Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Heidelberg (Stadtkreis)
Texte/Berichte zur jüdischen Geschichte der Stadt im 19./20. Jahrhundert (bis nach 1933) 
 
Hier: Berichte zu den Rabbiner, Lehrern, weiteren Kultusbeamten und zum jüdischen Schulwesen  

Die nachstehend wiedergegebenen Texte mit Beiträgen zur jüdischen Geschichte in Heidelberg wurden in jüdischen Periodika gefunden. 
Bei Gelegenheit werden weitere Texte eingestellt..  
Die
Texte wurden dankenswerterweise von Frau Susanne Reber, Mannheim, abgeschrieben.    
   
   
  
Übersicht:  

bulletÜbersicht über die Rabbiner in Heidelberg im 19./20. Jahrhundert (ab 1827: Bezirksrabbiner; bis nach 1933)  
bulletRabbiner, die in Heidelberg studierten und / oder promovierten   
bulletAus der Geschichte der Rabbiner in Heidelberg 
Kritik an der Amtsführung von Bezirksrabbiner Salomon Fürst (anonyme Einsendung) (1844)  
-  Rabbiner Salomon Fürst nimmt zu der vorgebrachten Kritik Stellung (1844)   
Zum Tod von Rabbiner Salomon Fürst (1870)   
Publikation von Bezirksrabbiner Dr. Hillel Sondheimer (1886)      
-  Zum Tod von Bezirksrabbiner Dr. Hillel Sondheimer (1899)  
Rabbiner Dr. Hermann Pinkuss aus Breslau wurde als Bezirksrabbiner für Heidelberg gewählt (1900)    
-  Eine Ansprache von Rabbiner Dr. Hermann Pinkuss wird veröffentlicht (1915)  
Bezirksrabbiner Dr. Hermann Pinkuss nimmt an der Landesschulkonferenz teil (1920)   
Zum Tod der Frau von Bezirksrabbiner Dr. Herrmann Pinkuss (1927)  
60. Geburtstag von Bezirksrabbiner Dr. Hermann Pinkuss (1927)   
Der orthodoxe Verein stellt einen eigenen Rabbiner an (1929)  
Rabbiner Hermann Mayer warnt vor einem "Verein gesetzestreuer Juden e.V. Abt. Talmud Tora" (1931)  
Rabbiner Ulrich Steuer wurde zum Bezirksrabbiner gewählt (1936)      
bulletAus der Geschichte der jüdischen Lehrer, der Schule und weiterer Kultusbeamten  
-  Dr. Rehfuß kann seinen Diensten nach längerer Krankheit wieder nachgehen (1841) 
Regierungsbeschluss zur Zahlung von Diensten der Kultusbeamten (1844)     
Ausschreibung der Hauptlehrerstelle an der israelitischen Bezirks-Stiftungsschule (1847)  
Ausschreibung der Stelle des Vorsänger bei der israelitischen Religionsgemeinde (1852)    
-  Ausschreibung der Stelle des Synagogendieners (1891) 
-  Chanukkafeier für die Schuljugend (1901)  
-  Ausschreibung der Stelle eines Hilfsvorsängers (1904)  
Über Lehrer Raphael Jacob (1877-1942)   
-  25-jähriges Dienstjubiläum von Oberkantor Julius Krämer (1927)     
-  Ausschreibung der Lehrerstelle für die jüdische Abteilung der Volksschule (1937)   
bulletBerichte zu jüdischen Erziehungs- und Unterrichtsinstituten      
-  Anzeige der Lehr- und Erziehungsanstalt Dr. H. Reckendorf (1861) 
-  Über ein talmudisches Seminar in Heidelberg (1911)   
-  Kurse im talmudischen Seminar im Wintersemester 1912/13 (1912)  

    
   
Übersicht über die Rabbiner in Heidelberg im 19./20. Jahrhundert (ab 1827: Bezirksrabbiner; bis nach 1933)    
   
bis 1815: Rabbiner Löb Herz Richen (auch Löb Richheimer; geb. 1733 in Richen bei Eppingen, gest. 1815 in Heidelberg), war zunächst Klausrabbiner der Elias-Haium-Stiftung in Mannheim, später Stiftsrabbiner in Heidelberg, kurpfälzischer Unterrabbiner und Leiter der Talmudschule in der Mantelgasse. 
-  1816 bis 1824
: Rabbiner Jakob-Koppel Bamberger (geb. 1785 in Neckarbischofsheim, gest. 1864 in Worms): nach Selbststudium Rabbinatsdiplom von Rabbiner Ascher Löw in Karlsruhe; war bis 1824 an den rabbinischen Gerichtshöfen von Mannheim und Karlsruhe tätig; 1816 bis 1824 Stiftsrabbiner und Rabbinatssubstitut in Heidelberg seit 1824 Rabbiner in Worms, betrieb eine kleine Jeschiwa in Worms.       
1825/27 bis 1870: Rabbiner Salomon Fürst (geb. 1799 in Mannheim, gest. 1870 in Heidelberg): studiert in Mannheim, dann in Würzburg; 1825 gemeinsam mit Rabbiner Rabbiner Hirsch Traub Vorsitzender der Niederrheinischen Provinzsynagoge und Rabbinatsverweser in Heidelberg; ab 1827 Bezirksrabbiner in Heidelberg; war verheiratet mit Therese-Gresel Traub (vier Söhne, von denen drei Rechtsanwälte und einer Rabbiner wurde; eine Tochter heiratet den Mainzer Rabbiner Dr. Elias Benedikt Cahn). 
1872 bis 1899: Rabbiner Dr. Hillel Sondheimer (geb. 1840 in Eppingen, gest. 1899 in Heidelberg): studierte in Heidelberg, Würzburg und Berlin; war ab 1862 Bezirksrabbiner in Gailingen, seit 1872 Bezirksrabbiner in Heidelberg.   Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hillel_Sondheimer   
-  1900/01 bis 1930/32
: Rabbiner Dr. Hermann Pinkuss (geb. 1867 in Nikolai, Oberschlesien, gest. 1936 in Frankfurt am Main): studierte 1886 bis 1896 in Breslau und Berlin; 1894 zweiter Rabbiner an der Neuen Synagoge und Leiter der II. Religionsschule in Breslau; 1900/01 bis 1930 Bezirksrabbiner in Heidelberg (auch für die früheren Rabbinate Sinsheim, Ladenburg und ab 1923 auch Mosbach); 1930 im Ruhestand, vertrat jedoch das Amt weiter, bis es sein Neffe - Rabbiner Dr. Fritz Pinkuss - 1932 übernehmen konnte; war verh. mit Olga geb. Mayer (gest. 1927; zwei Söhne: Bruno, der 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde, und Richard, der in die USA emigrieren konnte). Vgl. http://steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/bhr?id=2482   
-  1932 bis 1936: Rabbiner Dr. Fritz Pinkuss
(geb. 1905 in Egeln, Sachsen-Anhalt, gest. 1994 in São Paulo, Brasilien): war ein Neffe von Rabbiner Hermann Pinkus; studierte 1925 bis 1928 in Breslau und in Berlin; 1928 Promotion in Würzburg; 1931 Rabbinerexamen in Berlin. 1930 wurde ihm die Nachfolge seines Onkels als Bezirksrabbiner in Heidelberg angeboten; er trat die Stelle nach seinem Examen 1932 an; seit 1934 verheiratet mit Lotte Selma Sternfels (ein Sohn: Michael); 1936 nach Brasilien emigriert; 1936 bis 1987 Rabbiner an der von ihm gegründeten Congregação São Paolo, ab 1955 Oberrabbiner, daneben verschiedene Lehrtätigkeiten u.a.m.  Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz_Pinkuss 
1936 bis 1938: Rabbiner Ulrich B. Steuer (geb. 1912 in Breslau, gest. 1973 in Milwaukee, WI, USA): studierte 1930 bis 1935 in Breslau; Juni 1934 zweiter Rabbiner in Karlsruhe; seit August 1936 Bezirksrabbiner in Heidelberg; September 1938 in die USA emigriert, wo er Rabbiner der Gemeinde "Beth Sholom" in Fredericksburg, VA wurde; nach 1945 Rabbiner in Columbus, OH und verschiedenen anderen Gemeinden in den USA. Vgl.  http://steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/bhr?id=2607
1938 bis 1939: Rabbiner Dr. Hans Zucker (geb. 1909 in Lossen, Schlesien, gest. 1981 in San Leandro, CA, USA): studierte in Breslau und Berlin; 1936 Promotion; 1931 bis 1936 Prediger an der liberalen jüdischen Gemeinde in Berlin; 1936 bis 1938 Lehrer am Frankfurter Philanthropin; 1937 Rabbiner in Koblenz; 1938 bis 1939 Bezirksrabbiner und Lehrer in Heidelberg; 1939 über England in die USA emigriert (nennt sich nun John Zucker); 1942 Rabbiner am "Temple Beth Or" in Reno, NV; 1946 Rabbiner am "Temple Israel" in Alameda, CA,  USA; 1937 am "Temple Beth Shalom" in San Leandro.  vgl. Artikel zu seinem Sohn Dr. Daniel Zucker   
  
 
Orthodoxe Rabbiner: 
Rabbiner Hermann Mayer: Talmudgelehrter aus Stuttgart, wurde im September 1929 als Rabbiner der Orthodoxen ("Verein gesetzestreuer Juden in Heidelberg", "Chewrat Machsike Hadaß") nach Heidelberg berufen. 
Es handelt sich um Rabbi Hermann Chaim Mayer (geb. 8. November 1903 in Stuttgart, ermordet 1943 Sobibor), genannt: https://www.joodsmonument.nl/en/page/221413/chaim-hermann-mayer. War verheiratet mit Berta (Bertha) Mayer geb. Berlinger (geb. 26. September 1909 in Buttenhausen als Tochter des dortigen Lehrers Naphtali Berlinger https://de.wikipedia.org/wiki/Naphtali_Berlinger [1876-1943], Berta wurde ermordet 1943 Sobibor), Kinder: Abraham (geb. 24. März 1937 in Frankfurt am Main, ermordet 1943 Sobibor), Hanna (geb. 18. Februar 1938 in Frankfurt, ermordet 1943 Sobibor), Mirjam (geb. 18. Mai 1940 in Rotterdam, ermordet 1943 Sobibor). Hermann Mayer war nach seiner Zeit in Heidelberg in Frankfurt tätig, ist dann im Januar 1939 mit seiner Familie in die Niederlande emigriert (zuletzt Bussumerstraat 41, Hilversum). Im Mai 1943 wurde die Familie verhaftet und zum Sammellager Westerbork verbracht, von dort aus am 20. Juli 1943 in das Vernichtungslager Sobibor, wo alle fünf ermordet wurden. https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de?id=922539  https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de?id=922360  und entsprechend für die Kinder.
Genealogie https://www.geni.com/people/Hermann-Mayer/6000000004690570681.
 
