiller. In 1965 there were 50 Jews living in Bischwiller.  
      
        

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 23. Juli 2014