Rabbiner, die in Heidelberg studierten und / oder promovierten
(Anmerkung: hierzu wurde das "Biographische Handbuch der Rabbiner" von Michael Brocke/Julius Carlebach ausgewertet; es ist möglich, dass einzelne Rabbiner, die später nicht im Gebiet des ehemaligen Deutschen Reiches als Rabbiner tätig waren, hier nicht aufgeführt sind). :  
 
-  Rabbiner Isaak Alexander (geb. 1722 in Regensburg, gest. 1802 in Regensburg): studierte in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Isaak_Alexander  
-  Rabbiner Dr. Naftali Apt (geb. 1888 in Meppen, ermordet 1942 im KZ Majdanek): Promotion 1911 in Heidelberg.  
-  Rabbiner Dr. Heimann Auerbach (geb. 1880 in Konin, gest. 1957 in Los Angeles): Promotion 1906 in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Moses Löb Bamberger (geb. 1869 in Fischach, gest. 1924 in Frankfurt am Main): Promotion 1893 in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Selig Pinchas Bamberger (geb. 1872 in Lengnau, Schweiz, gest. 1936 in Hamburg): Promotion 1896 in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Selig_Pinchas_Bamberger
-  Rabbiner Dr. Heinrich Berger (geb. 1861 in Vasvár/Ungarn, gest. 1937 in Berlin), studierte 1885 bis 1887 in Heidelberg.  
-  Rabbiner Eliezer Berlinger (geb. 1904 in Illingen, gest. 1985 in Amsterdam): studierte vor 1928 in Heidelberg.   Vgl. https://fr.wikipedia.org/wiki/Eliezer_Berlinger
-  Rabbiner Moses Bloch (geb. 1804 in Gailingen, gest. 1841 in Buchau): studierte in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Raphael Breuer (1881 in Pápa, Ungarn, gest. 1932 in Aschaffenburg), studierte u.a. in Heidelberg; 1906 Promotion in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Raphael_Breuer   
-  Rabbiner Dr. Salomon Breuer (geb. 1850 in Neutra, gest. 1926 in Frankfurt am Main): studierte u.a. in Heidelberg; 1876 Promotion in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Breuer   
-  Rabbiner Dr. Joseph Zvi Carlebach (geb. 1883 in Lübeck, ermordet 1942 in Jungfernhof bei Riga): studierte u.a. in Heidelberg; 1909 Promotion in Heidelberg.  https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Carlebach  
-  Rabbiner Dr. Jecheskel Caro (geb. 1844 in Pniewy, Posen, gest. 1915 in Wien): studierte u.a. in Heidelberg; 1867 Promotion in Heidelberg. Grab in Wien: https://de.findagrave.com/memorial/83556195/jecheskel-caro  
-  Rabbiner Dr. Emil Moses Cohn (geb. 1881 in Berlin-Steglitz, gest. 1948 in Los Angeles): 1903 Promotion in Heidelberg.   Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Bernhard_Cohn
-  Rabbiner Dr. Julius Cohn (geb. 1878 in Graudenz, gest. 1940 in Golders Green/England): Promotion 1906/08 in Heidelberg.   Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Cohn
-  Rabbiner Dr. Moritz Dessauer (geb. 1842 in Balatonfö-Kajár, Ungarn, gest. 1895 in Meiningen): 1868 Promotion in Heidelberg. Vgl.  http://www.jewishencyclopedia.com/articles/5122-dessauer-moritz  
-  Rabbiner Dr. Hermann Deutsch (geb. 1856 in Frauenkirchen, Burgenland, gest. 1932 in Fürth): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl.  https://www.fuerthwiki.de/wiki/index.php/Hermann_Deutsch
-  Rabbiner Dr. Moritz Deutsch (geb. in Waag-Welsche, Slowakei, gest. nach 1892 vermutlich in Wien): 1861 Promotion in Heidelberg. 
-  Rabbiner Emanuel Dreyfuss (geb. 1805 in Müllheim, Baden, gest. 1886 in Sulzburg): studierte in Heidelberg.  
-  Rabbiner Dr. Heinrich Chanoch Ehrentreu (geb. 1854 in Altofen, Ungarn, gest. 1927 in München): studierte u.a. in Heidelberg, ca. 1880 Promotion ebd. 
-  Rabbiner Moritz Meyer Eller (geb. 1801 in Mannheim, gest. 1848 in Celle): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Baruch Hirsch Flehinger (geb. 1809 in Flehingen, gest. 1891): studierte u.a. in Heidelberg. Genealogie siehe  https://www.geni.com/people/Baruch-Flehinger/6000000034261824206 und Seite beim Steinheim-Institut  
-  Rabbiner Dr. Naphtali Frankfurter (geb.1810 in Oberdorf, Württ., gest. 1866 in Hamburg): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl. u.a. http://www.jewishencyclopedia.com/articles/6312-frankfurter-naphtali
-  Rabbiner Dr. Samuel Freund (geb. 1868 in Gleiwitz, Oberschlesien, gest. 1939 in Hannover): studierte u.a. in Heidelberg; 1892 Promotion ebd.  Vgl.  https://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Freund 
-  Rabbiner Dr. Salomon Friedländer (geb. 1824 in Brilon, gest. 1860 in Chicago): studierte u.a. in Heidelberg;1846 Promotion in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Friedländer   
-  Rabbiner Dr. Isidor Friedmann (geb. 1873 in Hainsfarth, gest. 1936): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Julius Fürst (geb. 1826 in Mannheim, gest. 1899 in Mannheim): studierte in Heidelberg; 1847 Promotion in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Julius Galliner (geb. 1872 in Zinten, Ostpreußen, gest. 1949 in New York): 1901 Promotion in Heidelberg.
-  Rabbiner Dr. Abraham Geiger (geb. 1810 in Frankfurt/Main, gest. 1874 in Berlin): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Gabriel (Gabor Gedalia) Goitein (geb. 1848 in Högyész, Ungarn, gest. 1883 in Karlsruhe): er studierte selbst nicht in Heidelberg, jedoch war seine Tochter Rahel (geb. 1880 in Karlsruhe, gest. 1963 in Jerusalem, verh. Straus) ab 1900 als erste Frau an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg, 1907 Promotion. 
-  Rabbiner Dr. Ruben Halpersohn (geb. 1885 in Myslowitz, Oberschlesien, gest. 1941 in Kowno, Kaunas), studierte u.a. in Heidelberg; 1911 Promotion in Heidelberg. 
-  Rabbiner Maier Hilb (geb. 1807 in Haigerloch, gest. 1880 in Haigerloch): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Mayer Samuel Hirsch (geb. 1812 in Bad Mergentheim, gest. 1860 in Braunsbach): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Leo Jehuda Hirschfeld (geb. 1867 in Posen, gest. 1933 in Gießen): 1893 Promotion in Heidelberg.  https://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Jehuda_Hirschfeld   
-  Rabbiner Dr. Sigmund Jampel (geb. 1874 in Tuchol'ka, Galizien, gest. 1934 in Schwedt an der Oder), studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Joseph Kahn (geb. 1809 in Wawern, gest. 1875 in Amsterdam): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Max Bär Kallmann (geb. 1795 in Kochendorf, gest. 1886 in Lehrensteinsfeld), studierte u.a. in Heidelberg.  
-  Rabbiner Dr. Georg Kantorowsky (geb. 1883 in Loslau, Oberschlesien, gest. 1972 in Oakland, CA, USA), studierte u.a. in Heidelberg, 1907 Promotion in Heidelberg.
-  Rabbiner Prof. Dr. Gottlieb Klein (geb. 1852 in Homonna, Slowakei, gest. 1914 in Saltsjöbaden, Schweden), studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Heinrich Kraus (geb. 1856 in Miscoliz, Ungarn, gest. möglicherweise 1939 beim Einmarsch des deutschen Militärs in der Provinz Posen (?)): studierte u.a. in Heidelberg.  Vgl. Artikel im Handbuch der Rabbiner  
-  Rabbiner Dr. Friedrich Elias Laupheimer (geb. 1890 in Buchau, gest. 1965 in Jerusalem): 1913 Promotion in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Laupheimer
-  Rabbiner Dr. Alfred Levy (geb. 1880 in Wingersheim, Unterelsass, gest. 1934 in Bonn): 1905 Promotion in Heidelberg.  
-  Rabbiner Dr. Adolf Lewin (geb. 1843 in Pniewy, Posen, gest. 1910 in Freiburg): 1867 Promotion in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Alexander Lewin (geb. 1888 in Rußland, ermordet 1942 im KZ Auschwitz [verschollen]): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Louis Lewin (geb. 1868 in Znin, Posen, gest. 1941 in Tel Aviv), studierte u.a. in Heidelberg; 1892 Promotion in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Arje Leopold Lichtig (geb. 1873 in Kaschau, Ungarn, gest. 1937 in Hamburg), studierte u.a. in Heidelberg. Sein Grab in Hamburg: https://de.findagrave.com/memorial/138635567/arje-leopold-lichtig
-  Rabbiner Maier Hirsch Löwengard (geb. 1813 in Rexingen, gest. 1886 in Basel): studiert u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Leopold Löwenstein (geb. 1843 in Gailingen, gest. 1923 in Mosbach), 1872 Promotion in Heidelberg.  Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Löwenstein  
-  Rabbiner Dr. Joseph [von] Mayer (geb. 1797 in Laudenbach, gest. 1873 in Stuttgart): studierte u.a. in Heidelberg.
-  Rabbiner Ralph Neuhaus (geb. 1909 in Ostrowo, Posen, gest. 1990 in New York): studierte u.a. in Heidelberg.  
-  Rabbiner Moïse Nordmann (geb. 1809 in Hegenheim, Oberelsass, gest. 1884 in Basel), studierte u.a. in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Moïse_Nordmann 
-  Rabbiner Dr. Max Mosche Nussbaum (geb. 1910 in Suczawa, Bukowina, gest. 1974 in Hollywood, CA, USA): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl. Artikel 
-  Rabbiner Dr. Ludwig Pick (geb. 1843 in Komorn, Österreichisch-Ungarn, gest. 1937 in Berlin): war 1870-71 Prediger in Heidelberg; 1871 Promotion in Heidelberg.
-  Rabbiner Moses Präger (geb. 1817 in Altdorf, gest. 1861 in Mannheim): studiert u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Kaufmann Roos (geb. 1805 in Lichtenau, gest. 1875 vermutlich in Schmieheim): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl. https://www.geni.com/people/Kaufmann-Roos/6000000019911123724
-  Rabbiner Dr. Simon Rosenblüth (geb. 1868 in Ujhely, Slowakai, gest. 1925 in Frankfurt am Main), studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Abraham Rosenfeld (geb. 1806 in Mannheim, gest. 1867 in Mannheim): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Arthur Rosenthal (geb. 1885 in Köthen, Anhalt, gest. 1951 in New York): 1913 Promotion in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Arthur Rosenzweig (geb. 1883 in Teplitz, Böhmen, gest. 1936 in Prag): 1905/07 Promotion in Heidelberg. 
-  Rabbiner Salomon-Salman Rothschild (geb. 1804 in Randegg, gest. 1877 in Müllheim, Baden): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Georg Salzberger (geb. 1882 in Kulm, Westpreußen, gest. 1975 in London): studierte u.a. in Heidelberg; 1907 Promotion in Heidelberg. Vgl.  https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Salzberger  
-  Rabbiner Dr. Hugo Schiff (geb. 1892 in Hoffenheim, gest. 1986 in Red Bank NJ, USA): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Schiff_(Rabbiner)  
-  Rabbiner Dr. Seligmann Schlenker (geb. 1800 in Fürth, gest. 1860 in Regensburg): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl. Beitrag https://www.heimatforschung-regensburg.de/2275/1/1107021_DTL1740.pdf
-  Rabbiner Leopold Schott (geb. 1807 in Randegg, gest. 1869 in Bühl): studierte u.a. in Heidelberg.  Vgl.  https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Schott   
-  Rabbiner Dr. Emanuel Schreiber (geb. 1852 in Leipnik, Mähren, gest. 1932 in Chicago, IL, USA): 1873 Promotion in Heidelberg. Vgl.  https://de.wikipedia.org/wiki/Emanuel_Schreiber 
-  Rabbiner Dr. Simeon Löb Schwabacher (geb. 1819 in Oberdorf, Württ., gest. 1888 in Odessa): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl.  http://www.steinheim-institut.de:50580/cgi-bin/bhr?id=1629  
-  Rabbiner Dr. Bernard Émile Schwarz (geb. 1877 in Ribeauvillé, Oberelsass, gest. 1956 in Obernai, Unterelsass): 1908 Promotion in Heidelberg.
-  Rabbiner Dr. Israel Schwarz (geb. 1829 in Hürben, gest. 1875 in Köln): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Ludwig Seligmann (geb. 1813 in Winzingen, Pfalz, gest. 1879 in Kaiserslautern): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Dr. Abraham Samuel Benjamin Spitzer (geb. 1872 in Balassagyarmat, Ungarn, gest. 1934 in Hamburg): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Zacharias Issachar Staadecker (geb. 1799 in Merchingen, gest. 1857 ebd.): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Hayum Süßel Wagner (geb. 1806 in Jöhlingen, gest. 1892 in Mannheim): studierte u.a. in Heidelberg. 
-  Rabbiner Benjamin Willstätter (geb. 1813 in Karlsruhe, gest. 1895 in Karlsruhe): studierte u.a. in Heidelberg. Vgl.  https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php/De:Lexikon:bio-0652 
-  Rabbiner Dr. Moritz Winter (geb. 1886 in Magdeburg, gest. 1971 in San Francisco, CA, USA): studierte u.a. in Heidelberg; 1908 Promotion in Heidelberg. Vgl. Genealogie  https://www.geni.com/people/Moritz-Winter/4024036467120121559
    
  
      
Aus der Geschichte der Rabbiner in Heidelberg
       
Kritik an der Amtsführung von Bezirksrabbiner Salomon Fürst (anonyme Einsendung) (1844)  
Anmerkung: Rabbiner Salomon Fürst widersteht Reformen in der Gemeinde im Blick auf stärkere liberale Tendenzen und wird dafür in der (liberal geprägten) "Allgemeinen Zeitung des Judentums" heftig kritisiert. 

Heidelberg AZJ 02091844.jpg (162794 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. September 1844: "Heidelberg, im Juli. (Privatmitteilung) Ich könnte Ihnen eine ganze chronique scandaleuse über die hiesigen jüdischen Gemeindezustände, d.h. über die Wirksamkeit des Herrn Bezirksrabbiners Fürst mitteilen; allein um später wohl zu erwartender, amtlicher Mitteilung von Seiten des Synagogenrats nicht vorzugreifen, bringe ich einstweilen nur Folgendes zur Kenntnis des Publikums. Durch die unsäglichen Bemühungen war es unserem unvergesslichen Rehfuß (siehe Text unten von 1841) unter Mithilfe des Staatsministers von Rüdt gelungen, aus der fast gänzlich verfallenen Talmudtora-Stiftung eine wohlorganisierte, treffliche Religions- und Elementarschule zu schaffen, deren herrliche Früchte noch jetzt zu erkennen sind, von der Herr Rabbiner Fürst aber früher wenig oder gar keine Notiz nahm. Glück nach des seligen Rehfuß Tode indes hat derselbe um eines äußern Vorteil willen das schöne Werk wieder zu zerstören gesucht und durch allerlei Mittel es dahin gebracht, dass jetzt ein Beschluss erfolgte, die Schule solle aufgehoben und wieder in ein Beth Hamidrasch (vgl. https://www.wissen.de/lexikon/bet-ha-midrasch) verwandelt werden; die jüdischen Kinder sollen in die bestehenden christlichen Schulen gehen; der Religionsunterricht möge durch einen von der Gemeinde eigens zu besoldenden Lehrer erteilt werden. Herr Fürst solle 150 Gulden jährlich nebst freier Wohnung im Schulgebäude erhalten, wogegen er sich angeblich im Sinne des Fundator anheischig machte, den hier studierenden jüdischen Theologen höheren Unterricht zu erteilen und für ihre weitere rabbinische Ausbildung zu sorgen. Das übrige Kapital vom Talmudtora-Fonds solle an die einzelnen Juden der alten Pfalz, von denen jeder nur eine Kleinigkeit empfangen wird, verteilt, d.h. es solle unnütz zersplittert werden. Ich will dazu keine Erläuterungen geben,         
Heidelberg AZJ 02091844b.jpg (410421 Byte)sondern es jedem überlassen, die Randglossen selbst zu machen. – Der Schulinspektor erklärte, er werde es nie zugeben, dass die jüdischen Kinder bloß die christliche Schule besuchten, ebenso wenig, als wenn katholische Kinder in die evangelische oder umgekehrt aufgenommen sein wollten. Alsbald ergibt sich die bisher etwas lässige Gemeinde Rekurs und die hohe Regierung wird wohl zu ihren Gunsten entscheiden. Wie die Regierung eine andre Bitte der Gemeinde um Entfernung des Rabbiners Fürst von hiesiger Stadt berücksichtigen wird, steht ebenfalls noch in der Schwebe. –
Welche Aussichten nun aber jenes Versprechen des Herrn Fürst den jüdischen Theologen bietet, möge außer seiner eignen Unwissenschaftlichkeit noch folgenden Vorfall beweisen. Der stud. theol. Salomon Friedländer (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Friedländer), ein Enkel des berühmten Landesrabbiners Friedländer in Brilon (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Abraham_Friedländer), hatte endlich vom Rabbiner Fürst die Erlaubnis erhalten, am Schabbat Chason (Bedeutung siehe Artikel bei chabad.org) in hiesiger Synagoge zu predigen, und seine Arbeit dem Rabbiner einige Tage zuvor vorgelegt. Was erfolgte nun? Statt der Absprache gemäß die Arbeit mündlich zu besprechen und Einzelnes zu streichen oder zu bessern, sendet er die Predigt mit dem Bemerken zurück, es sei eine Tendenzpredigt und dürfe nicht gehalten werden. Mehrfache Bitten des Herrn Friedländer um Begründung des Verbots blieben unbeachtet. Auf solch' perfide, wider alle Hodegetik (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hodegetik) sich sträubende Manier zurückgestoßen, wendet sich nunmehr der Kandidat an den Synagogenrat, der ihm als die zustehende Behörde die Erlaubnis, den Vortrag zu halten, gerne erteilte, da man von allen Seiten es sehr wünschte. Am Sabbat den 20sten d. M. predigte nun Herr Friedländer nach vollendetem Gottesdienst vor der in ungewöhnlicher Menge versammelten Gemeinde, wobei auch mehrere Christen zugegen waren. Und sie hat uns gefallen, diese Tendenzpredigt! Das waren kräftige, anregende Worte, wie wir sie von den Lippen eines jeden israelitischen Geistlichen hören möchte, aus denen der frische, belebende Hauch jugendlicher Begeisterung so recht wohltuend entgegenwehete. Die Predigt, durch elegante Diktion, wie durch Gedankenfülle gleich vorteilhaft ausgezeichnet, behandelte das Thema: 'Israels Kämpfe in der Gegenwart', über Text Jeremia 46,3, was in zwei Teilen (Kämpfe nach außen und Kämpfe nach innen) tüchtig und frei durchgeführt war und worin der Redner auch auf die Rabbinerversammlung in Braunschweig hinwies. Die Aufgabe, welche sich Herr Friedländer stellte, war keine 'kleine', da er in der Einleitung auch andeutete, ganz ex abrupto auftreten musste, ohne einen geeigneten Standpunkt zu haben, da die hiesige Synagoge einer Kanzel entbehrt. Und dennoch hat er seine Aufgabe tüchtig gelöst, seine treffliche Rede mit seltener Gewandtheit und Kraft vorgetragen, sodass die Versammlung, von Indifferenten bis zum Allerorthodoxesten, im höchsten Grade befriedigt das Gotteshaus verließ.
Einige Tage darauf wurde Herr Friedländer vor das Universitätsamt geladen, angeklagt vom Rabbiner Fürst, weil er 'unbefugt' predigte und eine Predigt, die politisch und religiös verwerfliche Tendenzen enthielte, wirklich gehalten habe. Gleichzeitig verklagte Herr Fürst auch den Synagogenrat beim Oberamt, wurde aber, weil dessen Kompetenz, jemanden das Predigen zu erlauben, unbestritten abgewiesen; dasselbe wird nun auch das Universitätsamt tun, das bisher an eine vom Rabbiner beigebrachte, veraltete Verordnung vom Jahre 1824 sich haltend, Abstand genommen, Herr Friedländer ferneres Halten gottesdienstähnlicher Vorträge ohne Autorisation des Rabbiners zu gestatten, und die gehässige Anklage wird wohl auch zu klar, was nämlich Herr Rabbiner Fürst mit den Worten: 'Politisch verwerfliche Tendenzen' wollte, auf welche offenbar böswillige Insinuation die Behörde wohl gar nicht einging? Ist Herr Fürst der Seelsorger, der zugleich als Denunziant besoldet? Das war eine kleinliche, verfehlte Rache, wahrscheinlich aus Ärger, weil Herr Friedländer von so vielen Zuhörern so reichlich Beifall erntete, während, wenn Herr Fürst predigt, alle die Synagoge verlässt und kaum Minjan (sc. Zehnzahl der zum Gottesdienst nötigen Männer) bleibt. Die hiesigen Israeliten haben Herrn Friedländer im hiesigen Journal öffentlich gedankt und zur Wiederholung seiner Vorträge dringendst aufgefordert. Auch wir bitten denselben, uns öfter so in anziehender und kräftiger Weise zu erbauen und sprechen damit zugleich den innigen Wunsch aus, Herr Friedländer, dessen Rednertalent zu den schönsten Hoffnungen berechtigt, möge auf dem betretenen Wege zu einem großen, herrlichen Ziele mutig fortwandern, trotz der vielen Schwierigkeiten, die der Studierende, zumal unter solchen Umständen zu überwinden hat: Denn Jünglinge, die sich, wie dieser, aus bloßer, wahrer Neigung, aus reiner Liebe dem Dienste unserer heiligen Religion weihen, tun Not im heutigen Israel!"    

  
Rabbiner Salomon Fürst nimmt zu der vorgebrachten Kritik Stellung (1844)  
Anmerkung: auch in diesem Text geht es um eine Auseinandersetzung zwischen dem damals noch studierenden Salomon Friedländer https://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Friedländer und Rabbiner Salomon Fürst.   

Heidelberg AZJ 09121844.jpg (122021 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 9. Dezember 1844: "Heidelberg, 7. November (Eingesandt - *Anmerkung) Seit mehr als zwanzig Jahren versehe ich das Amt der Seelsorge in 22 Gemeinden, und noch nie ist weder über meinen öffentlichen, noch über meinen Privatcharakter eine Beschwerde an eine Behörde oder an das Forum der Öffentlichkeit gelangt. Dagegen sucht seit einigen Wochen ein Anonymus in mehrfachen Zeitungsartikeln mein Wirken und Streben auf alle mögliche Weise zu verdächtigen. Ich könnte nun zwar der Achtung und Liebe aller derer, die mich etwas näher kennen, getrost vertrauen, ich könnte mich wegen dieser Anfeindungen mit dem Bewusstsein, überall meine Schuldigkeit getan zu haben, hinlänglich trösten, wenn ich solche Dinge halber noch eines Trostes bedürfte. Allein, wenn tatsächliche Behauptungen mit so kecker Stimme so oft wiederholt werden, so gewinnen sie am Ende doch bei den minder Unterrichteten den Schein der Wahrheit – und so kann ich den zahlreichen Anforderungen viele Freunde nicht ferner widerstehen  
*Anmerkung) Erst jetzt durch Buchhändlergelegenheit uns zugekommen. So sehr es auch unser Wunsch ist, alle Privatstreitigkeiten zu vermeiden, so lässt es sich doch mit dem besten Willen oder wider unsern Willen öfters nicht umgehen. Dass dann der Widerpart das Wort nicht vorenthalten werden kann versteht sich von selbst. Jedoch ist das Schreiben des Herrn Bezirksrabbiners Fürst auch in mehrer praktischen Beziehung nicht uninteressant. Jedenfalls wünschen wir, dass dies in dieser Angelegenheit in unserer Zeitung wenigstens das letzte Wort sei. Redakt.(ion)      
Heidelberg AZJ 09121844a.jpg (209234 Byte)und muss mein Stillschweigen brechen. Es kann freilich meine Sache nicht sein, den in Nr. 35 der Allgemeinen Zeitung des Judentums und an anderen Orten gegen mich angeführten Momenten lediglich zu widersprechen, sondern ich werde, soweit nur möglich, meine Behauptungen mit Urkunden (von denen einige auch in anderer Beziehung interessant sein mögen) belegen, gegen die meisten übrigen aufgebrachten faktischen Behauptungen, beschränke ich mich bloß im Allgemeinen darauf, den direktesten Widerspruch einzulegen. Meine Handlungsweise wird in Beziehung auf die hiesige israelitische Bezirksstiftung und in Beziehung auf Herrn Stud. Friedländer angegriffen.
Die israelitischen Gemeinden der ehemaligen Rheinpfalz bilden eine Gesamtgemeinde unter dem Namen 'rheinpfälzische Landjudenschaft' (Khal Medinat Pfalz). Diese hatten ihren Oberrabbiner, dessen Sitz in früheren Jahren hier, später in Mannheim war. Neben diesem Oberrabbiner war hier ein Stiftungsrabbiner, der die Verpflichtung hatte, in den jüdisch-theologischen Lehrgegenständen Unterricht zu erteilen. Die Stiftung bestand teils aus Legaten und Schenkungen zu diesem Zwecke, teils aus Beiträgen der einzelnen Familienväter der Rheinpfalz – es musste nämlich jeder junge Ehemann 1 Prozent seiner Mitgift in die Stiftungskasse entrichten. Außer dieser Stiftungskasse hatte die Landjudenschaft auch ihre Gesamtgemeindekasse zum Zwecke der Entrichtung der Rekognitionsgelder, der Besoldung des Oberrabbiners und dergleichen mehr. Nachdem diese beiden früher sehr reichen Kassen durch mehrfache Unglücksfälle ziemlich herabgesunken waren, beschloss das ehemalige Neckar-Kreisdirektorium im Jahr 1822, dass beide Kassen zusammengeworfen und zur Errichtung einer Bezirks-Elementarschule dahier verwendet werden sollen. In continent: Protestierte der großherzogliche Oberrat der Israeliten gegen diese Maßregel. Dass in deren Begriffe einer Elementarschule immer etwas Lokales liege, dies zeigte auch der Verlauf der Sache. Die Schule war dem Namen nach eine Bezirksschule, tatsächlich aber bloß eine Elementarschule für die hiesige israelitische Gemeinde und sämtliche Gemeinden müssten sich eigene Schulen ohne Rücksicht auf das Bestehen jener Bezirksschule errichten. Diese Bezirksschule wurde sogleich bei ihrer Errichtung dem damaligen Schulkandidaten Rehfuß (vgl. Artikel zu Dr. Rehfuß) über-  
tragen. Als ich nicht lange darauf zum Bezirksrabbiner dahier erwählt und ernannt wurde, äußerte sich in mehreren Gemeinden der Wunsch, die beregte Veränderung wieder anzufechten, welche Äußerung von Jahr zu Jahr lauter und allgemeiner wurde. Allein da hierdurch der selige Dr. Rehfuß mit seiner Familie brotlos geworden wäre, so gab ich mir alle erdenkliche Mühe die betreffende Gemeinden von ihrem Vorhaben abzubringen, was ich mir mit einer Menge der bewährtesten Männer bezeugen kann. Als jedoch vor 2 ½ Jahren Dr. Rehfuß starb, so traten sämtliche Gemeinden des Bezirks zusammen und baten die hohe Kreisregierung um Rückführung der Stiftung auf ihren ursprünglichen Zweck und die ursprünglich Berechtigten. Die israelitische Stadtgemeinde Heidelberg verteidigte den Status quo. Ich wünschte nun diese Sache durch einen Vergleich erledigt zu sehen; ich gab mir alle erdenkliche Mühe und suchte deswegen die Vermittlung des Herrn Oberhofgerichtsadvokaten Dr. Ladenburger, Sohn des Herrn Oberrats Ladenburger in Mannheim, nach. Dieser wünschte hierauf schriftlich den Plan zu einem solchen Vergleiche ausgeführt und motiviert zu haben, was auch durch mich geschah. Allein so glücklich ich in Vergleichsversuchen bin, sodass unter zehn protektierten gerichtlichen Eidesleistungen von Juden in meinem Bezirke wenigstens neun dadurch weggefallen, dass ich die streitenden Teile oft durch Geldopfer vereinige, - so wollte es mir doch leider in dieser Sache nicht gelingen. (Schluss folgt) .   
Fortsetzung des Artikels in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. Dezember 1844: "Heidelberg, den 7. November (Schluss.) Es ward daher gerichtlich verhandelt, was gütlich nicht beigelegt werden konnte und das Resultat dieser Verhandlungen war folgender Regierungsbeschluss, der freilich ganz anders lautet als dessen Inhalt in No. 35 der Allgemeinen Zeitung des Judentums angegeben wird:
Regierung des Unterrheinkreises.
Mannheim, den 21. Mai 1844
Die Bezirksstiftungsschule in Heidelberg betreffend Beschluss.
In Erwägung, dass die beiden zu Heidelberg israelitischen Fonds, der sogenannte Landjudenschaftsfonds und der israelitische Stiftungsfonds, vermöge ihrer Entstehungsart als wirkliche Distriktfonds betrachtet werden müssen, woran der gesamten Judenschaft der vormaligen Rheinpfalz ein Genussrecht zusteht, in Anbetracht, dass dieselben ihrer natürlichen Bestimmung gemäß wie bisher zu religiösen und Schulzwecken verwendet werden können; - in Anbetracht jedoch, dass die Beibehaltung einer Distriktsschule zu Heidelberg, wie solche im Jahre 1822 errichtet wurde, den gegenwärtigen Verhältnissen nicht mehr entspricht, wird hiermit nach erstattetem schriftlichen Vortrage in Folge kollegialischer Beratung verfügt, dass die obigen Fonds im ungefähren Betrag von 16.300 Gulden und dem Besitze eines halben Wohnhauses zu Heidelberg bestehend, fortan als ein ungetrenntes Stiftungsvermögen zu verwalten seien, dessen Ertrag zur Unterstützung der israelitischen Schulen und zur Hebung des israelitischen Religionsunterrichts verwendet werden soll, und zwar in folgender Weise:
1) Wird dem jeweiligen Bezirksrabbiner zu Heidelberg neben freier Wohnung im Stiftungshause für die Erteilung des Unterrichts an angehende Theologen in den höheren Religionsgegenständen ein jährlicher Gehalt von 150 Gulden, und 2) der Witwe des Oberlehrers Rehfuß daselbst für ihre Lebenszeit eine Pension von 75 Gulden ausbezahlt.
3) Der Rest des Zinsertrags nach Abzug der ständigen Lasten wird für die jeweiligen Schulen der israelitischen Gemeinden des vormaligen rheinpfälzischen Gebiets, diesseitigen Anteils, Behufs der Bestreitung eines Teils der Lehrergehalte und der Kosten für Schulrequisite bestimmt. Der Austeiler wird je auf drei Jahre festgesetzt. Die inzwischen neu entstehenden Schulen werden erst in der folgenden Periode bedacht."     
4) Dem israelitischen Lehrer der Ortsschule von Heidelberg wird gleichfalls Wohnung im Stiftungshause eingeräumt gegen Anrechnung des gesetzlichen Anschlags.
5) Es wird von den betreffenden Schulvorständen ein aus fünf Mitgliedern bestehender Verwaltungsrat gewählt, der seinen Sitz in Heidelberg hat und einen Verrechner aufstellt.
6) Die Rechnung ist für drei Jahre zu stellen und zur Abhör der Kreisregierung vorzulegen, nachdem der Verwaltungsrat sie geprüft und sie den Schulvorständen zur Einsicht mitgeteilt haben wird. (gez.) Wallau 
Was an der ganzen Sache Skandalöses ist, weiß ich nicht.
Im verflossenen Frühjahr kam Herr Stud. Friedländer zu mir und ersuchte mich um Unterricht in den rabbinischen Studien, da er bisher wenig Gelegenheit gehabt habe, sich die Kenntnisse derselben zu erwerben. Mit der größten Bereitwilligkeit und, wie sich von selbst versteht, unentgeltlich unterzog ich mich diesem Unterricht. Ich schlug auch Herrn Friedländer vor, ihm Unterricht in den philosophisch-rabbinischen Schriften geben zu wollen, und fing nun auch an, mit Herrn Friedländer den More (sc. More Iudaico = Judeneid, vgl.  https://de.wikipedia.org/wiki/Judeneid)  zu lesen. Kurze Zeit darauf ersuchte mich Herr Friedländer in hiesiger Synagoge zu seiner Übung predigen zu dürfen, da er mit einem Gesuche, im evangelisch-protestantischen Predigerseminar predigen zu dürfen, abweislich verbeschieden worden sei. Mit der größten Bereitwilligkeit ging ich auch hierauf ein, wie ja seit vielen Jahren jüdische Theologen während ihrer Studienzeit mit meiner Erlaubnis in hiesiger Synagoge predigten. Ich nenne hier nur den seligen Rabbiner Bloch in Buchau, Religionslehrer Flehinger in Darmstadt, Prediger Dr. Frankfurter in Hamburg, Rabbinatskandidat Lindemann in Mannheim, Rabbiner Rothschild in Müllheim, Rabbiner Schott in Randegg. Und warum nicht? 'dass doch das ganze Volk des Ewigen Propheten wären, so der Ewige seinen Geist auf sie legte' (4. Mose 11,29) Herr Friedländer legte mir wirklich eine Predigt, die sich über den Nutzen des fließenden Bibellesens verbreitete, zur Beurteilung vor. Ich forderte ihn auf, diese Predigt in hiesiger Synagoge zu halten. Allein Herr Friedländer entgegnete mir: 'Wenn ich in der Synagoge dahier predige, will ich eine andere Predigt halten.' Es kam nun die vielbesprochene zum Vorschein: Als Herr Friedländer mir dieselbe brachte, sagte ich zu ihm: 'Nach Ihrer vorigen Predigt zu urteilen, weiß ich schon im Voraus, dass ich Sie diese Predigt halten lassen kann, und wenn ich auch einzelne Ausstellungen finden werde, so werde ich dieselben übersehen, da Sie Ihre Predigt schon memoriert haben.' Allein da ich an derselben nicht bloß Einzelnes zu verbessern, sondern die ganze Predigt ungeeignet fand, so setzte ich mit folgenden Worten mein Urteil unter die Predigt:
'Vorstehender Aufsatz entspricht weder der Form, noch dem Inhalte nach den Anforderungen einer Predigt. Die Aufgabe der Predigt ist, eine religiöse Wahrheit aus dem Worte Gottes (Text) zu entwickeln. Ihre Arbeit dagegen, ist eine fertige Volksrede, die nicht aus dem unterlegten Texte fließt, sondern mit diesem in losem Zusammenhang gesetzt ward. Jener Bibelvers hat augenscheinlich nicht die Bedeutung, welche Sie demselben unterlegen. Zudem ist das Ganze zu aufregend, manche Ausdrücke zu wenig limitiert, so dass eine unrichtige Auffassung, wie namentlich bei dem oft gebrauchten Worte 'Freiheit' bei vielen Zuhörern unvermeidlich ist.
Überhaupt halte ich sogenannte Tendenzpredigten für nicht angemessen. Zeitfragen, die sich in der Theorie noch nicht durchgebildet haben, sollen nicht auf die Kanzel gebracht werden, am wenigsten von jüngeren Männern, bei denen unmöglich eine richtige Auffassung solcher Fragen zu erwarten steht.'
Ich bedaure daher für diese Predigt Ihnen die Erlaubnis der öffentlichen Abhaltung in hiesiger Synagoge nicht erteilen zu können.'
Heidelberg, den 16. Juli 1844. Fürst.
Hierauf schickte mir Friedländer folgenden Brief zu:
Ew (Ehrwürdige) Hochwürden haben wider alle hodegetische (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Hodegetik) Manier über meine Predigt in einem allgemeinen, unmotivierten schriftlichen Urteil den Stab gebrochen, statt in mündlicher Besprechung Einzelnes zu verbessern. Wollen Sie, nachdem letztere vor sich gegangen, das Halten dieser Predigt nicht gestatten, so werde ich dieselbe    

samt Ihrem Urteil durch Druck der Öffentlichkeit übergeben. Eine Predigt ohne Tendenz ist ein Unding, so wie ferner schon der Talmud durch Ausstellung der verschiedensten Arten von Exegese freie Entwicklung jedes beliebigen Textes erlaubt.
Einer baldigen Antwort entgegensehend Hochachtungsvoll
Heidelberg, den 17. Juli Salomon Friedländer 1844 Stud. theol. et phil.
Dass ich diesen Brief, den man doch gewiss nicht eine Erläuterung nennen kann, wie der Verfasser des Artikels in No. 35 der Allgemeinen Zeitung des Judentums tut, lediglich ad acta legte, lässt sich leicht denken. Nichts desto weniger hielt Herr Friedländer ohne mein Vorwissen jene Predigt außer dem gewöhnlichen Gottesdienste vor einer eigens dazu geladenen Versammlung in hiesiger Synagoge und zwar mit Erlaubnis des Synagogenratsmitglieds Herz Carlebach (der Vorsteher des Synagogenrats, Herr Adolph Zimmern, welcher zu dieser Zeit gerade abwesend war, äußerte sich später in meiner und Herrn Carlebachs Gegenwart sowohl als in seinem Berichte an großherzoglichen Oberrat der Israeliten, sehr missbilligend gegen diese Erlaubnis von Seiten des Kollegen). Da nun die Erlaubnis zum Predigen nicht ohne Einstimmung des Rabbiners gegeben werden kann, so wandte ich mich wegen Friedländer an das großherzogliche Universitätsamt, wegen des Synagogenrats Herz Carlebach an das großherzogliche Oberamt dahier, den Sachverhalt einfach vortragend und mein Urteil über die Predigt beigebend. Zugleich wandte ich mich an großherzoglichen Oberrat der Israeliten um Unterstützung meiner Beschwerde. Das großherzogliche Oberamt dahier erließ nun folgende Zuschrift:
Das großherzogliche Oberamt Heidelberg
No. 32368. Dem großherzoglichen Bezirksrabbinate dahier wird auf sein Schreiben vom 22sten d.(es) M.(onats) erwidert:
Die Aufsicht über die Synagoge steht bekanntlich dem großherzoglichen Bezirkssrate zu, dasselbe hat es daher in der Hand selbst zu überwachen, dass nur Individuen Vorträge darin halten, welche dasselbe zulässt. Das angezeigte Benehmen des Synagogenrats Herz Carlebach wird man näher untersuchen und ihm zu dem Ende unverzüglich vorladen.
Heidelberg, den 24. Juni 1844 (gez.) Vogel.
Das großherzogliche Universitätsamt dahier beschloss folgendermaßen: Großherzoglich Badisches Universitätsamt Heidelberg.
Das unbefugte Predigen des hiesigen Akademikers und theolog. Stud. Salomon Friedländer aus Brilon in der hiesigen Synagoge betreffend
No. 1508. Dem Stud. S. Friedländer wurde eröffnet, dass er ohne Erlaubnis des Bezirksrabbinats in Zukunft keine Vorträge in der Synagoge und namentlich außer den Stunden des Gottesdienstes mehr halten dürfe.  Hiervon wird das großherzogliche Bezirksrabbinat benachrichtigt. Heidelberg, den 26. Juli 1844 (gez.) Löwig.
Auf eingelegten Rekurs des Stud. Friedländer überließ großherzogliche Kreisregierung die Sache großherzoglichem Oberrat der Israeliten als zu dessen Kompetenz gehörig. Von dort erfolgte folgender Erlass:
Großherzoglicher Badischer Oberrat der Israeliten Karlsruhe, den 7. Oktober 1844
No. 584-85 Schreiben großherzoglicher Regierung des Unterrheinkreises vom 13ten vorigen Monats No. 24032, das unbefugte Predigen des Stud. theolog. Salomon Friedländer von Brilon in Westphalen in der Synagoge zu Heidelberg betreffend
Bericht des Synagogenrats in Heidelberg vom 17ten vorigen Monats auf dieselbe Verfügung vom 23. August dieses Jahres Nor. 504 und 505 im genannten Betreffe.
Beschluss. Der Bezirkssynagoge Heidelberg wird hierdurch eröffnet: Solche studierenden Israeliten an der dortigen Hochschule, welche sich dem Berufe eines Rabbiners oder israelitischen Predigers widme, sind zwar zum Behufe der Ausbildung für die Bestimmung zur Abhaltung von gottesdienstlichen Reden in der Synagoge in geeigneten Fällen zuzulassen. Damit aber diese Erlaubnis nicht zum Nachteile der Würde des   

Gottesdienstes oder auf sonst missbräuchliche Weise angewendet werde, sind besondere Vorsichtsmaßregeln dabei erforderlich, wie solche in ähnlicher Weise in der christlichen Kirchenverfassung bestehen. In jedem einzelnen Falle ist daher die Erlaubnis von dem Bezirksrabbiner und dem Synagogenrate erforderlich und zwar eben sowohl bei Abhaltung von religiösen Vorträgen in der Synagoge während des Gottesdienstes, als außer demselben.
Auch ist die von dem betreffenden Studierenden der israelitischen Theologie zu haltende Predigt dem Bezirksrabbiner vorerst vorzulegen, und wenn kein Anstand gegen dessen Inhalt erhoben wird, mit dessen Unterschrift zu versehen. Sollte bei Frage über die zu erteilende Erlaubnis zwischen dem Synagogenrate und dem Bezirksrabbiner eine Meinungsverschiedenheit stattfinden, so ist die Sache zur Entscheidung diesseitiger Stelle vorzulegen. Auch soll es dem betreffenden Studierenden freistehen, wenn er sich durch die Nichtzulassung zum Predigen überhaupt oder durch Verwerfung eines Predigtentwurfes beschwert glaubt, die Berufung an diesseitige Stelle zu ergreifen.
Die Bezirkssynagoge wird beauftragt hiernach den Synagogenrat dortselbst auf seine Bericht vom 17ten vorigen Monats zu verbescheiden und demselben dabei zu bemerken, dass es wohl keinem Zweifel unterliegen kann, dass der vorwürfige Gegenstand zu Religionssachen gehört, welche nach § 1 der höchsten Verordnung vom 11. Februar 1824 No. 65 und der Vorschrift des § 4 der höchsten Verordnung vom 15. Mai 1833 zu behandeln sind. *)
Der Ministerialkommissar   (gez.) Christ   (gez.) Epstein.
Dies der urkundlich belegte Sachverhalt. Begreiflicherweise werde ich mich nicht auf die Schimpfworte der beregten Art einlassen. Ich könnte diese wohl am besten widerlegen, so ich das Urteil großherzoglichen Oberrats der Israeliten über mein Wirken und über meine Leistungen an großherzogliche Regierung in Betreff der Sitzungsangelegenheit anführte, welches zu veröffentlichen mir die Bescheidenheit aber verbietet! Ich habe mich lediglich auf Angabe von Tatsachen, die ich sämtlich urkundlich belegte, beschränkt. Denn, wem die Wahrheit und ein gutes Gewissen zur Seite stehen, der bedarf solch' unredlicher Waffen, wie Lüge und Verleumdung sind, nicht. Ich kann es zwar entschuldigen, wenn Herr Friedländer als etwa achtzehnjähriger Jüngling in jugendlicher Gereiztheit gegen mich losfährt, ich kann es entschuldigen, wenn dessen Skribent in brüderlicher Liebe und Eintracht den Ritten und Schildknappen in sich vereinigt, doch wäre wohl einem Manne gegenüber, dem noch eine gereiftere Erfahrung und eine langjährige Beschäftigung mit den Angelegenheiten der Religion zur Seite stehen und der noch von keinem seiner zahlreichen Schüler irgend einen Vorwurf erhielt, etwas mehr Mäßigung und auch etwas mehr Wahrheitsliebe am Platze gewesen.
Dies mein erstes und letztes Wort über die beregten Artikel und ihre etwaigen Nachfolger. Fürst, Rabbiner.
Anmerkung *) Durch die erste Verordnung ist dem Rabbiner die Leitung und Aufsicht des Gottesdienste übertragen. Nach der zweiten soll in allen Religionssachen der Rabbiner den Vorsitz beim Synagogenrat führen.   

   
Zum Tod von Rabbiner Salomon Fürst (1870)   

Heidelberg AZJ 24051870.jpg (231173 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Mai 1870: " Nekrolog. Rabbiner Salomon Fürst.
Heidelberg
den 14. April Ein unfassbarer Trauerzug geleitete heute die irdische Hülle eines würdigen, hoch betagten Mannes zur letzten Ruhestätte. Bezirks- und Konferenzrabbiner Salomon Fürst entschlief am 12. dieses Monats nach kurzem Leiden schmerzlos und ohne jeglichen Todeskampf, sanft und friedlich, wie sein ganzen Leben war. Im Jahre 1792, in der Zeit der erwachenden Morgenröte der geistigen und gesellschaftlichen Wiedergeburt des Judentums von armen, aber rechtschaffenen Eltern geboren, verlor er schon im frühesten Kindesalter seinen Vater. Indessen vertrat nach der Wiederverheiratung der Mutter der zweite Vater so vollständig den Mangel des Abgeschiedenen, dass die Verehrung des Verstorbenen für dessen Andenken ein so kindliches war, wie die väterliche Hingebung desselben es verdiente. Er studierte nach damaliger Sitte zuerst die jüdische Talmudwissenschaft, in welcher er sich bald aufs Rühmlichste auszeichnete. Im Jahre 1816 verehelichte er sich mit einer durch hohen Geist und tiefes Gefühl ausgezeichnete Frau, Therese geb. Traub, welche bis zu ihrem Tode in treuer Hingebung sein höchstes Lebensglück begründete. Nachdem durch die Neugestaltung der Verhältnisse der jüdischen Bekenntnisgenossenschaft in Baden auch anderen Geistlichen Forderung wissenschaftlicher Bildung herangetreten war, bezog der Verblichene im Jahr 1822 als Gatte und Vater dreier Kinder die Hochschule Würzburg und ersetzte durch eisernen Fleiß in einem Zeitraum von drei Jahren, was in früherer Zeit versäumt war. Auch hier stand ihm seine Gattin hilfreich zur Seite, indem sie Tag und Nacht mit den feinsten weiblichen Arbeiten beschäftigt, den Unterhalt der Familie mit herschaffen half, dadurch aber auch zugleich den Keim zu einer langwierigen Krankheit und zu ihrem frühzeitigen Tode legte. Nach seiner Rückkehr von der Hochschule bestand er im Jahre 1824 die Staatsprüfung in allen Fächern mit solcher Auszeichnung, dass er sofort zum Dienstverweser für die beiden nach der Landeshauptstadt (gemeint Karlsruhe) wichtigsten Bezirke des Landes, Mannheim und Heidelberg, ernannt wurde. Im Jahre 1827 erhielt er seine feste Anstellung für den Bezirk Heidelberg, welchen er unermüdlich und in ungebrochener Kraft bis zu seinem Ende vorstand. Sein Bestreben war in dieser langen Zeit ausschließlich darauf gerichtet, das geschichtlich Gewordene, soweit es Berechtigung hatte, mit den Forderungen der Zeit und den Ergebnissen der Wissenschaft in Einklang zu bringen. Dazu diente ihm nicht nur das persönliche Wirken in seiner Gemeinde und seinem Bezirke, sondern vorzugsweise der Unterricht an israelitische Studierende der Gottesgelehrtheit in Heidelberg, in welchen er das gleiche Streben zu erwecken suchte. Im Jahre 1842 zum Mitgliede des israelitischen Oberrats mit der Bezeichnung Konferenzrabbiner ernannt, benutzte er diese Erweiterung seines Wirkungskreises zur ausgiebigeren Geltendmachung dieser seiner Anschauungen. Im Jahre 1845 wirkte er für Abschaffung des Judeneides (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Judeneid), zerstörte durch eine unter seiner Leitung von allen seinen badischen Amtsgenossen mit ihm eingerichtete Bittschrift an die Ständekammer die vielfach verbreitete Meinung, als stünden seine Glaubensgenossen in sklavischer Unterwürfigkeit selbst einer Besserstellung ihrer bürgerlichen und gesellschaftlichen Verhältnisse entgegen. Er beförderte die Einführung der deutschen Sprache, des Chorgesangs und der Musik in den jüdischen Gottesdienst; er war überaus wohltätig und beachtete dabei weder einen Unterschied des Glaubens noch         
Heidelberg AZJ 24051870b.jpg (46799 Byte)eine erwiesene Gegnerschaft gegen seine Bestrebungen. Im Jahre 1847 verlor er seine treue Gattin. Er hinterlässt vier Söhne, von denen drei dem Anwaltsstande, einer dem Berufe des Vaters sich widmeten, eine verheiratete Tochter und zehn Enkel. Die gesamte katholische und protestantische Geistlichkeit, Bürgermeister und Gemeinderat, die Staatsbehörden, ein großer Teil der Bürgerschaft, sowie zahlreiche Abordnungen aus den Landgemeinden, geleiteten ihn zum Friedhof. Diesem Wirken entsprach auch sein Tod. Fest und ruhig, fast heiter ging er demselben entgegen. Er starb, von allen verehrt, von vielen geliebt, von niemandem gehasst, ein echtes Bild redlichen Strebens, echter, werktätiger Liebe. Möge es ihm der himmlische Vater lohnen!"    

  
Publikation von Bezirksrabbiner Dr. Hillel Sondheimer (1886)   

Heidelberg AZJ 16031886.jpg (89027 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. März 1886 (innerhalb eines Abschnittes "Literarische Notizen", in dem verschiedene neue Publikationen vorgestellt werden: "'Der Pentateuch (sc. https://de.wikipedia.org/wiki/Tora) für den Schulgebrauch. Urtext, Übersetzung neben dem einzelnen Worte oder Satze, Erklärung und Präparation. Nebst einem Anhange: Das Wichtigste aus der hebräischen Elementar- und Formenlehre. Von Dr. H. Sondheimer, Bezirksrabbiner in Heidelberg, Frankfurt a. M., J. Kauffmann, 1886'. Die Auswahl der Stücke ist nach den Bestimmungen des großherzoglich badischen israelitischen Oberrats getroffen und nur durch einige Kapitel ergänzt. Der Zusammenhang ist überall gewahrt durch Inhaltsangabe aller Kapitel und durch Beigabe der Präparation zu allen nicht aufgenommenen, also nicht übersetzten Kapiteln. Die beigefügten Erklärungen sind passend für die Jugend abgefasst, und die Elemente der hebräischen Grammatik am Schlusse des Werkes zweckmäßig. So wird dieses im Druck bestens ausgeführte Buch für den Unterricht im Pentateuch sowohl in der Schule, als beim Privatunterricht aufs Nützlichste verwendet werden." 
Über Rabbiner Dr. Hillel Sondheimer siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Hillel_Sondheimer        

  
Zum Tod von Bezirksrabbiner Dr. Hillel Sondheimer (1899)     

Heidelberg RabSondheimer AZJ 21071899.jpg (312572 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Juli 1899: "Heidelberg, 16. Juli. Spät, doch hoffentlich nicht zu spät, sende ich Ihnen über unseren verstorbenen Bezirksrabbiner Dr. Sondheimer noch biographische Notizen. Derselbe ist, wie Sie schon mitgeteilt haben, am 16. vorigen Monats, erst 59 Jahre alt, verschieden. Ein Mann von hervorragender Befähigung, ein erfolgreicher Vorkämpfer für die innige Durchdringung altjüdischer und deutsch-nationaler Kultur unter seinen Glaubensgenossen, ist mit ihm dahingegangen. Seine Begabung wurde schon früh erkannt. In dem jugendlichen Alter von 22 Jahren wurde er bereits Bezirksrabbiner in Gailingen. Nach Inkrafttreten der neuen Staatsverwaltungsorganisation von 1869 ernannte ihn das Ministerium des Inneren zum Mitglied des Bezirksrats, ein Amt, zu dem höchst selten Geistliche berufen zu werden pflegen. Seit 1872 Bezirksrabbiner in Heidelberg, vereinigte er bald auch die Bezirksrabbinate Sinsheim und Ladenburg in seiner Hand. Besonders warm nahm er sich der Schulen und Lehrer an. Mehrere von ihm verfasste Schulbücher, die zum Teil zahlreiche Auflagen erlebten und in fremde Sprachen übersetzt wurden, trugen seinen Namen bis in die fernsten Gegenden. Seine königliche Hoheit der Großherzog anerkannte seine Verdienste 1884 durch Verleihung des Zähringer Löwenordens 1. Klasse (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Orden_vom_Zähringer_Löwen) und 1889 durch Ernennung zum Mitglied der Religionskonferenz des großherzoglichen Oberrats, in welcher Stellung er den umfassenden Aufgaben, die diese Behörde durch die Einführung der Synodalverfassung erwachsen sind, mit Hingebung und Tatkraft sich gewidmet hat. Bei der am 19. vorigen Monats stattgehabten Beerdigung des allzu früh verstorbenen beteiligten sich alle Kreise der Heidelberger Bürgerschaft sowie eine große Zahl von Verehrern aus Nah und Fern. Der Oberrat war durch mehrere Mitglieder vertreten. Auch die staatlichen und städtischen Behörden sowie die protestantische und katholische Geistlichkeit Heidelbergs erwiesen dem Heimgegangenen die letzte Ehre. Die Grabrede hielt der dem Verstorbenen befreundete Bezirksrabbiner Dr. Eschelbacher (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Eschelbacher) von Bruchsal. Mit warmen Worten schilderte derselbe Charakter, Leben und Wirken des Entschlafenen, insbesondere dessen Verdienste, durch Herausgabe der erwähnten Schulschriften. Hierauf widmete Konferenzrabbiner Dr. Steckelmacher von Mannheim namens des großherzoglichen Oberrats und der Kollegen dem Verblichenen Worte der Trauer und des Dankes. Er rühmte namentlich die auch in der Stellung eines Konferenzrabbiners stets bekundete musterhafte Pflichttreue des Verewigten, seine organisatorische Begabung und sein redliches Bestreben, das Judentum in unserem Lande im Sinne des Lichtes und der Läuterung zu fördern. Insbesondere hob der Redner auch die Unerschrockenheit hervor, mit der der Hingeschiedene allerwegen für seine Überzeugung eingetreten ist. Nachdem noch Bezirksältester Netter in Heidelberg für die Bezirkssynagoge und Synagogenrat Carlebach (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Carlebach) für die israelitische Gemeinde Heidelberg und deren mannigfach Vereine dem verehrten geistlichen Führer dankerfüllte Abschiedsworte nachgerufen hatten, wurde die irdische Hülle der Erde übergeben. Die Gewissheit aber nahm wohl jeder, der an der erhebenden Feier teilgenommen, mit, dass das Andenken des Verklärten ein gesegnetes bleiben wird. – Die im Synagogenbezirk Heidelberg, mit Ausnahme der israelitischen Gemeinden des Amtsbezirks Weinheim, und im Synagogenbezirk Sinsheim vorkommenden Rabbinatsfunktionen werden vom Bezirksrabbiner Dr. Eschelbacher in Bruchsal,die im Synagogenbezirk Ladenburg, sowie in den israelitischen Gemeinden des Amtsbezirks Weinheim vorkommenden Rabbinatsfunktionen werden vom Rabbiner Dr. Oppenheim in Mannheim versehen."   
 
Heidelberg AZJ 28071899.jpg (328339 Byte) Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. Juli 1899: "Ladenburg, 31. Juli. Die 'Allgemeine Zeitung des Judentums' brachte die Nachricht vom Ableben unseres verehrten Rabbiners Dr. Hillel Sondheimer und einen warmen Nachruf für denselben aus Heidelberg. Bei der Bestattung war es leider keinem Vertreter des Lehrerstandes ermöglicht, zu reden, um Worte des Dankes und der Verehrung für den Verstorbenen auszusprechen, wie es nicht nur geziemend, sondern höchst erwünscht gewesen wäre. Der Religionslehrer des von Dr. Sondheimer bisher verwalteten Bezirks Heidelberg, Ladenburg und Sinsheim beschlossen daher, der Familie Sondheimer noch während der Trauerzeit eine Adresse zu überreichen. Lehrer Friedmann - Hockenheim hat deren Ausführung übernommen und sämtliche Lehrer haben dieselbe unterzeichnet übernommen und sämtliche Lehrer haben dieselbe unterzeichnet. Am 13. des Monats begaben sich die Lehrer Billigheimer, Feudenheim, Eichstetter, Schwetzingen, Freitag, Ladenburg, Friedmann, Hockenheim, Hanauer, Steinsfurt, Heinemann, Rohrbach, Hahn, Walldorf, Rosenberg und Sinsheimer ins Trauerhaus, woselbst von der Familie die Witwe Frau Dr. Sondheimer, Fräulein Sondheimer und Herr Dr. med. Sondheimer auf Frankfurt a. M. zugegen waren Friedmann hielt eine kurze Ansprache, verlas die Adresse, die im Wortlaut hier unten folgt und überreichte sie der Familie. Herr Dr. Sondheimer erstattete wärmste Dankesworte und gab auf Anregung der Lehrer die Zusage, solche s. Z. zu einer Trauerfeier am Grabe einzuladen, wenn das Grabmal errichtet würde. Nachdem jeder Anwesende noch Worte des Beileids und Dankes an die trauernden Hinterbliebenen gerichtet, verließen sie das Haus, in welchem sie jederzeit einen erfahrenen, treuen und wohlmeinenden Berater und Freund gefunden hatten. Die Adresse lautete: 'Hochgeehrte Frau Dr. Sondheimer! Am offenen Grabe unseres innigst geliebten Bezirksrabbiners Herrn Dr. Sondheimer seligen Angedenkens konnte es nicht ermöglicht werden, dass ein offizieller Vertreter der Lehrerschaft von der hohen Verehrung Zeugnis ablegte, die uns alle für denselben beseelt; deshalb haben sich heute ein in ehrerbietiger Weise sämtliche Lehrer des Rabbinatsbezirkes, um Ihnen mit Ihrer verehrlichen Familie auf diesem Wege vor allem die wärmsten Gefühle innigster Teilnahme auszusprechen und dann wehmutsvoll zu bekennen, dass auch uns der beste Freund und liebevolle Berater entrissen wurde. Herr Dr. Sondheimer seligen Angedenkens bewährte sein warmfühlendes Herz und die rührendste Sorgfalt für die Interessen des Lehrerstandes. Er kämpfte und stritt in erster Reihe, um die Zukunft des Lehrers sorgenfreier zu gestalten und mit Befriedigung erfüllte ihn der Beschluss der jüngst getagten Synode als wesentlicher Schritt zum Ziele. Im Verkehr mit ihm schwand die Schranke, die sonst zwischen Vorgesetztem und Untergebenem besteht, ohne die geringste Verletzung der Autorität. Er sprach es oft aus, dass die Organe, denen die Jugend anvertraut ist, nicht mit den Sorgnissen des Lebens kämpfen dürfen, und wer sich von uns mit sorgender Miene ihm genähert hatte, ging leichteren Herzens und frohen Mutes wieder an die berufliche Tätigkeit. Von der weisen Erkenntnis durchdrungen, dass ein gut erteilter Religionsunterricht zur sittlich-religiösen Kräftigung der Menschheit nötig ist, und in Anbetracht des Umstandes, dass diesem Unterrichtszweige infolge der anderweitigen Anforderungen der Schule an die Jugend nur kurze Zeit gewidmet wird, verwertete der praktische Schulmann seine pädagogischen Erfahrungen zu einer Ausgabe von nützlichen Schulbüchern – eine Ruhmestat, die allein schon im Stande ist, die literarische Ehrenstellung des Verewigten zu verkünden, für uns Lehrer zu einer erlösenden Tat wurde, indem es nun dem gewissenhaften Jugendbildner leichter werden konnte, die Jugend vertraut zu machen mit dem heiligen Schatz, den die Religion bietet. Wie freuten sich ferner Gemeinde, Lehrer und Jugend, wenn die jährlichen Prüfungstage angesetzt waren; das waren keine Qual-, sondern wahre Feiertage. Durch sein liebevolles Wesen eroberte er sich die Herzen der Jugend, die gleich einer Offenbarung seinen Worten lauschte. Dem Lehrer gegenüber geizte der gewissenhafte Visitator niemals mit seinem Lobe, woselbst es verdient war, und, wenn der Tadel nicht unterdrückt werden konnte, so war er in verbindliche, nicht verletzende Form gekleidet. Das Charakter- und Wirkungsbild von dem teueren Dahingeschiedenen – nicht von der Parteien Gunst und Hass entstellt – ist die Tafel unserer Herzen eingeschrieben. Die unterfertigten Lehrer werden es als eine heilige Aufgabe betrachten, ein dankbares und gutes Gedenken von ihrem allverehrten Rabbiner zu bewahren. Sie setzten ihm im Geiste ein Denkmal, dauernder als Erz, das die Inschrift führen wird: 'Ihrem guten, sorgenden und hilfsbereiten Dr. Sondheimer die dankbaren Lehrer der Rabbinatsbezirke Heidelberg, Ladenburg und Sinsheim."
Anmerkungen: Grab von Dr. Sondheimer auf dem Heidelberger Bergfriedhof: http://www.memoju.de/press_events_de.asp?itemID=170&type=0 
Rabbiner Dr. Moritz Steckelmacher, Stadtrabbiner in Mannheim, 23.06.1851 in Boskowitz (Mähren) – 23.05.1920, Bad Dürkheim
Rabbiner Dr. Oppenheim – Gustav Oppenheim, geb. 1862, gest. 1940 (Australien), Stadt- und Konferenzrabbiner in Mannheim        

   
Rabbiner Dr. Hermann Pinkuss aus Breslau wurde als Bezirksrabbiner für Heidelberg gewählt (1900)          

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Februar 1900: "Aus Baden. Der Tierschutzverein Mannheim beschäftigte sich mit der Schächtfrage und kam nach den eingeholten Gutachten 'hierüber zur Überzeugung, dass das Schächten die 'humanste und entsprechendste Tötungsart' sei - Als Bezirksrabbiner für Heidelberg wurde Herr Dr. Pinkus Breslau gewählt."   

 
Eine Ansprache  von Rabbiner Dr. Hermann Pinkuss wird veröffentlicht (1915)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Februar 1915: "Ansprache, gehalten am Bitt- und Bettage. Samstag, den 8. August 1914 in der Synagoge zu Heidelberg, von Dr. H. Pinkuß, Bezirksrabbbiner. Auf vielfaches Verlangen gedruckt. Der Ertrag ist für die Verwundeten bestimmt."       

  
Bezirksrabbiner Dr. Hermann Pinkuss nimmt an der Landesschulkonferenz teil (1920)         

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 20. Februar 1920: "Bezirksrabbiner Dr. Pinkuß in Heidelberg nimmt als Vertreter des Oberrats der Israeliten an der in Karlsruhe tagenden Landesschulkonferenz teil."     

 
Zum Tod der Frau von Bezirksrabbiner Dr. Hermann Pinkuss (1927)   

Heidelberg CV-Zeitung 11021927.jpg (55636 Byte)Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 11. Februar 1927: "In diesen Tagen ist in Heidelberg Frau Olga Pinkuß, die Gattin unseres verehrten alten Freundes, Bezirksrabbiners Dr. Hermann Pinkuß, verstorben. Die Verschiedene erfreute sich in jüdischen und nichtjüdischen Kreisen größter Beliebtheit und hohen Ansehens. Die Ortszeitungen heben hervor, wie wohltätig die Verewigte in feiner, stiller Wiese für alle Armen und Bedürftigen ohne Unterschied des Glaubens gewirkt hat und wie sie darüber hinaus in verschiedenen Wohlfahrtsorganisationen hingebungsvoll und dem Geiste der Zeit entsprechend führend tätig war. Friede ihrer Asche!"     
Grab und Foto siehe: https://de.findagrave.com/memorial/137822784/olga-pinkuss   

  
60.  Geburtstag von Bezirksrabbiner Dr. Hermann Pinkuss (1927)     

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 26. September 1927: "60. Geburtstag von Bezirksrabbiner Dr. Pinkuss (1927) Heidelberg. 25jähriges Dienstjubiläum. Am ersten Rosch Haschanah (vgl. zum jüdischen Neujahrsfest https://de.wikipedia.org/wiki/Rosch_ha-Schana)  begeht Herr Oberkantor Julius Krämer sein 25jähriges Dienstjubiläum. Seit 17 Jahren wirkt der Jubilar in der Heidelberger Gemeinde. Sein künstlerisches Können hat ihn nicht nur auf synagogalem Gebiete zu einem würdigen Vertreter des Chasonus (liturgische Musik in der Synagoge) gemacht, sondern auch im Musikleben Heidelbergs wurden seine Verdienste gebührend anerkannt."       
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 23. September 1927: "Heidelberg. 60. Geburtstag. Herr Bezirksrabbiner Dr. H. Pinkuß begeht am ersten Neujahrstage (vgl. zum jüdischen Neujahrsfest https://de.wikipedia.org/wiki/Rosch_ha-Schana) seinen sechzigsten Geburtstag. Seine fruchtbare Tätigkeit in der Gemeinde und sein Wirken auf sozialem Gebiete ist bestens bekannt. Mögen seine ferneren Lebensjahre ihm und der Gemeinde, die seiner hingebungsvollen Tätigkeit dankbar gedenkt, zum weiteren Segen gereichen." 

    
Der orthodoxe Verein stellt mit Hermann Mayer einen eigenen Rabbiner an (1929)         

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. September 1929: "Heidelberg, 24. August. Als erfreuliches Symptom der Erstarkung des gesetzestreuen jüdischen Lebens in Heidelberg ist die Tatsache zu bewerten, dass der Verein 'Machsike Hadaß' (Verein gesetzestreuer Juden, a.V.) sich nunmehr entschlossen hat, einen eigenen Vereinsrabbiner anzustellen. Herr Hermann Meier, welcher seine Ausbildung bei der Frankfurter Jeschiwah (vgl. https://collections.ushmm.org/search/catalog/pa1097069)  genoss, wurde auf diesen Posten berufen und wird sein Amt noch vor Rosch Haschono (bzw. Rosch Haschana, jüdisches Neujahrsfest, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Rosch_ha-Schana) antreten. "    
  
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 19. September 1929: "Heidelberg, 16. Sept. Vor 8 Jahren schloss sich die geringe Anzahl der hier ansässigen orthodoxen Juden (bzw. G"ttesfürchtiger) zu einem Verein gesetzestreuer Juden Chaweret Machsike Hadaß (wörtlich: Verein der Festiger des Glaubens) zusammen, um in erster Linie die Möglichkeit zu einem geregelten, den Anforderungen des Rabbinatsgerichtes entsprechenden Gottesdienstes zu schaffen. Ein Teil der Mitglieder dieses Vereines hat sich zwar später zu einem eigenen Minjan (= Zehn Männer für einen eigenen Gottesdienst) zusammengeschlossen, um ihren von der Heimat mitgebrachten Traditionen nicht untreu zu werden (gemeint: ostjüdische Gruppen mit eigenen Traditionen). Doch darüber waren sich all diejenigen, denen die Tora Richtschnur ihres Lebens ist, einig, dass endlich ein Führer gefunden werden musste, der der religiösen Anarchie unserer Kinder ein Ende zu setzen und auch die erforderlichen religiösen Einrichtungen auszubauen verstehe. Unendlicher Opfer aller orthodoxer Juden bedurfte es, um dieses Ziel zu erreichen, da von auswärts uns fast gar keine Hilfe zustoß. Mit umso größerer Freude können wir deshalb berichten, dass sich die gestern stattgefundene Amtseinführung des Herr Rabbiner Mayer - sein Licht leuchte - zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Idee des gesetzestreuen Judentums gestaltet hat.
Nach dem Mincha-Gebete, das nebst einigen religiösen Liedern feierlichst durch Herrn Lang, einen Hörer der Thora-Lehranstalt Jeschiwa zu Frankfurt a. M. vorgetragen wurde, setzte unser neuer Raw (Rabbiner) in großangelegter Rede an Hand eines Sifre-Wortes (vgl. https://en.wikipedia.org/wiki/Sifre) zur kommenden Sidra (Wochenabschnitt der Tora) die Ziele und Aufgaben des orthodoxen Judentums auseinander. Der Hoffnung, dass das Verdienst seiner großen Lehrer, eines R. Breuer - das Andenken an den Gerechten ist zum Segen - (gemeint wohl Raw Breuer = Salomon breuer, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Salomon_Breuer) und die lehawdil ben chaim le chaim eines Rabbiners Dr. Josef Breuer - sein Licht leuchte -, des jetzigen Frankfurter Leiters der Jeschiwa ihm bei der Überwindung der dornengleichen Schwierigkeiten, die eines Rabbiners am hiesigen Orte harren, beistehen wird, schloss er in eindringlichen Worten die Bitte an seine Gemeinde an, auch ihrerseits diese Hindernisse überwunden zu helfen. Möge seine Tätigkeit für die Interessen des orthodoxen Judentums in Heidelberg eine ersprießliche sein."    

   
 Rabbiner Hermann Mayer warnt vor einem "Verein gesetzestreuer Juden e.V. Abt. Talmud Tora" (1931)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Januar 1931: "Heidelberg, 5. Jan. Herr Rabbiner Mayer in Heidelberg schreibt uns: 'Ein hiesiger Verein geht neuerdings unter dem Titel 'Verein gesetzestreuer Juden e.V. Abt. Talmud Tora' angeblich für Zwecke orthodoxen Religionsunterrichtes, Private sowie auch Organisationen um Unterstützung an. Es sei deshalb darauf hingewiesen, dass besagter Verein laut Rundschreiben des orthodoxen Rabbinats Heidelberg vom 10. Elul 5690 wegen taurowidriger (= Tora-widriger) Generalversammlungsbeschlüsse, auf Grund von Gutachten orthodoxer Rabbiner und mit deren Einverständnis für religionsgesetzlich verboten erklärt wurde. Dieses Verbot erstreckt sich ausdrücklich auch auf Spenden und Beiträge jeglicher Art. Man lasse sich daher durch die vollständig unberechtigt fortgeführte Bezeichnung 'gesetzestreu' keineswegs irreleiten.
Bezeichnend für die 'Gesetzestreue' dieses Vereins ist übrigens, dass dessen Verstand sich grundsätzlich weigert, wegen der diesen Verbots bedingenden Angelegenheiten vor einem Rabbinatsgericht zu erscheinen. "        

  
Rabbiner Ulrich Steuer wurde zum Bezirksrabbiner gewählt (1936)      

Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 27. August 1936: "Rabbiner Ulrich Steuer wurde nach Fortgang von Bezirksrabbiner Dr. Fritz Pinkuß vom Synagogenrat und der Bezirkssynagoge Heidelberg zum Bezirksrabbiner gewählt. Der neu gewählte Bezirksrabbiner, der Absolvent des Jüdisch-Theologischen Seminars zu Breslau ist, hat bisher etwa zweieinhalb Jahre das Amt des zweiten Rabbiners in Karlsruhe bekleidet."         

 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer, der Schule und der weiteren Kultusbeamten    
Dr. Carl Rehfuß kann seinen Diensten nach längerer Krankheit wieder nachgehen (1841)   
Anmerkung zu Dr. Carl Rehfuß: Pädagoge; geb. 1792 in Altdorf als Sohn des Rabbiners und Lehrers Jakob Kleiser und der Bella geb. Günzburg (Tochter des Rabbiners in Schmieheim); starb 1842 in Heidelberg. Nach der Schule besuchte er die Pestalozzische Erziehungsanstalt in Yverdon (Schweiz), danach das Lyceum in Rastatt. Von 1809 bis 1816 war er jüdischer Lehrer in Gailingen, Basel und in Bühl. 1819 wurde er vom Großherzog von Baden zum "Israelitischen Oberlehrer und Prediger" ernannt; 1834 erhielt er von der Universität Heidelberg den Doktortitel.
Zu seinen Werken gehören: "Imre Emet". über die Zulässigkeit der Bestätigung unter den Israeliten (Heidelberg, 1830); Leshon Yehudit, "Handbuch des Judäo-Deutschen (Heidelberg 1833);" Sefer ha-Hayim ", ein Buch der Andachten für die Betroffenen (Heidelberg 1839). Carl Rehfuß war seit 1824 verheiratet mit Sophia geb. Altschul. 
Vgl. Artikel von Milan Chlumsky in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 22. Januar 2014: "Ein kostbares Geschenk zum Jubiläum der Jüdischen Gemeinde. Der Heidelberger Verleger Klaus Kehrer übergab des Druck einer Rosch-ha-Schanah-Predigt von 1839 an die Jüdische Kultusgemeinde". Link zum Artikel

Heidelberg AZJ 02101841.jpg (72321 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 2. Oktober 1841: "Heidelberg, 29. August (1841). Wir hatten gestern einen so schönen, gottesdienstlichen Genuss gehabt, dass ich nicht umhin kann, einige wenige Worte der Öffentlichkeit darüber zu übergeben. Nach dreivierteljährigem körperlichen Leiden betrat gestern unser Dr. Rehfuß die Kanzel zum ersten Male, und konfirmierte vier Knaben aus dem hiesigen Lyceum und der höhern Bürgerschule. Die Feierlichkeit, welcher eine große Menge Zuhörer beiwohnte, ging mit einer solchen Begeisterung, mit einem so erhebenden Eifer und warmer Liebe für Religion und Gerechtigkeit vor sich, dass alle Herzen durchdrungen wurden, und das Andenken an diese Stunde bleibend sein wird."      

  
Regierungsbeschluss zur Bezahlung von Diensten der Kultusbeamten (1844)  

Heidelberg AZJ 16121844.jpg (164850 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 16. Dezember 1844: "Heidelberg, 7. November (Schluss.) Es ward daher gerichtlich verhandelt, was gütlich nicht beigelegt werden konnte und das Resultat dieser Verhandlungen war folgender Regierungsbeschluss, der freilich ganz anders lautet, als dessen Inhalt in No. 35 der Allgemeinen Zeitung des Judentums angegeben wird:
Regierung des Unterrheinkreises - Mannheim, den 21. Mai 1844 Die Bezirksstiftungsschule in Heidelberg betreffender Beschluss.
In Erwägung, dass die beiden zu Heidelberg israelitischen Fonds, der sogenannte Landjudenschaftsfonds und der israelitische Stiftungsfonds, vermöge ihrer Entstehungsart als wirkliche Distriktfonds betrachtet werden müssen, woran der gesamten Judenschaft der vormaligen Rheinpfalz ein Genussrecht zusteht; in Anbetracht, dass dieselben ihrer natürlichen Bestimmung gemäß wie bisher zu religiösen und Schulzwecken verwendet werden können – in Anbetracht jedoch, dass die Beibehaltung einer Distriktschule zu Heidelberg, wie solche im Jahre 1822 errichtet wurde, den gegenwärtigen Verhältnissen nicht mehr entspricht, wird hiermit nach erstattetem schriftlichem Vortrage in Folge kollegialischer Beratung verfügt, dass die obigen Fonds im ungefähren Betrag von 16.300 Gulden und dem Besitze eines halben Wohnhauses zu Heidelberg bestehend, fortan als ungetrenntes Stiftungsvermögen zu verwalten seien, dessen Ertrag zur Unterstützung der israelitischen Schulen und zur Hebung des israelitischen Religionsunterricht verwendet werden soll, und zwar in folgender Weise:
1) Wird dem jeweiligen Bezirksrabbiner zu Heidelberg neben freier Wohnung im Stiftungshause für die Erteilung des Unterrichts an angehende Theologen in den höheren Religionsgegenständen ein jährliches Gehalt von 150 Gulden, und
2) der Witwe des Oberlehrers Rehfuß* daselbst für ihre Lebenszeit eine Pension von 75 Gulden ausbezahlt
3) Der Rest des Zinsertrags nach Abzug der ständigen Lasten wird für die jeweiligen Schulen der israelitischen Gemeinden des vormaligen rheinpfälzischen Gebiets, diesseitigen Anteils, Behufs der Befreiung des Teils der Lehrergehalte und der Kosten für Schulrequisite bestimmt. Der Austeiler wird je auf drei Jahre festgesetzt. Die inzwischen neu entstehenden Schulen werden erst in der folgenden Periode bedacht.     
Heidelberg AZJ 16121844b.jpg (325115 Byte)4) Dem israelitischen) Lehrer der Ortsschule von Heidelberg wird gleichfalls Wohnung im Stiftungshause eingeräumt gegen Anrechnung des gesetzlichen Anschlags.
5) Es wird von den betreffenden Schulvorständen ein aus fünf Mitgliedern bestehender Verwaltungsrat gewählt, der seinen Sitz in Heidelberg hat und einen Verrechner ausstellt.
6) Die Rechnung ist für drei Jahre zu stellen und zur Abhör der Kreisregierung vorzulegen, nachdem der Verwaltungsrat sie geprüft und sie den Schulvorständen zur Einsicht mitgeteilt haben wird.  (gez.) Wallau...".   
*zu Lehrer Dr. Carl Rehfuß: vgl. Artikel oben von 1841.

         
Ausschreibung der Hauptlehrerstelle an der israelitischen Bezirks-Stiftungsschule (1847)
           

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 3. Februar 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die Hauptlehrerstelle an der israelitischen Bezirks-Stiftungsschule in Heidelberg soll ihre endliche Besetzung erhalten.   
Nach hoher Ministerialverfügung vom 23. Juni 1846, Nr. 8843-45, hat der Hauptlehrer auch bei dem Religionsunterrichte der israelitischen Schüler des großherzoglichen Lyzeums und der höheren Bürgerschule in Heidelberg mitzuwirken und sein Gehalt besteht  
a) in einem festen aus dem Schulstiftungsfond zu beziehenden jährlichen Betrage von 350 fl.; 
b) einem jährlichen Schulgelde von 4 fl. von jedem die Bezirks-Stiftungsschule besuchenden Kinde;  
c) einem jährlichen Schulgelde von 2 fl. von jedem israelitischen Schüler des großherzoglichen Lyzeums und der höhern Bürgerschule Heidelberg und   
d) einer Dienstwohnung oder dem gesetzlichen Wertanschlage dafür im Betrage von 100 fl.   
Hierbei wird jedoch bemerkt, dass die Schüler und Schülerinnen aus groß0herzoglich badischen israelitischen Gemeinden, welche dem ehemaligen Rheinpfälzischen Landjudenschaftsverbande angehörten, mit Ausnahme jener von der israelitischen Gemeinde Heidelberg, durchaus frei vom Schulgelde sind.   
Die berechtigten Bewerber werden daher aufgefordert, mit ihren Bewerbungsgesuchen, unter Anfügung ihrer Aufnahmescheine und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, durch die betreffende großherzogliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzoglichen Visitatur der israelitischen Bezirks-Stiftungsschule in Heidelberg, binnen 6 Wochen, sich zu melden."      

   
Ausschreibung der Stelle des Vorsänger bei der israelitischen Religionsgemeinde (1852)     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 14. August 1852 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  "Heidelberg. [Vakanter Vorsängerdienst]. Der mit einem festen Gehalte von 300 fl. samt den davon abhängigen Gefällen erledigte Vorsängerdienst bei der israelitischen Religionsgemeinde Heidelberg ist wieder zu besetzen.  
Die Bewerber um diese Stelle, welche namentlich der Leitung des Choralgesanges in der Synagoge vorzustehen im Stande sind, werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen, unter Vorlage ihrer Zeugnisse über Befähigung, sittlichen sowie religiösen Lebenswandel, binnen 4 Wochen bei dem Unterzeichneten sich zu melden.  
Heidelberg, den 6. August 1852. 
Der Synagogenrat der israelitischen Religionsgemeinde Heidelberg."     

  
Ausschreibung der Stelle des Synagogendieners (1891)    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Juli 1891: " In der israelitischen Gemeinde Heidelberg wird demnächst die Synagogendienerstelle frei, welche an einen unverheirateten jungen Mann israelitischer Konfession, der gute Zeugnisse aufweisen kann, vergeben werden soll. Das Einkommen beträgt mit Nebeneinkünften etwa 1.200 Mark.
Anmeldungen sind an den Unterzeichneten zu richten.
Heidelberg, 29. Juni 1891. Der Synagogenrat."    

 
Chanukkafeier für die Schuljugend (1901)      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. Dezember 1901:        

    
Ausschreibung der Stelle eines Hilfsvorsängers (1904)         

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1904:     

      
Über Lehrer Raphael Jacob (1877-1942)     

Raphael Jacob (geb. 1. Oktober 1877 in Sierck / Diedenhofen in Lothringen) war (zweiter) Lehrer, Kantor und Schochet der jüdischen Gemeinde in Heidelberg bis 1940 (wohnhaft Bluntschlistr. 4; unterrichtete auch die jüdischen Kinder in Rohrbach). Er wird hier in den Listen der Gemeindeverwaltung 1924 und 1932/33 genannt. Vor Heidelberg war er von 1899 bis 1908 Lehrer und Kantor in Lambsheim, danach in Malsch (HD). Raphael Jacob war verheiratet mit Ernestine geb. Fromm (geb. 21. Juni 1881 in Großlangheim). Die beiden hatten zwei Kinder: Rita (geb. 1904 in Lambsheim, verheiratet mit Kurt Silberpfennig aus Thorn/Westpreußen, wohnhaft in Heidelberg, Frankfurt am Main und Steckelsdorf; beide ermordet in Auschwitz); Bella (geb. 1905 in Lambsheim, weitere Geschichte nicht bekannt). Raphael Jacob und seine Frau Ernestine wurden am 22. Oktober 1940 in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert. Am 14. August 1942 wurden sie in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, wo sie ermordet wurden.      
   Dokumente zu
Raphael und Ernestine Jacob
(Quelle: Archiv Yad Vashem Jerusalem)
     
  Kennkarten für Raphael Jacob und Ernestine geb. Fromm,
 ausgestellt am 3. Mai 1939 von der Polizeidirektion
Heidelberg (mit eingedrucktem "J" für Juden) 
 Gedenkblätter in Yad Vashem Jerusalem für Raphael Jacob
und Ernestine geb. Fromm, ausgestellt von einer Nichte
Raphael Jacobs 1984 in Mannheim (Ilse Lewin) 

      
25-jähriges Dienstjubiläum von Oberkantor Julius Krämer (1927)
       

Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Wiesbaden und Umgebung" vom 26. September 1927: "Heidelberg. 25jähriges Dienstjubiläum. Am ersten Rosch Haschanah (vgl. zum jüdischen Neujahrsfest https://de.wikipedia.org/wiki/Rosch_ha-Schana)  begeht Herr Oberkantor Julius Krämer sein 25jähriges Dienstjubiläum. Seit 17 Jahren wirkt der Jubilar in der Heidelberger Gemeinde. Sein künstlerisches Können hat ihn nicht nur auf synagogalem Gebiete zu einem würdigen Vertreter des Chasonus (liturgische Musik in der Synagoge) gemacht, sondern auch im Musikleben Heidelbergs wurden seine Verdienste gebührend anerkannt.        
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung" für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 23. September 1927: wie oben      
Anmerkung:  Oberkantor Julius Krämer wohnte in Heidelberg in der Unteren Neckarstraße 54.   

   
Ausschreibung der Lehrerstelle für die jüdische Abteilung der Volksschule (1937)  

Heidelberg CV-Zeitung 20051937.jpg (43375 Byte)Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom  

 
 
   
Berichte zu jüdischen Erziehungs- und Unterrichtsinstituten  
Anzeige der Lehr- und Erziehungsanstalt Dr. H. Reckendorf (1861)
   

Heidelberg AZJ 24091861.jpg (40537 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom  


Über ein talmudisches Seminar in Heidelberg (1911)      

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. September 1911:    
Heidelberg FrfIsrFambl 29091911a.jpg (214389 Byte)   

 
Kurse im Talmudischen Seminar im Wintersemester 1912/13 (1912)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. Oktober 1912:        
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Oktober 1912:      

  
   

   

 

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Stand: 18. Mai 2020